Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Geistlicher Impuls für den 10. Sonntag im Jahreskreis

Posted by michaelcziba - 6. Juni 2018

Liebe Gemeindemitglieder. Manchmal ist Jesus einfach ein Familienmensch. Das kann man so festhalten, obwohl er gerade im heutigen Evangelium seine eigene Familie in Frage stellt: Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder? Nur die leiblichen (auch wenn die Theologen über leibliche Geschwister sehr unterschiedlicher Meinung sind) oder auch andere? Eigentlich eine schöne Frage, die man wohl eher stellt, wenn man auch leibliche Geschwister hat. Und dies kann man aus den Evangelien schon schließen, wenn es auch nicht in das Jesusbild aller Christen passt. Aber die Bibel spricht von seinem Bruder Jakobus, der ja auch später der Leiter der Gemeinde in Jerusalem wurde. Aber wie dem auch sei, ich persönlich halte es schon für wahrscheinlich, dass Jesus Geschwister und Verwandte hatte – wie es damals in den Großfamilien üblich war – und dadurch auch sein Verständnis des menschlichen Zusammenlebens beeinflusst wurde. Denn es gehört zwingend zur Verkündigung Jesu: Nehmt einander an, so wie Gott euch geschaffen hat. Und so kann doch nur ein Mensch sprechen, der in einer Familie aufgewachsen ist. Denn Freunde sucht man sich aus, Familie hat man. Jesus setzt sich an vielen Stellen dafür ein, dass man die Familie nicht aufgeben darf. Und das ist gerade heute, wo Familien viel kleiner und überschaubarer werden von besonderer Bedeutung. Aber Jesus öffnet eben die Familie nicht nur auf den leiblichen Bereich, sondern eben auf den Bereich aller Menschen, die an Gott glauben. Denn wir alle sind Schwestern und Brüder durch unsere Taufe, in der wir Kinder Gottes geworden sind. Aber dann ist da noch etwas anderes in den Versen. Jesus, der Familienmensch, muss sich verteidigen. Man dichtet ihm einen bösen Geist an. Und das macht man doch ganz gerne mit Menschen, die einem im Wege stehen oder von denen man Böses erlebt haben will. Die sind nicht ganz dicht, wird dann gerne gesagt. Selbst in der eigenen Familie sagt man das und wendet sich mit dieser Begründung voneinander ab. Jesus wehrt sich dagegen, wie er sich so oft wehren muss und schafft ein großartiges Bild: Familien, auch Glaubensfamilien, haben nur Bestand, wenn sie sich einig sind. Aber einig – Gott sei’s geklagt – sind sich die christlichen Kirchen, ist sich die katholische Kirche bis hinunter in die Gemeinde nicht wirklich. Aber man könnte es werden: Einig.

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