Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Impuls zur Israelwallfahrt am 3. April – Impuls 04

Posted by michaelcziba - 3. April 2019

Liebe Israelpilger, liebe Gemeindemitglieder.
Heute wollen sich unsere Pilgerinnen und Pilger mit dem ganz zentralen Tun Jesu beschäftigen: seine Verkündigung des Reiches Gottes und dem Start dieser Botschaft. Seine eigentliche Botschaft, die er wohl immer wiederholt hat, lautete: „Kehrt um, das Reich Gottes ist nahe.“ Schon Johannes der Täufer hatte dazu aufgerufen, sich zu bekehren, sein Leben zu ändern und zu bessern, sich von den Sünden abzuwenden. Bei Jesus kommt etwas Entscheidendes, etwas Neues dazu. Er ruft den Menschen zu: das Reich Gottes ist jetzt da. Man hat den Eindruck: das Reich Gottes ist jetzt da, weil eben Jesus da ist. Er zeigt damit auch indirekt den Anspruch, nicht nur irgendein Mensch zu sein, sondern Gott zu sein, denn in Ihm ist die Autorität Gottes, Gott selbst in der Welt erschienen. Er bringt das Reich Gottes. Er ist das Reich Gottes.
Erinnern wir uns an die vielen Vergleiche, die Jesus für das Reich Gottes bringt. Offenbar kann man es gar nicht mit wenigen präzisen Worten ausdrücken: Das Reich Gottes ist zu vergleichen mit einem Schatz im Acker, mit einer kostbaren Perle. Der Finder ist bereit, dafür alles andere aufzugeben. Das Reich Gottes ist auch wie Sauerteig, der den ganzen Teig durchsäuert und verändert, der also eine heimliche Kraft, eine verborgene Energie hat. Das Reich Gottes ist zu vergleichen mit dem Säen der Samenkörner. Von ihnen tragen einige wundervolle Frucht, aber viele bringen auch nichts. Und das Reich Gottes ist wie guter Same, zu dem dann aber auch schlechter Same dazu kommt. Jesus sagt, man solle ihn wachsen lassen bis zur Ernte. Und noch einmal: das Reich Gottes ist wie ein winziges Samenkorn, das dann aber zu einem riesigen Baum heranwächst. Jesus hat unendliche Bilder – und ohne Bilder sprach er vor dem Volk überhaupt nicht. Nur die Apostel erhielten einen Anfang des Verstehens, aber auch nicht viel mehr.
Manche Theologen meinen: Mit Reich Gottes ist einfach die Nähe Gottes gemeint. Es ist gemeint, dass Gott endlich die Herrschaft antritt und dass sich die Welt nach ihm und seiner Ordnung richten muss. Die Kundigen der Heiligen Schrift sagen: Zurzeit Jesu erwarteten viele gläubige Juden das Kommen des Gottesreiches, das Kommen des Messias. Es war Endzeitstimmung. Gerade die Frommen meinten, nun endlich müsse das Reich der Gerechtigkeit und des Friedens hereinbrechen. Jesus lag also auf der Linie seiner Zeit. Und doch war er ganz anders als die anderen Reich-Gottes-Propheten. Das zeigt sich schon daran, dass er nicht wünschte, dass man von ihm als Prophet oder König spricht. Die Fachleute nennen das das „Messias-Geheimnis“. Er will nicht als Messias bekannt werden, weil sie eine falsche Messias-Vorstellung hatten, weil er nicht mit einem falschen Etikett ausgezeichnet werden wollte, keine falschen Erwartungen wecken oder bestätigen wollte. Ich vermute, dass überhaupt die Menschheit erst erkennen konnte, was er wirklich ist, nachdem er für die Welt gestorben war, und vom Vater auferweckt worden ist. Der Messias ist der Gestorbene und Auferstandene.
Ein sehr wichtiges Wort über das Reich Gottes müssen wir aber noch nennen: Es ist die Bitte im Vater-Unser: „Dein Reich komme.“ Wir sollen allezeit um das Kommen des Reiches Gottes bitten. Das Kommen und Wachsen des Gottesreiches hängt auch davon ab, ob wir darum bitten. Das Reich Gottes kommt nicht mit einem Schlag, auf ein Mal, sondern es kommt durch die ganze Geschichte der Menschheit hindurch. Und wichtig ist auch das Wort Jesus: „Geht nicht hierhin und dorthin, um das Reich Gottes zu finden. Denn das Reich Gottes ist in euch.“ Das Reich Gottes sei in den Menschen, in uns. Hoffentlich erkennen wir Gottes Reich in uns.

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