Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Archive for the ‘Artikel’ Category

Der Ehrenamtspreis 2018 der Stadt Köln geht an Manfred Hebborn!

Posted by Florian Seiffert - 19. Juli 2018

Bruno Odenthal vom Bürgerverein Flittard informiert:

Manfred Hebborn 2010

Manfred Hebborn 2010

Unser Schützenbruder und Leiter der Naturschutzgruppe im Bürgerverein Flittard, Manfred Hebborn, wird in diesem Jahr mit dem Ehrenamtspreis „KölnEngagiert 2018“ ausgezeichnet. Er ist seit seiner Kindheit ein Naturkundler. Mit Fernglas und Fotoapparat ist er getreu seinem Motto „Mit offenen Augen und Ohren durch die Natur“ unterwegs. Was man nicht kennt, kann man nicht schützen. Für ihn bedeutet Naturschutz, die Natur kennenzulernen. Manfred Hebborn informierte bei mehr als 330 ehrenamtlichen Führungen interessierte Kölner Bürgerinnen und Bürger über Artenvielfalt und den Schutz von Flora und Fauna im Naturschutzgebiet „Flittarder Rheinaue“, im Stammheimer Schlosspark sowie im „Mädchenbusch“ östlich der B8.
Den Preis bekommt Manfred überreicht von der Oberbürgermeisterin Henriette Reker und der diesjährige Ehrenamtspatin, der Journalistin und Moderatorin Sabine Heinrich, am 2. September 2018 im Rahmen des 19. Kölner Ehrenamtstages im Historischen Rathaus.
Die Schützenbruderschaft gratuliert ihm ganz herzlich und wünscht ihm noch viel Freude und viele Erfolge bei seiner ehrenamtlichen Arbeit!

Weitere Informationen über Manfred Hebborn findet man hier:
http://www.koeln-flittard.de/koepfe/hebborn.htm

Der Vorstand

Siehe auch:

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Pfarrer i. R. Rolf Schneider wird 80 Jahre alt

Posted by Florian Seiffert - 18. Juli 2018

Pfarrer Rolf Schneider mailt uns:

Pfarrer Rolf Schneider

Pfarrer Rolf Schneider

Am Dienstag, dem 18. September feiert Pfarrer i. R. Rolf Schneider seinen 80. Geburtstag. Dazu möchte er folgenden Kommentar abgeben:

Das Ereignis lässt sich nicht vermeiden, und am liebsten würde ich mich für eine Woche nach Maria Laach absetzen. Aber das geht wohl nicht, weil ich fast 50 Jahre hier vor Ort bin. So habe ich vor, an diesem 18. September in St. Mariä Geburt um 10.00 Uhr eine heilige Messe zu feiern, bei der auch der Kirchenchor von Stammheim singt. Anschließend lade ich zu einem Empfang in der Schützenhalle an der Egonstraße ein. Jeder der möchte kann dorthin kommen! Ich werde keine einzige Einladung schicken und meine Gäste auf sehr einfache Weise bewirten: Es gibt eine deftige Kartoffelsuppe und einige hundert Schnittchen, natürlich reichlich zu trinken, was so üblich ist: Bier, Wein, Limo, Wasser und entsprechende Mischgetränke. Sekt mag ich nicht; deshalb gibt es auch keinen.
Ich danke jetzt schon den Helferinnen der Frauengemeinschaft, die sich um die Bewirtung kümmern wollen, und all denen, die Besinnliches oder/und Lustiges zu der Feier beitragen werden. Ich danke auch den Schützen, die entgegen ihren Regeln (Halle an Private nur am Wochenende!) mir die Halle an diesem Tag zur Verfügung stellen.

Wer sich den Kopf für Geschenke zerbricht: Sehr einfach, mit 80 hat man im materiellen Bereich alles, was man braucht. Ich trenne mich jetzt schon von Vielem, damit die Erben weniger Arbeit haben, wenn sie das Erbe antreten. Meine Bitte: eine Spende für das ökumenische „Café Lichtblick & mehr“, das personell stark von unserer Gemeinde mitgetragen wird, in den Finanzen zu gut wie gar nicht. Das Café bedeutet für Viele hier Lebensqualität.

Für alle, die sich Gedanken machen über mein Rentnerdasein: Ich zelebriere an über 200 Tagen im Jahr, ca. die Hälfte im Herz-Jesu-Stift in Dünnwald, die andere Hälfte in der Pfarrei und tummele mich in mehreren Vereinen und natürlich kümmere ich mich nach wie vor um meine Bienen und den sie umgebenden Garten.

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Flüchtlingsunterkünfte – so sieht’s aus 2018

Posted by Florian Seiffert - 16. Juli 2018

Norbert Gröger war für KREUZundQUER und für den Pfarrgemeinderat bei der Besichtigung der Flüchtlingsunterkünfte Am Haferkamp in Stammheim. Die Stadt Köln hatte netterweise einen Besichtigungstermin angeboten.

poster

poster

Norbert berichtet:

Die mobilen Wohneinheiten bieten Platz für bis zu 320 Personen. Aufgrund der aktuellen Entwicklung der Flüchtlingszahlen wird die Unterkunft nur mit etwa 210 -220 Personen belegt.

Die Unterkunft besteht aus vier Baukörpern mit insgesamt 50 abschließbaren Wohneinheiten für 4 (24 qm), 8 (50 qm) oder 12 (63 qm)Personen,
sowie Lager-, Aufenthalts- und Begegnungsräumen. Es wurde darauf Wert gelegt, dass die einzelnen Familien in einer Wohneinheit untergebracht sind, worin sie sich selber versorgen.

