Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Aschermittwochsgottesdienst «Katholische Grundschule Diependahlstraße» 2011

Posted by Florian Seiffert - 27. Februar 2011

Uns erreicht ein Brief von Ursula Schiefer an Franz-Josef Ostermann. Der Bitte von Frau Schiefer um Veröffentlichung entspricht der PGR zusammen mit der Antwort von Dechant Pfarrer Cziba.

Hallo Franz-Josef,
im heutigen Elternbrief KGS Diependahlstraße wurde der Elternschaft im Nachgang mitgeteilt, dass man mit den Kindern an Aschermittwoch in Eigenregie den Gottesdienst besuchen kann. Ich war ehrlich entsetzt, dass man ein solch wichtiges Ereignis, nämlich den Beginn der Fastenzeit, als Schule, die das Wort „katholisch“ im Namen trägt, nicht gemeinsam beginnt und erlebt. Ich habe mich sofort mit Fr. Specks in Verbindung gesetzt, um mich zu informieren, welche Beweggründe hier vorliegen. Die Gründe waren nicht kindgerechte Gestaltung im Vorjahr, ständige Unruhe während des Gottesdienstes, mangelnde Kommunikation bzw. Kooperation auf Kirchenseite, dünne Personaldecke etc.. Man wolle die Kinder außerdem nicht ständig Maßregeln, damit der Gottesdienst nicht gestört wird. In meinen Augen hat das nichts mit Maßregeln, sondern Erziehung zu tun und dies ist ganz klar eine Aufgabe der Schule. Alle Einwände meinerseits wurden beiseite gewischt – ich bin ja nur eine „Mutter“ und habe keine Ahnung, was im Hintergrund alles läuft.
Ich finde diese Zustände langsam unhaltbar für eine Schule, die sich auf ihre katholische Tradition beruft und sich dadurch einen etwas „exklusiven“ Status in der Öffentlichkeit sichert. Wie kann es angehen, dass dieses Verhalten von der Kirche toleriert wird.

Ich stehe mit meiner Meinung hier sicherlich nicht alleine, denn viele Eltern haben bewusst einen beschwerlicheren Schulweg in Kauf genommen um den Kindern eine katholisch geprägte, christliche Erziehung zukommen zu lassen. Mich würde interessieren wie sich unsere geistliche Führung vor Ort zu diesem Thema stellt.

Mit freundlichen Grüßen

Uschi Schiefer – „Mutter“ von Felicia, Alexander, Holger und Oliver+“

Dechant Pfarrer Cziba antwortet:

Liebe Frau Schiefer,
ich habe von Frau Regina Hofmann-Töpfer Ihre E-Mail an Franz-Josef Ostermann zur Info erhalten. Außerdem sprachen wir im letzten Dienstgespräch über diese Mail bzw. den Elternbrief der Schule.
Im Vorfeld. Sprich im Januar war wieder einmal die Zeit der Termin- und Themenabsprachen für die Schulgottesdienste der KGS Diepenthalstraße. Dabei war von Seiten der Kirche vorgeschlagen, wie im letzten Jahr den Schulgottesdienst um 10.30 Uhr durchzuführen (übrigens eine Zeit die in der Vergangenheit von der Schule gewünscht worden war). Als Antwort aus der Schule kam für Aschermittwoch der Wunsch auf den eigenen Gottesdienst zu verzichten und stattdessen die Kinder und Eltern für den Frauengottesdienst einzuladen. Es hat uns zwar ein wenig gewundert, aber wir haben daraufhin von unserer Seite diesen Frauengottesdienst als Wortgottesdienst geplant, statt wie üblich eine Messe zu halten, damit wir in der Gestaltung mehr auf die Kinder eingehen können.
Von unserer Seite aus sind wir sehr an einem Dialog mit der Schule interessiert, aber nach ersten positiven Entwicklungen im letzten Jahr wurde seitens der Schule eine aktive Mitarbeit an der Gestaltung des Schulgottesdienstes wieder eingestellt, da dies im Unterricht nicht mehr möglich wäre.
Da der Aschermittwoch nun mal mit der Austeilung des Aschenkreuzes verbunden ist, was nun einmal Zeit benötigt, ist eine Unruhe bei Kindern nicht zu vermeiden. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber (und ich persönlich halte an diesem Tag einen Schulgottesdienst und zwei Kindergartengottesdienst) das der immer wieder von der KGS Diependahlstraße festgestellt Unruhefaktor nie diese Dimensionen annimmt und auch ein Wort zum Thema? Sei doch mal Ruhig? nicht als so gravierender Eingriff in die Psyche der Kinder verstanden wird, wie in Alt-Stammheim.
Als Kirchengemeinde wollen wir aktiv mit den Schulen sprechen, was uns auch mit den GGS im Pfarrgebiet gelingt, die das Schulgottesdienstprogramm auch ausweiten wollen. Hintergrund ist da zum einen der Wunsch der Eltern und Lehrer und zum anderen auch die (natürlich nicht ausgesprochene) Möglichkeit den leider vorhandenen Ausfall des Religionsunterrichtes wenigstens damit auch ein wenig auszugleichen, damit die Kinder mit Religion bzw. Christlicher Religion in Verbindung bleiben.
Von unserer Seite wären wir Aschermittwoch, was auch von anderen Schulen angenommen wird, relativ flexibel für je eigene Gottesdienste. Aber dies wurde in diesem Jahr seitens der KGS nicht gewünscht. Als Seelsorgsteam haben wir sogar das Gefühl, dass die KGS sich bewusst von dem K trennen will ohne dies deutlich genug den Eltern gegenüber auszudrücken.

Liebe Frau Schiefer, ich hoffe (wenn auch später als vielleicht gehofft) Ihnen den von der Schule vorgebrachten Punkt »mangelnde Kommunikation bzw.
Kooperation« seitens der Kirche berichtigt zu haben.

Für ein persönliches Gespräch stehe ich gerne zu Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Dechant Pfarrer Michael Cziba

2 Antworten to “Aschermittwochsgottesdienst «Katholische Grundschule Diependahlstraße» 2011”

  1. Christina Demant said

    Als Mutter von zwei Kindern, die beide auf der KGS waren, bzw. einer noch ist, habe leider auch ich den Eindruck gewonnen das der Kirchengang etwas an Bedeutung verloren hat.
    Eine katholische Schule sollte mit den Kindern einmal wöchentlich zum Schulgottesdienst gehen, ebenso am Aschermittwoch.
    Auch unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Andersgläubigen hoffe ich das die KGS zum regelmäßigen Kirchengang zurückfindet.

  2. Martina Albach said

    Da meine Tochter diese katholische Grundschule besucht, habe ich die derzeitige Schulleiterin angeschrieben, um mein Eerstaunen über die Streichung des Gottesdienstes auszudrücken. Mir wurde als Begründung mitgeteilt, daß der Gottesdienst nicht ausreichend auf die Kinder eingehen würde. Außerdem hätte es diese Regelung, wie sie morgen gelten soll, auch schon früher gegeben.

    Ich finde es sehr bedauerlich, daß eine „katholische“ Grundschule sich so sehr von der Kirche entfernt.

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