Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Geistlicher Impuls zum 24. Sonntag im Lesejahr A

Posted by michaelcziba - 9. September 2020

Liebe Schwestern und Bruder!
Muss Vergebung nicht auch ihre Grenzen haben? Nicht bei 100 Denaren oder einer anderen Geldsumme, natürlich nicht. Doch gibt es nicht eine Schuld, die nicht zu vergeben ist? Eine Frage angesichts sechs Millionen ermordeter Juden. Eine Frage angesichts enthaupteter Christen im Irak und Syrien. Eine Frage angesichts Tausender misshandelter Kinder. Auch die Frage des Petrus. Nein, ist die unmissverständliche Antwort Jesu. Und er macht einen drastischen Vergleich. Ein Talent entsprach etwa 6.000 Denaren. Wenn also der König seinem Diener 10.000 Talente erließ, entsprach das einer Summe von 60 Millionen Denaren – im Vergleich zu den 100 Denaren, die der Diener seinem Kollegen nicht erlassen wollte.
77-mal vergeben heißt also, immer zu vergeben. Denn mir ist längst vergeben. Gottes Vergebung steht immer am Anfang. Und weil seine Vergebung maßlos ist, darf ich meine Vergebung nicht messen; steht es nicht in meinem Ermessen, ob ich vergebe oder nicht. Weil Gottes Vergebung grenzenlos ist, kann auch ich Grenzen überwinden. Grenzen des Zorns und der Wut. Grenzen meiner Verletzung und meines Schmerzens. Grenzen menschlicher Gerechtigkeitsvorstellungen. Und wenn ich bei meinem Bemühen um Vergebung scheitere, darf ich dennoch auf Gottes Vergebung hoffen.

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