Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Predigtreihe zum Jahresthema des PGR – Teil 03

Posted by michaelcziba - 19. Mai 2019

Teil 03 zum Schrifttext Apg 14,21b-27 – von Pfr. Michael Cziba

Die heutige Lesung aus der Apostelgeschichte berichtet von der ersten Missionsreise des Apostels Paulus. Die Reisegruppe befindet sich nun auf dem Rückweg, von daher kann der Text durchaus als eine Art Rückblick und Ergebnisbericht gesehen werden. Was hatten sie nicht alles erlebt und erfahren – sehr spannend liest sich der Reisebericht der Glaubenden. Menschen bekehrt, Kranke geheilt, sich gegen Irrlehren gewehrt und immer wieder die Geschichte von Jesus erzählt, der sich als der wahre Messias herausstellte. Dabei waren sie immer wieder auf Menschen gestoßen, die sie durch ihre Erzählungen vom Glauben überzeugen konnten, und sie hatten immer wieder den Heiligen Geist gespürt, der ihnen Kraft und die Gabe des Redens gab.
Beim lesen sollte man aus meiner Sicht aber bedenken, dass hier von Erfolgen berichtet wird. Er ist eine kurze Zusammenfassung der Missionsreise und beinhaltet nicht das tägliche Einerlei und die damals auch vorhandenen mühevollen Schritte und „Niederlagen“. Die „Jünger“, die im Text erwähnt werden, sind neu gewonnene Christen, die sich ganz der Nachfolge Jesu verschrieben haben. Ihnen wird Mut zugesprochen. „Durch viele Drangsale müssen wir in das Reich Gottes gelangen.“ Und wenn das erwähnt werden muss, ist das schöne Bild das mancher sich vorstellt, von der Welle des Erfolgs der ersten Christenmissionare bestimmt nicht richtig. Und auch der daraus abgeleitete hängende Kopf: Wir haben keinen Erfolg wie damals, also verwalten wir das Ende; ist aus meiner Sicht zu einfach gedacht und zeigt nur fehlenden Glauben auf. Ein wichtiger Bestandteil des Glaubens ist nämlich das Vertrauen in die Gegenwart Gottes und die Zusage seiner Kraft und seines Geistes. Und das gilt immer und vor allem jetzt. Wenn ich anfange eigene Erfolge zu zählen, kann ich ganz schnell den Elan verlieren und wahrscheinlich haben auch die ersten Christen diese Erfahrung gemacht. Denn sonst müsste man nicht Mut zusprechen und die Mühe andeuten, die mit der Mission bzw. dem Glaubensleben verbunden ist. Bei Paulus ist dieser Satz: „Durch viele Drangsale müssen wir in das Reich Gottes gelangen.“, nicht einfach so dahin gesagt, sondern deckt sich mit den Erfahrungen des Apostels.
Der zitierte Satz erinnert mich gerade zu prophetisch an heutige manchmal resignative Aufseufzer. Auch heute empfinden sich viele überzeugte Christen als Agierende in einer „heidnischen“ Welt. Ihnen wäre eine Identifikation mit den neugewonnenen Jüngern der paulinischen Missionsreise sicher hilfreich. Und vor allem sollten auch wir uns öfters Mut zusprechen und nicht immer auf das „gescheiterte“ Blicken, sondern das viele Positive mehr in den Blick nehmen. Statt zu jammern, sollten wir uns mehr freuen über das viele Gute und erreichte.
Ich hoffe, dass wir dies noch können oder wieder lernen können!

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