Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Bericht vom Zeltlager BKS 2011

Posted by Florian Seiffert - 14. September 2011

Christian Böhm mailt:

Fischbach-Zeltplatz. Der Weltjugendtag war für uns am Montagmorgen um 02:00 Uhr beendet. Nach 28stündiger Busfahrt waren wir aus Madrid zurück, hatten das Auto beladen, konnten endlich mal lang und warm duschen und bei Mutti lecker Essen. Schlafen war jetzt angesagt und das schnell, denn um 05:00 Uhr klingelte der Wecker. Nach einem Frühstück ging es auf die Autobahn Richtung Zeltplatz. Nach dem Frühstück waren wir angekommen und wurden freudig begrüßt.
Zuerst mussten wir uns durch das Chaos in der Küche kämpfen, vieles spülen, für Ordnung sorgen und natürlich sofort mit dem Mittagessen anfangen. Frikadellchen für über 50 Mann (und Frau) wollten frisch gemacht werden. Die ersten drei Tage bekamen wir vom Lagerleben dann nicht viel mit. Wir räumten die Küche um und auf (der Bräter und zwei Gaskocher wanderten auf die Terrasse zum Freiluftkochen), spülten die in den vergangen Tagen gebrauchten Töpfe und kauften jeden Tag Unmengen an Lebensmitteln ein.

Morgens schmierten wir bei aller Ruhe (wir standen etwa zwei Stunden vor allen anderen auf) Marmeladenbrote und kochten 10l Kakao. Nur unsere neuen Freunde, die Bienen vom Imker aus Fischbach, schwirrten um uns herum und freuten sich über die süßen Brote. Gestochen wurden wir trotz 20-30 Bienen am „Broteschmiertisch“ im ganzen Lager nie.

Am dritten Tag folgte dann die erste große Herausforderung.
Nachts flog ein Böller, die Pänz schrieen „PR“ und die Leiter flüchteten. Wir übernahmen kurzzeitig die Aufsicht über’s Lager und das allgemeine Durcheinander in der PR-Nacht nahm seinen Lauf. Nach zwei Stunden waren alle Leiter gefangen, viele gefesselt und die neuen Leiter erklärten den kleinen was denn heut los sei.
Für die Küche war viel los, denn die neuen Leiter verlangten als Abendessen Döner und als Nachtisch Fruchtspieße mit Schokolade für alle. Dies war bereits in Köln so abgesprochen worden, allerdings bleib der Tag bis zum Schluss geheim, so dass besonders viel Arbeit bei solch einem Essen an der Küche hängen bleibt. Es mussten Blatt- und Krautsalat, Petersilie, Tomaten, 3kg Zwiebeln und 5kg Fleisch klein geschnitten und das Fleisch angebraten werden.
Außerdem mussten für den Nachtisch über 50 Fruchtspieße (lob an die Mädels die alles in mundgerechte Happen geschnitten und aufgespießt hatten und dabei auch auf ihre Finger keine Rücksicht nahmen) hergestellt werden Gemeinsam schafften wir das und es war ein super PR-Essen, auch wenn es die Spieße wegen der blöden Schokolade erst nach der Lagerrunde gab.

Auch der vierte Tag hielt eine Überraschung und eine neue Herausforderung für uns parat.
Wir hatten zwei „Wasgau“-Märkte leer gekauft. Alle Reibekuchenteigvorräte wanderten in unseren Einkaufswagen. Zusätzlich rieben wir noch 5 kg Kartoffeln in den Teig und verfeinerten ihn mit Zwiebelchen, Ei und Gewürzen. So warteten knapp 20kg Reibekuchenteig auf den Bräter und 50 hungrige Mägen auf die fertigen Rievkooche und Appelmöös.

So langsam hatten wir uns auch eingelebt. Freizeit blieb zwar weiterhin ein Fremdwort für uns, aber es war nicht mehr so hektisch wie in den ersten drei Tagen.

Abends gab es immer herzhafte Brote und Rohkost. So mussten für jedes Abendessen 2 Gurken, 3-4 Paprika, 3 Kohlrabi und eine Handvoll Möhrchen klein geschnibbelt werden.
Und natürlich alle Brote wieder geschmiert werden. So wanderten jeden Tag über 10kg Brote in die hungrigen Bäuche der Lagerbewohner.