Mobiliar wird gestellt. Sämtliche Haushaltsutensilien müssen sie selber anschaffen.
In jeder Wohneinheit stehen: 1 Waschmaschine, 1 Trockner, 1 Kühlschrank, 1 Herd, 1 Spüle und 1 Vorratsschrank zur Verfügung. Zusätzlich gibt es pro Person: 1 Bett, 1 Stuhl, ½ Kleiderschrank, ¼ Tisch. In jeder Wohneinheit sind: eine Dusche, 1 Waschbecken und 1 WC. In Wohneinheiten ab 8 Personen stehen zusätzlich noch ein Waschbecken und ein WC mehr zur Verfügung.

Es werden Familien, teilweise Großfamilien mit bis zu 10 Personen und 20 alleinreisende Männer hier eine neue Unterkunft finden. Insgesamt sind über 50% Kinder. Diese Menschen kommen aus: Syrien, Iran, Irak, Afghanistan und Nigeria
Die neuen Bewohner kommen fast 1:1 vom Luzernerweg.
Im späteren Betrieb wird außerhalb der Dienstzeiten ein privater Securitydienst für die Sicherheit sorgen.

Am Ende der zweistündigen Besichtigung zählte der eigens für diese Veranstaltung eingesetzte Securitydienst mehr als 200 Besucherinnen und Besucher. Die Resonanz war teilweise sehr positiv, es gab aber auch viele negative Äußerungen

Danke Norbert!

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Die letzte Heilige Messe in St.Johannes Evangelist 2018

Posted by Florian Seiffert - 14. Juli 2018

Ich war bei den Abstimmungen dabei, als wir im Pfarrgemeinderat (PGR) die Schließung von St.Johannes Ev. beschlossen haben. Ich war dafür. Es gab für mich keine Alternative. So fühle ich mich verpflichtet, auch zum letzten Gottesdienst vor Ort zu sein. Mit mir sind vom PGR acht Mitglieder da. Das ist super. Pfarrer Cziba zelebriert, Pfarrer Filler ist auch gekommen, viele Messdienerinnen und Messdiener machen den Gottesdienst noch ein bisschen feierlicher. Im Kirchenschiff dominieren die weißen und grauen Haare.

Abschied, St. Johannes Ev.

Abschied, St. Johannes Ev.

Die Lieder zur letzten Heiligen Messe sind sorgfältig gewählt, scheint mir: „Mir nach spricht Christus, unser Held, … nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach.“
Das passt gerade. Kreuz, Ungemach, Wandel.
Pfarrer Cziba macht am Evangelium deutlich, dass wir heute viel, viel besser ausgerüstet sind, als die Apostel auf ihrer ersten Mission, um die Menschen mit Gott bekannt zu machen. Wir brauchen Kirchen eigentlich nicht. Sie sind Mittel zum Zweck. Jesus und seine Apostel hatten keine Kirchen, brauchten sie nicht! So tut uns der Verlust von St.Johannes zwar weh – es ist auch ohne Zweifel eine schöne Kirche – aber unser Seelenheil hängt nicht daran. Die Gottesdienste von St.Johannes Ev. ziehen um nach St.Mariä Geburt, so beten wir an einem anderen Ort weiter. Wir werden uns daran gewöhnen (müssen).

Ich frage mich, wie konnte es dazu kommen? Warum müssen wir Kirchen schließen? Ich denke, es liegt an mir und Dir, am Volk Gottes. Es liegt nicht am Pfarrer, nicht am Kirchenvorstand, nicht am Pfarrgemeinderat. Die sind nur die Überbringer der schlechten Nachricht. Aber der Kern ist, dass es nicht mehr genug Menschen gibt, die in die Heiligen Messen kommen, die gläubig sind, es wächst nicht genug nach, es blüht und wächst einfach nicht in der Kirche – im Moment jedenfalls. Das bedeutet weniger Kirchensteuereinnahmen, weniger im Haushalt der Pfarreien, weniger Möglichkeiten alle Gebäude zu erhalten. So müssen wir unsere Gebäude den Einnahmen anpassen. Jetzt trifft es die erste Kirche bei uns.

Wir singen zum Abschluss: „Meine Zeit steht in Deinen Händen, nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in Dir.“
Das hört sich doch sehr gut an.

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Kölner Stadtanzeiger berichtet vom Schützenfest Flittard 2018

Posted by Florian Seiffert - 12. Juli 2018

Der Kölner Stadtanzeiger berichtet vom Schützenfest Flittard 2018, wie folgt:

Artikel KStA U.Schäfer

Artikel KStA U.Schäfer

An dumont.de ein herzliches Dankeschön für die Lizenz, diesen Artikel für die Schützenbruderschaft zu veröffentlichen.

Anmerkung: 1969 gab es schon einmal Vater (Hans Kühle) und Sohn (Herbert Kühle), die König und Jungschützenkönig wurden. Marco und Marlon liegen also auf einem ehrenvollen zweiten Platz.

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Der Pfarrgemeinderat berichtet: Konzept 2035

Posted by Florian Seiffert - 11. Juli 2018

Pfarrhaus St.Hubertus.
Lenkungsausschuss 2035
Sitzung am 10.07.2018 – 16:30h bis 19:05h

Anwesend sind die Teams Architekt Duda, Erzbischöfliches Generalvikariat (eGV), Kirchenvorstand (KV), Pfarrgemeinderat (PGR), Pfarrer Michael Cziba.

