Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Geistlicher Impuls zum 24. Sonntag im Jahreskreis

Posted by michaelcziba - 12. September 2018

Liebe Gemeindemitglieder. „Für wen hälst du mich eigentlich?“ Wenn uns so ein Satz, so eine Frage entgegen geschleudert wird, wissen wir: Da war eine Erwartung an uns falsch, eine Hoffnung trügerisch, eine Idee nicht umsetzbar. Da heißt es, ganz schnell versöhnliche Töne anzuschlagen, um ein zorniges Gegenüber zu besänftigen. Jesus hat so natürlich nicht gefragt. Aber wieso fragt er denn eigentlich? Ist es ihm so wichtig, was die anderen von ihm denken? Offenbar nicht – entscheidend ist, was die Jünger denken. Denn das ist genauso falsch wie die Vorstellung, die sich die Menschen machen. Die Hoffnung des Petrus auf einen kämpferischen Messias und die grausame Realität, die Jesus ankündigt – das muss Ärger geben. Jesus ist nämlich der Anti-Held, und er ist es für viele Menschen heute noch. Ein Opfer, ein schwacher Typ, eine weinerliche Gestalt, über die man sich lustig machen kann, ohne etwas zu riskieren. Gotteskrieger kriegen hier keinen Auftrag. So behutsam wie ein Liebender, so hilflos wie ein gewaltloser Kämpfer, so unauffällig wie ein stiller Beter – so ist der Menschensohn. Das ist das, was Gott von ihm, und damit auch von uns, will. Und Jesus macht mit. Nur so Retter man die Welt – damals wie heute. Es liegt an uns – einzig an uns selbst den ersten Schritt zu tun und zu fordern.

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