Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Archive for the ‘Gedanken’ Category

Hermann Gottfried? Gut gemacht!

Posted by Florian Seiffert - 11. Mai 2015

Der Maler Hermann Gottfried ist gestorben!

Apsis St.Hubertus Köln Flittard

Apsis St.Hubertus Köln Flittard


In der Kirchenzeitung lese ich, dass der Glasmaler und Künstler Hermann Gottfried vor einiger Zeit gestorben ist. In der Wikipedia finde ich, das Todesdatum: 02.04.2015. RIP.

Hermann Gottfried hat 1976/77 meine Kirche St.Hubertus mit großflächigen Wandmalereien und Glasfenstern neu gestaltet. Ich erinnere mich, dass das im Pfarrgemeinderat (PGR) und Kirchenvorstand (KV) eine wilde Debatte seinerzeit war. Meine Mutter war damals im PGR und berichtet (meist kopfschüttelnd).
Dann irgendwann 1977 war es soweit und die heiligen Messen wurden aus dem Pfarrheim wieder in die Kirche verlegt. Sehr stolz präsentierte Pfarrer Fritz Frank die neue Ausmalung, die er theologisch gestaltet hatte. Auch den “heiligen Fritz” ließ er in der Apsis rechts verewigen.
Tja und dann kam die Enttäuschung für ihn. Man hörte nur Kritik: Die Augen, die dunkel gestaltet sind und ‘nach innen sehen’, seien Totenköpfe und überhaupt … Es wurde (vielleicht wie es Hubertaner gerne tun?) praktisch nur geschimpft. Ich hörte niemanden, der mal sagt: “Interessant!”, “Wunderbar!” oder “mir gefällt das!”.
Ich war etwas verwundert und bin es bis heute. Mir gefällt diese Ausmalung. Ich schaue gerne auf diese Figuren mit den ausdrucksstarken Augen, die direkt in mich hineinblicken. Der Jesus hoch in der Apsis ist für mich ganz wunderbar. Ich schaue ihn sehr gerne an, wenn ich bete. Er hat mir sogar schon zugekniept. Ich bin ganz sicher!
Mir hat auch Fritz immer leid getan. Ich bin sicher, dass viel von seinem Herzblut an dieser Ausmalung und Gestaltung hängt. Und da ist doch schwer, wenn die laute Mehrheit das Werk ablehnt und man die stille Minderheit vielleicht nicht hört.

Auch an anderen Stellen bin ich bei einer Radtour oder in Jerusalem (Dormitioabtei) auf Kunst von Maler Gottfried gestoßen. Jedesmal sagte einer: Könnt ihr haben, nehmt es mit. Uns gefällt es nicht …

Ich glaube und hoffe, dass Hermann Gottfried jetzt im Himmel in das Herz des ein oder anderen Menschen sehen darf und da geschrieben findet:
Hermann Gottfried? Gut gemacht!

Florian Seiffert

Siehe auch:

  • Die

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Der Heilige Geist verhilft zur Erkenntnis

Posted by Florian Seiffert - 28. April 2015

Pfarrer Michael Cziba mailt den “Geistlichen Impuls Pfarrkontakte 2-2015″:

Das Menschheitswissen hat sich in den vergangenen vierzig Jahren verdreifacht. Neue Erfindungen erfolgen in immer kürzeren Abständen. Wenn jemand heute ein neues Betriebssystem für Computer erfindet, ist unser jetziger PC sehr schnell nur noch Müll. Alle sechs Monaten wird uns durch neue Worte eingeredet, dass die genutzten Handys oder der genutzte PC veraltet sind und wir neue kaufen müssen um aktuell zu sein. Diese rasante Entwicklung führt dazu, dass die Macher und Werbeleute das Sagen haben und die Entwickler stark unter Druck stehen und immer neues auf den Markt bringen müssen und die Denker von früher bloß noch nachdenken können. Wir sind versucht, auch unsere Lebensfragen vor allem mit Wissenschaft und Technik zu lösen. Da ist es kein