Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Der Pfarrgemeinderat berichtet: Zukunft von St.Pius X. – Update

Posted by Florian Seiffert - 24. Oktober 2018

Dreiecksgespräch

Dreiecksgespräch


Am 23.10.2018 trafen sich in St.Pius X. Vertreterinnen von Kirchenvorstand, Pfarrgemeinderat, zwei Vertreterinnen vom Generalvikariat, die drei Vorstandsmitglieder der syrisch-orthodoxen Gemeinde in Köln und Frau und Herr Prof. Schürmann – Schwiegertochter und Sohn des Erbauers von St.Pius X., Prof. Joachim Schürmann.

Es geht um ein Kennenlernen und um die Klärung, können wir einen weiteren Schritt tun, hin zur Übernahme von St.Pius X. durch die syrisch-orthodoxen Christen.

Die syrisch-orthodoxe Gemeinde sucht eine neue Heimat. Das klappt mit St.Pius X. nur, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Da sind Pfarrsaalgröße (ca. 220 Plätze), Altarumbau, evtl. Taufsteinumbau, Beleuchtung in der Kirche, … . Dazu soll die neue Heimat nicht nur für 10 Jahre Heimat sein, sondern am besten bis zum jüngsten Gericht (es folgt eine kleine Debatte, wann das denn wohl sein könnte :-). Die Sicherung der Investition ist wichtig – man möchte nicht einen (vielleicht) fünf- oder sechsstelligen Betrag in die Gebäude investieren und nach ein paar Jahren wieder auf der Straße stehen und erneut suchen müssen.

Prof. Schürmann und Frau sind gerne bereit, St.Pius X. baulich weiterzuentwickeln und sich dazu mit uns allen auf den Weg zu machen. Es könnte ein Musterbeispiel des gegenseitigen Helfens zweier Glaubensgemeinschaften in der heutiger Zeit werden und ein Weitertragen alter Ideen aus den 60er-Jaren in die Zukunft auf hohem Niveau.

Das Generalvikariat (GV) macht deutlich, dass ein Verkauf von Kirche und Grundstück von St.Pius X. nicht genehmigungsfähig ist. Es geht aber eine langfristiger Vertrag über die Nutzung bzw. ein Erbpachtvertrag z.B. über 99 Jahre. Festgeschrieben werden müsste so etwas wie: Die Kirche mit Grundstück fiele bei Auflösung an unsere Gemeinde zurück, kein Bau z.B. eines Supermarkes oder Kinos etc. … Übernahme der Verantwortung für Dach und Fach durch die syrisch-orthodoxe Gemeinde.

Kirchenvorstand (KV) und Pfarrgemeinderat (PGR) machen deutlich, dass sie den Erhalt von St.Pius X. als Gottesdienstraum und als Kirchengebäude im Ort sehr gerne sehen. Eine (gelegentliche?) Mitnutzung der Kirche für katholische Messen würde uns freuen. Eine Mitnutzung des Pfarrsaals in der Woche wäre super. Wir werden alles tun, damit das Dreieck aus Architekten Schürmann, syrisch-orthodoxer Gemeinde und der Kirche von Köln (GV, KV, PGR) zu einer gute Lösung findet.

Prof. Schürmann und Frau werden die syrisch-orthodoxe Gemeinde ‚Am Kloster zum guten Hirten‘ besuchen und sich ein Bild machen von Kirchenraum, Altaraufbau, Beleuchtung etc. und beide Seiten möchten das heutige Kennenlernen vertiefen.
Die syrisch-orthodoxe Gemeinde wird zeitnah eine Liste der Bedarfe an Prof. Schürmann und Frau schicken. Welche Raumgrößen werden gebraucht, wie muss ein Altar aussehen, …
Der KV überlegt, ob eine Planungsgenehmigung beim GV beantragt werden kann, um Prof. Schürmann zu beauftragen, eine Planungsskizze aus den Bedarfen der syrisch-orthodoxe Gemeinde zu entwickeln, der die syrisch-orthodoxe Gemeinde (bzw. deren Priester oder Bischof) zustimmen und die bei der Denkmalschutzbehörde in Köln vorgelegt werden kann.

Dann können vielleicht die Rädchen so ineinander greifen, dass am Ende St.Pius X. umgebaut im Eigentum der syrisch-orthodoxen Gemeinde ist, das GV und der Denkmalschutz zugestimmt haben und auch Familie Schürmann als Urheber weiter Freude an diesem Kirchenbau und Denkmal hat.

Ich hatte nach dem ersten Besuch der Glaubensgeschwister der syrisch-orthodoxen Gemeinde am 13.5.2018 schon ein gutes Gefühl. Für das Gespräch heute war ich ein bisschen in Sorge.
Ich wusste einfach nicht, ob und wie sich syrisch-orthodoxe Gemeinde und die Architekten Schürmann aufeinander zu oder von einander weg bewegen würden.
Meine Sorgen wurden zerstreut, das Gespräch war geprägt von Freundlichkeit und dem Wunsch eine Lösung hinzubekommen. Klar wurde, dass es keine festen Rezepte geben kann. Wunschlisten können nicht vorgelegt und abgehakt werden. Wenn hier etwas „gekocht“ wird, muss das Rezept zusammen entwickelt werden. Ich denke aber, dass sich beide Seiten hier kompromissfähig und respektvoll gezeigt haben. Ich bin zuversichtlich, das ein Miteinander gelingen kann. Ich finde es großartig, wenn wir als katholischen Christen unseren aramäischen Geschwistern helfen können und dabei noch dadurch profitieren, dass die Kirche St.Pius X. ein Gotteshaus und für uns mitbenutzbar bleibt. Besser geht es doch garnicht!

Ein Fragezeichen bleibt der Denkmalschutz. Der war bisher noch nicht beteiligt. Es wäre wohl Auftrag des Architekten, die nötigen Schritte zur Klärung mit dem Denkmalschutz einzuleiten. Ich lerne, dass Denkmalschutz nicht nur das sichtbare Äußere betrifft, sondern auch die innere Logik des Gebäudes. Man will mit dem Denkmal auch zeigen, wie waren die Lebensumstände 1960 und wie baute man damals. Eine Fortentwicklung muss dem Rechnung tragen.

Ist damit St.Pius X. verkauft? Haben wir bald nur noch drei Kirchen in der Gemeinde?
NEIN! Es ist weiterhin alles Planung und Wunsch, noch ist nichts unter Dach und Fach. Es ist nichts unterschrieben und fest. Es kann auch noch anders kommen.
Auf dem Weg zur Abgabe von St.Pius X. sind wir EINEN SCHRITT weiter, aber der Weg ist noch lang und viele Schritte müssen folgen. Ich hoffe, wir gehen den Weg gemeinsam und geschwisterlich zu Ende, aber wir stehen immer noch am Anfang!

Wenn Sie den Weg mit begleiten möchten und Ideen haben, die allen Gemeindemitgliedern gefallen könnten (nicht nur einem Kirchort), dann überlegen Sie doch zur Kirchenvorstandswahl zu kandidieren! Frage nicht, was die Gemeinde für Dich tun kann, frage, was Du für die Gemeinde tun kannst! um mal Kennedy zu zitieren.

Florian Seiffert
Pfarrgemeinderat

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