Wir gehen die Standorte durch. Wie immer hat Thomas Duda eine 1A-Präsentation vorbereitet. (Dankeschön!)

Wir müssen bei einem Neubau in St.Mariä Geburt ca. 16 Autostellplätze schaffen (die genaue Zahl wird mit der Stadt Köln verhandelt), wenn wir ein neues Pfarrzentrum in St.Mariä Geburt bauen. Es gibt zwei Möglichkeiten. A) Eine Tiefgarage (teuer, nimmt uns Kellerräume) oder wir bauen B) einen Parkplatz auf dem Grundstück schräg gegenüber, Salvatorstraße 3. Der Lenkungsausschuss ist für B). Das macht die Lösung preiswerter, das Zentrum mehr zum Zentrum und mehr Räume im Keller bieten dann mehr Möglichkeiten. Im Pfarrzentrum gibt es keine Wohnungen. Wenn Pfarrer Cziba zum Pfarrzentrum umzieht, wird er eine Wohnung nebenan nehmen, die wohl im Sommer 2019 frei wird.
Der Lenkungsausschuss spricht sich eindeutig dafür aus, ein Pfarrzentrum in St.Mariä Geburt zu errichten. Stammheim liegt zentraler in der Pfarrei und auch in einem „Sendungsraum Rechtsrheinisch“ (falls es dazu kommt). Und: St.Mariä Geburt ist eine Wallfahrtskirche, wo Räume bei der Kirche mehr gebraucht werden, als z.B. in St.Hubertus (Randlage).
Architekt Thomas Duda stellt eine Ideenskizze für ein neues Pfarrzentrum vor. Was kann man bauen, welche Räume kommen wo unter? So könnte es werden: Foyer, großer teilbarer Saal, Bücherei/Bibliothek (KÖB) , Küche, Toiletten im Erdgeschoss. Pfarrbüro, Büro des Pfarrers, Archiv im ersten Stock, Gruppenräume im zweiten Stock. Balkon oder Terrasse. Ein Fahrstuhl, damit das Pfarrbüro behindertengerecht erreichbar ist.
Hört sich alles gut an. Details müssen genauer geplant werden.

Für St.Hubertus gibt es mehrere Lösungen, die diskutiert werden. Die Fakten sind: Im Bebauungsplan sind soziale Einrichtungen beim alten Pfarrheim (Hubertusstr. 4) und beim neuen Pfarrheim (Pützlachstraße 7) vorgesehen. Die Räume, die wir für das Pfarrleben an St.Hubertus brauchen, könnte dort oder inklusive Bücherei/Bibliothek (KÖB) auch im Pfarrhaus untergebracht werden, da Pfarrerwohnung und Pfarrbüro ja nach Stammheim umsiedeln werden. Es ist auch ein Neubau am Pfarrhaus vorstellbar, der den Anbau aus den 1970er Jahren ersetzt und z.B. die Bücherei/Bibliothek enthält. Es ist auch ein Umzug der Bücherei/Bibliothek vorstellbar, das Erdgeschoss des alten Pfarrheims könnte dann Wohnung werden. Auch das neue Pfarrheim könnte durch einen Wohnungsneubau ersetzt werden.
Was hier möglich und wünschenswert ist, wird noch weiter diskutiert.

Für St.Pius X. ist zur Zeit keine Diskussionsnotwendigkeit vorhanden. Die syrisch-orthodoxe Gemeinde hat sich nach dem Treffen im Mai noch nicht geäußert. Wir hoffen aber zeitnah von Ergebnissen eines heutigen Treffens beim eGV zu erfahren. Wie es dann weitergehen, wird man dann sehen. Fest steht nichts!

Nach der letzten Heiligen Messe in St.Johannes Ev. am 14.07.2018 um 16Uhr, wird die Kirche geschlossen. Das ermöglicht schon mal die Einsparung von ca. 20.000€ Heizkosten. Nach einem Jahr würden wir dann versuchen die Profanierung (Entweihung) beim eGV einzuleiten. Danach käme ein Verkauf und Abriss in Frage. Am Standort St.Johannes mit OT, Kindergarten, Essensausgabe und Stadtteilbüro, wollen wir als Pfarrei weiter vertreten sein. Der Kindergarten wird um die eine Gruppe, die aus St.Mariö Geburt kommt, erweitert. Vorstellbar ist eine Aufstockung des Kindergartens, was auch gleich die Probleme mit dem Dach lösen würde. Vielleicht via Anbau könnte auch das Stadtteilbüro mit Essensausgabe angeschlossen werden. Das würde die Miete, die wir für den jetzigen Standort zahlen einsparen.

Für St. Bruder Klaus ist die Abgabe der Pfarrheime notwendig und vorgesehen. Die Hauptnutzung der Pfarrheime geschieht nicht mehr durch kirchliche Gruppierungen. Eine Übernahme durch einen Trägerverein wäre die beste Lösung. Aber auch, wenn ein Trägerverein die Übernahme oder Teilübernahme nicht stemmen könnte, müsste sich die Pfarrei von den Gebäuden trennen. Ein Büro, die Bücherei/Bibliothek und Versammlungsräume könnten wohl in die „Seitenschiffen“ der Kirche integriert werden.