Wunder, dass der religiöse Glaube vielen Menschen als eine Art Wissensersatz erscheint. Zum Beispiel: Für Aussagen über das menschliche Leben sind die Wissenschaften zuständig: die Biologie, die Medizin, die Physik, die Chemie. Was nach dem Tod kommt, lässt sich nicht nachprüfen. Also kann man es nicht wissen, sondern lediglich Vermutungen darüber anstellen. Man glaubt dann eben an die Existenz Gottes, an ein Leben nach dem Tod, an eine Auferstehung – oder auch nicht. Aber ist es nicht so, dass trotz allem die mathematisch-naturwissenschaftlichen Erkenntnisse in unserem praktischen Alltag eher eine untergeordnete Bedeutung spielen? Die meisten Lebensvollzüge spielen sich außerhalb der mathematisch-naturwissenschaftlichen Erkenntnis ab. Ein Geologe, der einen Stein untersucht, kann dessen Gewicht und Alter, seine Herkunft und seine chemische Zusammensetzung feststellen. Aber wenn ich ihn frage, warum es besser sei, diesen Stein als Bücherstütze zu benutzen, statt jemandem damit den Schädel einzuschlagen, so betrifft ihn diese Frage in seiner Eigenschaft als Forscher überhaupt nicht – weil es nicht um ein wissenschaftliches, sondern um ein ethisches Problem geht. All unsere Erkenntnisse der exakten Wissenschaften reichen nicht aus, um das Leben sinnvoll zu bestehen. Sie reichen nicht aus, weil sie sich nur auf ganz spezielle Aspekte der Wirklichkeit beschränken, nämlich auf das Messbare. Aber die Wirklichkeit als Ganze, so gern die Wissenschaft dies auch hätte, lässt sich nicht auf mathematische, physikalische und chemische Formeln reduzieren. Oder ist es vorstellbar, dass ein Physiker sich damit begnügen würde, bei der Aufführung einer Sinfonie von Beethoven die Luftschwingungen und Klangstärken zu messen? Auf der anderen Seite kann man Beethoven durchaus verstehen, ohne Musikgeschichte oder die Anatomie des menschlichen Ohrs studiert zu haben. Neben der wissenschaftlichen Erkenntnis gibt es ganz deutlich noch eine andere Art der Erkenntnis, die dort zustande kommt, wo jemand nicht nur mit dem Verstand, sondern auch mit dem Herzen sieht. Warum soll sich Politik also am Menschen und nicht an der Macht orientieren? Weshalb lohnt es sich, sich selber und anderen treu zu sein? Diese unwissenschaftlichen Fragen sind im Lebensalltag vorrangig. Und die Antworten darauf sind weltanschaulicher und religiöser Natur. Dabei handelt es sich um durchaus erfahrungsbedingte Gewissheiten und nicht um einen Wissensersatz. Wissen und Glauben richten sich auf das gleiche Ziel: die Wahrheit. Naturwissenschaft misst im Diesseits Länge und Breite, Höhe, Tiefe und Anzahl aus. Aussagen über den Sinn und das Jenseits sind dem Glauben vorbehalten. Weil aber die Wirklichkeit komplex ist, müssen sich Wissen und Glaube ergänzen und nicht gegenseitig ersetzen. Dabei kann uns der Heilige Geist helfen, dessen Fest wir am Ende Mai gefeiert haben. Dieser Geist, der uns von Gott zugesagt ist, begleitet uns auf unseren Wegen und schenkt uns die Kraft zu Fragen, zu denken, zu überlegen, dem Ursprung der Dinge und des Lebens auf den Grund zu gehen. Der Heilige Geist verhilft zur Erkenntnis aber lässt die Wirklichkeit nicht aus dem Blick. Ich wünsche uns allen, dass wir durch diesen Geist Gottes in der Lage sind Glaube und Wissen in Einklang zu bringen und sinnvoll für uns und andere einzusetzen.