Ein Postenlauf am Freitagnachmittag läutete dann das Wochenende ein. Wir mussten schauen, dass wir alle Lebensmittel, die wir bis Montagmittag brauchten, spätestens am Samstagmittag gekauft hatten. So sollte es den ersten Wochenendgroßeinkauf schon Freitags geben. Ein Platzregen mit großen Hagelkörnern trieb das ganze Lager unter unseren Unterstand an der Küche, wir flüchteten in unser Auto und in den trockenen Supermarkt. Als wir zwei Stunden später wieder am Platz waren, die Straßen waren mittlerweile abgetrocknet und die Sonne schien, war von unserer Küche nicht mehr viel zu sehen. Überall türmten sich Isomatten, Schlafsäcke und nasse Klamotten. Die komplette Mädchenseite mit allen Zelten wurde bei dem kurzen Schauer überschwemmt. Das Wasser floss durch die Zelte zum kleinen Bach. Wir mussten nun zwischen all den Klamotten versuchen eine warme Suppe für alle Teilnehmer zu kochen. Diese wurde dankbar angenommen. Während wir uns um das Abendessen kümmerten und arg platzbeschränkt (eigentlich war gar kein Platz mehr) die Brote schmierten, telefonierten die Leiter mit Feuerwehr, Bürgermeister und den Maltesern. Es wurde entscheiden, dass in der Nacht alle in der Sporthalle im Dorf schlafen, da noch ein weiteres Gewitter im Anzug war. So mussten wir das Abendessen in Windeseile herrichten, da für alle Pänz Busse organisiert wurden. Als alle weg waren, mussten wir noch eine Brotnotration schmieren, die später in die Turnhalle nachgeliefert wurde und alles vom Abend selber spülen.
Die Malteser aus Kaiserslautern versorgten derweil die Pänz mit Feldbetten und warmen Decken.
Am nächsten morgen war dann ebenfalls besondere Eile geboten. Das Frühstück gab es in der Turnhalle. Also Brote schmieren, in’s Auto laden und ab zur Turnhalle. Außerdem noch eine kleine Wegzehrung für alle mitnehmen, da der fast 6km lange Rückweg zu Fuß gemeistert werden musste.
So blieb es also auch nach 5 Tagen noch spannend. Am Vormittag wurden dann nach und nach die Isomatten und nassen Klamotten aus der Küche wieder abgeholt, so dass wir uns wieder einigermaßen bewegen konnten.
Mittags gab’s herzhafte Pfannkuchen mit Hackfleisch. Für viele eine unbekannte Kombination, die aber viel Begeisterung hervorrief.
In der Nacht kam dann endlich der erste, lang ersehnte Überfall.
Am Sonntag war der ebenso ersehnte Ausschlaftag mit Brunch an der Küche.
Es gab Cornflakes, Marmeladen- und Nutellabrote und Pfannkuchen mit Ahorn- und Zuckerrübensirup oder einfach nur Zimt und Zucker. So kam es, dass wir innerhalb von nur 24 Stunden über 100 Eier für Pfannkuchenteig verbrauchten.
In der zweiten Woche tauchten morgens regelmäßig die zweitältesten Mädels bei uns in der Küche auf. Sie stellten sich ihre Wecker so, dass sie vor allen anderen in Ruhe Duschen konnten. Anschließend halfen sie uns beim Abbau unserer Brotberge und schmierten fleißig Marmelade auf die Schnitten. Als Belohnung gab es frischen Kakao und Nutellabrote. Auch an dieser Stelle an Euch noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön für eure Hilfe. Egal ob Brote schmieren, Rohkost schnibbeln oder spülen – ihr habt uns immer geholfen!!

Die letzte Woche begann sowieso etwas ruhiger. Der „normale“ Zeltlageralltag gewann Oberhand über das Chaos.
In der Küche blieb aber die rege Betriebsamkeit. So wurde der Tagesausflug kurzfristig von den Leitern abgesagt – schnell musste statt Lunchpaketen ein Mittagessen gezaubert werden.
Dienstag war Leberkäsetag. Wenn’s gut läuft, dann hat man auch Glück. So stellte der ortsansässige Metzger für uns drei Leibe à 3kg frisch für uns her. Lediglich die 50 Spiegeleier brauchten ihre Zeit, aber sie waren alle perfekt gelungen – und das auf einen Schlag!
Einen weiteren Höhepunkt der Bratorgie gab es dann einen Tag später, als 185 Fischstäbchen ins heiße Fett wanderten. Die ersten Portionen wurden schon ausgeteilt, als die zweite Ladung erst in den Bräter wanderte. Aber alle haben ihr Essen bekommen.
Zwischenzeitlich war auch der Steinofen fertig geworden. Damit die harte Arbeit auch belohnt wurde, haben wir es uns nicht nehmen lassen, zum Abendessen jedem Teilnehmer eine Mini-Pizza zu backen. Zwar gab es Brandblasen und versenkte Haare, aber der Geschmack war unübertrefflich!

Der große Braten bildete dann den kulinarischen Abschluss des Lagers. Vier Stunden brauchten die 10kg überm Feuer, aber pünktlich zu Beginn des großen Festes war er fertig und das Indianerfest begann.
Der letzte Tag war vom vielen Spülen und improvisierten Kochen geprägt. Wir mussten die Küche so langsam abbauen und alles wieder verstauen. So wurde der abendliche Salat statt mit der großen Schöpfkelle mit einer Tasse ausgeschenkt. Auch gab es nicht mehr alles an Aufschnitt, da die Kühlschränke leer werden mussten.
Die letzte Nacht verbrachten wir nach der Abschlussdisco unter freien Himmel. Die Leiter hatten uns das trockene Zelt „geklaut“ und in den LKW eingepackt. So erlebten wir ein letztes Mal den großartigen Sternenhimmel.

Am Samstag waren wir dann heilfroh nach Weltjugendtag, Zeltlager und über 3,5 Wochen im Schlafsack wieder zu Hause zu sein. Aber bereits nach der ersten Dusche war die Lust aufs Weitermachen riesen groß.

Eure Küchenmutti
Anna

und der Küchenopa
Chriss

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