Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Archive for the ‘Gedanken’ Category

Geistlicher Impuls zum 15. Sonntag im Jahreskreis A

Posted by michaelcziba - 8. Juli 2020

Liebe Schwestern und Brüder!
Jesu Gleichnisse sind schwierig. Man möchte sofort verstehen und nicht mehr so gerne „um die Ecke denken“. Auch seinen Jüngern geht das oft so. Sie haben keine Zeit oder keine Lust, eigenartig Rätselworte Jesu zu hören und nicht zu verstehen. Also fragen sie und haben Glück. Sie bekommen eine Auslegung der Worte Jesu, die so rätselhaft nun auch wieder nicht waren. Das Wort Gottes hat’s schwer, sagt Jesus. Natürlich hätte der Sämann seinen Acker besser vorbereiten können. Aber wer die steinigen Böen Israels kennt, weiß: So viele Steine, so mächtige Dornen – da kommt man nicht dagegen an. Der Sämann verteilt seine Körner großzügig und hofft auf die Samen, die zu starken Pflanzen werden und hundertfache neue Möglichkeiten zur Aussaat bieten. Und Gott sei Dank ist dieser Sämann so: Wenn er zu viel über geplante Investitionen, kalkulierte Streuverluste und Ähnliches nachgedacht hätte, dann hätten wir vielleicht Gottes Wort nie gehört. Nun müssen wir aufpassen, dass die mächtigen Sorgen dieser Welt, all das Elend vor unseren Augen und die Mühe des eigenen Fortkommens uns nicht erdrücken. Der Sämann hat in uns investiert.

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Geistlicher Impuls zum 14. Sonntag im Lesejahr A

Posted by michaelcziba - 1. Juli 2020

Liebe Schwestern und Brüder!
Jesu Leben war eine Einladung. „Kommt alle zu mir…“ Diese Worte ziehen alle an, die unter der schweren Last einer Verantwortung, unter der gespenstischen Last der Einsamkeit oder unter der ohnmächtigen Last irgendeiner Not stehen. Es ist eine Einladung, die weiten Raum, Fülle von Zeit, ein erlösendes Wort verspricht. Jesus hat die meiste Zeit seines öffentlichen Lebens damit zugebracht, beladene Menschen zu sich einzuladen und ihnen Ruhe zu verschaffen. Nicht die kraftlose Ruhe des Endes, sondern die kraftvolle Ruhe des Lebens. Die Einladung Jesu geht weiter – durch unser Engagement als Christen. Aber nur, indem wir selbst der Einladung Jesu folgen, können wir andere einladen. Nur indem wir wie er aus der Verbindung mit Gott leben, können wir sein Angebot einer neuen Lebensmöglichkeit authentisch weitergeben. Es stellt sich daher die Frage: Habe ich eine Verbindung mit Gott und wie stark ist sie?

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Geistlicher Impuls zum 13. Sonntag im Jahreskreis A

Posted by michaelcziba - 24. Juni 2020

Liebe Schwestern und Brüder!
In der Medizin sind im Laufe Zeit beachtliche Fortschritte gemacht worden und es werden noch weitere folgen. So manche Krankheit führte noch vor wenigen Jahren zum sicheren Tod, bei der heute schon durch Medikamente oder einen Eingriff etwa eines tüchtigen Chirurgen das Leben gerettet werden kann. Aber auch die so Geretteten werden alle einmal sterben müssen. Der Tod ist nur verschoben worden, nicht aufgehoben.
Was tun wir nicht alles, um unser Leben zu retten. Und doch kann es geschehen, dass wir es für immer verlieren. Wenn ein Mensch ins Kloster gehen will, dann muss er heute bei uns mit Unverständnis und sogar Spott rechnen, weil viele meinen, dass er im Kloster das eigentliche Leben verpasst. Tut er das wirklich? Oder wird er das Leben gewinnen, weil er es um Christi willen verliert?
Unser Kreuz sollen wir auf uns nehmen, hat der Herr gesagt. Und wir sollen ihn mehr lieben als Vater, Mutter, Sohn und Tochter. Sonst sind wir seiner nicht würdig. – Ist das „die Sache Jesu, die Begeisterte braucht“? Die Anforderungen sind hoch angesetzt und klingen hart. Aber der Lohn ist groß; und es gibt ihn schon für einen Becher Wasser, der in der echten Gesinnung gereicht wird. Das muss doch jeden anspornen, auch den Schwächsten.