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Wer ist dieser Jesus Christus für mich?

Posted by Florian Seiffert - 2. Februar 2015

Kreuz

Kreuz

Dechant Pfarrer Michael Cziba schickt das geistliche Wort:

Liebe Gemeindemitglieder!
Wir stehen mitten in der Fastenzeit und damit vor Ostern, des höchsten Festes unseres Glaubens. Ich möchte einladen, in den verbleibenden Tagen vor Ostern einmal folgender Frage nachzugehen: Wer ist dieser Jesus Christus für mich? Welche Beziehung habe ich tatsächlich zu ihm? Welchen Platz gebe ich ihm in meinem Leben?
Jesus ist für mich ganz persönlich der Mensch, der wie kein anderer Gott nahe stand, und doch gleichzeitig Gott selbst. Er ist wie kein anderer mit Gott vertraut. Zugleich ist er ganz und gar Jesus, der Mensch. Er hat sich eingelassen auf dieses Leben mit Haut und Haar. Und er hat diese Leidenschaft für uns Menschen bei der Auferstehung nicht am Kreuz hängen lassen. Darum bleibt er auch jetzt für mich der Jesus von Nazareth, der mit den Menschen fühlt. Manchmal nenne ich ihn Herr, weil ich glaube, dass er mir einiges voraus hat. Wie viel kann ich von ihm lernen, was er uns vorgelebt hat! Aber ich gebe auch zu, ich will gar nicht immer von ihm lernen. In zuviel Demut hat mir die Kirche diesen Jesus eingewickelt. Und ich kenne zu viele Menschen, die sich vor lauter christlicher Demut darin verstrickt haben, sich nichts mehr zutrauen zu können. Manchmal gehöre ich auch dazu, viel öfter als mir lieb ist.
Aber Christus ist nicht groß, weil er die Menschen klein hält. Mit ihm, dem Bruder, im Gespräch bleiben, mich von seinem Wort führen lassen, das tue ich leider viel seltener, als ich das eigentlich möchte. Aber Christus herrscht mich nicht an. Er lädt mich immer wieder ein. Immer neu kann ich mich darum bemühen, dass er in meinem Leben Platz findet – oder seinen Platz behält. In den Evangelien begegne ich dem Menschensohn, der keine Scheu hat, sich mit den bedürftigen Menschen auf eine Stufe zu stellen. Heute würde er sich vielleicht zu denen setzen, die auf den Fluren der Job-Zentren, der Übergangsheime, der Flüchtlingsheime sitzen und ausharren. Er würde sich in denen erkennen, die vor dem Prüfungsausschuss um ihre Anerkennung als Asylbewerber zittern. Er würde sich sehen in der Frau im Altenheim, für die die eigenen Kinder keine Zeit mehr haben. Wenn wir Ostern feiern, sollten wir nicht nur an den Auferstandenen denken und an seine Herrlichkeit, sondern uns ganz bewusst sein Wort und vor allem sein Handeln in Erinnerung rufen. Wer Jesus für uns ist, muss letztlich jeder für sich selbst beantworten. Danken wir ihm für die Möglichkeit, dass wir die Möglichkeit haben als seine Schwestern und Brüder in der Welt von heute zu leben und zu wirken.

