Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Kritik an einem Beschluss, der nicht existiert!

Geschrieben von Florian Seiffert - 10. Oktober 2010

Den Liturgieausschuss erreicht eine Mail von Christoph Schmitz (KV St.Hubertus, PGR-Liturgieausschuss) mit Kritik an dem evtl. zu beschließenden wöchentlichen Tausch der Messzeiten ab 01.01.2011.

Hallo Liebe Liturgieausschuss-Mitglieder,
da kann ich unserem Pastor absolut nur zustimmen.
Für mich ist es auch unbegreiflich, wie der PGR ein derartig chaotisches System favorisieren kann. Wir in Hubertus haben in den vergangenen Jahren bereits die Erfahrung machen müssen, dass die Anzahl der Gottesdienstbesucher zurück gegangen ist, was relativ eindeutig auf die unregelmäßigen Messzeiten zurück zu führen ist. Auch für ältere Menschen ist vielfach schwieriger mit einem unklaren System leben zu müssen, wie wir ja auch im Liturgieausschuss besprochen haben. Der Mensch ist und bleibt ein Gewohnheitstier, das werden auch wir nicht ändern können.
Wir haben das Thema an diesem Wochenende in verschiedenen Gruppierungen diskutiert und es war nahezu einhellige Meinung, die Messzeiten jährlich zu tauschen und da war das Hauptargument eben dieses, dass wir negative Erfahrungen mit einem ungeregelten Messzeitensystem gemacht haben.
Ich kann nur hoffen, dass diese Erfahrungen in der Entscheidung des PGR auch eine Rolle spielen werden. Andernfalls dürfen wir uns über verständnisloses abwinken vieler Gemeindemitglieder nicht wundern.

Freundliche Grüße
Christoph

Fakt ist, dass der Pfarrgemeinderat in der Sache noch gar nicht beschlossen hat, dass erst zwei Ortsausschüsse ihre Voten abgegeben haben und dass der dritte Ortsausschuss noch nicht getagt hat. Trotzdem gibt es jetzt schon Kritik (links). meine Anmerkungen dazu (rechts):

Kritik Anmerkungen dazu
Für mich ist es auch unbegreiflich, wie der PGR ein derartig chaotisches System favorisieren kann. Das Chaos ist ein Zustand vollständiger Unordnung oder Verwirrung (W) Vollständige Unordnung oder Verwirrung liegt nicht vor. Die Kritik ist völlig überzogen.
Wir in Hubertus haben in den vergangenen Jahren bereits die Erfahrung machen müssen, dass die Anzahl der Gottesdienstbesucher zurück gegangen ist, was relativ eindeutig auf die unregelmäßigen Messzeiten zurück zu führen ist. Eine interessante aber leider nicht begründete These. Woran wird festgemacht, dass Gottesdienstbesucherrückgang an Messzeitentausch liegt?
Auch für ältere Menschen ist vielfach schwieriger mit einem unklaren System leben zu müssen, wie wir ja auch im Liturgieausschuss besprochen haben. Der Mensch ist und bleibt ein Gewohnheitstier, das werden auch wir nicht ändern können. Das System ist nicht unklar. Es ist klar: Schau auf den Zettel, dann weisst Du, wann Du Deinen besten Freund treffen kannst. Auch ältere Menschen stellen nach Plan ihre Mülltonnen raus, schaffen es nach Terminen ihren Arzt zu besuchen. Warum soll es mit einem Plan, der sagt, wann wo ihr bester Freund zu treffen ist nicht klappen?
Wir haben das Thema an diesem Wochenende in verschiedenen Gruppierungen diskutiert und es war nahezu einhellige Meinung, die Messzeiten jährlich zu tauschen und da war das Hauptargument eben dieses, dass wir negative Erfahrungen mit einem ungeregelten Messzeitensystem gemacht haben. Das System ist nicht ungeregelt und welche Gruppierungen, besser welche Personen sagen was genau? Warum ist niemand von diesen Personen im Ortsausschuss oder im Pfarrgemeinderat? Der Ortsausschuss St.Hubertus + St.Pius X. hat mit 5:3 für einen wöchentlichen Wechsel gestimmt, die Debatte war ruhig und unaufgeregt.
Ich kann nur hoffen, dass diese Erfahrungen in der Entscheidung des PGR auch eine Rolle spielen werden.
Andernfalls dürfen wir uns über verständnisloses abwinken vieler Gemeindemitglieder nicht wundern. Das ist reine Spekulation.