Der nächste Schritt ist eine Darstellung dieser Ausbaustufe des Konzepts 2035 beim erzbischöflichen Generalvikariat. Es soll abgestimmt werden, ob wir mit unseren Plänen weiter auf einem genehmigungsfähigen Weg sind. Dazu wird eine Präsentation erstellt, die Ulrich Koemm entwirft und die bis zum 5. August vorliegen soll. Sie wird von Architekt Thomas Duda ergänzt.

Das nächste Treffen des Lenkungsausschuss 2035 ist am 25.09.2018 um 16:30h im Pfarrhaus St.Hubertus.

Hinweis:
Die Pläne werden immer schärfer und konkreter. Sie sind aber nicht beschlossen und in Kraft. Sie sind allerdings Konsens im Lenkungsausschuss 2035. Nach meiner Einschätzung wird ein genehmigungsfähiger Gesamtplan mit den Gemeindevertretungen (GvO), dem Pfarrgemeinderat (PGR) und dem Kirchenvorstand (KV) diskutiert und beschlossen (oder eben nicht). Pfarrer Cziba hat eine Diskussion mit der Gemeinde zugesagt und das wird selbstverständlich zusammen mit den Gremien auch durchgeführt. Vielleicht bei einem Neujahrsempfang (da kommen mehr Menschen) oder bei einer eigens einberufenen Pfarrversammlung (da kommen erfahrungsgemäß weniger Menschen).
Wenn es Zustimmungen gibt (evtl. werden Änderungen aus den Gremien oder der Pfarrei noch eingebaut), geht es in die Runden der Genehmigungsverfahren mit dem eGV. Und erst, wenn für alle Teile eine Baugenehmigung vorliegt und die Finanzierung steht – dann und erst dann – ist es fest und wird dann auch so kommen bzw. gebaut werden.

Florian Seiffert, 11.07.2018

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Bitte lies mich – Teil 02

Posted by michaelcziba - 4. Juli 2018

Liebe Gemeindemitglieder. In der letzten Woche habe ich wenig über die Finanzierung und die Schwierigkeiten der Pfarrgemeinde geschrieben und endete mit dem Hinweis auf die Schließung von St. Johann Evangelist. Dazu nun mehr. Um diesen schmerzlichen Einschnitt der Schließung von St. Johann Evangelist zu Beginn der Sommerferien kommen wir nicht herum. Schon vor Jahren haben wir in den Gremien entschieden, aufgrund des Sanierungsbedarfs von St. Johann Evangelist und der fehlenden Bereitschaft des Erzbistums hierfür Gelder bereitzustellen, diese Kirche solange es geht als „Sommerkirche“ zu betreiben, und wenn es nicht mehr geht zu schließen. Auch wenn wir sie nach Ostern nochmal aufgemacht haben und dort in diesem Jahr auch unsere Erstkommunionfeiern stattfanden, werden wir sie nun doch schließen. Leider werden wir nicht bis Oktober warten können, da einige Verträge mit Versorgungsunternehmen nur endgültig gekündigt werden können, wenn wir die Kirche außer Dienst stellen. Im Gesamten wird uns diese Maßnahme gut 20.000 Euro bis 30.000 Euro einsparen. Aufgrund der Absprachen mit dem Erzbistum und den zur Zeit vorhandenen Denkmodellen würde St. Johannes abgerissen. Aber die Erfahrung der letzten Monate hat mich auch gelehrt, dass monatlich neue Informationen einlaufen und Pläne und Denkmodelle wieder neu angepasst und verändert werden müssen. Daher kann ich nicht, wenn ich ganz ehrlich bin, wirklich davon sprechen, dass es auch so kommt. Daher feiern wir die vorläufig letzte Messe am 14. Juli um 16.00 Uhr. Aufgrund dieser vielen Unwägbarkeiten haben wir auch immer noch keine wirklichen Modelle im Rahmen des Konzeptes 2035 (obwohl aufgrund der finanziellen Entwicklung wir eigentlich sagen müssten „Konzept 2020), die wir gemeinsam mit Ihnen diskutieren könnten, da bisher jede Idee wieder einkassiert und verändert werden musste. Es gibt viele mögliche Denkmodelle, aber bevor wir mit Ihnen darüber ins Gespräch kommen können, welche davon wirklich denkbar wären und welche wir mit Ihnen umsetzen können, müssen noch viele Fragen geklärt werden. Dabei stellte sich bisher immer wieder heraus: So geht es nicht. Daher auch meine Bitte: Nehmen Sie nicht jedes Gerücht als gegeben hin. Wenn es etwas greifbares gibt, werden wir dies bekanntgeben und mit Ihnen diskutieren. Es wird keine einsamen Entscheidungen des Pfarrers oder einiger weniger geben, ohne mit Ihnen darüber gesprochen zu haben.

Die Schließung von St. Johann Evangelist haben wir ja schon lange besprochen und vor ca. 6 Jahren das erste Mal auf den Neujahrsempfängen angedeutet und seitdem immer wieder besprochen und darauf hingewiesen, dass eine Schließung droht und zur Diskussion eingeladen (wenn auch die Beteiligung der Gemeinde gering war).
Jetzt ist es halt so weit. Aber davon wird die Welt und auch die Gemeinde nicht untergehen. Sie können alle davon ausgehen, dass der Kirchenvorstand und auch der Pfarrgemeinderat nicht einfach alles dicht machen, sondern nach Lösungen suchen, die sowohl die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde als auch die Erfahrbarkeit von Kirche vor Ort gewährleisten. Aber es wird nicht ohne Veränderung gehen. Das in den letzten Wochen immer wieder gehörte Argument: „Wenn nicht alles so bleibt, wie es ist – wird keiner mehr kommen und alle werden austreten.“; spielt nur den Totengräbern der Gemeinde in die Hände und schafft keine Zukunft. Kirche lebte in allen Zeiten immer wieder von Veränderung, und wird auch nur so überleben. Und es geht nicht ohne die Gläubigen, die bereit sind den Glauben in veränderten Zeiten zu leben und sich bewegen. Falls wir Christen dies nicht seit 2000 Jahren so machen würden, wären wir wahrscheinlich über die ersten 50 Jahre nicht hinausgekommen und schon lange nur noch eine Fußnote der Geschichte.
Leben wir also trotz allem oder vielleicht gerade trotz der schwierigen Bedingungen unseren Glauben in Freude und Überzeugung.