Ihnen allen ein gesegnetes und vor allem glaubensstärkendes Osterfest.
Dechant Pfarrer Michael Cziba

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Weihnachten – Mit Jesaja an der Krippe

Posted by Florian Seiffert - 4. November 2014

Pfarrer Michael Cziba mailt das geistliche Wort für die Pfarrkontakte Nr. 4 – 2014:

Weihnachten steht vor der Tür (eigentlich im Einzelhandel ja schon seit dem Sommer) aber für uns Christen beginnt mit dem Advent die eigentliche Vorbereitungszeit auf dieses wichtige Fest zu Beginn des Kirchenjahres. Am Heiligen Abend, in der Heiligen Nacht werden wir uns auf den Weg zur Kirche machen. Aus dem Dunkel kommen wir ins Licht und feiern die Geburt Christi. Was die Propheten des Alten Bundes, allen voran Jesaja, im Auftrag Gottes verheißen haben, ist in dieser Nacht Wirklichkeit geworden. Der Prophet Jesaja, den man den Evangelisten unter den Propheten des Alten Bundes nennt, sieht erfüllt vom Heiligen Geist ein Licht, das allen Menschen erstrahlt. Mit Dunkel und Finsternis ist biblisch gesprochen nichts anderes gemeint als Sünde und Gottferne. Menschen, die sich in Schuld verstrickt haben, Menschen, denen Gott nichts bedeutet, erfahren in dieser Nacht, dass es einen Weg aus der Sünde gibt, dass Gott denen entgegenkommt, die von ihm nichts wissen wollen. Das ist ein Grund zur Freude. Es sollte freilich noch mehr als 700 Jahre dauern, bis der Engel den Hirten auf dem Feld verkündigen konnte. In seiner Schau sieht der Prophet Jesaja weder Krippe noch Stall, weder Engel noch Hirten, aber er sieht das Licht aufstrahlen, das die ganze Welt verändert, er sieht die Freude, die alle Welt erfasst, und er sieht wie alle Gewalt zur Erfolglosigkeit verurteilt ist. All das Licht, all die Freude, all der Friede aber geht aus von einem Kind, von einem Neugeborenen. Zwar sagt der Prophet nicht: dieses Kind ist Gottes eingeborener Sohn aber wie beschreibt er dieses Kind? „Die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. Man nennt ihn wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens.“ Dieses Kind ist der Herr der Welt. Gibt es etwas machtloseres, etwas hilfloseres als ein Kind? Und doch wird jedes Jahr an Weihnachten deutlich, welche Macht von diesem Kind in der Krippe ausgeht. Menschen beschenken einander. Menschen denken aneinander. Menschen versöhnen sich. Menschen machen sich auf den Weg zum anderen. Menschen finden den Weg zur Kirche. Menschen fangen wieder an, an das Gute zu glauben.
Wenn wir nach dem Weihnachtsgottesdienst heimkehren, sollten wir das Licht der Heiligen Nacht hineintragen in das Dunkel der Welt. Wenn wir heimkehren, sollten wir die Freude der Heiligen Nacht an andere weiterschenken. Wenn wir heimkehren, sollten wir mithelfen, dass es in dieser Welt ein bisschen mehr Frieden gibt und weniger Streit. Wenn wir heimkehren, sollten wir unseren Glauben an den Mensch gewordenen Gottessohn vor den Menschen bekennen. Von den Hirten heißt es: „Die Hirten kehrten heim und rühmten Gott.“ Wird man das auch von uns sagen können?

Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest und auch einen guten Start ins Neue Jahr 2015.

Ihr Michael Cziba, Pfr.

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Papst Franziskus bittet für irakischen Christen zu beten.

Posted by Florian Seiffert - 9. August 2014

Papst Franziskus

Papst Franziskus

Papst Franziskus bittet via Twitter um unsere Solidarität, Hilfe und um unser Gebet!

  • Ich bitte die internationale Gemeinschaft, alle Opfer der Gewalt im Irak zu beschützen.
  • Ich bitte alle Pfarreien und katholischen Gemeinschaften, an diesem Wochenende besonders für die irakischen Christen zu beten.
  • Herr, wir bitten dich, jenen Menschen im Irak zu helfen, die aller Habe beraubt wurden.
  • Ich bitte euch, heute einen Moment innezuhalten und für alle zu beten, die im Irak gezwungen sind, ihre Häuser zu verlassen.
  • Ich bitte alle Menschen guten Willens, sich mit mir im Gebet für die Christen im Irak und alle verfolgten Gemeinschaften zu verbinden.

