
Himmelfahrt 2011
Frau Löhr mailt eine Stellungnahme:
Leserbrief als Stellungnahme zu Pfarrkontakte III/11
Bericht: „Gemeinsame Prozession zu Christi Himmelfahrt“ von Florian
Seiffert, S. 8
Seit über 60 Jahren nehme ich jedes Jahr an der
Christi-Himmelfahrt-Prozession in Stammheim teil. Es ist immer wieder ein
Erlebnis, wenn nach den drei vorherigen Bittprozessionen, am Tage
Christi-Himmelfahrt, während der Prozession das Allerheiligste durch die
Straßen getragen wird. Es bestärkt mich in meinem katholischen Glauben.
Im Zeichen der Ökumene nehmen seit einigen Jahren auch evangelische Christen
an der Prozession teil. Es ist ein gutes Miteinander und nach meinem
Empfinden stört sich keiner an der mitgeführten Monstranz.
Nach der Zusammenlegung des Pfarrverbandes scheint es nun ein Problem damit
zu geben.
Wir respektieren den Glauben der evangelischen Christen, aber sollte nicht
dann auch unser Glaube an das Allerheiligste respektiert werden?
Wenn man jedoch allen Religionen den nötigen Respekt entgegenbringt, dann
können auch alle Beteiligten zufrieden sein.
Wie soll es nun in Zukunft aussehen?
Mit der heutigen Situation sind zumindest viele Katholiken aus meinem
Bekanntenkreis unzufrieden und werden an der Prozession in dieser Form nicht
mehr teilnehmen.
Und das kann wohl kaum im Sinne der Ökumene sein …
Mit freundlichen Grüßen
Brunhild Löhr
Siehe dazu;
Antwort an Frau Löhr:
Sehr geehrte Frau Löhr!
Eine gemeinsame Prozession mit evangelischen und katholoischen Christen mit Allerheiligstem ist nicht an mangelndem Respekt gescheitert oder an dem Unwillen der Katholiken oder an mangelnder Ökumenebegeisterung in unserer neuen Pfarrei. Die gemeinsame Prozession mit Allerheiligstem ist gescheitert, weil die Kirche von Köln eine solche Prozession verbietet. Meine Klarstellung in den Pfarrkontakten bezieht sich nur darauf: Eine “ökumenische Sakramentsprozession” ist verboten.
Auch die Christi-Himmelfahrts-Prozessionen in Stammheim in den letzen Jahren zusammen mit den evangelischen Christen waren nicht erlaubt – nur wurden sie trotzdem gemacht.
In diesem Jahr war es so, dass Mitglieder unserer Pfarrei angedroht hatten die Kirche von Köln zu informieren, sollte der Pfarrgemeinderat/Liturgieausschuss auf die Idee kommen, eine Sakramtensprozession zusammen mit den evangelischen Christen durchzuführen. Im günstigsten Falle wäre uns dann die Prozession von der Kirche von Köln schriftlich verboten worden im ungünstigsten Falle hätte es vielleicht Sanktionen gegen den leitenden katholischen Pfarrer gegeben.
Aufgrund dieser Sachlage hat sich der Pfarrgemeinderat entschlossen, die Prozession so durchzuführen, wie sie dann durchgeführt wurde.
Wohl wissend, dass es für katholische Christen wichtig ist auch mit dem Allerheiligsten durch die Staßen zu gehen und für den Glauben zu demonstrieren und sich gegenseitig zu stärken, hat der Pfarrgemeinderat in seiner Sitzung am 22.09.2011 beschlossen, dass Stammheim gerne eine eigene Sakramentsprozession z.B. am Pfarrfestsonntag dürchführen soll. Näheres wird der Ortsausschuss Stammheim besprechen. Wenden Sie sich im Bedarfsfall bitte an Frau Beate Löhr, sie leitet den Ortsausschuss in Stammheim.
Ich möchte noch ganz persönlich für mich darauf hinweisen, dass ich ebenso, wie Sie gerne auf der wunderbaren Prozession dieses Jahr Christi Himmelfahrt das Allerheiligste mitgeführt hätte. Meinen Glauben gestärkt hat diese neue Art Prozession aber auch. Sie hat mir gutgetan und ich freue mich schon auf die Prozession 2012.
Haben Sie vielen Dank für Ihren Leserbrief und schreiben Sie uns weiter, wenn es Stellungnahmen, Fragen oder Klärungsbedarf gibt.
Mit herzlichen Grüßen
Florian Seiffert