Ihr Pfarrer
Michael Cziba

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Bitte lese mich – Teil 01

Posted by michaelcziba - 27. Juni 2018

Liebe Gemeindemitglieder.
Es hat sich ja bestimmt schon herumgesprochen, dass die finanzielle Situation der Kirchengemeinde sehr bedenklich ist. In der letzten Ausgabe von Kreuz und Quer gab es ja schon einen Bericht zur Lage, der aber noch einige Fragen aufgeworfen hat, so dass ich mich über den Wochenpropheten und damit auch über das Netz an Sie wende, um einige Fragen, die vielleicht viele von Ihnen haben, zu beantworten. Die Beantwortung erfolgt dabei in zwei Schritten, da der Platz sonst nicht ausreicht und hoffe dabei auf Ihr Verständnis. Die Einnahmen unserer Gemeinde ruhen auf vier Säulen: Die Einnahmen aus den Erbpachtgeldern, die Kirchensteuerzuweisung durch das Erzbistum, die Zinserträge aus den Substanzkapitalien und die Kollektengelder. Während sich in den letzten Jahren bei den Erbpachtgeldern durch die vorgeschriebenen Anpassungen an die Entwicklung der Grundstückspreise ein kleines Mehr ergeben hat, haben die anderen drei Säulen deutliche Einbußen erlebt. Aufgrund der Entwicklung der Anzahl der Katholiken bekommen wir deutlich weniger Kirchensteuermittel zugewiesen, als noch im Jahre 2008. Die Zinserträge (wie wir ja alle selbst wissen) sind nicht mehr der Rede wert. Übrigens 70% der Einnahmen aus Erbpacht und Zinserträgen muss die Pfarrgemeinde an das Bistum abführen zur Unterstützung des allgemeinen Haushaltes. Die Kollektengelder, die für die Pfarrgemeinde bestimmt sind werden immer weniger, während zeitgleich alle Kollekten, die für Projekte außerhalb der Gemeinde bestimmt sind und abgeführt werden müssen, immer mehr steigen. Als dies zusammen führt dazu, dass wir weniger Geld zur Verfügung haben.
Als unser Erzbistum sein letztes großes Sparkonzept aufgelegt hat („Zukunft heute“ im Jahre 2008) wurde den Gemeinden vorgerechnet, wieviel Pfarrheime und Büroflächen sie noch haben dürfen. Da zu diesem Zeitpunkt die Einnahmen aus Erbpacht und Zinsen weit über den prognostizierten Kirchensteuermittel lagen, hatten die Kirchenvorstände damals entschieden, wir lassen alles so wie es ist. Wir können es uns ja leisten. Rückblickend gesehen ein wenig blauäugig, aber wer konnte damals schon wissen wie sich die Finanzmärkte entwickeln. Dazu kam dann noch das Problem der Finanzkontrolle.
Mit Beginn des Jahres 2009 führte das Erzbistum ein neues Buchungssystem ein, das leider dazu führte, das wir seitdem im „Blindflug“ unterwegs waren. Erst Ende 2017 wurden wir endlich einmal über die Finanzentwicklung unserer Gemeinde informiert. Zu diesem Zeitpunkt lagen dem Kirchenvorstand erstmals die Jahresabschlüsse der Jahre 2009 bis 2015 vor und damit auch eine verlässliche Entwicklungsprognose für die Zukunft. Es stellte sich heraus, dass wir seit Jahren über unsere Verhältnisse leben und angesparte Gelder ausgeben, die eigentlich für den Notfall gedacht sind. Wenn wir da nicht schnell gegensteuern werden wir in zwei bis drei Jahren wirklich kein Geld mehr haben. Seit zwei Jahren sind wir ja schon zusammen mit dem Erzbistum im Gespräch zur längerfristigen Entwicklung der Gemeinde und der damit einhergehenden Gebäudestruktur. Man kann sagen, wir haben rechtzeitig mit diesen Gesprächen angefangen, da wir momentan noch Spielraum für die Zukunft haben, aber es wird knapp. Daher müssen wir einige Maßnahmen durchführen, die Geld einsparen und uns damit ein wenig mehr Zeit verschaffen. Alle Ausgaben werden ab jetzt auf den Prüfstand gestellt, ob sie notwendig und unverzichtbar sind. Außerdem müssen wir einen weiteren schmerzhafte Einschnitt durchführen: Die Schließung von St. Johann Evangelist, aber darüber mehr in der nächsten Woche.

Ihr Pfarrer Michael Cziba

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Pressenotiz Schützenfest Flittard 2018

Posted by Florian Seiffert - 25. Juni 2018

Die St.Sebastianus Schützenbruderschaft schreibt zu jedem Schützenfest eine Reihe von Pressenotizen, um den Damen und Herren der Presse die Arbeit zu erleichtern.