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Der Name ist Programm

Posted by ufiller - 11. April 2014

In der Lesung Gen 17,1a.3-9 wird von dem Patriarchen Abraham berichtet. Das erste Buch der Bibel erzählt seine Geschichte. Vor Abraham erzählt die Heilige Schrift die Urgeschichte von der Schöpfung der Welt und des Menschen, von  Adam und Eva, Kain und Abel, Noah und der Sintflut und dem Turmbau zu Babel. Die Menschheit hat das Paradies verloren, die Gemeinschaft mit Gott, das ewige Leben und in der babylonischen Sprachverwirrung wurde auch die Gemeinschaft der Menschen untereinander schwer gestört. Gott aber gibt nicht auf. Er will Heil und Rettung schenken und er beginnt damit, einen Plan zu verwirklichen, an dessen Beginn ein Mann steht. Dieser Mann wird von Gott gerufen. Er soll seine Heimat verlassen, denn Gott will einen Bund mit ihm schließen. Ursprünglich hieß dieser Mann Abram. „In jenen Tagen erschien der Herr dem Abram. Abram fiel auf sein Gesicht nieder; Gott redete mit ihm und sprach: Das ist mein Bund mit dir: Du wirst Stammvater einer Menge von Völkern. Man wird dich nicht mehr Abram nennen. Abraham – Vater der Menge – wirst du heißen; denn zum Stammvater einer Menge von Völkern habe ich dich bestimmt. Ich mache dich sehr fruchtbar und lasse Völker aus dir entstehen; Könige werden von dir abstammen. Ich schließe meinen Bund zwischen mir und dir samt deinen Nachkommen, Generation um Generation, einen ewigen Bund: Dir und deinen Nachkommen werde ich Gott sein. Dir und deinen Nachkommen gebe ich ganz Kanaan, das Land, in dem du als Fremder weilst, für immer zu Eigen, und ich will ihnen Gott sein. Und Gott sprach zu Abraham: Du aber halte meinen Bund, du und deine Nachkommen, Generation um Generation.“ Die Bedeutung dieses neuen Bundes, dieses neuen Anfangs der Heilsgeschichte kommt in dem Namenswechsel zum Ausdruck: Aus Abram wird Abraham. Abram setzt sich aus ´ab (Vater) und rām (hoch, erhaben) zusammen, hat also die Bedeutung: der Vater (oder: mein Vater) ist erhaben. Die Erweiterung des Namens zu Abraham gibt Zeugnis von der Verheißung Gotts. Die Silbe -ham verweist auf  das Wort hāmōn (Menge). Im Namen wird der Auftrag angedeutet. Abraham soll eine unzählbare Schar von Nachkommen haben, er soll Vater einer Menge, einer Masse von Völkern werden. Auch Abrahams Frau Sarai erhält einen neuen Namen. Auch hier geht es nicht um einen völligen Namenswechsel, sondern um eine kleine Änderung: Sarai ist eine altertümliche Form von Sara, beides bedeutet „Herrin“ oder „Fürstin“. Durch die neue Namensform wird die Berufung Saras herausgestellt: Sie soll die Stammmutter von Königen, gemeinsam mit Abraham Ursprung vieler Völker werden.
Der Name ist Programm! Immer wieder stoßen wir auf diesen Zusammenhang. Simon, der erste der Apostel, erhält von Jesus einen neuen Namen: Simon, der Felsenmann, Simon Petrus. Denn er ist der Fels, auf dem die Kirche erbaut wird. Und noch heute wird bei der Wahl eines neuen Papstes mit Spannung erwartet, wie er sich nennen wird. Und als zur Überraschung vieler der Kardinal aus Argentinien auf den Balkon des Petersdomes trat, da war seine Namenswahl auch Programm. Sie weist auf ein Pontifikat im Geiste des hl. Franz von Assisi hin.
Der Name ist Programm! Das gilt auch vom Gottesnamen selbst. Abraham erfährt ihn noch nicht. Erst Mose hat die Offenbarung am Dornbusch, der brennt und doch nicht brennt. Dort offenbart Gott seinen Namen: Jahwe – Ich bin der „Ich-bin-da“. Jahwe ist der, der da ist, der sein Volk begleitet. Das ist der Name, unter dem das Volk Israel ihn anrufen darf, und bis heute erweist das Volk der Juden dem Gottesnamen den größten Respekt. Der Alte Bund wird im Neuen Bund erfüllt. Von Jesus wird im Philipperbrief gesagt: „Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: ‚Jesus Christus ist der Herr‘ – zur Ehre Gottes, des Vaters.“ (Phil 2,9ff.) Durch Taufe und Firmung gehören wir in der Kirche zu der Gemeinschaft derer, die den Namen des Herrn anrufen dürfen. Unsere Antwort auf unsere Berufung zum Glauben ist die Anrufung des Gottesnamens durch Jesus Christus, mit dem Namen, den der Vater zum Namen des Heils gemacht hat: Jesus, Je-schua heißt: Jahwe rettet! Und Christus heißt: Der Gesalbte, der vom Heiligen Geist erfüllte Messias, der Herr. Indem wir in der Gemeinschaft der Kirche auch heute den heiligen Namen Jesus anrufen, erfüllen wir die Verheißung Gottes, der im brennenden Dornbusch zu Mose sagte: „Das ist mein Name für immer, und so wird man mich nennen in allen Generationen.“ (Ex 3,15)
Der Name ist Programm! Im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes, wird die engültige Vollendung der Welt beschrieben. Am Ende der Zeiten erhalten auch wir Menschen einen neuen Namen. Aber auch das Böse, die antichristlichen Mächte, werden durch den Namen, die lästerlichen Titel auf ihrem Haupt, beschrieben. Und es wird deutlich, wie das Böse in seiner Herrschaft den Menschen unfrei macht. Aber es siegt der auferstandene Herr – und die an ihn glauben, nehmen teil an seinem Sieg und tragen den Namen des Lammes auf ihrer Stirn, das heißt, sie nehmen teil am Leben des Dreifaltigen Gottes. „Schließlich – als hätte der Seher von Patmos auch die leidenschaftliche Sehnsucht des Menschen nach Selbstverwirklichung und Selbstentfaltung und die Angst vor Überfremdung vorausgeahnt – wird dem „Sieger“, der den „Namen des Tieres“ nicht einmal annimmt und das Bild des Tieres nicht anbetet, verheißen: ‚Ich will ihm einen weißen Stein geben und auf den Stein einen neuen Namen schreiben, den niemand weiß als der Empfänger‘ (2,17). Der Mensch, und zwar der einzelne, wird also vollendet in seiner Eigenart, in seiner Individualität, in seiner Persönlichkeit, in seiner Unantastbarkeit, nach der Idee seines Schöpfers, der keine Serienproduktion kennt. Gott wird den ‚Namen des Menschen‘ nicht – wie dies alle Mächte tun – missbrauchen, sondern ‚heilig machen‘. Das ist das letzte Ziel des Gebotes, den Namen Gottes heilig zu halten.“ (Alfred Kardinal Bengsch)

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Gott verflucht den Menschen !?