Es fehlen hier die Argumente, die bisher in Pfarrgemeinderat und den Ortsausschüssen genannt wurden, warum ein wöchentlicher Wechsel als besser angesehen wird, als ein jährlicher:

  • Wenn man jährlich tauscht, gibt es Kirchen, die ein Jahr lang sonntags immer zu sind. Das ist insbesondere für St. Bruder Klaus schlimm. Besonders ältere Menschen hier haben es besonders schwer/weit andere Gottesdienste zu erreichen. Das ist in Flittard und Stammheim anders.
  • Dechant Pfarrer Cziba schätzt, dass es von 52 Wochen im Jahr ca. 20 Sonderfälle gibt, die ein Abweichen von der Regel erfordern (Schützenfeste, Pfarrfeste, Kirmes etc.)
  • Wenn es schon fast jede zweite Woche eine Abweichung gibt, dann ist ein Blick auf die Gottesdienstordnung unerlässlich, um sicher zu sein, dass der Regelgottesdienst auch stattfindet. Bei hohen kirchlichen Feiertagen muss man sowieso auf die Gottesdienstordnung schauen (Weihnachten, Pfingstmontag, Ostern, …)
  • Wenn man sowieso so gut wie jede Woche auf die Gottesdienstordnung schauen muss, dann ist es nicht besonders “schlimm”, wenn sich die Gottesdienstzeiten von Kirche zu Kirche und von Woche zu Woche ändern.
  • Wenn Jesus Christus mein bester Freund ist, dann möchte ich ihn besuchen und dann mache ich das nicht nur, wenn ich seine “Sprechstunden” im Kopf habe, sondern auch dann, wenn ich einen Blick auf die Gottesdienstordnung werden muss, oder?
  • Der Plan mit fünf Gottesdiensten am Wochenende, der für EINEN Priester und zwei Organisten machbar sein muss, ist schon ein besonders weites Entgegenkommen dieses einen Priesters. Erlaubt sind pro Priester zwei Gottesdienste am Wochenende, in Ausnahmefällen drei. Hier sind es fünf. Wahrscheinlich werden wir in wenigen Jahren pro Wochenende nur noch diese drei Gottesdienste für fünf Kirchen pro Wochenende haben. Dann aber ist ein jährlicher Tausch völlig indiskutabel, denn sollen wirklich zwei Kirchen ein Jahr lang keinen Sonntagsgottesdienst mehr haben? Akzeptabel ist dann nur eine Lösung, dass wöchentlich abgwechselt wird. D.h. die Kirche, die keine Sonntagsmesse hat rotiert gleichmäßig durch die Pfarrei.
  • Ganz außer Acht gelassen wird auch, dass es egoistisch ist, wenn Argumente anfangen mit: “Für St.XXX ist es unerläßlich, dass die Sonntagsgottesdienste …” Es wäre brüderlicher (und schwesterlicher), wenn gesagt würde: “Was macht das mit meinen Nachbarn in St.YYY, wenn die Sonntagsgottesdienste bei uns in St.XXX …

Siehe auch unter:

2 Antworten zu “Kritik an einem Beschluss, der nicht existiert!”

  1. Marita Oepen sagte

    Hallo, Herr Seiffert,

    ich bin wegen Krankheit nicht mehr so ganz drin im Thema, habe aber kein Problem mit wöchentlichen oder jährlichem Wechsel. Gut, dass wir überhaupt noch so viele Kirchen und Personal haben.
    Allerdings habe ich eine Frage bezgl. des Familiengottesdienstes in St. MAriä Geburt, der bislang immer am 2. Sonntag im Monat, 18:30h statt fand. Sollte die vorher genannte Änderung eintreten, wird sich die Zeit für Mariä Geburt auf 18:00h ändern, bzw. auf 9:30h was passiert dann mit dem Familiengottesdienst?
    Wird dieser als Ausnahme von der Regel angesehen? Oder auf andere Weise integriert?
    Immerhin sind für diesen Gottesdienst seit einigen Jahren etliche Leute vom Familiengottesdienstkreis bis hin zum Chor Aufbruch eingetreten und verantwortlich.
    Es wäre schön, wenn diese Info, falls noch nicht geschehen, über die Ortsausschüsse weitergetragen würde.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Marita Oepen
    PS.: Kleine Anmerkung zum obigen Text.
    Meinem Empfinden nach würde mein bester Freund Jesus eine negative Kritik, die so angekommen ist (war die Email von Hr. Schmitz (ich kenne ihn nicht)an privat gesandt oder vorher schon auf der Website ersichtlich?)nicht auf diese öffentliche Art und recht persönliche Weise, darstellen und, auch wiederum negativ, beantworten.

    Ich glaube, er hätte den privaten, mündlichen Weg gesucht oder die Email entpersonifiziert…soviel zu meinem besten Freund Jesus und schwesterlicher/brüderlicher Verhaltensweise.

    • Liebe Frau Oepen,

      vielen Dank für Ihren ausführlichen Kommentar. Speziell über den Familiengottesdienst ist noch nicht gesprochen worden. Wir werden ihn in dem Rahmen, den die Messzeiten ab 01.01.2011 erlauben unterbringen müssen. Der PGR freut sich diesbezüglich über Vorschläge und Anregungen. Auch der Ortsausschuss Stammheim ist gefragt.

      Beste Grüße
      Florian Seiffert

      PS.: Christoph Schmitz hat mir die Erlaubnis erteilt, seine EMail zu veröffentlichen, sonst hätte ich das nicht gemacht. Mein Argument, dass ich meinen besten Freund Jesus Christus besuchen möchte äußere ich schon so lange, wie es die Debatte um Messzeiten gibt. Meinem alten Freund Christoph ist das schon lange bekannt, ich haue es ihm hier nicht in irgendeiner Weise anklagend um die Ohren. Ich rufe es uns allen in Erinnerung. Eigentlich soll es nur sagen, die Debatte nicht so aufgeregt zu führen.

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