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Warum sollten wir die Eucharistie irgend einem Menschen verweigern?

Posted by Florian Seiffert - 5. Juni 2018

Ein offener Brief zur Interkommunion.

Sehr geehrter Kardinal Müller, sehr geehrter Kardinal Marx, sehr geehrter Kardinal Woelki!

Als Laie möchte ich mir erlauben Ihnen einige Fragen stellen, die mich die letzten Wochen sehr nachdenklich gemacht haben. Ich schicke voraus:

  • Ich habe nicht Theologie studiert.
  • Ich gehe in der katholischen Kirche zur Kommunion.
  • Ich teile den Glauben, dass Jesus Christus nach der Wandlung wesentlich im eucharistischen Brot vorhanden ist.
  • Ich bin mit einer evangelischen Christin verheiratet.
  • Ich bin es gewohnt meinen Glauben vor dem Forum der eigenen Vernunft zu rechtfertigen [1].

Deswegen verstehe ich die Debatte um Interkommunion und die Schreiben der Bischofskonferenz bzw. Briefe u.a. von Kardinal Woelki und Kollegen nach Rom nur bedingt.

Warum darf eine evangelische Christin (Ich wähle hier die weibliche Form, es sind aber hier und im ganzen Text immer Frauen und Männer, hier also Christinnen und Christen gemeint.) nicht die Eucharistie in der katholischen Kirche empfangen? Was wird von ihr beschädigt, wenn sie es tut? Was passiert schlimmes, wenn sie es tut?

Wovor müssen wir hier wen beschützen?

Ich schließe mich gerne Bischof Peter Kohlgraf an und frage: “Denken wir eigentlich, wir müssten den lieben Gott beschützen, indem wir bestimmen, wer zur Kommunion gehen darf und wer nicht?“ [2]

Wenn wir Jesus Christus in der Kommunion nicht beschützen müssen, müssen wir dann die evangelische Christin beschützen? Im Ernst? Vor Jesus Christus?

Mir fällt kein guter Grund ein, warum hier wer vor wem beschützt werden muss! Ich habe viele Artikel und Kommentare zur Interkommunion seit Februar 2018 gelesen. Aber alle bleiben stehen bei dem Axiom: Sie ist verboten. Nur über die Breite der Ausnahmen wurde gestritten. Gerhard Ludwig Kardinal Müller sagt [3]: „keine sakramentale Gemeinschaft ohne kirchliche Gemeinschaft“ und ‚wenn das Prinzip der Einheit von sakramentaler Gemeinschaft und kirchlicher Gemeinschaft zerstört werde, „wird die katholische Kirche zerstört“, so Müller‘. Ja aber warum denn Herr Kardinal?

Sind wir Katholikinnen wirklich sicher, dass all die, die in katholischen Eucharistiefeiern zur Kommunion gehen das “richtige“ und “echte“ Verständnis von sakramentaler und kirchlicher Gemeinschaft haben? Und geht eine katholische Christin unerlaubt zur Kommunion, wenn sie das rechte Verständnis nicht hat und vielleicht “nur“ zum Altar geht, weil es ihr guttut und weil sie sich dann Christus nahe fühlt oder sogar nur, weil sie es schon immer so gemacht hat? Und was daran zerstört bitte die Katholische Kirche – d.h. die Gemeinschaft der Gläubigen?

Da muss doch der Eckstein massiv zerbrochen sein, wenn das (eventuell falsche) Eucharistieverständnis die katholische Kirche zerstören kann.

Kardinal Woelki sagt, es gehe “um Leben und Tod“ [4]. Wer stirbt, wenn er (unerlaubt) zur Kommunion geht? Wer lebt?

Meine Herren, übertreiben Sie nicht?

Ich glaube, dass Gott auf krummen Zeilen gerade schreiben kann. Ich glaube, dass der Empfang der Eucharistie allen Menschen gut tut, dass Jesus in allen Menschen durch die Eucharistie gutes tun und bewirken kann, gerade auch, weil er alle Menschen liebt und sie zu sich führen möchte. Da kommt es auf das richtige Verständnis nicht an! (Medizin wirkt auch, wenn wir nichts von Biochemie verstehen!) Wie klein muss der Heilige Geist gedacht werden, wenn er nur in uns wirkt, wenn wir die richtige Einstellung und das richtige Verständnis haben! Warum also sollten wir die Eucharistie irgend einem Menschen verweigern?

Im Kommunionhelferlehrgang [5] habe ich gelernt, dass Priester und KommunionhelferInnen niemandem die Kommunion verweigern dürfen, der vor ihnen steht. Dann und nur dann, wenn sie (oder er) aus der Kirche ausgeschlossen wurde und dies durch Aushang bekannt gemacht wurde, wird die Heilige Kommunion, die Eucharistie verweigert.

Als Beispiel wurde der Muslim Ali genannt der bei der Beerdigung seines Nachbarn zur Kommunion ging, weil alle das taten und Ali sich aus der Trauergemeinschaft nicht ausschließen wollte, schon aus Respekt vor seinem verstorbenen Nachbarn nicht. Ihm darf die Kommunion nicht verweigert werden und sie wurde ihm nicht verweigert.

Hatte Ali das richtige Verständnis der Eucharistie, der sakramentalen Gemeinschaft? Vielleicht ja! Das, was Herr Kardinal Müller darunter versteht, hatte er wohl eher nicht.

