Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

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Der Pfarrgemeinderat berichtet: Einen Schritt weiter!

Posted by Florian Seiffert - 14. Juni 2019

St.Johannes Ev.

Wir sind einen Schritt weiter. Kirchenvorstand (KV) und Pfarrgemeinderat (PGR) haben diese Woche zwei Gespräch mit möglichen Investoren für St.Johannes Evangelist geführt.

Gesprochen wurde einmal mit der Aachener Wohnungsbaugesellschaft und dann mit der Gemeinnützigen AG für Wohnungsbau (GAG), um beim Abriss von St.Johannes Ev. und beim Wohnungsneubau in Neu-Stammheim einen Schritt weiter zu kommen.
Wir haben unser Grundstück vorgestellt und klargemacht, dass ein Verkauf des Grundstücks oder von Teilen davon im erzbischöflichen Generalvikariat (eGV) nicht genehmigungsfähig ist und so eigentlich nur eine Nutzung in Erbpacht bleibt.
Ein Neubau der Kita wäre super, dann mindestens vierzügig oder fünfzügig. Eine Integration der Kita in Wohnbebauung ist kein Problem für uns. Freiflächen der Kita auf einem Flachdach wären cool.

Beide Investoren war interessiert und wollen bis Ende August ein Konzept oder einen Plan vorlegen. Wir sind gespannt.

Gibt es weitere interessierte Investoren?

Siehe auch:

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Ökumenische Kinderbibeltage 2019

Posted by Florian Seiffert - 10. Juni 2019

Sigrid Metzinger berichtet:

Am ersten Mai Wochenende fanden die diesjährigen Ökumenischen Kinderbibeltage zum Thema „Du verwandelst meine Trauer in Freude“ in der Immanuel-Kirche statt. Das angagierte Team hatte wieder einmal ein tolles Programm für die rund 40 Kinder vorbereitet. In 3 Gruppen entdeckten die Kinder die Bibelgeschichte auf vielfältige Weise ( Theater, basteln, Musik, ….) neu. Sie erfuhren z.B, dass Weinen und Lachen zu unserem Leben wie die Luft zum Atmen dazu gehört. Und Gott uns immer begleitet.
Im Rahmen des Familiengottesdienstes am Sonntag hat das gesamte Kinderbibeltage-Team Franz-Josef Ostermannn“ Danke und auf Wiedersehen“ gesagt. Leider war es dieses Jahr seine letzte KiBiTa, da er im September seine Stelle wechseln muss. Vielen Dank für die vielen schönen Kinderbibeltage mit dir!
An dieser Stelle möchte ich noch mal allen, die diese KiBiTa ermöglicht haben Danke sagen. Ohne die Teamer, unsere Küchenfee, Thomas Fresia, Franz-Josef Ostermann und die Geldspenden wäre so ein tolles Wochenende für die Kinder nicht möglich.
Die Planungen für nächstes Jahr laufen bald schon wieder an. Wer Lust bekommen hat auch mal als Teamer dabei zu sein, kann sich gerne melden.

Für das KiBiTa-Team
Sigrid Metzinger

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Der Pfarrgemeinderat berichtet: Konzept 2035 – ‚Wir denken in Jahrhunderten!‘

Posted by Florian Seiffert - 23. Mai 2019

 

Am 22.05.2019 tagte der ‚Lenkungskreis 2035‘ in St.Hubertus.

Anwesend sind:
Drei Mitglieder des Kirchenvorstands (KV), zwei Mitglieder des Pfarrgemeinderates (PGR), zwei Mitarbeiter des Generalvikariats (eGV), unser Verwaltungsleiter und unser Architekt Thomas Duda.
Pfarrer Cziba ist im verdienten Urlaub.
Wir sprechen von 16:30h – 18:50h.

Nachdem ich mich zwei Monate im eGV um einen Termin bemüht hatte, um uns mit den Fachabteilungen Bau, Recht und Pastoral zusammen setzen zu können, klärte mich eine Mail vor zwei Tagen auf, dass mit den beiden heutigen Vertretern des eGV alles Notwendige besprochen sei und sie unsere Fragen werden beantworten können.

Zwei meiner Fragen waren:

  • St.Johannes Ev. ist für die Profanierung vorgesehen. Dürfen wir das Grundstück verkaufen? Muss es verpachtet werden? Dürften wir einen Verkaufserlös zu 100% z.B. in eine Erweiterung eines Kindergartens investieren?
  • Die Kirche St.Pius X. wollen wir abgeben (wenn möglich). Wie sähe ein Pacht- oder Nutzungsvertrag aus? Was ist möglich? Dürfen wir Kirche und Grundstück verkaufen? Was dürfen wir mit dem Erlös machen? Dürfte man den Erlös benutzen, um andere Gebäude zu sanieren oder ein neues Pfarrzentrum zu bauen? Was ist, wenn wir St.Pius X. nicht abgeben können (weil sich niemand findet, der St.Pius X. übernehmen möchte). Düfen wir das Ensemble aus Pfarrheim und St.Pius X. so umbauen, dass z.B. (Sozial-)Wohnungen entstehen, die dann den Kirchenbau St.Pius X. finanzieren?
  • Neu hinzugekommen ist seit dem 05.05.2019 die Frage: Ist es genehmigungsfähig das Pfarrheim St.Bruder Klaus für einen Euro an einen Trägerverein abzugeben?

St.Johannes eV. Unser Besitz in St.Johannes ist ein Grundstück (das war vorher nicht so klar, es hätten auch mehrere Parzellen sein können). Den Teil des Grundstücks, auf dem die Kirche St.Johannes eV. steht, dürfen wir nicht verkaufen! Das eGV genehmigt heutzutage keine Grundstücksverkäufe mehr. Nirgendwo!
Ein Verkauf brächte einen Erlös, der in ein paar Jahren aufgebraucht wäre – Pacht hingegen fließt Jahr für Jahr. “Wir denken in Jahrhunderten“ sagt das eGV.

Das Grundstück auf dem die Kirche St.Johannes eV. steht, kann also nur in Erbpacht vergeben werden. Möglich ist also: Ein Investor pachtet das Grundstück, reißt die Kirche ab und baut z.B. Wohnungen.

