Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Wer ist dieser Jesus Christus für mich?

Posted by Florian Seiffert - 2. Februar 2015

Kreuz

Kreuz

Dechant Pfarrer Michael Cziba schickt das geistliche Wort:

Liebe Gemeindemitglieder!
Wir stehen mitten in der Fastenzeit und damit vor Ostern, des höchsten Festes unseres Glaubens. Ich möchte einladen, in den verbleibenden Tagen vor Ostern einmal folgender Frage nachzugehen: Wer ist dieser Jesus Christus für mich? Welche Beziehung habe ich tatsächlich zu ihm? Welchen Platz gebe ich ihm in meinem Leben?
Jesus ist für mich ganz persönlich der Mensch, der wie kein anderer Gott nahe stand, und doch gleichzeitig Gott selbst. Er ist wie kein anderer mit Gott vertraut. Zugleich ist er ganz und gar Jesus, der Mensch. Er hat sich eingelassen auf dieses Leben mit Haut und Haar. Und er hat diese Leidenschaft für uns Menschen bei der Auferstehung nicht am Kreuz hängen lassen. Darum bleibt er auch jetzt für mich der Jesus von Nazareth, der mit den Menschen fühlt. Manchmal nenne ich ihn Herr, weil ich glaube, dass er mir einiges voraus hat. Wie viel kann ich von ihm lernen, was er uns vorgelebt hat! Aber ich gebe auch zu, ich will gar nicht immer von ihm lernen. In zuviel Demut hat mir die Kirche diesen Jesus eingewickelt. Und ich kenne zu viele Menschen, die sich vor lauter christlicher Demut darin verstrickt haben, sich nichts mehr zutrauen zu können. Manchmal gehöre ich auch dazu, viel öfter als mir lieb ist.
Aber Christus ist nicht groß, weil er die Menschen klein hält. Mit ihm, dem Bruder, im Gespräch bleiben, mich von seinem Wort führen lassen, das tue ich leider viel seltener, als ich das eigentlich möchte. Aber Christus herrscht mich nicht an. Er lädt mich immer wieder ein. Immer neu kann ich mich darum bemühen, dass er in meinem Leben Platz findet – oder seinen Platz behält. In den Evangelien begegne ich dem Menschensohn, der keine Scheu hat, sich mit den bedürftigen Menschen auf eine Stufe zu stellen. Heute würde er sich vielleicht zu denen setzen, die auf den Fluren der Job-Zentren, der Übergangsheime, der Flüchtlingsheime sitzen und ausharren. Er würde sich in denen erkennen, die vor dem Prüfungsausschuss um ihre Anerkennung als Asylbewerber zittern. Er würde sich sehen in der Frau im Altenheim, für die die eigenen Kinder keine Zeit mehr haben. Wenn wir Ostern feiern, sollten wir nicht nur an den Auferstandenen denken und an seine Herrlichkeit, sondern uns ganz bewusst sein Wort und vor allem sein Handeln in Erinnerung rufen. Wer Jesus für uns ist, muss letztlich jeder für sich selbst beantworten. Danken wir ihm für die Möglichkeit, dass wir die Möglichkeit haben als seine Schwestern und Brüder in der Welt von heute zu leben und zu wirken.

Ihnen allen ein gesegnetes und vor allem glaubensstärkendes Osterfest.
Dechant Pfarrer Michael Cziba

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