Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Den Stern, den sie haben aufgehen sehen

Posted by Florian Seiffert - 29. November 2011

Pfarrer Cziba mailt:

„Den Stern, den sie haben aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war“ (Mt 2,9)

Liebe Gemeindemitglieder.
Wir alle kennen diesen Bibelvers sehr gut. Drei Menschen sind unterwegs, aufgebrochen mitten aus dem Alltag heraus. Ihnen war etwas Neues aufgegangen: Der eine erkannte etwas, was er schon in den Schriften gelesen hatte, was ihm aber immer noch geheimnisvoll verschlüsselt war. Der andere konnte diese Himmelserscheinung deuten aufgrund von Bildern, die sich ihm längst eingeprägt hatten aus menschlichen Erfahrungen und die er sich aufgezeichnet hatte. Der dritte gab sich einfach dem himmlischen Ereignis hin, staunte und meditierte himmelwärts. Am Himmel und vom Himmel her ereignete sich etwas Neues, noch nicht Gesehenes, dass sie aufbrechen ließ. Wache, empfindsame und offene Menschen müssen es gewesen sein, diese drei Menschen oder wie es in der Bibel heißt, diese drei Weisen aus dem Morgenland, die das mit Aug und Herzen sahen, was der Himmel ihnen bot: Ein Weg-Zeichen, das eine Richtung vorgab, Orientierung bot für ihr Gehen und Suchen. Sie wurden einander Weg-, Glaubens- und Hoffnungsgefährten, die sich verbunden wissen im Bekenntnis: Uns ist ein Stern aufgegangen.
Aber es ist nicht sein Leuchten, das sie auf den Weg bringt. Vielmehr ist es das, wovon er kündet: Aus dem Dunkel, das zurückliegt, in ein anderes, noch unbekanntes Dunkel, das vor ihnen liegt – da hinein ist Neues geboren. Der Stern ist der Stern des neugeborenen Königs, von dem es heißt, er werde der Friedensfürst für alle Welt sein. Sein Erscheinen in der Welt verbindet Himmel und Erde – das ist die Hoffnung, die sie antreibt. Diese Hoffnung können sie nicht einfach haben. Sie müssen dafür schon aufbrechen, heraustreten aus dem Denken und Handeln, das ihr Leben bis jetzt prägte und oft genug fesselte. Es bleibt für sie ein Wagnis, dem Stern und seiner zeichenhaften Richtungsangabe zu trauen oder nicht.
Der Stern verweist nach vorne, in die Zukunft, lädt ein und fordert heraus, aufzustehen und weiterzugehen. Noch ist das Ziel nicht erreicht, der Gesuchte nicht gefunden. Aber eine Zuversicht macht sich in ihnen breit, eine Freude kommt auf. Das Zeichen, der Stern, bringt schon etwas von dem, was sie dann mit eigenen Augen sehen und erkennen werden und das sie nur stauend anbeten können. Das Zukünftige wirft nicht seine dunklen Schatten, sondern sein helles Licht voraus und erhallt ihre Ängste und ihr Bangen. Manchmal verschwindet das Zeichen hinter Wolken, die sich zwischen Himmel und erde geschoben haben, so dass sie meinen, das Ganze sei nur eine fromme Einbildung gewesen. Wie gut, dass da keiner allein ist. Und gut, dass der Stern sich wieder zeigt, sie wieder aufatmen können – er geht mit uns.

Michael Cziba

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