Der Kindergarten in St.Johannes, der auch auf dem einen Grundstück steht, bekommt eine Gruppe aus Mariä Geburt (die dem Pfarrzentrum weicht) dazu und wird entweder aufgestockt oder neu gebaut oder es findet sich eine Lösung in Zusammenhang mit der Wohnbebauung auf dem Gelände der Kirche St.Johannes eV. Was es da für Möglichkeiten und Optionen gibt, wird der KV mit Hilfe von Architekt Duda konkretisieren. Gleichzeitig beginnen nun Gespräche mit Investoren, die an der Pacht und Bebauung des Grundstücks St.Johannes eV. Interesse haben. Wir freuen uns auf Vorschläge.

Wie hoch ist Pacht? Pacht berechnet sich nach dem Bodenrichtwert (den man im Internet für jede Gegend nachschauen kann). Das eGV sagt: 5% des Bodenrichtwertes beträgt die Pacht (pro Jahr und Quadartmeter). 70% der Pachteinnahmen gehen an das Erzbistum, 30% fließen in die Gemeinde. Eine Senkung der Pacht ist unter bestimmten Umständen möglich, muss aber genehmigt werden.

St.Pius X. Hier gibt es wenig Handlungsmöglichkeiten. Eine Änderung des Ensembles St.Pius X. zu Wohnraum z.B. für ältere Menschen ist nach Einschätzung des eGV und des Architekten Duda wegen des Denkmalschutzes nicht möglich, dazu kommt noch das Urheberrecht des Architekten Schürmann – d.h. eine Lösung geht nur zusammen mit Familie Schürmann und dem Denkmalschutz. Die beste Lösung ist nach wie vor die Abgabe an eine andere Religionsgemeinschaft. Die Tür für die syrisch-orthodoxe Gemeinde ist weiter offen, sie haben sich aber leider nicht mehr gemeldet.

Ein bisschen strittig sind die Betriebskosten für St.Pius X. Die letzten Zahlen der Revison von 1999 (was anderes haben wir nicht) schätzten die Betriebskosten jedes ‚Kirchturms‘ bei uns auf ca. 100.000,-€ pro Jahr. Das eGV bezweifelt das. Es müsse deutlich weniger sein. Leider liegen Zahlen der Rendantur dazu nicht vor!

Aus der Höhe der Kosten folgt die Dringlichkeit mit der wir eine Abgabe betreiben müssen.

St.Hubertus Für heute gibt es keinen Besprechungsbedarf.

St.Bruder Klaus Spannend ist der nun von St.Bruder Klaus in den ‚Ring geworfene Hut‘. Das Grundstück mit Pfarrheim kann nicht verkauft werden. Genauer: Das eGV genehmigt einen Verkauf nicht. Es geht also nur Erbpacht. Wahrscheinlich müsste mit dem Pfarrheim auch die angrenzende ‚Küsterwohnung‘ (?) mit vom Trägerverein übernommen werden, da Grundstück und Gebäude eine Einheit bilden, sagt das eGV. Ein Trägerverein müsste also Wohnung plus Pfarrheim in Erbpacht übernehmen und wäre dann für Betrieb und Erhalt alleine und selbst verantwortlich. Die Gemeinde wäre finanziell ganz raus.

Ich weise auf das Beispiel unter https://pfarrheim-hk.mauniewei.de/ hin (mit Dank an HS). Das Aktenzeichen K 080-44-410 teile ich dem eGV noch per EMail mit.

Das Risiko der Gemeinde bestünde darin, dass ein Trägerverein auch Pleite gehen könnte und die Gemeinde bekäme dann keine (symbolische) Pacht und hätte eine ‚Ruine‘ auf dem Grundstück. Ja, aber das Risiko besteht bei jedem Pachtvertrag.

Das eGV weist uns darauf hin, dass wir auf ca. 18.000,-€ Pacht pro Jahr verzichten, die wir einnehmen könnten, wenn das Grundstück plus Wohnung plus Pfarrheim in Erbpacht an einen Investor ginge …

Das eGV kann sich vorstellen einen erniedrigten Erbpachtzins zu genehmigen. Ob ein Erbpachtzins von einem Euro möglich ist, bleibt offen. Bisher wurden nur Kirchengebäude für ‚umsonst‘ mit dem Grundstück auf dem sie stehen in Erbpacht abgegeben, keine Pfarrheime plus Wohnung. Aber unmöglich scheint eine Abgabe für eine symbolische Summe für das eGV nicht zu sein.

In jedem Fall muss ein Konstrukt: Gemeinde gibt Wohung plus Pfarrheim in Erbpacht zu einem symbolischen Preis ab, durch unseren PGR+KV und dann durch den Vermögensrat des erbischöflichen Generalvikariats. Der muss zustimmen. Dazu sind Unterlagen erforderlich, die deutlich machen, dass ein eingetragener Verein (Trägerverein) die finanzielle Kraft hat, das ganze (auf Dauer) zu stemmen.

Die Rendantur hat mittlerweile Zahlen zu den Betriebskosten der Pfarrheime vorgelegt. Diese müssen noch auf Plausibilität geprüft werden. Über Weitergabe und/oder Veröffentlichung entscheidet der Kirchenvorstand.

Die nächste Sitzung des Lenkungskreises 2035 (Nr #10) ist am 04.09.2019 um 17:00h, anschließend ist um 20:00h Kirchenvorstandssitzung.

Richten Sie (höfliche) Fragen und Kommentare gerne an mich.

Florian Seiffert, Pfarrgemeinderat

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Der Pfarrgemeinderat informiert: Pfarrheim St. Bruder Klaus 2035

Posted by Florian Seiffert - 5. Mai 2019

Am Dienstag, 26.03.2019 treffe ich mich abends in Stammheim mit dem Vorsitzenden der Siedlergemeinschaft NEULAND e.V. in St.Bruder Klaus: Heinz Erkens. Thema ist das Pfarrheim St. Bruder Klaus. Wir wollen schauen, wie und ob ein Überleben des Pfarrheimes St.Bruder Klaus als dem zentralen Kristallisationspunkt des Siedlungslebens zu bewerkstelligen ist.
Ich setze Heinz davon in Kenntnis, wie die Lage nach dem Stand des Lenkungsausschusses 2035 aussieht. Heinz sagt: Ich will versuchen eine Gruppe zusammenzubringen, die das Pfarrheim in St.Bruder Klaus der Siedlung erhält. Ich unterstütze Heinz dabei.

