Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Brief – Sorge um die “Gemeinde vor Ort”

Posted by Florian Seiffert - 16. März 2014

Bei der Jahreshauptversammlung in der Flachbahn in Flittard, sprach mich Christoph Schmitz an und fragte nach dem „Brief“ und ob er im Pfarrgemeinderat schon vorgelesen worden sei. Ich sagte, dass ich nichts von einem Brief wisse und dass ich bei der letzten Vollversammlung auf Teneriffa war. Um was für einen Brief es sich handle. Er habe einen Brief geschrieben, den er über das Pfarrbüro an Sabine Grunthal habe weiterleiten lassen. Ich bat ihn, mir diesen Brief per EMail zu schicken. Heute Nachmittag bekam ich den Scan des Briefes mit 82 Unterschriften. Der besseren Lesbarkeit wegen, habe ich ihn abgeschrieben.

Köln-Flittard im Januar 2014

Sorge um die “Gemeinde vor Ort”

Mit großer Sorge und Enttäuschung erleben wir derzeit den Einbruch der “Gemeinde vor Ort” in Hubertus. Immer mehr Menschen fühlen sich in der Gemeinde nicht mehr zu Hause und nicht gleichberechtigt behandelt. Am 05.01.2014 feierte die Flittarder KG ihre traditionelle “Meß op Kölsch”, immer wieder ein sehr schönes Ereignis, das gewiss weiterhin zu unterstützen und zu pflegen ist. Man darf die Frage stellen, warum die KG mit den vielen Gästen und Plaggen-Trägern ausgerechnet in der kleinsten Kirche der Gemeinde feiern möchte. Die Kirche war jedenfalls so voll, wie die Christmette um 18:00 Uhr zu den besten Zeiten nicht. Die Erklärung ist ganz einfach: die KG fühlt sich in Hubertus zuhause, und das ist ihr gutes Recht.

Warum aber wird der Kerngemeinde vor Ort beispielsweise eine Christmette zur Kernzeit (18:00 Uhr) mit der Begründung verweigert, die Kirche sei zu klein für solche Messen. Was ist denn die Größe eines Gebäudes gegen die Menschen, die sich dort heimisch und geborgen fühlen? Gemeinde kann nur funktionieren, wenn sie vor Ort gelebt wird. Spätestens seit der Kandidatensuche im Rahmen der Wahlen zu PGR und GVO (Gemeindevertretung vor Ort) im November 2013 muss jedem klar geworden sein, was Kritiker der Fusion von 2011 vorausgesagt haben. “Die Fusion zu einer Großgemeinde führt dazu, dass wesentlich weniger Personen in der Gemeinde engagiert sein werden.” In Hubertus hat sich der größte Teil der ehemaligen GVO-Mitglieder mit der Begründung nicht mehr zur Wahl gestellt, dass sie sich im Gesamtsystem nicht akzeptiert und fair behandelt, sondern wie das fünfte Rad am Wagen fühlten. Hier muss dringend gegengesteuert werden!

Festzulegen, dass die Kirche in Hubertus zu klein für einen Gottesdienst, oder dass die Erstkommunionfeier immer in BKS stattfinden soll, sind hier kontraproduktiv.

Mit bewährten Traditionen ist schnell gebrochen. Die einzige Sakramentsprozession in Flittard an Christi Himmelfahrt wurde gestrichen, jetzt folgt die Begleitung der Erstkommunionkinder seitens der Schützen. Für viele Menschen wächst die Distanz zur Gemeinde stetig, da immer mehr Berührungspunkte wegfallen.

Da gibt es auch noch die Geburtstagsmesse der Großgemeinde, die, warum auch immer, ebenfalls nur in BKS gefeiert wird. Wir sind mit dem Zentralisierungsgedanken nicht einverstanden, wie auch die geringe Anzahl an Gottesdienstbesuchern aus Flittard und Stammheim am Neujahrstag belegen. Zur Stärkung der Gemeinde vor Ort wünschen wir auch hier ein Rotationsprinzip, nachdem der Geburtstag abwechselnd in jeder Kirche der Gemeinde gefeiert wird. Selbstverständlich sollte auch die Feier der Osternacht dem Rotationsprinzip unterworfen werden.

An dieser Stelle sollte nicht unerwähnt bleiben, dass durch den Neubau bzw. die Renovierungsarbeiten der katholischen Kindergärten in Flittard gerade die Gemeinde St.Hubertus das größte Opfer bringt. Selbstverständlich stehen die Gemeindemitglieder hinter diesem Projekt und die meisten nehmen für die gute Sache auch gerne die Einschränkungen in Kauf, die diese Arbeiten für das Gemeindeleben mit sich bringen. Die Benachteiligung bei der Verteilung der wichtigsten Messen des Jahreskreises auf die einzelnen Kirchen wird daher in Hubertus als umso ungerechter empfunden.

Glücklicherweise gibt es in Hubertus außerhalb der gewählten Gremien noch eine Reihe ehrenamtlich tätiger Gemeindemitglieder und ein Potential in einigen Gruppierungen, dass seitens des PGR scheinbar leider unerkannt oder unberücksichtigt bleibt. So besitzt Flittard beispielsweise den größten Kirchenchor weit und breit, dem aber keine Möglichkeit geboten wird, in Flittard eine festliche Christmette musikalisch zu gestalten. Auch das der Kirche nahe stehende Musikcorps ist gern bereit, eine Christmette feierlich mitzugestalten wodurch noch nicht einmal ein Organist benötigt würde. Leider besteht auch hier keine Moglichkeit. Orientierungen in Richtung anderer Gemeinden ist die logische Folge. “Ja, das muss aber doch der Pfarrgemeinderat regeln!” So lautete das Zitat von Weihbischof Manfred Melzer, als er während der Visitation im vergangenen Jahr von unserem “Luxusproblem” hörte.

Die Christmette in der Heimatkirche zu feiern, ist für viele Menschen ein dringendes Bedürfnis und eine Stärkung des persönlichen Erlebens von Gemeinde. Dass dies nicht jedes Mal gehen kann, können wir nachvollziehen. Wir wollen einfach nur gleichberechtigt behandelt werden. Die Größe des Kirchenraums darf niemals das Maß aller Dinge sein, sondern die Menschen, die vor Ort leben.

Mit großen Hoffnungen aber freundlichen Grüßen
(s. Unterschriftenliste)

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