Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Erinnerung an Pfarrer Hans-Otto Bussalb

Posted by Florian Seiffert - 26. Januar 2018

Pfarrer Bussalb

Pfarrer Bussalb am 03.03.2007

Ich möchte heute, am Todestage von Pfarrer Hans-Otto Bussalb, eine Erinnerung an ihn hervorholen und Sie alle ermutigen, auch Geschichten und Erinnerungen an Pfarrer Bussalb zu Papier zu bringen oder als Kommentar hier anzuhängen. Es gibt so viele Geschichten und Erinnerungen an ihn und als Hobby-Archivar, finde ich es wichtig, dass sie nicht verloren gehen.
Ich hatte die Ehre und das Vergnügen, die Rede auf seinem 40.ten Prieserjubiläum am 03.03.2007 halten zu dürfen. Ich denke, sie fasst es immer noch gut zusammen.

Einige regen sich auf, andere sagen, er sei erfrischend!

Rede von Florian Seiffert / Pfarrgemeinderat zum 40.ten Weihejubiläum von
Pfarrer Hans-Otto Bussalb.

Hochwürdiger, lieber Pfarrer Bussalb,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde!

Lieber Pfarrer Bussalb, am Montag dem 1. Juli 1940, als Sie in Waldbröl im Oberbergischen zur Welt kamen, wurde in unseren Kirchen vor dem Evangelium gerufen:

Halleluja. Halleluja.
Wenn ihr heute seine Stimme hört,
verhärtet nicht euer Herz!
Halleluja.

Im Evangelium nach Matthäus wurde es dann noch präzieser (Mt 8,18-22):

… Da kam ein Schriftgelehrter zu ihm und sagte: Meister, ich will dir folgen, wohin du auch gehst. …

Der Heilige Geist hat Sie – zu unserer heutige großen Freude – so geführt, dass diese Sätze für Sie persönlich Gültigkeit bekamen. Sie waren gerade mal 26 Jahre alt, als Kardinal Joseph Frings Sie am Freitag, den 27. Januar 1967 zum Priester weihte.

Die erste Lesung bei Ihrer Priesterweihe war dem Hebräerbrief (Hebr 10, 32-39) entnommen und enthielt die Worte:

Ihr seid vor aller Welt beschimpft und gequält worden, … da ihr wusstet, dass ihr einen besseren Besitz habt, der euch bleibt. Werft also eure Zuversicht nicht weg, die großen Lohn mit sich bringt. Was ihr braucht, ist Ausdauer, damit ihr den Willen Gottes erfüllen könnt und so das verheißene Gut erlangt.

Sie und der Heilige Geist sind daraufhin zusammen einen weiten Weg gegangen, der Sie vor knapp 8 Jahren – zu unserer heutigen großen Freude — in unseren Pfarrverband geführt hat.
Seit dieser Zeit gibt es plötzlich Jüngerinnen und Jünger, die aus Bechern trinken, hört man das ein- oder andere Gebet nicht mehr, weil Sie leise beten, fällt schon mal ein Titel weg …, gibt es deswegen hier und da lebhafte Debatten, Schreiben und Tonaufnahmen bei Haupt- und Ehrenamtlichen.
In einer Mail aus dem Jahre 2002 an mich heißt es dann: „Einige regen sich auf, andere sagen, er sei erfrischend! Jedenfalls führt das zu einer Polarisierung der Gemeinde.“

In einem Schreiben zum Weggang von Pfarrer Fritz Frank schrieben die Flittarder Pfarrgemeinderäte im April 2002 an Kardinal Meisner über Sie:

„Er wohnt noch nicht sehr lange hier, ist aber als Subsidiar sehr geschätzt und beliebt. Er fühlt sich hier offensichtlich wohl. Aufgrund seiner ausgeprägten Individualität, die im Nahbereich hier und da auch Schwierigkeiten bereitet, polarisiert er, was wir aber auch nicht missen möchten.“

Ich möchte Ihnen heute den Dank und die Anerkennung der Gemeinden des Pfarrverbands Flittard Stammheim und Bruder Klaus überbringen. Wir danken für Ihre Werke, für Ihren Einsatz, für Ihre Hoffnung, für Ihre Liebe und besonders für Ihre Gebete in den 14.645 Tagen seit Ihrer Weihe. Wir danken Ihnen auch für diese schöne Feier heute!
Ich persönlich finde es wichtig, dass Sie nicht rundgeschliffen und angepaßt sind, sondern, dass Sie auch polarisieren, aufwecken, nachdenklich machen, bewegen, erfreuen und auch ärgern!
Jesus Christus hat Petrus doch nicht zum Sofakissen, sondern zum Eckstein gemacht. Ein Eckstein steht im Weg, scheidet Wege, ist schwierig, zwingt zur Beachtung, polarisiert!

Bezogen auf Ihr heutiges schönes Fest möchte ich uns allen mit einem Zitat aus dem Tagesgebet vom Tage Ihrer Priesterweihe sagen:


Gott.
Du hast uns zu dieser Feier eingeladen.
Du sagst uns dein rettendes Wort
und reichst uns das Leben spendende Brot.
Mach uns fähig, weiterzugeben,
was wir in deinen Gaben empfangen.

Für die Zukunft im Pfarrverband wünsche ich Ihnen und uns einen langen, weiten, guten und gemeinsamen Weg unter dem Schutz des Heiligen Geistes vielleicht unter dem Motto:

Wenn ihr heute seine Stimme hört, verhärtet nicht euer Herz! Halleluja!!

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6 Antworten to “Erinnerung an Pfarrer Hans-Otto Bussalb”

  1. andreaginsberg said

    Als ich im September 2011 im Lichtblick-Café + mehr anfing, war Pfarrer Bussalb dort noch ein paar Jahre lang regelmäßig Gast. Einer, der zu seinem Frühstück stets eine ganze Kanne Tee nahm. Einer, der auch öfters Bücher bestellte. Einer, der lange Zeit mit Tee und Zeitung am Tisch verbringen konnte. Einer, der sich selber zu genügen schien. Ein ganz ruhiger Gast. Und doch fiel sein Fehlen auf, als die Gesundheit die regelmäßigen Café-Besuche nicht mehr zuließen.
    Andrea Ginsberg

  2. Norbert Gröger said

    Pfarrer Bussalb war stets, bis er es körperlich nicht mehr konnte, bei Aufbau des Pfarrfestes in St. Pius X. mit viel Tatkraft dabei. Den anschließenden Ausklang genoss er auch immer bei einem Glas Bier. Bei den anschließenden Pfarrfest kam er dann immer mit seiner Orgel, und trug so auf seine Art zum gelingen des Pfarrfestes bei.

  3. Rita Mertens said

    Vor ein paar Jahren sollte unser Sohn als Schulaufgabe seine Pfarrei vorstellen. Erforderlich waren auch Interviews mit den Priestern.
    Auf seine Bitte hin war auch Pfarrer Bussalb bereit dazu. Am Nachmittag kam er zu uns nach Hause und beantwortete geduldig die Fragen meines Sohnes. Darüber hinaus entwickelte sich ein sehr interessantes Gespräch u. a. über sein ereignisreiches Leben, seine Gewohnheiten und natürlich seinen beruflichen Werdegang. An diesem Nachmittag lernten wir ihn von einer anderen Seite kennen. Auch seine manchmal provozierenden Predigten kamen zur Sprache und er schien sich darüber zu freuen, dass sie mich öfter schon zum Nachdenken angeregt hatten. Seit diesem Besuch, der länger dauerte als erwartet, sah ich ihn mit ganz anderen Augen.

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