Am Sonntag, 05.05.2019 hat Heinz Erkens Vertreterinnen und Vertreter fast aller Gruppierungen in St.Bruder Klaus zusammengerufen und mich dazu eingeladen. Es sind insgesamt 26 Personen ins Pfarrheim St.Bruder Klaus gekommen. Wir sprechen von 19:00h bis 21:30h.

Heinz und ich setzen die Anwesenden kurz in Kenntnis: Nach dem Stand der Planungen wird die Gemeinde ein Pfarrzentrum in St.Mariä Geburt bauen, die Pfarrheime in St.Hubertus, St.Pius X. und St.Bruder Klaus werden aufgegeben. Das Vorhandensein kirchlich notwendiger Räume an den Kirchtürmen wird durch andere Lösungen sichergestellt – für St.Bruder Klaus ist vorgesehen, diese in die Kirche zu integrieren. Diese Schritte sind notwendig, damit die Pfarrei nicht mehr Geld ausgibt, als sie einnimmt.
Endgültig und verbindlich werden die Pläne erst durch Beschlüsse von Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat. Die Gemeindevertretungen werden dazu gehört. Das erzbischöflichen Generalvikariat (eGV) muss zustimmen!

Die Versammlung ist sich einig, dass man sich vorstellen kann, das Pfarrheim durch einen (wie auch immer gearteten) Trägerverein zu übernehmen (Kaufen, Pachten …). Heinz sagt, man wolle gegenüber dem Kirchenvorstand und dem Lenkungskreis 2035 ‚Den Hut in den Ring werfen‘.
Verschiedene Schätzungen in St.Bruder Klaus kommen auf Summen von 8-10 bzw. 10-12 Tausend Euro pro Jahr für die laufenden Kosten des Pfarrheimes.
Diskutiert wird über die Notwendigkeit einer Machbarkeitsstudie: Ist es einem Trägerverein möglich das Pfarrheim zu übernehmen und die notwendigen Kosten für den Unterhalt zusammen zu bekommen?

Die nächsten Schritte sollen sein:
a) Ich sage zu, zu versuchen bei einem Treffen im eGV zu fragen, zu welchen Konditionen eine Abgabe (Verkauf, Pacht, Überlassungsvertrag, …) des Pfarrheims an einen Trägerverein seitens des eGV genehmigungsfähig ist.

b) Wenn a) positiv endet, wird versucht zu klären, ob ein Trägerverein das Pfarrheim übernehmen kann (Machbarkeitsstudie).

c) Wir bleiben in Verbindung und informieren uns gegenseitig zeitnah über Fortschritte.

Florian Seiffert, Pfarrgemeinderat

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Warum sinkt die Zahl der Gottesdienstbesucher?

Posted by Florian Seiffert - 2. Mai 2019

Die Gemeindevertretung Bruder Klaus möchte die »These der notwendigen „Verheutigung“ des Glaubens und des kirchlichen Zusammenlebens näher durchleuchten« (Protokoll vom 01.04.2019). Die Idee gefällt mir!
Nach der Sitzung des Pfarrgemeinderates (PGR) vom 30.04.2019 ging mir ein bisschen die Frage durch den Kopf, ob dazu wirklich eine Umfrage durch den PGR nötig ist, zumal wir ja für unser Pfarrmagazin KREUZundQUER gerade eine ähnliche Umfrage gemacht haben („Muss die Kirche/Gemeinde über den Jordan gehen?“).

Ich habe also ein wenig recherchiert und eine Fülle an Umfragen, Meinungen, Statistiken und Hinweise zu dem Themenkomplex »Warum sinkt die Zahl der Gottesdienstbesucht so rapide« gefunden.
Ich lade alle Gemeindevertretungen, Gremien- und Gemeindemitglieder ein, die Texte mal in Ruhe zu lesen oder wenigstens zu überfliegen. Möglicherweise sind die Antworten, die eine Umfrage in unserer Gemeinde erzielen würde, hier schon enthalten:

Florian Seiffert, Pfarrgemeinderat

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Der Pfarrgemeinderat berichtet: Nachbarschaftsfest

Posted by Florian Seiffert - 2. Mai 2019

Hajo Bauer berichtet für den Pfarrgemeinderat:

Nachbarschaftsfest am Haferkamp Köln Stammheim.

In der neuen Siedlung, Containerdorf, am Haferkamp, Flüchtlingsunterkunft wurde am 30.04.2019 zu einem Fest eingeladen und gefeiert. 17 Uhr ging es los.
Als ich gegen 17 Uhr 30 dort eintraf war es schon rappelvoll. Stammheimer, Flittarder und BKS´ler gaben sich ein Stelldichein. Natürliche waren auch einige Offizielle aus verschieden Vereinen, besonders aus dem AK Soziales Stammheim als Gäste zu sehen. Auch die Politik war vertreten.
Die Familien der Geflüchteten hatten ein großes Büfett aufgebaut mit den von Ihnen zubereiteten Speisen. Ich hörte aus vielen Mündern: „Das schmeckt aber interessant und gut. Und die verwendeten Gewürze. Einfach wohlschmeckend“. Junge Leute spielten und sangen uns Musik aus Syrien vor. Die Leiterin Layal Allawe, mit der ich kurz sprechen konnte, hatte großes Interesse, sich an der 7. Stammheimer Kulturmeile zu beteiligen. Als Vertreter des PGR war ich über dieses gut angenommene Nachbarschaftsfest sehr erfreut.
Es geht doch!

