Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Geistlicher Impuls zum 25. Sonntag im Jahreskreis

Posted by michaelcziba - 21. September 2017

Liebe Gemeindemitglieder, die heutige Bibelstelle (Mt 20,1-16a) wird heutzutage gerne im Sinne der sozialen Gerechtigkeit gedeutet. Aber das eigentlich am Thema dieses Gleichnisses vorbei. Es geht hier nicht so sehr um die Arbeiter, sondern um den Arbeitgeber. Die Arbeiter verhalten sich so, wie man es erwartete. Die wahrscheinlich im etwas ruppigen Ton vorgetragene Beschwerde – es fehlt ja die Anrede an den Gutsherren – kann uns nicht überraschend. Eher dagegen die Reaktion des Gutsbesitzers. Er redet den Beschwerdeführer ruhig an. „Mein Freund“ sagt er zu ihm; und das ist keineswegs ironisch gemeint. Jesus hat das Gleichnis denen erzählt, die sich immer wieder darüber ärgerten, dass er den Zöllnern und Sündern den vollen Lohn des Himmels verheißen, als diese ihn um sein Erbarmen baten. Auch wir fragen: Ist das gerecht? Was haben jene von ihrer Anstrengung, die sich ihr Leben lang bemüht haben, das Böse zu meiden und das Gute zu tun? Abgesehen davon, dass das wohl niemanden so ganz gelingt, sollte sich keiner von uns vorschnell zu denen rechnen, die „den ganzen Tag, die Last der Hitze und der Arbeit ertragen“ haben. Den meisten von uns kann es doch nur recht sein, wenn Gott so gut ist, dass er uns den ewigen Lohn auch dann gewährt, wenn wir erst spät in seinen Weinberg gelangen. Das ist nun allerdings alles andere als eine Aufforderung zur sorglosen Verschiebung der eigenen Bekehrung auf das Alter. Wer weiß schon, wie spät es für ihn ist? Ob die Arbeitssuchenden Männer auf dem Markt wohl auch am Abend den vollen Lohn erhalten hätten, wenn sie gesagt hätten: „Ja, ja wir kommen schon. Aber du hast bestimmt Verständnis für, wenn wir noch ein bisschen in der Sonne sitzen. Kurz vor Feierabend sind wir dann da.“ Ich glaube: Wer am Abend der Gerechtigkeit des Reiches Gottes erfahren will, der muss schon deutlich machen, das er sich wenigstens auf den Weg macht in den Weinberg des Herrn, vor allem dann wenn er gerufen wird – ganz gleich zu welcher Stunde. (Pfr. Michael Cziba)

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