Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Geistlicher Impuls zum 7. Sonntag im Jahreskreis A

Posted by michaelcziba - 19. Februar 2020

Liebe Schwestern und Brüder!
Ein römischer Soldat hatte in den damals von Rom besetzten Ländern – Israel bzw. damals noch Judäa war eines davon – das Recht, jedem zu befehlen, ihm das Gepäck eine Meile weit zu tragen. Dann konnte ihm der Träger den Rucksack wieder vor die Füße werfen und seines Weges gehen. Aber wenn er es ihm noch eine Meile weit trug? Ob dann nicht die Feindschaft zwischen beiden anfing nachzulassen? Und wer war dann eigentlich der Größere von beiden? Feindschaft abbauen und dadurch Kinder des Vaters im Himmel werden – das ist ein mühsamer Prozess. Aber Jesus verlangt von uns, dass wir uns diesem Prozeß unterziehen. Er erwartet ja nicht, dass wir beim ersten Versuch schon am Ziel sind, sondern, dass wir Kinder unseres himmlischen Vaters werden. Aber kann Jesus von uns erwarten, dass wir die andere Wange hinhalten, wenn einer uns schlägt? Keineswegs müssen wir uns alles gefallen lassen. Auch Jesus hat das nicht getan, als ihm einer ins Gesicht geschlagen hat. Nur hat er nicht zurückgeschlagen; er hat es ihm nicht vergolten.
Nachdem ein Mann seine Frau 15 Jahre lang mit anderen Frauen betrogen und gemeint hatte, dass sie es nicht merkte, wurde ihm plötzlich klar, dass sie es von Anfang an gewusst hatte. Da ging er vor ihr in die Knie und bat sie um Vergebung. Einem Freund hat er später gesagt: „Was habe ich für eine Frau! – Sie hat gewusst, was ich ihr angetan habe. Aber sie hat es mir nicht vergolten.“
Wenn immer mehr Menschen eine solche Gesinnung hätten, und wenn die Menschen auf beiden Seiten der Grenzen von solcher Gesinnung erfüllt sind, dann werden auch ihre Politiker im Geiste des Bergpredigers miteinander verhandeln können. Dann hören die Menschen auf, Feinde zu sein; und dann wird auch der Friede zwischen ihnen gedeihen, nach dem sich alle so sehr sehnen. Beten wir trotz Karneval an diesem Sonntag für den Frieden zwischen verfeindeten Menschen und Völkern, damit sie den Mut haben – wie wir es nach alter Tradition an Karneval eigentlich tun sollten – die Welt auf den Kopf zu stellen und Wege zu finden Feindschaften zu beenden.

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