Posted by ufiller - 6. April 2014

In der Fastenzeit hören wir in der Messfeier immer wieder die Botschaft der Propheten. Eine eindringliche Lesung stammt aus dem Buch des Propheten Jeremia (17,5-10). Dieser wurde bereits als junger Mensch von Gott zum Propheten berufen und hat sein ganzes Leben diesem Dienst gewidmet.  Wie kein Zweiter hat er sich in diesem Dienst förmlich aufgerieben. Größter Jubel und größte Verzweiflung, Euphorie und Depressionen, das Ringen und Hadern mit Gott und den Menschen, die seine Botschaft nicht verstehen und annehmen wollen – die ganze Bandbreite menschlichen Fühlens finden wir in den Texten des Jeremia. Fluch und Segen, Heil und Unheil, Tod und Leben – dieser Gegensatz bestimmt auch diese Lesung:
“So spricht der Herr: Verflucht der Mann, der auf Menschen vertraut, auf schwaches Fleisch sich stützt, und dessen Herz sich abwendet vom Herrn. Er ist wie ein kahler Strauch in der Steppe, der nie einen Regen kommen sieht; er bleibt auf dürrem Wüstenboden, im salzigen Land, wo niemand wohnt.”
Ein hartes Wort. Gott verflucht den Menschen! Worum es im Wesentlichen geht, steht wie ein Angelpunkt des ganzen Abschnitts im Zentrum des Textes: Verflucht der Mann, dessen Herz sich abwendet vom Herrn. Hier haben wir die entscheidende Frage unseres Lebens, die Frage, die uns in den Tagen der österlichen Bußzeit wieder von neuem eindringlich vorgelegt wird: Wie ist es um dein Herz bestellt? Wohin wendest du dein Herz? Woran hängst du dein Herz? Wer oder was hat Platz in deinem Herzen? Für wen öffnest du es? Wenn sich unser Herz von Gott abwendet, kann er es nicht mehr füllen mit seiner Liebe, seiner Barmherzigkeit, seinem Leben. Das Herz, das sich von Gott abwendet, entscheidet sich für den Tod. Es verflucht sich selbst. Und wer nicht in Gott ruht, wer nicht auf ihn vertraut, wer nicht als gottgeliebter Sünder aus seiner Liebe heraus lebt, der braucht andere Krücken und Stützen – doch kein Mensch, auch nicht der liebste, kann den Schöpfer und Herrn aller Dinge ersetzen. Das Leben wird zur harten Steppe, zum dürren Wüstenboden, zum salzigen Land. Der Mensch gleicht einem kahlen Strauch in unwirtlicher Gegend, vertrocknet und unfruchtbar. Das ist ein schönes Bild für die Betrachtung, die eigene Gewissenserforschung: Wenn ich mir die Landschaft meines Lebens vorstelle – wo finde ich da die Wüste, die leeren, unfruchtbaren Stellen, wo finde ich das salzige Land des Egoismus, der Ichbezogenheit, der Selbstverliebtheit; wo finde ich die Steppe der Schuld, des Stolzes, des Nicht-Verzeihen-Könnens?
Doch neben den Fluch stellt der Prophet die Zusage des Segens:
“Gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verlässt und dessen Hoffnung der Herr ist. Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt: Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, unablässig bringt er seine Früchte.”
Wenn das Herz des Menschen offen ist für die Liebe und das Leben Gottes, gleicht er dem fruchtbringenden Baum am lebensspendenden Wasser. Das Wasser ist ein Bild für den Lebensstrom der göttlichen Gnade, die unser Leben unablässig fruchtbar macht. Der Mensch, der sein Herz für Gottes Liebe geöffnet hat, verfügt über eine ungeheure Möglichkeit: Er kann diese Liebe nehmen und er kann damit beginnen, seinen Alltag mit dieser Liebe zu füllen. Alles, was er tut, und sei es noch so winzig, banal und unbedeutend, kann er mit dieser Liebe und aus dieser Liebe heraus tun und auf diese Weise selbst die Probleme und Schwierigkeiten, die Widerwärtigkeiten des Alltags und sogar das Kreuz in all seinen Formen in etwas Schönes und Kostbares verwandeln. Wie viele Menschen leiden unter dem Gedanken, nichts mehr tun zu können? Wenn man alt und gebrechlich ist, gequält von Krankheit und Schmerz, wenn man eingeschränkt ist in seiner Mobilität oder ans Bett gefesselt, wenn man angewiesen ist auf die Hilfe und den Dienst anderer – gerade dann, wenn es so scheint, als könne man gar nichts mehr leisten und tun, gerade dann kann man wie ein Baum sein, der am Wasser der göttlichen Gnade und Liebe gepflanzt ist und der alles, was ihm widerfährt, mit Hilfe der göttlichen Liebe zu einer wunderbaren Frucht machen kann, zu einer Frucht, die anderen zugute kommt. Hier finden wir die Quelle einer Kraft, die buchstäblich die Welt verändern kann!
Unsere Lesung schließt mit einer Warnung, die auf eine gute Menschenkenntnis schließen läßt:
“Arglistig ohnegleichen ist das Herz und unverbesserlich. Wer kann es ergründen? Ich, der Herr, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, um jedem zu vergelten, wie es sein Verhalten verdient, entsprechend der Frucht seiner Taten.”
Ja, wir sind unverbesserlich und arglistig ist unser Herz. Wir sind wahre Meister darin, uns selbst etwas in die Tasche zu lügen, uns etwas vorzumachen, den Balken im eigenen Auge zu ignorieren und nach dem Splitter im Auge unseres Nächsten zu suchen. Verlassen wir uns nicht auf uns selbst! Vertrauen wir auf den himmlischen Vater! Übergeben wir ihm unser Herz, halten wir nichts zurück. Bitten wir ihn, es zu formen, es neu zu gestalten nach dem Herzen seines Sohnes. Dann wird er, der uns besser kennt, als wir uns selbst kennen, unser Herz immer mehr zu sich hinwenden, er wird unser Leben mit seiner Liebe erfüllen und es Frucht bringen lassen. Und dann werden wir auch im Gericht bestehen. Denn dort lautet die entscheidende Frage nicht: Was habe ich alles Frommes geleistet? Die entscheidende Frage lautet: Habe ich zugelassen, daß Gott mein Herz berührt? Habe ich zugelassen, daß er mein Leben mit seiner Liebe erfüllt? Habe ich zugelassen, daß er mir ein neues Herz und einen neuen Geist schenkt?
Schauen wir auf Maria, die Mutter des Herrn. In ihr sehen wir den Menschen, dessen Herz ganz bei Gott war, der ganz und gar von seiner Liebe erfüllt war. Lassen wir uns von ihr an die Hand nehmen. Sie begleitet uns, sie beschützt uns, sie tröstet uns und macht uns Mut, sie birgt uns unter ihrem Schutzmantel und führt uns immer wieder zu ihrem Sohn Jesus Christus, der uns auch heute seinen Segen schenkt.