Ich glaube, Ali hat gut und richtig gehandelt und der Kommunionausteiler ebenfalls! Oder? Was hätte wer anders gemacht?

Ich möchte noch eine Geschichte aus dem Kommunionhelferinnenlehrgang fragend anschließen [5]. Im Mittelalter wurden übrig gebliebene konsekrierte Hostien, also die Heilige Kommunion an Kinder ausgeteilt, die vor der Kirche spielten. Wenn das rechtens war und ich glaube, dass es das war, warum sollte es heute Unrecht sein?

Wenn der in der Heiligen Kommunion anwesende Herr Jesus Christus, der mit dem allmächtigen Vater eins ist an evangelische Christen, Muslime, Hindus, …., an MENSCHEN ausgeteilt wird, was kann da bitte beschädigt oder zerstört werden, was kann daran Sünde sein?

Ich möchte noch einen Schritt weiter gehen. Die evangelischen Schwestern und Brüder auf der einen Seite und uns Katholiken auf der anderen trennt nach [1] das Verständnis der Eucharistie und das Papsttum. Wenn wir bei der Eucharistie bleiben, fällt mir auf, dass alle Artikel, Kommentare und Stellungnahme bei dem (unterschiedlichen) Verständnis stehen bleiben. Ist Jesus Christus wesentlich anwesend? Ist das Abendmahl (nur) ein Gedenken?

Warum gehen wir nicht weiter?

Ist das entscheidende bei Heiliger Kommunion und Abendmahl nicht, dass Jesus Christus in unser Herz kommt und dann liebevoll unser Handeln leitet oder sogar bestimmt? Ist es nicht das Wichtigste, dass wir uns ihm nahe fühlen, umarmt, wie von einer liebenden Mutter oder einem liebenden Vater? Getröstet, angenommen, erlöst?

Wenn wir nun nach Empfang von Abendmahl oder Kommunion so empfinden und handeln, ist es dann nicht (völlig) egal, wie Jesus Christus in unser Herz gekommen ist [6], [7]? Durch Kommunion oder durch Gedenken? Ist da der Unterschied zwischen Transsubstantiation und Konsubstantiation noch wichtig? Und wenn er wichtig ist, ist er wichtig für alle Christen (Menschen)?

Fällt die – so meine ich – größte Hürde auf dem Weg zur Einheit der Christen nicht weg, wenn wir uns erlauben zu denken, dass christliches Handeln das wichtigste ist nach dem Empfang der Kommunion bzw. nach Empfang des Abendmahles? Haben wir so lange auf Unterschiede beim Verständnis der Kommunion geschaut, dass wir nicht mehr sehen, dass die Wege dahinter wieder zusammenlaufen?

Oder andersrum: Was ginge verloren, wenn Christen zu allen Kommunionen von Katholiken, Evangelischen, Orthodoxen,… eingeladen und zugelassen wären? Muss es hier ein Richtig und Falsch geben? Und muss das Richtig immer beim eigenen Glauben liegen und das Falsch immer bei den anderen?

Papst Benedikt XVI. schrieb als Kardinal: Es gibt so viele Wege zu Gott, wie es Menschen gibt [8]. Karl Rahner sagte: Die Hölle ist leer [9].

Warum also ist die Frage der Kommunion, die Frage, wie Jesus Christus in unser Herzen kommt so, so wichtig? Wieso hat diese Frage (angeblich) die Kraft den Katholischen Glauben zu zerstören? Warum soll es hier um Leben und Tod gehen?

Mir kommt manchmal der Verdacht, dass es gar nicht um das Verständnis von Eucharistie und Abendmahl geht, sondern um Einfluss auf die Gläubigen. Welcher Hirte führt die Schafe? Wer hat mehr zu sagen? Wer weiß mehr Schafe hinter sich? Hat der Papst MEINER Meinung zugestimmt oder der eines anderen (Kardinals)?

Kann das sein? Könnte es darum in Wirklichkeit gehen? Und falls das so ist, ist das richtig?

Ich glaube, dass das Bild von Hirte und Schaf heute nicht mehr ganz genau passt. Um es klar zu sagen: Jesus Christus ist der gute Hirt. Gegen ihn bin ich ein (kleines, schwarzes) Schaf. Bei meinem Hirten Jesus Christus bin ich gut aufgehoben. Hier passt das Bild vom gutem Hirten und der Herde Schafe.

Lange Zeit in der Geschichte der Kirche traf das Bild auch hier unten auf der Erde zu. Papst, Bischöfe und Priester waren die Hirten, ihre Gemeindemitglieder waren Schafe. Der Pfarrer war (vielleicht neben dem Lehrer) der Einzige, der studiert hatte, der schon mal “in der Welt“ draußen war. Es war gut, wenn er seinen Gemeindemitgliedern sagen konnte, was richtig und falsch war und aus der Heiligen Schrift vorlesen konnte.

Aber heute? Praktisch alle können hier bei uns Lesen und Schreiben, sie sind unterrichtet im Denken. Viele haben studiert oder Ausbildungen abgeschlossen. Sie entscheiden selbst, was für sie gut und richtig oder böse und falsch ist. Sie übernehmen dafür die Verantwortung. Jemand, der das tut, ist kein Schaf mehr!

Ich glaube, ich bin kein Schaf und ich brauche keine menschlichen Hirten, die für mich entscheiden und bestimmen. Ich möchte gleichberechtigt mit Priestern und Bischöfen sprechen! Es wäre schön, sie könnten anerkennen, dass ich auch ohne Theologiestudium in Glaubensfragen (in Fragen meines Glaubens) mitreden (mit ihnen reden) kann.

