Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Geistlicher Impuls zum 30. Sonntag im Jahreskreis B

Posted by michaelcziba - 24. Oktober 2018

Liebe Schwestern und Brüder!
Wir kennen es wahrscheinlich alle aus eigenem Erleben: Wenn wir traurig sind, verdunkelt sich um uns die Welt, das Leben scheint vollkommen aussichtslos zu sein. Wir schließen uns ein in das „Ghetto“ unserer Dunkelheit, wir fühlen uns wertlos, ausgeklinkt aus dem Pulsschlag des Lebens. So ähnlich muss es auch dem blinden Bettler Bartimäus ergangen sein. Er ist nichts anderes mehr als das Objekt fremder Blicke, angewiesen auf fremde Hilfe. Ein Mensch ohne jeden Lichtschimmer! Doch als er Jesus kommen hört, ergreift er, vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben, mit der grenzenlosen Energie seiner Not und seines Elends die Chance und wagt zu tun, was er bisher nie gewagt hat: Er meldet sich laut und deutlich zu Wort. Er fällt, sehr zum Ärger der Umstehenden, aus seiner gewohnten Rolle heraus. Er wagt es, für sich selbst zu bitten – nicht wie gewohnt mit leiser Stimme oder vielleicht sogar stumm um Brot oder ein Almosen, sondern laut und deutlich. Das ist der Beginn des Wunders: sein Glaube, dass auch für ihn noch ein anderes Leben möglich sei. Jesus bleibt stehen. Der Ruf des Bartimäus ist für ihn in diesem Moment wichtiger als tausend Hosiannarufe. Es ist, als wolle Jesus ihn ermutigen: Hab keine Angst, du könntest zu viel verlangen. Du hast das Recht auf ein anderes Leben. Hab Vertrauen! Und weil Bartimäus vertraut, weil er glaubt, dass er „heil“ werden kann, deshalb springen ihm die Augen auf. Die tiefe Dunkelheit ist vorüber. Das Leben zieht in ihn ein, er sieht die Welt wieder mit den eigenen Augen. Und erfolgt Jesus nach. Denn dort, wo er ist, gibt es keine Dunkelheit.

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