Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

… für Frieden und Gerechtigkeit …

Posted by Florian Seiffert - 2. Januar 2015

Pfarrer Cziba bittet mich, den folgenden Beitrag zu veröffentlichen:

Köln, den 30. 12. 2014

Wir verpflichten uns, „eine Gesellschaft mitzugestalten, in der alle Religionsgemeinschaften, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, ihren unumstrittenen Platz haben“
(Kölner Friedensverpflichtung, 29.10.2006)

Aufruf
der Synagogen-Gemeinde Köln,
des katholischen Stadtdekanates Köln,
des Katholikenausschusses in der Stadt Köln,
des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region und
der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Köln
anlässlich der Kundgebung „Köln stellt sich quer“ am 5. Januar 2015 in Köln

Wir verpflichten uns, „eine Gesellschaft mitzugestalten, in der alle Religionsgemeinschaften, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, ihren unumstrittenen Platz haben“
(Kölner Friedensverpflichtung)

Als Vertreter der Synagogengemeinde Köln, des katholischen Stadtdekanates Köln, des Katholikenausschusses in der Stadt Köln, des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Köln
sehen wir mit großer Sorge, dass Demonstrationen und Kundgebungen von Gruppen wie den „Patrioten Europas gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (PEGIDA) in ganz Deutschland und auch in der Stadt Köln an Zulauf gewinnen.
Wir verurteilen die Versuche von PEGIDA, die Gesellschaft zu spalten und Muslime und ihre Religion zu verunglimpfen und auszugrenzen.
Mit Entschiedenheit treten wir dem Ansinnen entgegen, den Begriff des ‚Abendlandes‘ zu instrumentalisieren und ihn gegen eine Religionsgemeinschaft zu richten. Europa ist ohne die Wurzeln und die Vielfalt der jüdischen, christlichen und muslimischen Religion in ihren – fruchtbaren wie schmerzlichen – Beziehungen weder historisch noch gegenwärtig noch zukünftig denkbar. Europa lebt heute von der Vielfalt von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln und religiösen Bindungen.
Juden und Christen leben in dieser Stadt in friedlicher Nachbarschaft mit vielen muslimischen Gemeinden und mit Menschen aus verschiedenen Religionsgemeinschaften. Im Kölner Rat der Religionen und in verschiedenen quartiersbezogenen ‚runden Tischen der Religionen‘ werden Fragen des gemeinsamen Lebens, der kulturellen und der religiösen Verständigung im Alltag, auf der Grundlage der gemeinsamen festen Überzeugung besprochen, dass Religionen Frieden, Gerechtigkeit und Gutes wollen und bewirken. Die „Kölner Friedensverpflichtung“, die am 29. 10. 2006 im Kölner Rathaus von Vertretern der jüdischen, christlichen und muslimischen Gemeinden unterzeichnet und immer wieder erneuert und konkretisiert wurde, hält die gemeinsame Verpflichtung fest, mit aller Kraft dazu beizutragen, „dass Hass und Gewalt überwunden werden und Menschen in unserer Stadt Köln und überall auf der Welt in Frieden, Sicherheit, Gerechtigkeit und Freiheit leben können“.

In Köln als einer ‚europäischen Hauptstadt‘ schon im Mittelalter stellen wir uns in der Tradition des Humanismus und der Aufklärung, aber auch im Wissen um den Missbrauch, der von Religionen ausgehen kann, gegen jede Form der religiösen Diskriminierung und unterstreichen die menschenrechtliche Grundlage der uneingeschränkten Religionsfreiheit.
Es widerspricht unserem Verständnis des Glaubens, dass wir unser eigenes Profil gegen andere Religionen wenden. In unserem Zusammenleben machen wir die Erfahrung, dass Jüdinnen und Juden, Christinnen und Christen, Musliminnen und Muslime im Hören auf Gottes Wort, im Gebet und im Tun, in solidarischer Nachbarschaft dem Frieden in der Stadt dienen. Zu unserer jüdischen und christlichen Überzeugung gehört die Anerkennung kultureller und religiöser Vielfalt. Der innergesellschaftliche Frieden wird möglich durch den Respekt des Anderen, der Anerkennung der Vielfalt und den Dialog. Eine Stadtgesellschaft, in der Menschen unterschiedlicher kultureller Prägungen und religiöser sowie weltanschaulicher Beheimatungen Tür an Tür leben, steht vor großen Herausforderungen, die nicht durch Diffamierung und Ausgrenzung, sondern im Dialog aufzunehmen sind. Dafür stehen wir ein, dazu laden wir ein.

Abraham Lehrer, Synagogengemeinde Köln
Msgr. Robert Kleine, Stadtdechant von Köln
Hannelore Bartscherer, Vorsitzende des Katholikenausschusses in der Stadt Köln
Rolf Domning, Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region
Dr. Martin Bock, Melanchthon-Akademie Köln
Msgr. Rainer Fischer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Köln

Kurzfassung

Wir verpflichten uns, „eine Gesellschaft mitzugestalten, in der alle Religionsgemeinschaften, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, ihren unumstrittenen Platz haben“
(Kölner Friedensverpflichtung, 29.10.2006)

In Köln leben Menschen unterschiedlicher kultureller Prägungen und religiöser sowie weltanschaulicher Beheimatungen Tür an Tür. Köln steht vor großen Herausforderungen, die nicht durch Diffamierung und Ausgrenzung, sondern im Dialog aufzunehmen sind. Dafür stehen wir ein, dazu laden wir ein.
Als Vertreter der Synagogen-Gemeinde Köln, des katholischen Stadtdekanates Köln, des Katholikenausschusses in der Stadt Köln, des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Köln sehen wir mit großer Sorge, dass Demonstrationen und Kundgebungen von Gruppen wie den „Patrioten Europas gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (PEGIDA) in ganz Deutschland und auch in der Stadt Köln an Zulauf gewinnen. Wir verurteilen die Versuche von PEGIDA, die Gesellschaft zu spalten und Muslime und ihre Religion zu verunglimpfen und auszugrenzen.
Köln ist ohne die Wurzeln und die Vielfalt der jüdischen, christlichen und muslimischen Religion in ihren  – fruchtbaren wie schmerzlichen – Beziehungen weder historisch noch gegenwärtig noch zukünftig denkbar. Köln wie Europa leben von der Vielfalt von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln und religiösen Bindungen.
Wir stellen wir uns in der Tradition des Humanismus und der Aufklärung, aber auch im Wissen um den Missbrauch, der von Religionen ausgehen kann, gegen jede Form der religiösen Diskriminierung. Wir unterstreichen die menschenrechtliche Grundlage der uneingeschränkten Religionsfreiheit. Es widerspricht unserem Verständnis des Glaubens, dass wir unser eigenes Profil gegen andere Religionen wenden.
Für den Dialog stehen wir ein, dazu laden wir ein.

Abraham Lehrer, Synagogengemeinde Köln
Msgr. Robert Kleine, Stadtdechant von Köln
Hannelore Bartscherer, Vorsitzende des Katholikenausschusses in der Stadt Köln
Rolf Domning, Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region
Dr. Martin Bock, Melanchthon-Akademie Köln
Msgr. Rainer Fischer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Köln

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