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Geistlicher Impuls zum Hochfest der Apostel Petrus und Paulus

Posted by michaelcziba - 24. Juni 2020

Liebe Schwestern und Brüder!
„Gold und Silber lieb ich sehr, könnt‘s auch gut gebrauchen …“. Das ist gewiss so, und es ist ehrlich. Geld ist ein Ermöglicher, und es gibt keinen Grund, es zu verteufeln oder gegen andere Güter auszuspielen. Aber Geld kann uns nicht retten und es kann uns nicht heilen. Heilen kann uns nur eine Begegnung mit der Kraft Gottes, die unser Leben verändern kann. Wenn die Armen, die Kranken und die Verlassenen selig gepriesen werden, ist das kein Aufruf, ihr Schicksal als gottgegeben hinzunehmen.
„Lerne leiden, ohne zu klagen“, ist nun ganz gewiss nicht die Botschaft des Evangeliums. Ganz im Gegenteil. Jede Erfahrung von Heil ist eine kleine Auferstehung, und Auferstehung meint immer Auferstehung des Fleisches – dafür steht der Name Jesus Christus, dafür sind Petrus und Johannes Zeugen. Es geht immer um das ganze Leben.
Darum erzählt unser Evangelium vor allem vom Gebet. Das Gebet ist Klage und Bitte, ein Ruf darum, dass es besser werden möge, als es bisher war. Das Gebet ist Ausdruck der Hoffnung, dass Gott unser Leben wenden kann, sogar über das hinaus, was wir uns erhoffen, weil wir oft genug, wie der kranke Mann, die Hoffnung auf das Heil längst aufgegeben haben. Er betet um Almosen. Er bekommt Heil. Das ist das wahre Wunder.

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Geistlicher Impuls zum 12. Sonntag im Lesejahr A

Posted by michaelcziba - 17. Juni 2020

Liebe Schwestern und Brüder!
Im Sonntagsevangelium ist unter anderem von der Hölle die Rede. Es gibt sie also, auch wenn sie zurzeit in vielen Predigten und Katechesen kaum erwähnt oder gar totgeschwiegen wird. Auch hier im Evangelium wird sie nur beiläufig erwähnt. Sie ist ja nicht Gegenstand der Frohbotschaft, sondern das Verderben, vor dem uns das Erbarmen Gottes retten und bewahren will. Daher immer wieder: „Fürchtet euch nicht.“ Gott ist unser Vater. Niemand kann uns etwas anhaben. Niemand kann uns ins Verderben stürzen, nicht einmal diejenigen, die uns töten können.
Ein Mönch, dem ein Helfer eines gottlosen Regimes den Schädel eingeschlagen hatte – er hat es überlebt –, sagte zu einem Besucher, den er mit einem seiner Mitbrüder bekannt machte: „Das ist Pater Valentin. Er war neun Jahre im Gefängnis.´“ Darauf Pater Valentin: „Auch Pater Anno war im Gefängnis.“ Dieser noch einmal: „Ja, aber nur sechs Jahre. Ich war nicht würdig genug, so lange wie er für Christus zu leiden.“
Die beiden Mönche leben ebenso gern wie wir alle. Und auch sie spüren die natürliche Angst, die jedes Lebewesen vor dem Tod empfindet und die sogar unserem Herrn den Schweiß ins Gesicht getrieben hat. Aber weitaus größer und stärker ist bei ihnen das Bewusstsein des Geborgenseins in Gott ausgeprägt, weil sie Jahrzehnte lang Tag für Tag in mehrstündigem Gebet die Nähe Gottes erfahren haben und weil sie Christus vor den Menschen bekannt haben und nun wissen, dass er sie auch vor seinem Vater bekennen wird. Welcher Glaube! Habe auch ich eine solche Glaubensstärke, wenn es darauf ankommt?

