Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Impuls zur Israelwallfahrt am 6. April – Impuls 07

Posted by michaelcziba - 6. April 2019

Liebe Israelpilger, liebe Gemeindemitglieder.
Es ist schon merkwürdig: Jesus wirkt sein erstes Wunder bei einer Hochzeitsfeier! Darauf weist das Johannesevangelium ausdrücklich hin. Nicht weil es hier wie bei anderen Wundern und Zeichen um Leben und Tod eines Menschen geht, sondern weil bei der Feier etwas schief zu gehen droht. Er rettet die Feier. Aber vielleicht müssen wir uns wie immer, wenn man die Bibel wirklich verstehen will, die Sache noch ein wenig von einer anderen Seite her betrachten, nämlich vom Schreiber des Johannes-Evangeliums aus. Es war entweder der Apostel Johannes selbst oder ein Schüler, der im Sinne und Auftrag seines Meisters schrieb. Im Johannes-Evangelium dreht es sich nie nur um Fakten, um Historie, sondern um tiefe theologische Aussagen, die in lebendige Bilder gekleidet werden. Was will der Evangelist mit der Erzählung von der Verwandlung von Wasser in Wein dem Gläubigen sagen? Was will er uns sagen? Lesen wir diesen Bibeltext Joh 2,1-12.
Ich gehe bei meinen Gedanken von dem Satz aus, dass Jesus bei der Hochzeit in Kana sein erstes Zeichen gewirkt hat, dass er so seine Herrlichkeit gezeigt habe, und dass seine Jünger an ihn glaubten. Erstes Zeichen! Herrlichkeit, griechisch Doxa, Glauben der Jünger. Mit dem Zeichen will Jesus etwas zeigen. Er will wohl zeigen, dass er Macht hat, dass er Alltägliches in Großes verwandeln kann, dass hinter Alltäglichem Großes steckt, sich verbirgt, dass auch Gott sich im Alltäglichen verbirgt. Jesus zeigt seine Herrlichkeit, dass mit ihm Göttliches in die Welt gekommen ist, dass Gott in ihm am Werk ist, dass das, was nur menschlich und irdisch scheint, einen göttlichen Kern hat. Das ist seine Herrlichkeit. Es geschieht etwas Ähnliches wie bei der Verklärung auf dem Berg. Da werden das tiefste Innere und die wahre Größe Jesu den Augen der Jünger offenbart, sichtbar. Und nur dieser Blick der Jünger durch das Äußere, Oberflächliche hindurch auf das Tiefste, Innere macht Glauben möglich. Glaube ist der Blick in die Tiefe, ins Innere, über die Oberfläche hinaus. Dem Evangelisten geht es hier nicht um Geschichte, sondern um das Große, das Hintergründige, das Heilige Jesu. Und Jesus wirkt sein erstes Zeichen gerade bei einer Hochzeit. Der Blick vom Oberflächlichen auf das Tiefe geschieht meist nicht so sehr im Alltag, sondern in großer Stunde, besonders aber bei Fest und Feier, ja er geschieht gerade in der großen Stunde des Menschen, wenn zwei Liebende sich das Ja-Wort geben. Und noch ein Wichtiges: die Mutter Jesu. Sie wird nicht nur als erste Eingeladene genannt, sie wird auch eingeführt als diejenige, die als erste merkt: es fehlt etwas Wichtiges. Sie ist aufmerksam, einfühlsam. Seltsam dann das Wort Jesu an sie: „Frau, was geht das mich an? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“ Er distanziert sich von ihr, weil sie offenbar einen Punkt angesprochen hat, der menschlichem Zugriff entzogen ist: seine Stunde. Diese wird gekommen sein, wenn Jesus mit seinen Jüngern den Abendmahlssaal verlässt. Dann ist seine Stunde des Gehorsams, des Leidens und der Auferstehung gekommen. Aber Maria reagiert mit den Worten: „Tut, was er euch sagt.“ Und der Wein, den Jesus dann schenken lässt, ist nicht irgendein Wein. Es ist sehr guter, der beste Wein. Vermutlich will der Evangelist damit sagen: Hier ist Göttliches in die Welt eingebrochen, hier gibt es nicht nur rein menschlichen Wein, sondern hier gibt es eine Gabe Gottes und diese Göttliche Gabe ist das wichtigste und beste was man spüren, erfahren oder schmecken kann. Ich wünsche uns, dass wir zu Hause und auf der Pilgerfahrt zurück über den Jordan solche Erfahrungen machen.

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