Hajo Bauer

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Fastenhirtenbrief 2019

Posted by michaelcziba - 9. März 2019

WENN IHR ALS GEMEINDE ZUSAMMENKOMMT 1 Kor 11, 18

Liebe Schwestern, liebe Brüder,
seit den ersten Schritten auf unserem Pastoralen Zukunftsweg werde ich danach gefragt, warum die sonntägliche Feier der Heiligen Eucharistie für uns katholische Christen so wesentlich sei. Kaum ein Besuch in einer Gemeinde, kaum eine Konferenz vergeht, wo diese Frage nicht ausgesprochen oder unausgesprochen im Raume steht. Deshalb möchte ich ihr in meinem diesjährigen Brief an Sie zu Beginn der österlichen Bußzeit ein wenig nachgehen.
Von den Zeiten der Urkirche an feierten die Christen den Sonntag als „Tag des Herrn“ (vgl. Offb 1, 10). Damals schrieb der Statthalter Plinius der Jüngere in einem Brief an den römischen Kaiser Trajan, der verdächtige Irrglaube der Christen bestehe darin, „dass sie sich an einem bestimmten Tag vor Sonnenaufgang zu versammeln pflegten, um Christus wie einem Gott Lieder zu singen“ . Sie tun dies, weil die Kirche von Anfang an am ersten Tag der Woche die Auferstehung des Herrn feiert. Sonntag für
Sonntag kommen die Gläubigen zusammen. In ihren Versammlungen halten sie fest an der Lehre der Apostel und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten (vgl. Apg 2, 42). Später berichtet Bischof Ignatius von Antiochien in einem Brief, dass seine Gläubigen aus der Beobachtung des Sonntags leben.

Bewusstsein für die Bedeutung
Ja, die Feier der sonntäglichen Eucharistie ist für die Identität der ersten Christen so wichtig, dass sie sogar das Verbot des Kaisers Diokletian im Jahre 304 missachten, mit dem er ihnen die Todesstrafe androht, wenn sie eine Heilige Schrift besitzen, am Sonntag zur Feier der Eucharistie zusammenkommen oder Räume für ihre Versammlungen errichten. Dennoch treffen sich in Abitene, einem kleinen Dorf im heutigen Tunesien, eines Sonntags 49 Christen im Haus eines der Ihren, um die Eucharistie zu feiern. Sie werden festgenommen, nach Karthago gebracht und dort vernommen. Auf die Frage, warum sie dem strengen Befehl des Kaisers zuwidergehandelt hätten, antworten sie: „Sine dominico non possumus“ – Ohne uns am Sonntag zur Feier der Eucharistie zu versammeln, können wir nicht leben. Es würden uns die Kräfte fehlen, uns den täglichen Schwierigkeiten zu stellen und nicht zu unterliegen. Nach grausamer Folter werden alle 49 für ihre Teilnahme an der sonntäglichen Eucharistie getötet. Sie werden zu Märtyrern der Eucharistie am Sonntag. Würden das heute so noch selbst überzeugte Christen wie die Märtyrer damals für sich sagen können: Ohne die Feier der Eucharistie am Sonntag kann ich nicht leben?
Das Bewusstsein für die Bedeutung der sonntäglichen Feier der Eucharistie muss sich bei uns dringend erneuern. Denn Jesus selbst hat sie uns – das heißt der Kirche – als ein kostbares Vermächtnis hinterlassen. „Nehmet und esset alle davon: Das ist mein Leib … Nehmt und trinket alle daraus: Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für Euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden“. In der Gestalt des Brotes reicht Jesus uns seinen Leib als Speise. Indem wir ihn essen, werden wir ein Leib mit ihm, wie der Apostel sagt (vgl. 1 Kor 12, 27). Das ist nicht nur ein schönes Bild oder ein Wunschdenken, sondern Wirklichkeit, die allerdings nur von Gott her möglich ist.
Im Eucharistischen Brot reicht uns Jesus nicht nur ein Zeichen seines Leibes, sondern seinen Leib, das heißt sich selbst leibhaft. Und im Kelch reicht er uns in der Gestalt des Weines nicht nur ein Zeichen seines Blutes, sondern er schenkt uns wahrhaft Anteil daran. Wir erinnern nicht nur an ein vergangenes Geschehen, sondern dürfen uns ganz sicher sein: In den eucharistischen Gaben ist der Herr wirklich gegenwärtig! So lässt er uns teilhaben am Heil, das er durch seinen Kreuzestod für uns erworben hat. Sein Blut ist das Blut des Bundes, in dem Gott uns mit sich auf ewig verbunden hat. Daran erkennen wir, worum es bei der Feier der Eucharistie geht: Wir dürfen dem Herrn begegnen und mit ihm eins werden. Jesus selbst ist der Herr dieses Mahles. Deshalb nennen wir es auch „Herrenmahl“.

Quelle und Höhepunkt
Wenn nun etwa der Apostel Paulus vom Herrenmahl spricht, dann beginnt er zumeist mit den Worten: „Wenn ihr als Gemeinde zusammenkommt …“ (1 Kor 11, 18). Eucharistie feiern ist wesentlich ein Zusammenkommen. Schon das griechische Wort für Kirche, Ecclesía, weist auf die Eucharistie hin und bezeichnet die zur Eucharistie zusammengerufene Versammlung des Volkes Gottes. Kirche ist deshalb in ihrem wesentlichen Kern eucharistische Versammlung. Sie ist dort am dichtesten gegenwärtig,
wo die Eucharistie gefeiert wird. Dies gilt so sehr, dass der kirchliche Leib – also die Gläubigen – und der eucharistische Leib Christi nicht voneinander zu trennen sind.
Die Eucharistie ist nicht einfach eines der sieben Sakramente, sondern das „Sakrament der Sakramente“ und damit Quelle, Mitte und Höhepunkt des Lebens der Kirche . Die Kirche feiert deshalb nicht einfach die Eucharistie, sondern die Kirche entsteht aus der Eucharistie. So ist die Eucharistie, in der Christus uns seinen Leib schenkt und uns zugleich in seinen Leib verwandelt, der immerwährende Entstehungsort der Kirche. Wenn nun aber Kirche und Eucharistie unlösbar zusammengehören, dann betrifft das auch unsere gegenwärtige pastorale Situation. Denn die Teilnahme am gemeindlichen Sonntagsgottes- dienst ist immer noch ein sensibler Gradmesser für die sonstige Teilnahme am kirchlichen Leben – auch wenn dies heute nicht gerne gehört wird.
Dass dies so ist, bringt schon das eucharistische Hochgebet zum Ausdruck, wo es heißt: „Darum kommen wir vor dein Angesicht und feiern in Gemeinschaft mit der ganzen Kirche den ersten Tag der Woche als den Tag, an dem Christus von den Toten erstanden ist“. Die Eucharistie ist die sakramentale Vergegenwärtigung von Tod und Auferstehung Jesu Christi und deshalb der Gottesdienst der christlichen Gemeinde am Sonntag. Diese Grundüberzeugung unseres Glaubens gilt bis heute. Sie bringt zum Ausdruck, dass die Feier der Eucharistie am Sonntag letztlich durch nichts ersetzbar und austauschbar ist. Daraus ergibt sich für die Kirche sicher die große Herausforderung, dafür zu sorgen, dass genügend Priester zur Verfügung stehen, die der Feier der Eucharistie vorstehen können. Umgekehrt gehört dazu aber auch das Gebet um Priesterberufungen, das wir wieder erlernen müssen und in allen unseren Gemeinden pflegen und praktizieren sollten.