Von meinen Bischöfen und der Deutschen Bischofskonferenz wünsche ich mir kluge Ratschläge! Keine Erlaubnisse, keine Verbote! Erklären Sie mir, warum ich etwas tun oder lassen soll. Noch besser: Seien Sie Beispiel! Sagen Sie mir, was Sie glauben und warum. Was Sie glücklich daran macht und warum Sie diesen oder jenen Weg gehen. Oder noch viel besser: Was fällt Ihnen schwer zu glauben, woran zweifelt ihr (gelegentlich)?

Beispiel: Sagen Sie mir, warum Sie in der Fastenzeit fasten. Worauf verzichten Sie? Was macht das mit Ihnen, wie fühlen Sie sich damit?

Sehr geehrter Kardinal Müller, sehr geehrter Kardinal Marx, sehr geehrter Kardinal Woelki, bitte überzeugen Sie mich davon, dass es nicht gut ist bei den evangelischen Schwestern und Brüdern zur Kommunion zu gehen, wenn Sie selbst davon überzeugt sind! Sagen Sie mir, wo ich, wo meine Seele Schaden nimmt, wenn ich es tue. Ein Verbot reicht mir nicht (mehr).

Wenn Sie in Konferenzen und Konzilien Beschlüsse fassen und Sie glauben dabei vom Heiligen Geist gelenkt zu sein – was ich auch glaube – warum glauben Sie dann nicht, dass auch das ganze Volk Gottes, also die Kirche, vom Heiligen Geist gelenkt ist? Also ihr Bischöfe und wir Laien zusammen.

Kann es nicht auch durch den Heiligen Geist gelenkt sein, dass viele evangelische Christinnen zur Kommunion in der katholischen Kirche gehen? In eigener Verantwortung, (vielleicht) abgesprochen mit ihren Pfarrern? Auch bereit, dies beim jüngsten Gericht zu vertreten? Und bereit eine etwaige Strafe dann auf sich zu nehmen?

Es tut mir weh zu lesen, wie der Heilige Vater in dieser Frage kritisiert wird und durch wen [10], [11]. Dabei gibt gerade er mir das Gefühl auf den “Glaubenssinn der Gläubigen“ [12] zu hören.

Ich möchte zum Schluss noch zwei Stellen aus den Klageliedern zitieren, die es mir möglich erscheinen lassen, mit meiner Meinung hier nicht ganz falsch zu liegen.

Wer Gott fürchtet, wird sich in jedem Fall richtig verhalten. [12]

Halte dich nicht zu streng an das Gesetz und sei nicht maßlos im Erwerb von Wissen! [13]

Wenn Sie meiner Argumentation folgen können: Prima. Wenn nicht: Wo liege ich falsch und warum?

Oft hört man an einer solchen Stelle ein (hilfloses) “dann bist Du nicht katholisch“. Da frage ich mich immer: Ist es ein Wert an sich katholisch zu sein? Werden wir das als erstes gefragt an der Himmelstür? Oder gibt es gute Argumente, die mich von meiner hier geschilderten Meinung abbringen und mir vielleicht einen besseren (fröhlicheren?) Weg zu Gott weisen?

Mit freundlichen Grüßen
Florian Seiffert

Literatur:
[1] Kaplan Schwarz. Religionsunterricht Rhein-Gymnasium, Köln Mülheim. Ca. 1980.

[2] Bischof Peter Kohlgraf zur Kommunion. Abgerufen am 29.05.2018.
katholisch.de

[3] Kardinal Müller nennt Kommunion-Gespräche in Rom „armselig“. Abgerufen am 29.05.2018.
www.kirche-und-leben.de

[4] Kommunionstreit: Woelki will gesamtkirchliche Lösung. Abgerufen am 01.06.2018. www.katholisch.de

[5] Kommunionhelferlehrgang in Köln bei Pfarrer Bohl. Ca. 1993.

[6] Liebe – und tu was Du willst. Augustinus: aphorismen.de

[7] Laß die Liebe in deinem Herzen wurzeln, und es kann nur Gutes daraus hervorgehen. Augustinus: aphorismen.de

[8] Heiliges Senfkorn. Abgerufen am 29.05.2018.
m.faz.net
Siehe auch: Salz der Erde, 7. Auflage. Mai 1997. Vorwort.

[9] Abgerufen am 29.05.2018
www.emk-zofingen.ch

[10] Kommunionstreit: Was ausländische Bischöfe über den deutschen Vorschlag sagen. Abgerufen am 29.05.2018.
de.catholicnewsagency.com

[11] Erzbischof: Konsens der deutschen Bischöfe kann Lehre nicht ändern. Abgerufen am 30.05.2018. www.kath.net

[12] “Die meisten Gläubigen sind theologisch nicht hinreichend geschult, um die Einladung des protestantischen Partners konfessionsverbindender Paare zum Sakrament der Eucharistie von der Einladung des katholischen Partners konfessionsverbindender Paare zum protestantischen Abendmahl unterscheiden zu können.“ Dogmatiker Karl-Heinz Menke.
www.domradio.de

[12] Wer Gott fürchtet, wird sich in jedem Fall richtig verhalten. Klagelieder 7,18

[13] Halte dich nicht zu streng an das Gesetz und sei nicht maßlos im Erwerb von Wissen! Klagelieder 7,16

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