Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Der Pfarrgemeinderat berichtet: Konzept 2035 – Pastorale Bewertung

Posted by Florian Seiffert - 16. Januar 2018

Ich schreibe einen ENTWURF für die ‚Pastorale Bewerung‘ der Standorte. Das war ja unsere Hausaufgabe gewesen.

Beim 1. JourFixe zur Pastoral- und Gebäudeplanung St.Hubertus und Mariä Geburt am 14.11.2017 wurden zur Pastorale Bewerung der Standorte folgende Fragen gestellt.
Die Fragen sind z.T. im Konzept 2035
https://pfarrgemeinderat.wordpress.com/2015/11/19/konzept-2035/ angerissen oder auch beantwortet.

Frage 1: Wie unterscheiden sich die vorhandenen 5 Standorte in pastoraler Sicht voneinander. Welche pastoralen Stärken, Schwerpunkte und Chancen besitzt der jeweilige Standort im Vergleich zu den anderen Standorten?

Die pastoralen Stärken, Schwerpunkte und Chancen der Standorte St.Bruder Klaus, St.Pius X., St.Mariä Geburt und St.Hubertus sind ähnlich. In allen Kirchorten leben Menschen, die an ihrem Kirchturm ‚hängen‘, die mit Gottesdiensten, ein, zwei Räumen für kirchliche Veranstaltungen und ‚ihrem‘ Priester versorgt sein wollen. In allen Kirchorten leben auch (jung (gebliebene)) Menschen, die bereit sind den Aufbruch zu wagen und neue Wege und auch weitere Wege (Fahrrad, Auto) zu gehen, um ihre pastoralen Bedürfnisse befriedigt zu bekommen.

In St.Pius X. gibt es durch den Zuzug junger Familien mehr junge Menschen, als in den ‚alten‘ Standorten in St.Hubertus und St.Mariä Geburt, die meist über den Kindergarten bzw. das Familienzentrum den Erstkontakt zur Gemeinde herstellen. Das ist sicher eine Stärke von St.Piux X.

In St.Mariä Geburt und St.Hubertus ist das Vereinsleben stark ausgeprägt. Über Vereine lassen sich schnell Mensch erreichen und informieren. Das sind Stärken dieser Gemeindeteile.

Frage 2: Welche pastoralen und räumlichen Mindeststrukturen sollten am jeweiligen Standort verbleiben?

Es wäre für alle Menschen schön, wenn an ihrem Kirchturm weiter ein Gottesdienst am Wochenende stattfinden könnte. Im Konzept 2035 sind zwei zentrale Gottesdienste am neuen Gemeindezemtrum vorgesehen – und soweit möglich auch an den alten Kirchen St.Hubertus und St.Mariä Geburt. Es wird von der Personalsituation abhängen, was davon ohne Stress für die Seelsorger möglich ist. Die Akzeptanz für fehlende Gottesdienste am eigenen Standort (St.Johannes, St.Pius X.), wird von der Einsicht in das Unabänderliche und ein Gefühl für ‚ich/mein Kirchturm wurde nicht ungerecht behandelt‘ abhängen.

Wenn es nach dem zweiten Weltkrieg schon die heutige Gemeinde gegeben hätte und es wäre nur eine Kirche übrig geblieben, hätten alle Gemeindemitglieder ohne Frage diese Kirche als ihr Gemeindezentrum und zentralen Gottesdienstraum akzeptiert. (Einsicht in das Unabänderliche). Ein Standort für ein neues Gemeindezentrum und neue Kirche an einem der alten Standorte würde von allen anderen Standorten als ungerecht empfunden (warum die? warum nicht wir?) Der Gewinnerstandort wäre empfundene SIEGER, alle anderen (empfundene) VERLIERER.

Eine weitere Mindeststruktur sollte ein (kleiner) Versammlungsraum pro Kirchturm sein. Wenn möglich sollte die Möglichkeit bestehen, dort auch Kaffee zu kochen. Sitzungen der Gemeindevertretungen oder Frühstück nach dem Gottesdienst sollten dort möglich sein.

Frage 3: Welche pastoralen Notwendigkeiten und Chancen ergeben sich aus dem Vorhandensein des sozialen Milieus am Standort St.Johannes für die Gemeinde? Was bedeutet “Mission“ an diesem Ort und bei dieser Bevölkerungsstruktur? Was können wir uns für die verschiedenen Zielgruppen an diesem Standort (über das Bestehende hinaus) pastoral und räumlich vorstellen?

Ehrlich gesagt ist Mission schwierig. Mit der schwindenden Zahl an ehrenamtlichen Kräften (siehe PGR-Wahl 2017: Mit Mühe 10 Kandidaten für 10 Plätze), sind wir z.Zt. froh, wenn wir die wesentlichen Säulen der Gemeindearbeit fortführen können. Der Visionsausschuss des PGR (wo Mission ja integriert ist) hatte in der letzten Wahlperiode kaum Zeit und Möglichkeiten eine St.Johannes-Mission ins Auge zu fassen.

Wenn man Mission so auffasst, dass man die Menschen zunächst mit dem lebensnotwendigen Materialien versorgt, um dann vielleicht ins Gespräch über Gott und die Welt zu kommen, steht ein dickes Bein in dieser Richtung mit dem Stadtteilbüro und der Essensausgabe in St.Johannes.

Vorstellbar ist natürlich immer eine Stärkung der Aktivitäten in den Stadtteilen mit sozialem Brennpunkt. Besonders wertvoll sind da natürlich Hauptamtliche, die mehr (Dienst)Zeit mitbringen können, als EhrenamtlerInnen. Aber auch EhrenamtlerInnen lassen sich gewinnen, wenn man mit kleinen Projekten (Hilfe bei der Essensausgabe) anfängt.

JA, die Pfarrei würde gerne mehr tun (können). Es ist hauptsächlich die Frage, wie man ArbeiterInnen im Weinberg Gottes in der heutigen Zeit gewinnt!

Frage 4: Jugendlichen soll insbesondere in ihrer Orientierungsphase eine besondere Aufmerksamkeit zuteil werden. Welche pastoralen Visionen, die ggf. auch über die bestehenden Jugendgruppenstrukturen hinausgehen, kötten wir uns hier vorstellen? Wie und an welchem Ort ließen sich diese am besten realisieren?

Die Arbeit mit Jugendlichen ist in sofern leichter, als sie flexibel und mobil sind. Veranstaltungen im neuen Gemeindezentrum werden von allen Jugendlichen der Pfarrei besucht werden. Das Argument: Das ist mir zu weit, da gelange ich nicht hin, entfällt für Jugendliche, die heute schon mit weiteren Wegen aufwachsen. Dazu wird es die Internetaffinität der Jugend leichter machen, sie über soziale Medien der Pfarrei anzusprechen, einzuladen und mit Pastoral ‚zu versorgen‘.

Eine Jugendvision ist somit leicht: Jugend wird von Haupt- und Ehrenamtlern jugend(sprach)gerecht über soziale Medien und Veranstaltungen im neuen Gemeindezentrum erreicht und betreut. Über Veranstaltungen, die ‚anders‘ sind, als ihre gewohnten Aktivitäten, werden sie gut erreichbar sein. Z.B. Rorate Messen, Tageszeitenliturgie in dunklem (ruhigen) Kirchraum nur mit Kerzen, MessdienerInnen-Arbeit, Wochenenden, Ferienfreizeiten, …

Florian Seiffert
16.01.2018

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