Eucharistie als Sammlung der ganzen Gemeinde
Vielleicht ist es in diesem Zusammenhang angebracht, an den altchristlichen Brauch zu erinnern, der bei uns bis ins 19. Jahrhundert hinein in Geltung war und der in der Ostkirche bis heute in Kraft ist, dass nämlich in jeder Gemeinde am Sonntag nur eine Eucharistie als Versammlung der ganzen Gemeinschaft gefeiert wurde. Dahinter steht die Glaubensüberzeugung, dass die Feier der Eucharistie am Sonntag der Sammlung der Gemeinde und nicht ihrer Zerstreuung – gleichsam ihrer „Diaspora“ – dienen soll.
Uns auf diese alte Tradition zurückzubesinnen und sie situationsgerecht und pastoral verantwortet zu erneuern, könnte eine Herausforderung der pastoralen Situation sein, in der wir heute stehen. Denn sie würde es ermöglichen, dass in mehr Gemeinden am Sonntag Eucharistie gefeiert werden kann und dass die eucharistische Solidarität unter den einzelnen Gemeinden gefördert wird. Die Eucharistie ist und bleibt das Herz der Kirche. Hier nämlich hat Gott uns mit seinem Sohn sein Herz geschenkt. Er hat es sich in ihm öffnen lassen, sodass uns in jeder Eucharistie Gottes Herz in besonderer Weise offensteht. Das Herz des Herrn ist zwar durchstoßen, aber nicht tot. Es schlägt und lebt. An Jesu Herz können wir Gottes Herz schlagen hören. Und was schlägt es? Es schlägt Liebe für uns, versöhnende, heilende, erlösende, rettende Liebe.
Glauben heißt: darauf Antwort geben, mit sich, nicht nur mit dem Mund, sondern mit seinem eigenen Leben. Die Eucharistiefeier endet ja nicht mit dem Schlusslied der hl. Messe. Auch nicht mit dem Auszug des Priesters. Eucharistie bedeutet, sich in die Welt senden zu lassen und zu einem Zeugen Jesu Christi zu werden. Die Eucharistie zu empfangen bedeutet, anderen Menschen davon erzählen zu wollen: Es gibt Gott, und er ist gut. Gott will mit uns Menschen das Leben und den Alltag teilen. Christus hat seinen Platz nicht nur am Sonntag in der Kirche, sondern in allen Bereichen unseres Lebens. In Familie und Beruf, in Arbeit und Erholung hat er seinen Platz. Ihm gehört nicht nur eine Stunde am Sonntag, ihm gehört jede Stunde, rund um die Uhr.
Wenn wir also die hl. Eucharistie wirklich feiern wollen, dann müssen wir uns mit Christus liebend dem Vater übergeben. Das ist der Sinn der Eucharistie. Wer sich aber mit Christus Gott übergibt, braucht keine Angst zu haben. Er verliert nicht sein Leben! Er verliert auch nicht sich selbst! Er gibt sich auch nicht auf und geht auch nicht leer aus! Vielmehr erhält er alles – wie Christus. Wer die Gemeinschaft mit dem ewigen Gott sucht, der wird von ihm auch nicht fallengelassen. Der wird – wie Jesus am Kreuz – erfüllt mit österlicher Herrlichkeit, mit österlichem, göttlichem Leben. Genau das geschieht auch mit uns. Indem wir ihn in der hl. Kommunion empfangen, werden wir beschenkt mit Gottes ewigem Leben, dem Unterpfand der kommenden Herrlichkeit, dem Angeld des ewigen Lebens.
Deshalb können Christen am Sonntag von Anfang an nicht ohne die Feier der hl. Eucharistie sein. Sie lässt sich durch keine andere gottesdienstliche Feier ersetzen. Die hl. Eucharistie, die wir am Sonntag feiern, will mit in die ganze Woche hineingenommen werden. Eucharistisch leben heißt, unser ganzes Leben zu einem Ausdruck unserer Hingabe an Gott und die Mitmenschen werden zu lassen. So findet die Feier der Eucharistie letztlich ihre Fortsetzung und Bewährung in der eucharistischen Sendung im Alltag.

Eucharistie und Sendung
Die Emmaus-Jünger etwa brachen „noch in derselben Stunde“ auf, nachdem sie beim Brechen des Brotes den Herrn erkannt hatten (Lk 24, 33), um von dem Erfahrenen, dem Gehörten und Gesehenen zu erzählen. Wer etwas so Kostbares empfängt, will davon berichten. Wem etwas Gutes widerfährt, will anderen zum Zeichen werden und wiederum Gutes tun. So erweckt auch heute die Begegnung mit Christus in der Eucharistie in der Kirche und in jedem Christen den Drang zum Zeugnisgeben und zur Evangelisierung. Deshalb dürfen wir auch nicht unsere gottgegebenen Talente vergraben (Mt 25, 14- 30), wie der Herr mahnt. Vielmehr ist jede und je- der dazu aufgerufen, als Glied des Leibes Christi Verantwortung zu übernehmen, sich zu engagieren und seine Stärken und Gnadengaben unter „Leitung des Hauptes“ (Christus) seinen Mitmenschen zugutekommen zu lassen. Möglichkeiten dazu gibt es in Hülle und Fülle.
Weil „vor allem [durch] die heilige Eucharistie … jene Liebe mitgeteilt und genährt [wird], die sozusagen die Seele des gesamten Apostolates ist“ , bleibt es durch alle Zeiten hindurch notwendig, dass wir uns als katholische Christen immer und immer wieder zur Eucharistie am Sonntag versammeln. Dort werden wir als seine Kirche, als Leib Christi, aufgebaut. Als Kirche, als Gemeinde leben wir vom Altar, d.h. von Christus, her. Und nur wo dies geschieht, werden Glaube und Kirche in Zukunft wachsen, werden wir eine einladende, diakonische Kirche sein können, die für die Menschen unserer Tage lebensrelevant ist. Warum? Weil wir dann nicht mehr uns selber bringen, sondern IHN, in dem alles Heil und Leben beschlossen liegt. Deshalb: Herr, zeige uns Deinen Weg und lass ihn uns mit Dir gehen!

