Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Impuls zur Israelwallfahrt am 12. April – Impuls 13

Posted by michaelcziba - 12. April 2019

Liebe Israelpilger, liebe Gemeindemitglieder.
Wir stehen nun am Eingang der Karwoche. Nachdem wir in den letzten Tagen schon vorausgeschaut haben auf diese Woche und gestern das bevorstehende Osterfest beleuchteten, kommen wir heute nochmal an den Anfang der Karwoche zurück und gleichzeitig auch an ihr Ende, das den Auftrag der Nachfolge an uns richtet. Wir stehen damit Gedanklich, wie in jedem Jahr, mit Jesus und seinen Aposteln in Jerusalem. Jesus weiß – und auch die Jünger können es wissen: Jetzt geht es ums Ganze, ums Letzte.
Als Gemeinde und als Wallfahrer sind wieder vereint in unserer Gemeinde. Die Entfernung haben wir überwunden und feiern gemeinsam diese wichtigste Woche unseres Glaubens mit Jesus, den Jüngern und allen Christen auf der weiten Welt. Lesen wir heute zu Beginn LK 14,25-33.
Wir Menschen sind ja so beschaffen, dass wir gerne nur das Angenehme hören, das Unangenehme aber überhören. Jesus mutet uns Unangenehmes zu. Und es stellt sich leicht die Frage: Ist denn nun das Christentum eine Freudenbotschaft oder eine Leidensbotschaft. Dieses Stück scheint doch klar zu sagen: Wer Jesus nachfolgt, geht ins Leiden, und er soll sich gut überlegen, ob er das wirklich will. Nun sind wir aber tatsächlich von Gott so geschaffen, dass wir immer das Glück, die Freude, das Schöne suchen. Diese Suche haben wir nicht frei gewählt, sie gehört zu unserer Grundanlage. Wer das Gegenteil sucht, ist krank, psychisch krank. Der Gesunde sucht nicht Schmerz, sondern das Schöne, Gute, sogar das Angenehme. Worum geht es also Jesus? Jesus setzt voraus, dass die Welt aus dem Lot ist, nicht in Ordnung ist, dass die Sünde vorherrscht. Daher wird derjenige, der das Gute sucht, auf Widerstand stoßen. Jesus erfährt es an der eigenen Person: er möchte nichts Anderes als das Gute für den Menschen, er möchte dem Menschen den Vater im Himmel zurückbringen, aber das bringt ihm den Tod. Wer mit Jesus kämpft für Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Wahrheit, für den Willen Gottes, bekommt ein Kreuz aufgeladen.
Jesus sagt aber noch mehr: Wer ihm nachfolgen will, muss Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwester gering achten. Jesu Einsatz für das Gute, für Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, für das Reich Gottes ist so anspruchsvoll, dass diejenigen, die bei ihm mitmachen wollen, sich darüber im Klaren sein müssen: Das geht nur, wenn die dazu Entschiedenen sogar die nächsten Verwandten in die zweite Reihe stellen. Sie müssen im Zweifelsfall auf der Seite Jesu und gegen die Liebsten zu Hause stehen. Das ist sehr anspruchsvoll.
In gewissem Sinne muss man Jesus ja dankbar sein, dass er nicht um den heißen Brei herumredet, sondern Klartext. Da kann man nicht viel herumdeuteln. Ja, die Menschen, die sich ganz auf seine Seite stellen wollen, müssen sogar ihr eigenes Leben gering achten, hintenanstellen, notfalls ihr Leben lassen. Jesus sagt ja an anderer Stelle: Wer Vater und Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert. Man kann nur sein Jünger sein, wenn man mit Jesus das Kreuz trägt.
Und es geht nicht nur um mich, um meine Person, es geht um die Welt. Wir können mittragen an dem Kreuz der Welt. Gott hat die Menschheit so geschaffen, dass alle mit allen auf geheimnisvolle Weise zusammenhängen. Jeder gute Gedanke ist nicht nur positiv für mich, sondern ist ein Beitrag für die Qualität der Welt. Jeder negative Gedanke, vor allem jedes negative Gefühl, schädigt die Menschheit. Wir sind ein geheimnisvoller, mystischer Leib. Wenn wir Christus folgen, ziehen wir andere mit hinein in den Weg Christi – ob wir es wissen oder nicht, ob wir davon sprechen oder nicht. Daher sind alle Menschen wichtig, die Gesunden und die Kranken, die Jungen und die Alten. Jede gute Tat erhebt die Menschheit, jede böse Tat erniedrigt die Menschheit.
Jesus hat durch sein Leiden und seine Auferstehung gleichsam das erste Steinchen an einem großen Mosaik an die richtige Stelle gelegt und umgedreht. Nun kommt es darauf an, dass wir unsere Steinchen am Welt-Mosaik an die richtige Stelle legen und umdrehen, sodass aus dem Ganzen das große Bild Jesu Christi entsteht. Bei meinem Tun geht es also nicht nur um mich, um mein Heil, meine Erlösung. Bei meinem Tun geht es um das Heil und die Erlösung der ganzen Welt. Missionar ist jeder, Missionare sind wir alle, wenn wir Jesus folgen, unser Kreuz tragen und auf die Auferstehung hoffen. Gerade auch der Hoffnungsschimmer, den wir in die Welt hineinstrahlen, ist wichtig, damit die Welt Hoffnung haben kann. Es ist also höchst wichtig, wie die Christen die nächsten Tage begehen, die Kartage. Auch wenn wir uns als verschwindend wenige fühlen sollten, so ist unsere innere Einstellung wichtig. Es kommt nie auf die Zahl an, auf die Vielen. Es kommt auf die innere Qualität von jedem von uns an. Unsere innere Nähe zum Herrn auf dem Kreuzweg ist ein Beitrag für das Licht der Welt. Wenn Jesus, das Kreuz tragend, uns in seiner Nähe sieht, ist das Stärke, Kraft, Freude. Wir können sein Kreuz tragen und leichter machen.
Bitten wir Jesus, dass er uns die Gnade schenke, ihm nahe sein zu können in den nächsten Tagen. Bitten wir ihn um die Kraft der Nachfolge und feiern wir Ostern als Kraftquelle unseres Glaubens.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen heute noch einmal ein gesegnetes Osterfest und eine gesegnete Osterzeit.

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