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Geistlicher Impuls zum Hochfest der Geburt Johannes des Täufers

Posted by michaelcziba - 16. Juni 2020

Liebe Schwestern und Brüder!
Wenn viele Menschen das Wort „Prophet“ hören, denken sie in der Regel an etwas Schlimmes. Propheten sagen Unglück voraus. Es gibt das Wort „Unheilsprophet“, aber das Wort „Glücksprophet“ habe ich noch nie gehört. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Propheten des Alten Testaments dem Volk Israel meistens Katastrophen vorhergesagt haben.
Ganz anders der Prophet, an den wir in diesem Monat denken: Johannes, der Täufer. Am 24. Juni – sechs Monate vor der Geburt Jesu an Weihnachten – feiert die Kirche seinen Geburtstag. Meistens erinnert die Kirche an den Todestag besonderer Frauen und Männer, aber bei Johannes ist es etwas anderes. Wie bei Jesus und bei der Gottesmutter Maria feiert die Kirche seinen Geburtstag. Vielleicht liegt es daran, dass Johannes kein Unheil, sondern Glück angekündigt hat: das Auftreten Jesu. Dabei ist Johannes, wie ihn uns die Evangelien schildern, auf den ersten Blick kein so freundlicher Mensch gewesen. Schon sein Aussehen schreckte ab: In Fellen gekleidet. Und sein Auftreten war manchmal ziemlich hart. Gegenüber den Menschen seiner Zeit konnte Johannes schon böse werden, benutzte Schimpfworte und drohte ihnen. Doch all das diente nur einem Zweck: Er wollte die Menschen auf das Auftreten Jesu vorbereiten. Das sollten sie auf keinen Fall verpassen. Und deshalb wollte Johannes die Menschen aufrütteln durch sein Auftreten. Doch nie ging es Johannes dabei um sich selbst, sondern immer nur um Jesus. Ganz bescheiden stellte er sich in seinen Dienst. Das kann man sich schwer vorstellen, bei einem solch herausragenden und unbequemen Mann, doch genau so war es.

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Geistlicher Impuls zum Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu

Posted by michaelcziba - 10. Juni 2020

Liebe Schwestern und Brüder!
Der Satz „Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm“ ist ein kleines Wunder. Dabei war er gar nicht so gedacht. Er steht ja zunächst unscheinbar in einem Zusammenhang, der von Liebe zu anderen spricht und von Gott, der die Liebe zu seinem Zeichen in der Welt bestimmt hat. Aber wie das manchmal so ist: Worte, Sätze bekommen ein Eigenleben. Dieser hier bestimmt. Mit der Zeit wurde er größer und größer, leuchtete hervor und steht nun für sich. Weil er wahr ist. Es ist schön, dass Liebe hier nicht einfach Liebe ist. Im Grunde ahnen Menschen ja, dass sie die Liebe nicht erfunden haben. Liebe ist nichts, was Menschen als Erstes einfällt, wenn sie das Zusammenleben mit anderen kennzeichnen sollen. Da geht es eher um Abgrenzungen, um Interessen und ihren Ausgleich, wenn möglich; aber auch viel um Haben und Nichthaben. Um Liebe geht es nicht zuerst. Vielleicht bei Paaren, die zum Altar gehen. Aber auch die hören dann in diesem Satz, dass Liebe nichts ist, was sie beide erfunden hätten – sondern etwas, was ihnen geschenkt wird. Weswegen es nur richtig ist, als Liebende vor einen Altar zu treten mit Dank und Bitte. Gott hätte sich andere Zeichen erwählen können; aber er wählte die Liebe. Etwas, was uns viel Freude macht, auch Spaß und Lust. „Liebe ist alles“, sang einst die Gruppe Rosenstolz. Und hat recht. Liebe ist alles im Leben wie Gott.

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Geistlicher Impuls zum 11. Sonntag im Lesejahr A