Dazu segne und behüte Sie der Dreieinige Gott, + der Vater und + der Sohn und + der Heilige Geist. Amen.

Ihr
+ Rainer Maria Card. Woelki Erzbischof von Köln

Dieser Hirtenbrief ist am ersten Fastensonntag (10. März 2019) in allen Hl. Messen einschließlich der Vorabendmesse zu verlesen.

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Botschaft von Papst Franziskus zur österlichen Bußzeit 2019

Posted by michaelcziba - 6. März 2019

„Die Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes“ (Röm 8,19)

Liebe Brüder und Schwestern,
jedes Jahr schenkt Gott durch die Mutter Kirche seinen „Gläubigen die Gnade, das Osterfest in der Freude des Heiligen Geistes zu erwarten“. Er ruft uns „zur Feier der Geheimnisse, die in uns die Gnade der Kindschaft erneuern“, und führt uns „mit geläutertem Herzen […] zur Fülle des Lebens durch unseren Herrn Jesus Christus“ (Präfation für die Fastenzeit I). Auf diese Weise können wir von einem Osterfest zum nächsten der Vollendung der Erlösung entgegengehen, die wir bereits durch das Paschamysterium Christi empfangen haben: „Denn auf Hoffnung hin sind wir gerettet“ (Röm 8,24). Dieses Heilsgeheimnis, das in uns schon im irdischen Leben am Werk ist, ist ein dynamischer Prozess, der auch die Geschichte und die gesamte Schöpfung umfasst. Der heilige Paulus sagt sogar: „Die Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes“ (Röm 8,19). Vor diesem Hintergrund möchte ich ein paar Anstöße zum Nachdenken geben, die unseren Weg der Umkehr während der nächsten Fastenzeit begleiten sollen.

1.Die Erlösung der Schöpfung

Als Höhepunkt des Kirchenjahres ruft uns die Feier des Ostertriduums vom Leiden, vom Tod und von der Auferstehung Christi jedes Mal dazu auf, die Vorbereitung darauf in dem Bewusstsein zu leben, dass unsere Gleichgestaltung mit Christus (vgl. Röm 8,29) ein unermessliches Geschenk der Barmherzigkeit Gottes ist.
Wenn der Mensch als Kind Gottes, als erlöste Person lebt, die sich vom Heiligen Geist leiten lässt (vgl. Röm 8,14) und das Gesetz Gottes – angefangen bei dem Gesetz, das schon in sein Herz und in die Natur eingeschrieben ist – zu erkennen und in die Praxis umzusetzen weiß, dann wird er auch der Schöpfung Gutes tun und an ihrer Erlösung mitwirken. Darum ist es der sehnliche Wunsch der Schöpfung – so sagt Paulus –, dass Gottes Söhne und Töchter offenbar werden, das heißt, dass diejenigen, die bereits die Gnade des Paschamysteriums Jesu empfangen haben, dessen Früchte in ihrer Fülle leben. Sie sind nämlich dazu bestimmt, ihre vollkommene Reife in der Erlösung des menschlichen Leibes selbst zu erlangen. Wenn die Liebe Christi das Leben der Heiligen – Geist, Seele und Leib – verwandelt, dann lobpreisen sie Gott. In ihrem Gebet, in der Betrachtung und Kunst beziehen sie dabei auch die Geschöpfe mit ein, wie es der „Sonnengesang“ des Franz von Assisi (vgl. Enzyklika Laudato si’, 87) wunderbar zeigt. Doch in dieser Welt ist die durch die Erlösung geschaffene Harmonie noch immer und ständig von der negativen Kraft der Sünde und des Todes bedroht.

2. Die zerstörerische Kraft der Sünde

Wenn wir nicht als Söhne und Töchter Gottes leben, ist unser Verhalten unserem Nächsten und den anderen Geschöpfen – aber auch uns selbst – gegenüber oft zerstörerisch, da wir mehr oder weniger bewusst davon ausgehen, von allem nach unserem Belieben Gebrauch machen zu können. Dann gewinnt die Unmäßigkeit die Oberhand und führt zu einer Lebensweise, die jene Grenzen verletzt, die zu respektieren unser Menschsein und die Natur von uns verlangen. Wir geben den ungezügelten Wünschen nach, die im Buch der Weisheit den Ungläubigen zugeschrieben werden, beziehungsweise denen, die weder Gott zum Bezugspunkt ihres Handelns nehmen, noch eine Hoffnung für die Zukunft haben (vgl. 2,1–11). Wenn wir uns nicht ständig nach dem Osterfest ausrichten und die Auferstehung als Ziel vor Augen halten, dann ist klar, dass sich am En- de die Logik des Alles-und-sofort und des Immer-mehr-haben-Wollens durchsetzt.
Die Ursache von allem Bösen ist, wie wir wissen, die Sünde. Seit ihrem ersten Auftreten unter den Menschen hat sie die Gemeinschaft mit Gott, mit den anderen und mit der Schöpfung, der wir vor allem durch unseren Leib verbunden sind, unterbrochen. Durch den Bruch der Gemeinschaft mit Gott wurde auch die Harmonie des Menschen mit der ihm zugedachten Umwelt gestört, sodass der Garten zu einer Wüste wurde (vgl. Gen 3,17–18). Es handelt sich dabei um jene Sünde, die den Menschen dazu führt, sich für den Gott der Schöpfung zu halten, sich als ihr absoluter Herrscher zu fühlen und sie nicht zu dem von Gott bestimmten Zweck zu nutzen, sondern nur im eigenen Interesse und auf Kosten der Geschöpfe und der Mitmenschen.
Wenn das Gesetz Gottes, das Gesetz der Liebe, aufgegeben wird, setzt sich das Gesetz des Stärkeren gegen den Schwächeren durch. Die Sünde, die im Herzen des Menschen wohnt (vgl. Mk 7,20–23) – sie drückt sich in der Begierde, im Verlangen nach unmäßigem Wohlstand, in der Gleichgültigkeit gegenüber dem Wohl der anderen und häufig auch gegenüber dem eigenen Wohl aus –, führt zur Ausbeutung der Schöpfung, der Menschen und der Umwelt in einer unersättlichen Gier, für die jeder Wunsch zu einem Recht wird und die früher oder später auch den zerstören wird, der von ihr beherrscht wird.

