Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Papstbesuch: Was bleibt?

Geschrieben von Florian Seiffert - 26. September 2011

Wappen Papst Benedikt XVI.

Wappen Papst Benedikt XVI.

Ich bin oft ein wenig verwundert, wenn ich eine Ansprache oder Predigt des Papstes gehört habe und dann kurze Zeit später in der Presse (online) zusammengefasst lese, was der Papst gesagt bzw. gemeint hat. Oft stehen nach meiner Ansicht ganz wunderbare Zusammenfassung und Kommentare im Netz, oft ist es aber auch gruselig und bösartig. Ich habe mir aus diesem Grunde angewöhnt, erst (nochmal) die Originaltexte der Papstpredigt oder der Ansprache nachzulesen. Dies geht heute sehr einfach, denn das Portal www.vatican.va veröffentlicht die Papstreden als einfache Textseiten. So soll es sein.

Was Sie gut oder schlecht fanden an der Pastreise und den Predigten und Ansprachen, müssen Sie selbst rausfinden, dazu will ich nichts schreiben. Was mich im Moment aber noch nachdenklich macht, ist folgender Text:

“… Nein, dies ist vielmehr der Augenblick, um den vielen haupt- und nebenamtlichen Mitarbeitern, ohne die das Leben in den Pfarreien und in der Kirche als ganzer nicht denkbar wäre, ein Wort sehr herzlichen Dankes zu sagen. Die Kirche in Deutschland hat viele soziale und karitative Einrichtungen, in denen die Nächstenliebe in einer auch gesellschaftlich wirksamen Form und bis an die Grenzen der Erde geübt wird. Allen, die sich im Deutschen Caritas-Verband oder in anderen kirchlichen Organisationen engagieren oder die ihre Zeit und Kraft großherzig für Ehrenämter in der Kirche zur Verfügung stellen, möchte ich in diesem Augenblick meinen Dank und meine Wertschätzung bekunden. Zu diesem Dienst gehört zunächst sachliche und berufliche Kompetenz. Aber im Sinn der Weisung Jesu gehört mehr dazu: das offene Herz, das sich von der Liebe Christi treffen läßt und so dem Nächsten, der unser bedarf, mehr gibt als technischen Service: die Liebe, in der dem anderen der liebende Gott – Christus – sichtbar wird. Fragen wir uns darum, auch vom heutigen Evangelium her: Wie steht es mit meiner persönlichen Gottesbeziehung – im Gebet, in der sonntäglichen Meßfeier, in der Vertiefung des Glaubens durch die Betrachtung der Heiligen Schrift und das Studium des Katechismus der Katholischen Kirche? Liebe Freunde! Die Erneuerung der Kirche kann letztlich nur durch die Bereitschaft zur Umkehr und durch einen erneuerten Glauben kommen. …”
(PREDIGT VON PAPST BENEDIKT XVI., Flughafengelände von Freiburg im Breisgau, Sonntag, 25. September 2011)

Ich freue mich über das Wort des Dankes. Lob und Dank für PGR-Arbeit ist wirklich nicht so häufig. Nachdenklich macht der Teil: “Wie steht es mit meiner persönlichen Gottesbeziehung – im Gebet, in der sonntäglichen Meßfeier, in der Vertiefung des Glaubens durch die Betrachtung der Heiligen Schrift und das Studium des Katechismus der Katholischen Kirche?” Wo stehe ich persönlich da, wie unser Pfarrgemeinderat und unsere Ausschüsse? Ich will das im PGR mal nachfragen. Wir müssen als Gremien auch was für unseren gemeinsamen Glauben tun!

“… In Deutschland ist die Kirche bestens organisiert. Aber steht hinter den Strukturen auch die entsprechende geistige Kraft – Kraft des Glaubens an den lebendigen Gott? Ich denke, ehrlicherweise müssen wir doch sagen, daß es bei uns einen Überhang an Strukturen gegenüber dem Geist gibt. Und ich füge hinzu: Die eigentliche Krise der Kirche in der westlichen Welt ist eine Krise des Glaubens. Wenn wir nicht zu einer wirklichen Erneuerung des Glaubens finden, wird alle strukturellen Reformen wirkungslos bleiben. …” (ANSPRACHE VON PAPST BENEDIKT XVI., Hörsaal des Priesterseminars zu Freiburg im Breisgau, Samstag, 24. September 2011)

Wie gesagt, es macht mich nachdenklich. Ich kaue noch darauf herum. Was meint der Papst mit einem “Überhang der Strukturem gegenüber dem Geist?” Ich muss nochmal darüber schlafen und frage dann im PGR-Vorstand und im PGR, was heißt das für unsere Gremienarbeit? Was müssen wir ändern?
Was es für mich persönlich heißt, werde ich selbst rausfinden.

Nachdenkliche Grüße
Florian Seiffert

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