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Misereor 2014

Posted by Florian Seiffert - 21. März 2014

Frau Wermter mailt für Misereor 2014:

Misereor 2014

Misereor 2014

Misereor 2014

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Tage der Unschuld

Posted by ufiller - 25. Februar 2014

Gedanken zum 27.2. (Donnerstag der 7. Woche im Jahreskreis)
„Heiliger Gott, du liebst die Unschuld“ – diese Feststellung steht wie ein Fanfarenstoß am Beginn des heutigen Tagesgebets und mit ihr öffnet sich vor unserem geistigen Auge das  ganze Panorama der Heilsgeschichte. Wir blicken zurück auf die ersten Tage der Unschuld, von denen die ersten Kapiteln des Buches Genesis berichten. Es sind die ersten Tage der Schöpfung: „Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut.“ (1,31) Der heilige Gott hat den Kosmos und die Welt, Natur und Mensch und Tier ursprünglich gut und unschuldig geschaffen und alle Völker und Kulturen haben in der ein oder anderen Weise den Gedanken an das verlorene Paradies, an das goldene Zeitalter der Menschheit, an die Tage der Unschuld bewahrt. Und bis heute bleibt es für uns letztlich rätselhaft, warum Gott es zugelassen hat und bis heute zuläßt, daß seine Geschöpfe ihre Freiheit zum Bösen mißbrauchen und sich gegen ihren Schöpfer auflehnen. Damit sind die Tage der Unschuld zu Ende und auf eine bösartige, unheilvolle Weise wird seither jeder Mensch, mag er auch ohne persönliche Schuld sein, in den Zusammenhang der Schuld und des Bösen hineingeboren. Diesen Zusammenhang der Schuld und des Bösen nennen wir die Erbsünde, ihre Folge ist der Tod. Die Wirklichkeit und die Macht des Bösen sind gegenwärtig – schauen wir nur in unsere Welt, schlagen wir die Tageszeitung auf. Das war auch niemals anders, und doch ahnten bereits die Menschen des Alten Bundes, daß der heilige Gott es dabei nicht wird bewenden lassen, daß er etwas unternimmt, um den Menschen die verlorene Unschuld von neuem zu schenken. Er wird den Messias senden, er wird ein neues Reich des Friedens aufrichten und dann werden die Tage der Unschuld wiederkehren. Der Prophet Jesaja etwa kommt richtig ins Schwärmen, wenn er an diese Verheißung denkt: „Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten. Kuh und Bärin freunden sich an, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frißt Stroh wie das Rind. Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter, das Kind streckt seine Hand in die Höhle der Schlange. Man tut nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn, so wie das Meer mit Wasser gefüllt ist.“ (11,6-9)  Der heilige Gott liebt die Unschuld – denn sie entspricht seinem Wesen. Der Unschuldige trägt nichts an sich, was Gott fremd ist, er ist ganz und gar erfüllt von Gottes Leben, von seiner Liebe, von seiner Heiligkeit. Wie sehr haben die Menschen des Alten Bundes, wie sehr haben sich die Menschen aller Völker, aller Religionen danach gesehnt, in diesem Sinne Unschuldige zu werden: Menschen, die Gott gefallen; Menschen, die vor Gott gerechtfertigt sind; Menschen, die Gott erreichen, berühren können. Aber diese Sehnsucht blieb letztlich immer unerfüllt. So lange, bis Gott selbst den entscheidenen Schritt tat, um uns die verlorene Unschuld von neuem zu schenken. Und dann, im Neuen Bund, erblicken wir den ersten wirklich unschuldigen Menschen; den ersten Menschen, der wirklich ganz und gar vom Leben und der Liebe Gottes erfüllt ist, sozusagen die Personifikation des Paradieses: Maria, die jungfräuliche Muttergottes, die uns das Leben selbst geschenkt hat, ihren Sohn Jesus Christus, den menschgewordenen Gott. Er öffnet uns durch seinen Tod und seine Auferstehung die so lange verschlossene Tür: die Tage der Unschuld kehren wieder, das Paradies rückt in erreichbare Nähe, nur ein Augenblick trennt uns von der Ewigkeit, die jetzt nicht mehr Tod und Untergang, sondern Leben und Erfüllung und Glück  bedeutet. Und wir müssen nichts anderes tun, als dieses Geschenk entgegenzunehmen! Gott schenkt uns die Unschuld wieder, wenn wir reumütig zu ihm heimkehren, wenn wir die Wege des Bösen verlassen und uns ausstrecken nach ihm. Aber selbst die Umkehr ist nicht unsere eigene Leistung, sondern Geschenk und Gabe Gottes. Deshalb bitten wir ihn: Wende unser Herz zu dir. Der heilige Gott selbst soll unser Herz berühren, es öffnen, es wenden, damit es ganz von der Liebe und dem Leben Gottes erfüllt werden kann. Wie im berühmten Gleichnis vom barmherzigen Vater deutlich wird, bedeutet Umkehr immer Heimkehr, wer sich öffnet für das Geschenk der Umkehr, der kehrt heim, der kommt nach Hause, der kehrt zurück aus der Fremde, aus der Verlorenheit, aus der Einsamkeit in die gastliche Gemeinschaft des wahren Vaterhauses.  Das so von Gott geöffnete und verwandelte Herz wird erfüllt mit den Gaben des Heiligen Geistes. Wir beten um den neuen Eifer, den der Geist uns schenken soll. Als Christen sollen wir begeistert sein, eifrig, bemüht, engagiert, voller Tatendrang. Wir sollen brennen, leidenschaftlich und ausdauernd und nicht schlapp und gleichgültig, bequem und träge in unserer Komfortzone herumhängen. Zwei wichtige Konsequenzen dieses Eiferns im Heiligen Geist benennt unser heutiges Tagesgebet: die Standhaftigkeit im Glauben – denn „ohne Glauben aber ist es unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, muß glauben, daß er ist und daß er denen, die ihn suchen, ihren Lohn geben wird.“ (Hebr 11,6) Auf den Glauben also kommt es erstens an und zweitens auf die Frucht des Glaubens, auf die Konsequenz der geschenkten Umkehr: auf unsere Tat, auf unser Bemühen, auf unsere Bereitschaft, das Gute zu tun und Tag für Tag, in kleinen Schritten und mit unseren bescheidenen Möglichkeiten der Wirklichkeit des Bösen immer wieder das Gute entgegenzusetzen. Schauen wir dabei auf Maria, den ersten wirklich unschuldigen Menschen. In ihr wird die Verheißung des Paradieses Wirklichkeit und sie ist diejenige, die uns beschützt, trägt, behütet und unter ihrem Schutzmantel birgt und uns so begleitet in unserem Bemühen um den rechten Eifer im Heiligen Geist und in unserer Bereitschaft, das Gute zu tun.

Heiliger Gott, du liebst die Unschuld und schenkst sie dem Sünder zurück, der reumütig zu dir heimkehrt. Wende unser Herz zu dir und schenke uns neuen Eifer im Heiligen Geist, damit wir im Glauben standhaft bleiben und stets bereit sind, das Gute zu tun. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

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Paradox! Gedanken zum 6. 2. (hl. Paul Miki und Gefährten)