3. Die heilende Kraft von Reue und Vergebung

Daher ist es für die Schöpfung so dringend notwendig, dass die Söhne und Töchter Gottes, all jene, die „neue Schöpfung“ geworden sind, offenbar werden: „Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden“ (2 Kor 5,17). Durch ihr Offenbarwerden kann nämlich auch die Schöpfung selbst „Ostern feiern“, sich dem neuen Himmel und der neuen Erde öffnen (vgl. Offb 21,1). Der Weg auf Ostern hin ruft uns eben dazu auf, unser christliches Angesicht und unser christliches Herz durch Reue, Umkehr und Vergebung zu erneuern, damit wir den ganzen Reichtum der Gnade des Paschamysteriums leben können.
Diese „Ungeduld“, diese Erwartung der Schöpfung wird erfüllt, wenn die Söhne und Töchter Gottes offenbar werden, das heißt, wenn die Christen und alle Menschen diese „Geburtswehen“ der Umkehr entschlossen auf sich nehmen. Die gesamte Schöpfung soll gemeinsam mit uns „von der Knechtschaft der Vergänglichkeit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes“ (Röm 8,21). Die Fastenzeit ist sakramentales Zeichen dieser Umkehr. Sie ruft die Christen dazu auf, das Paschamysterium in ihrem persönlichen, familiären und gesellschaftlichen Leben stärker und konkreter Gestalt werden zu lassen, insbesondere durch das Fasten, Beten und Almosengeben.
Fasten bedeutet zu lernen, unsere Haltung gegenüber den anderen und den Geschöpfen zu ändern: von der Versuchung, al- les zu „verschlingen“, um unsere Begierde zu befriedigen, hin zu der Fähigkeit, aus Liebe zu leiden, welche die Leere unseres Herzens füllen kann. Beten, damit wir auf die Idiolatrie und die Selbstgenügsamkeit unseres Ichs verzichten lernen und ein- gestehen, dass wir des Herrn und seiner Barmherzigkeit bedürfen. Almosen geben, damit wir die Torheit hinter uns lassen, nur für uns zu leben und alles für uns anzuhäufen in der Illusion, uns so eine Zukunft zu sichern, die uns nicht gehört. So finden wir die Freude an dem Plan wieder, den Gott der Schöpfung und unserem Herzen eingeprägt hat: ihn, unsere Brüder und Schwestern und die gesamte Welt zu lieben und in dieser Liebe das wahre Glück zu finden.
Liebe Brüder und Schwestern, die „Fastenzeit“ des Sohnes Gottes war ein Eintreten in die Wüste der Schöpfung, um sie wieder zu dem Garten der Gemeinschaft mit Gott werden zu lassen, der sie vor dem Sündenfall war (vgl. Mk 1,12–13; Jes 51,3). In unserer Fastenzeit wollen wir den gleichen Weg noch einmal gehen, um auch der Schöpfung die Hoffnung Christi zu bringen, dass sie „von der Knechtschaft der Vergänglichkeit befreit werden [soll] zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes“ (Röm 8,21). Lassen wir diese günstige Zeit nicht nutzlos verstreichen! Bitten wir Gott um seine Hilfe, den Weg wahrer Umkehr einzuschlagen. Lassen wir den Egoismus, den auf uns selbst fixierten Blick hinter uns und wenden wir uns dem Ostern Jesu zu; unsere Brüder und Schwestern in Not sollen unsere Nächsten sein, mit denen wir unsere geistlichen und materiellen Güter teilen. So ziehen wir, wenn wir in unserem konkreten Leben den Sieg Christi über Sünde und Tod annehmen, seine verwandelnde Kraft auch auf die Schöpfung herab.

Aus dem Vatikan, am 4. Oktober 2018, dem Fest des heiligen Franz von Assisi

FRANZISKUS

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Der Pfarrgemeinderat berichtet: Wochenende zur Firmvorbereitung

Posted by Florian Seiffert - 3. Februar 2019

Von Freitag, 1.2. bis Sonntag, 3.2.2019 war der Pfarrgemeinderat im Tagungshaus des Erzbistums in Maria in der Aue, um das Firmkonzept neu zu beraten.

Der PGR in Maria in der Aue

Der PGR in Maria in der Aue

Wir starten mit dem Abendessen und einer Runde: Wie geht es uns gerade. (Das machen alle Referent*innen immer so – so auch Franz-Josef. Das macht es leichter, auf Störungen, Stimmungen und Bedürfnisse einzugehen.) Es folgt die erste Annäherung an das Thema Firmung und Heiliger Geist.
Der Tag klingt nach einer Liedmeditation bei einem Kaltgetränk gemütlich aus.

Der Samstag beginnt mit dem Frühstück und anschließendem Zeitungsbeten in der Kapelle. Jede*r hat einen Artikel oder eine Meldung aus einer Zeitung dabei, die uns Anlass für ein Bittgebet ist. Dann geht es schon weiter mit positiven und negativen Geistern und entsprechenden Worten. Um sich dem Heiligen Geist zu nähern, nähern wir uns also erstmal dem Wort GEIST.
Es folgen zwei Bibelstellen. Apostelgeschichte, Kapitel 2 (Pfingsten) und Johannes, Kapitel 9 (Heilung eines Blinden). Wir diskutieren den Heiligen Geist in diesen Bibelstellen und dann in unserem Leben mit Beispielen und was das für Folgen für uns hatte und hat.
Nach der Mittagspause, gibt es karge Freizeit (wir sind ja nicht zum Vergnügen hier), die ich für einen Spaziergang in den nassen Schnee, den Wald und ein paar Bilder nutze.
Der Nachmittag und Abend ist angefüllt von 7 Aufgaben, die jeweils in verschiedenen Zweierteams zu bearbeiten sind. So, dass jede*r alle Aufgaben einmal bearbeitet hat. Nach dem Abendessen fassen wir die umfangreichen Ausarbeitungen zusammen. Ich hatte das Thema ‚Werbung für die Firmung‘ zusammgengefasst. Deshalb dazu ein kurzer Überblick:

Formen: Wie soll eingeladen werden?