Posted by michaelcziba - 10. Juni 2020

Liebe Schwestern und Brüder!
Bei Krankheiten denken wir zunächst an eine ärztliche Behandlung. Viele gläubige Menschen erbitten zudem Heilung von Gott. Die vielen Wallfahrtsorte bezeugen das. Es gibt auch Ärzte, die ihren Patienten das Gebet empfehlen, weil sie sich als Werkzeuge in der Hand Gottes verstehen.
Die frommen Juden dachten bei dem Wort Krankenheilung noch viel weiter. Ihnen fiel dabei die Verheißung des Propheten Jesaja ein, wonach die Heilung der Kranken das Signal für das Anbrechen der Herrschaft Gottes und damit des Heiles ist (vgl. Jes 26,19; 29,18; 35,5f. u. 61,1).
In einer Hinsicht ähneln sich viele Menschen von damals und heute. Damals meinten viele, Gott wird wie ein Blitz erscheinen und die Welt mit einem Ruck in Ordnung bringen. Heute fragen beim Anblick und der Erfahrung des Unheils viele: „Wie kann Gott das zulassen?“ Beides ist recht menschlich gedacht und so gewissermaßen verständlich. Aber dabei wird übersehen, welche Rolle uns Menschen Gott bei der Gewährung des Heiles zugedacht hat. Das sollte uns durch die Berufung der Apostel durch den Herrn deutlich werden. Ihre – der Apostel – Bedeutung dabei unterstreichen wir immer, wenn wir im großen Glaubensbekenntnis der hl. Messe sprechen: „Ich glaube an die … apostolische Kirche.“ Und das, obwohl wir von einigen Aposteln kaum mehr als ihre Namen wissen; und obwohl wir wissen, dass auch die Apostel Sünder waren. Daran erinnert uns Matthäus, indem er hinter seinen Namen hinzufügt, dass er Zöllner gewesen war; und Petrus hat seinen Herrn sogar verleugnet. Angefangen bei den Aposteln bis in unsere Tage und bis zur Vollendung der Welt empfangen wir das Heil Gottes durch den Dienst der Kirche, deren Glieder alle Sünder sind: wir, die Priester, die Bischöfe und der Papst. Dennoch ist die Kirche die heilige Kirche, weil sie die Kirche Jesu Christi, unseres Herrn und Gottes ist und damit – trotz der vielen menschlichen Fehlern, Schwächen und Sünden – sein Sakrament zu unserem Heil.

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Geistlicher Impuls zum Dreifaltigkeitssonntag im Lesejahr A

Posted by michaelcziba - 3. Juni 2020

Liebe Schwestern und Brüder!
Wer liebt, tritt aus sich heraus. Möchte dem anderen nah sein, geht ihm nach in allen seinen Entfaltungen, teilt Glück und Unglück mit ihm. Am Dreifaltigkeitsfest feiern wir, dass Gott, der Liebende, aus sich herausgetreten ist. Er hat seinen Sohn in die Welt gesandt, damit die Welt seine Liebe erfahre. Eine grenzenlose Liebe, die vor keinem Menschen Halt macht, sei er noch so klein, unansehnlich, schwach. Eine Liebesbeziehung sollte es werden, in der Gott und Mensch einander beantworten. Es waren nicht viele, die die Antwort der Liebe gegeben haben. Weil Gott niemanden zwingt. Weil Liebe mit Freiheit verbunden ist. Freiwillig ist Gott aus sich herausgetreten. Immer noch wartet er, dass wir ihn beantworten. Noch einmal ist er aus sich herausgetreten, als er uns seinen Geist hinterlassen hat, damit wir nicht verwaist seien auf dieser Welt. Dass Gott uns nahe gekommen ist durch seinen Sohn und seinen Geist, das ist das Geheimnis des heutigen festes. „Ich kann mich nur vor dir verneigen und dich preisen für deine dreifache liebende Zuwendung zu uns – und damit zu mir“ (Lothar Janek).

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Geistlicher Impuls zum Fronleichnams-Tag

Posted by michaelcziba - 3. Juni 2020

Liebe Schwestern und Brüder!
Der Weg der Israeliten durch die Wüste ist auch ein Symbol für unsere Existenz. Als innere Erfahrung erleben wir Wüste als Heimatlosigkeit, Suchen, Ausgesetztheit, Tod. Physisch sind wir jederzeit mit dem Tod, psychisch mit der Frage konfrontiert, ob unser Leben einen Sinn hat, ob wir gar unser Laben verfehlt haben.
Auf diese unsere Ängste, diese Elementar-Ängste, ist Jesus eingegangen. Gegen die Unruhe unseres Herzens wollte er, dass Gott unser Brot, unser Wasser, unser Wein sei, aus dem wir Tag für Tag mit einer Verheißung im Herzen leben. Deshalb feiern wir das Zeichen des Mahls als Sakrament der Begegnung mit Gott. Diese Begegnung im Brot, dieses manchmal bittere, harte, aber immer kostbare, nahrhafte Brot seiner Barmherzigkeit brauchen wir mehr als alles andere. Es ist das Brot des Lebens, das den Tod nicht mehr kennt, anders als das Manna, das die Israeliten aßen. Jesus, Brot vom Himmel, herabgekommen zu uns, und wer davon isst, lebt ewig.

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