Posted by ufiller - 5. Februar 2014

Das Christentum ist auf den ersten Blick eine paradoxe Religion. Alles wird auf den Kopf gestellt, die uns normal erscheinenden Maßstäbe des Lebens gelten nicht mehr. Oder wie soll man es anders nennen, wenn in der Bergpredigt die Armen, die Trauernden, die Hungernden und Dürstenden, die Beschimpften und Verfolgten seliggepriesen werden? Ist nicht Reichtum und Freude, eine gut gedeckte Tafel, Bestätigung, Lob, Liebe und Freundschaft genau das, was unser Leben lebenswert macht, was ihm Gewicht, Tiefe und Sinn verleiht? Und jetzt soll das genaue Gegenteil gelten? Was ist das für eine paradoxe, ja lebens- und menschenfeindliche Religion? Lebens- und menschenfeindlich wäre unser Glaube tatsächlich, wenn es darum ginge, Armut und Trauer, Hunger und Durst, Beschimpfung und Verfolgung als erstrebenswerten Wert an sich zu bezeichnen; so, als wäre es wünschenswert, daß wir alle arm und traurig, hungrig und durstig sind und beschimpft und verfolgt werden. Doch das ist nicht gemeint! Im Gegenteil: Das Paradoxe des Christentums schenkt uns einen weiteren Horizont, eine größere Perspektive. Sie zeigt uns eine größere Wirklichkeit, die unsere sinnlich wahrnehmbare Welt übersteigt. In dieser größeren Perspektive des Christentums erkennen wir: Unser Streben nach Reichtum und Freude, nach Liebe und Freundschaft, kurz gesagt: unser Streben nach Glück findet in dieser Welt, in diesem Leben keine endgültige Erfüllung. Bereits Nietzsche wußte: jede Lust will Ewigkeit, will tiefe, tiefe Ewigkeit. Aber das, was wir in diesem Leben an Glück erhaschen können, bleibt immer flüchtig, fragil, zerbrechlich und wird uns über kurz oder lang aus der Hand geschlagen. Immer steht in jedem Leben das Leid, das Kreuz, der Tod am Ende. Die große Perspektive des Christentums zeigt uns: Unser Gott will uns nicht in diesem, kurzen Leben glücklich machen – er will uns pures Glück und tiefste Freude, Erfüllung und Ekstase in Ewigkeit schenken, für immer. Und wenn in der Bergpredigt paradoxerweise die Armen, die Trauernden, die Hungrigen und Durstigen seliggepriesen werden, dann geschieht es deshalb, weil es den Glücklichen und Satten, den Geliebten und Erfüllten oft so schwer fällt, die größere Perspektive des Chistentums, die Wirklichkeit hinter der sinnlich wahrnehmbaren Realität, zu erkennen. An den Grenzen unseres Lebens, da, wo es brüchig ist, da, wo die Scherbenhaufen liegen, da, wo es mißlingt, da ist es viel einfacher, die größere Wirklichkeit zu erkennen. Deshalb werden die Menschen seliggepriesen, die die Grenzen des Lebens aushalten müssen. Und niemand sage, dies sei doch nur ein billiger Trost für all die, die es nicht so gut haben im Leben. Es ist kein billiger Trost, weil unser Gott selbst es vorgemacht hat: Er ist Mensch geworden, nicht um satt und glücklich zu werden, um in Freuden und mit Freunden und Familie ein schönes, erfülltes, gemütliches Leben zu leben und die anderen, die es schlechter angetroffen haben, mit dem Hinweis auf die Ewigkeit zu vertrösten. Nein, er ist Mensch geworden, um in die Grenzen des Lebens hineinzugehen, um sie auszuhalten und um schließlich die letzte Grenze, Leid und Sterben und Tod zu überwinden und so für alle Menschen aller Zeiten die große Perspektive zu öffnen, die letzte Wirklichkeit, die uns nach unserem kurzen Leben erwartet. Jesus Christus ist diesen Weg vor uns gegangen, er ist uns vorausgegangen und deshalb kann er uns auf diesem Weg begleiten, führen und tragen. Er hat gezeigt, wie es geht: Er ist das Weizenkorn, das in die Erde fällt und stirbt, aber genau deshalb nicht allein bleibt, sondern reiche Frucht bringt (Joh 12,24). Er ist in Person das Paradoxe des Christentums, und er lädt uns ein, ihm zu folgen und die allgemein-menschlich geltenden Maßstäbe unseres Lebens auf den Kopf zu stellen: „Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt geringachtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben.“ (Joh 12,25) Dieser Einladung sind die Menschen gefolgt, die wir am heutigen Tag als Märtyrer verehren: Im 16. Jahrhundert haben 26 Christen in der furchtbaren Christenverfolgung in Japan ihr Leben hingegeben für den Glauben. Sie wurden gekreuzigt und verbrannt und noch vom Kreuz herab hat der heilige Paul Miki den Glauben verkündet. Diese Christen haben aus der größeren Perspektive heraus gelebt. Sie haben um die Wirklichkeit der Ewigkeit gewußt, die uns erwartet. Sie haben sich mit Jesus Christus verbunden, der ihnen auf dem Weg des Leidens und des Kreuzes vorausgegangen ist und sie haben gewußt, daß Jesus ihnen dann besonders nahe ist und sie trägt, wenn sie selber Leid und Kreuz ertragen und aushalten müssen. So haben sie ihr Leben in dieser Welt geringgeachtet, um es für die Ewigkeit zu gewinnen.
Nun, und was ist mit uns? Sehr wahrscheinlich sind wir „normale Christen“ nicht zum Martyrium berufen. Wir sollen nicht mit unserem Blut Zeugnis ablegen von Christus. Aber die Grundhaltung ist doch ganz dieselbe, darin sollen wir den japanischen Märtyrern gleichen wie ein Ei dem anderen: Wir sollen uns immer wieder um die größere Perspektive bemühen und das Paradoxe unseres Glaubens bejahen. Wir sollen dankbar sein für Reichtum und Freude, für den gedeckten Tisch, für Freundschaft und Liebe. Wir sollen all das als Geschenk entgegennehmen und mit anderen teilen. Und vor allem sollen wir wissen: das alles ist nur ein matter, unscheinbarer Abglanz von dem großen Glück, das uns einst erwartet. Wir müssen bereit sein, all das Loslassen zu können, wenn denn die Zeit kommt. Wir müssen darauf vertrauen, daß Christus uns ganz nahe ist, wenn wir an die Grenzen unseres Lebens stoßen, wenn es wehtut und wir uns aufbäumen wollen. Dann wollen wir uns in die Hand des Herrn geben, uns an ihm festklammern und nicht aufhören, uns zu ihm zu bekennen.

Starker Gott,
du bist die Kraft der Heiligen,
du hast den heiligen Paul Miki und seine Gefährten
durch das Martyrium am Kreuz
zur ewigen Herrlichkeit geführt.
Hilf uns auf die Fürbitte dieser Heiligen,
Christus, dem Gekreuzigten, nachzufolgen
und ihn bis zum Tode gläubig zu bekennen,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

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