Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Geistlicher Impuls zum Stephanusfest

Posted by michaelcziba - 26. Dezember 2018

Liebe Schwestern und Brüder.
Wir schreiben den 26. Dezember, einen Tag nach Weihnachten. Gestern hörten wir das Weihnachtsevangelium, heute hören wir von der Ermordung des ersten christlichen Märtyrers. Ein Kontrast, wie er schärfer wirklich nicht sein könnte. Es ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass jeder, aber auch wirklich jeder, der sich zu Christus bekennt, das Schicksal Jesu teilen muss. Woran liegt es, dass die Botschaft der Liebe, für die Christus Mensch geworden ist, nicht zu allererst auf Zustimmung, sondern auf Hass stößt? Warum ruft seine Botschaft der Freiheit nicht Anerkennung, sondern Unterdrückung hervor, warum bewirkt sein Sprechen von Gott nicht tiefere Frömmigkeit, sondern die Herzenshärte neuer Gesetzlichkeit? Daran hat sich bis in unsere Tage nichts geändert. Die Weihnachtsbotschaft von der Gnade Gottes spricht uns zu, wir dürfen sein wie Kinder, wir dürfen noch einmal zu leben beginnen, denn Gott will, dass wir sind und dass wir glücklich sind. Doch wir leben schließlich in einer „erwachsenen“ Welt, an der wir gründlich mitwirken sollen und müssen. In dieser Welt geht es gerade nicht darum, noch einmal neu zu werden, sondern weiter zu machen, vorwärts zu kommen, härter und praktikabler zu werden. Die Weihnachtsbotschaft steht dazu aber ganz extrem im Gegensatz zu einer gut funktionierenden Welt. Gott liegt nichts an unserem reibungslosen Funktionieren, Gott liegt alles daran, dass wir lieben. Wer liebt, wird immer auch leiden. Es wird ihm nichts erspart. Vielleicht sind deshalb immer nur wenige einzelne zur Liebe fähig? Aber nur der, der liebt, wird einmal den Himmel offen sehen, wir das Licht der göttlichen Liebe sehen können – wie Stephanus im Moment seines Todes.

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