Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Hermann Gottfried? Gut gemacht!

Posted by Florian Seiffert - 11. Mai 2015

Der Maler Hermann Gottfried ist gestorben!

Apsis St.Hubertus Köln Flittard

Apsis St.Hubertus Köln Flittard


In der Kirchenzeitung lese ich, dass der Glasmaler und Künstler Hermann Gottfried vor einiger Zeit gestorben ist. In der Wikipedia finde ich, das Todesdatum: 02.04.2015. RIP.

Hermann Gottfried hat 1976/77 meine Kirche St.Hubertus mit großflächigen Wandmalereien und Glasfenstern neu gestaltet. Ich erinnere mich, dass das im Pfarrgemeinderat (PGR) und Kirchenvorstand (KV) eine wilde Debatte seinerzeit war. Meine Mutter war damals im PGR und berichtet (meist kopfschüttelnd).
Dann irgendwann 1977 war es soweit und die heiligen Messen wurden aus dem Pfarrheim wieder in die Kirche verlegt. Sehr stolz präsentierte Pfarrer Fritz Frank die neue Ausmalung, die er theologisch gestaltet hatte. Auch den „heiligen Fritz“ ließ er in der Apsis rechts verewigen.
Tja und dann kam die Enttäuschung für ihn. Man hörte nur Kritik: Die Augen, die dunkel gestaltet sind und ’nach innen sehen‘, seien Totenköpfe und überhaupt … Es wurde (vielleicht wie es Hubertaner gerne tun?) praktisch nur geschimpft. Ich hörte niemanden, der mal sagt: „Interessant!“, „Wunderbar!“ oder „mir gefällt das!“.
Ich war etwas verwundert und bin es bis heute. Mir gefällt diese Ausmalung. Ich schaue gerne auf diese Figuren mit den ausdrucksstarken Augen, die direkt in mich hineinblicken. Der Jesus hoch in der Apsis ist für mich ganz wunderbar. Ich schaue ihn sehr gerne an, wenn ich bete. Er hat mir sogar schon zugekniept. Ich bin ganz sicher!
Mir hat auch Fritz immer leid getan. Ich bin sicher, dass viel von seinem Herzblut an dieser Ausmalung und Gestaltung hängt. Und da ist doch schwer, wenn die laute Mehrheit das Werk ablehnt und man die stille Minderheit vielleicht nicht hört.

Auch an anderen Stellen bin ich bei einer Radtour oder in Jerusalem (Dormitioabtei) auf Kunst von Maler Gottfried gestoßen. Jedesmal sagte einer: Könnt ihr haben, nehmt es mit. Uns gefällt es nicht …

Ich glaube und hoffe, dass Hermann Gottfried jetzt im Himmel in das Herz des ein oder anderen Menschen sehen darf und da geschrieben findet:
Hermann Gottfried? Gut gemacht!

Florian Seiffert

Siehe auch:

3 Antworten to “Hermann Gottfried? Gut gemacht!”

  1. Ingrid Lammich said

    Auch ich wünsche dem Künstler, dass seine Kunst irgendwo – vielleicht jetzt – gewürdigt wird. Ich denke schon, dass er sich bei seinen Malereien etwas gedacht hat. Doch wie das so ist bei „Kunst“ nicht jeder sieht das, was er eigentlich darin sehen sollte oder müßte. – Lieber Florian, Dir gefällt es, und es ist sicher gut, dass das auch mal einer ausspricht… ich will mich nicht zu gefallen oder nicht gefallen äußern, denn es ist gut, dass Geschmäcker verschieden sind. Ich habe bei den Malereien ein ganz eigentümliches Gefühl und glaube, als Kind hätte ich vor den Gestalten mit den schwarzen Augenhöhlen Angst gehabt. Ein ähnliches Gefühl beschleicht mich auch heute noch jedes Mal, – solange noch niemand am Altar ist. Bedrückend -so, als ob ich nur mit einem schlechten Gewissen rum laufe würde…. wie gesagt „Kunst“… vielleicht hat der Künstler ja dem Betrachter wirklich dieses „unangenehme“ Gefühl vermitteln wollen – ich weiß es nicht! Ich kanns nicht leugnen, dass ich mich in einer „frohen“ Kirche wohler fühle. Doch sobald die Messe beginnt, sind die dunklen Gedanken weg!

  2. Rudolf Bauschen said

    2. Rudolf Bauschen sagt:
    Seite Monaten habe ich mit einem Freundeskreis einen Besuch in St. Hubertus für den 19. Juni 2015 um 10 Uhr geplant. Mit der Pfarre ist alles abgesprochen. Jeder Teilnehmer hat zu diesem Besuch ein Logbuch bekommen.
    Wir werden unseren Besuch mit einer kurzen Meditation zum Tode von Hermann Gottfried beginnen.
    Da wir von 1983 auch in Sankt Stephanus Leverkusen – Bürrig den Chorraum und die Decke viele Gemälde von Hermann Gottfried besitzen, kann ich Sie, Herr Seiffert, gut verstehen. Den Pfarrer, der diese Bilder mitgestaltet hat, habe ich kennengelernt. Sie haben es gut gesagt: Hermann Gottfried? Gut gemacht.! Kunst muß uns ansprechen, um uns so zum Denken zu bringen. Sie darf auch ’schön‘ sein; aber sie muß nicht immer schön sein.
    Bei Hermann Gottfried jedoch erlebe ich, daß er Schönes geschaffen hat, welches auch noch zum Denken anregt. Ich denke z.B. an den Kreuzweg, Station XIII, in St. Hubertus Flittard: die Mutter / die Freundin (?) hält den Toten in den Armen;
    oder in Leverkusen – Bürrig: der Soldat reicht einem feindlichen Soldaten seine Feldflasche. Wir können dankbar sein, daß es Hermann Gottfried gab und in seinen Werken noch gibt!

  3. Ludger Schmitz said

    Habe gerade mit Schülern das Pfingstfenster in St. Norbert in Garath von Hermann Gottfried studiert. Wir waren ergriffen. Wir waren uns nicht einig. Trotzdem waren wir berührt. Ich werde mich auf den Weg machen, die vielen Fenster in St. Norbert besser zu verstehen. Ludger Schmitz, Lehrer an einer Montessori-Schule in Düsseldorf-Garath.

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