  • Mit Plakaten (3 Nennungen)
  • Mund zu Mund Propaganda (3)! Dazu: Persönliche Ansprache beim Firmjahrgang (1).
  • Werbestände auf der Straße! (2)
  • QR-Codes in den Schulen (4)
    Aber ist das praktikabel? a) QR-Code in Schule ist nicht praktisch. Eher auf Plakaten (1). b) Wenn die Schulen das mitmachen – warum dort keine QR-Codes? (1)
  • QR-Codes in der Sakristei (1)
  • QR-Codes in den Pfarrheimen (1)
  • QR-Codes in den Schaukästen (1)
  • Werbung in KREUZundQUER (2)
  • Ein persönlicher Brief, mit einem QR-Code, wo die detailierten Infos drin stehen. QR-Code macht neugierig. Verschmelzung von alten und neuen Kommunikationsmitteln. Zusätzlich Werbung im Internet (1).
  • Auf der Homepage (2)
  • Abhängig vom Konzept: Anschreiben der Firmlinge via persönlicher Brief oder mit Postkarte. Einladung via „Mailverteiler Messdiener“, „Mailverteiler Pfadfinder“. WhatsApp [Anmerkung von Florian: WhatsApp ist für kirchliche Arbeit vom kirchlichen Datenschutz verboten, weil WhatsApp ungefragt Adressen von Menschen zu Facebook hochlädt, die das vielleicht nicht wollen!] (1).

Zielgruppe: Wen sollen wir einladen?

  • Jugendliche!, Erwachsene eher nicht. Mindestalter 16 (aber die Altersgrenze bitte gnädig auslegen! 15,9 muss auch noch gehen, bei guten Gründen) (2)
  • Mindestalter 14 (1) Abhängig vom Firmkonzept.
  • Schon die Jugendlichen, aber durch den Internetauftritt, können z.B. auch Erwachsene die noch nicht gefirmt sind, die Einladung erreichen (auch so formulieren)
  • Alle ab dem 15./16. Lebensjahr.
  • Mindestalter 16 Jahre – Besondere Interessenten die jünger sind, nach extra Gespräch zulassen. Das Gespräch soll deutlich machen, wie wichtig den Jugendlichen das Thema ist.

Inhalt: Was soll in unserer Ansprache zum Ausdruck kommen?

  • Gemeinschaftserleben (2),
  • Vollendung der Aufnahme in die Christenheit durch Taufe, Erstkommunion und Firmung (1).
  • Eigenverantwortung für den Glauben (2).
  • Das bisherige Einladungs-Plakates so lassen, aber den Text modifizieren! Veröffentlichung: 2-3 Monate vor dem Start der Firmvorbereitung.
  • Beginnen sollte der Brief mit einem, für Jugendliche, besonders ansprechenden Schlagwort, um die Neugierde zu wecken, dann der QR-Code.
  • Sich auf den Weg machen mit anderen, seinen Glauben weiter zu finden/entdecken/festigen zu können. Möglichkeit Gemeinde/Gruppierungen kennenzulernen.

Wann: Wieviel Vorlauf braucht die Werbung vor dem ersten Infoabend?

  • Einen Monat (1)
  • Ein halbes Jahr und wiederholt drei Monate vorher (1)
  • Kurze Vorlaufzeit, maximal 8 Wochen. Günstigen Zeitpunkt wählen (Nicht vor Ferienbeginn).
  • 2-3 Wochen vorher. In KREUZundQUER wohl schon früher – Redaktionsschluß beachten (1)
  • Ankündigug Schaukästen, KREUZund QUER, Homepage 6 Monate vorher
    Erinnern evtl. über Verteiler, in den Gottesdiensten 2 Wochen vorher (1).

Nonverbale Formen: Woran sollen interessierte Menschen erkennen, dass es sich bei dem Wirken des Heiligen Geistes nicht nur um frommes Gerede handelt? Wie müsste unser Auftreten auch nach außen sein?

  • An ihren TATEN soll man sie erkennen! Christen sollen erlöst aussehen! Jeden Tag eine gute Tat! (1)
  • Das Gesagte Vermittelte/Vorleben. Engagement zeigen (2)
  • Handeln, Interesse zeigen, auch um den Jugendlichen, positive Stimmung mitzugeben (z.B. Lächeln), nicht weggucken.

Auch der Samstag endet mit dem Abendgebet in Form eines Schriftgespräches zu Numeri Kapitel 11 und einem sehr schnellen Kaltgetränk.

Früh am Sonntag (es ist noch dunkel), beten wir das Morgengebet der Kirche, die Laudes. Es folgt das Frühstück und die Heilige Messe mit dem Blasiussegen, die wir zusammen in der Kapelle feiern.
Wir diskutieren nun die Ergebnisse und Zusammenfassungen von gestern unter dem Thema: ‚Was machen wir jetzt?‘ Umstritten ist, ob Firmlinge ab 16 mit einem persönlichen Brief eingeladen werden sollen. Wir entscheiden uns in einer Abstimmung dagegen. Und wir diskutieren, ob es (auch) einen Crashkurs als Firmvorbereitung geben soll und wenn ja wie.
Die erneute Runde: „Wie geht es mir, wo stehe ich?“, rundet die inhaltliche Arbeit ab (das macht der Referent immer, um zu sehen: Hurra, allen geht es besser! Dann freut er sich! – So auch Franz-Josef).
Mit dem gemeinsamen Mittagessen beenden wir das Wochenende und fahren nach Hause.

Florian Seiffert, Pfarrgemeinderat

Siehe auch:

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Festschrift Schützen Flittard

Posted by Florian Seiffert - 24. Januar 2019

Die Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft Köln Flittard feiert im Jahr 2019 ihre 425tes Grundungsjubiläum.

Der Vorstand legt dazu eine Festschrift vor.

Festschrift Flittard 2019

Festschrift Flittard 2019

Festschrift klein

Festschrift klein

Ein herzliches Dankeschön geht an die Autoren und Herausgeber: Thomas Schmitz und Bruno Odenthal.
Ein herzliches Dankeschön geht an alle Inserenten und die Autorinnen und Autoren der Grußworte.

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