Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Archive for the ‘Generalvikariat’ Category

Aufruf der deutschen Bischöfe zur Pfingstaktion Renovabis 2019

Posted by michaelcziba - 29. Mai 2019

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben!
Seit mehr als 25 Jahren steht die Aktion Renovabis für Solidarität und Partnerschaft mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa. Viel Gutes konnte in dieser Zeit bewirkt werden. Es zeigt sich aber auch, dass die tiefreichenden Folgen jahrzehntelanger kommunistischer Herrschaft noch nicht überwunden sind. Unsere Solidarität bleibt deshalb weiterhin gefragt.
Viele Menschen in den mittel- und osteuropäischen Ländern sehen nur wenige Chancen für ihre Zukunft. Bildungsmaßnahmen unterschiedlichster Art leisten einen Beitrag dazu, dass sie ihr Leben aktiv gestalten und ihre Gesellschaft zum Positiven verändern können. Lernen hilft, den eigenen Horizont zu weiten und das Herz für Neues zu öffnen – nicht nur in der Schule, sondern ein Leben lang.
Deshalb sind Renovabis Projekte im Bildungsbereich besonders wichtig. Diese setzen bereits bei der Förderung von Kindergärten ein. Schwerpunkte liegen bei der Weiterentwicklung des katholischen Schulwesen und bei der Verbesserung beruflicher Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten. Ebenso unterstützt Renovabis die Katechese, die kirchliche Jugendarbeit und die Erwachsenenbildung. Daher lautet das Leitwort des diesjährigen Pfingstaktion „Lernen ist Leben. Unterstützen Sie Bildungsarbeit im Osten Europas!“
Wir Bischöfe bitten Sie herzlich: Begleiten Sie die wichtigen Anliegen von Renovabis mit ihrem Gebet und helfen Sie mit einer großzügigen Spende bei der Kollekte am Pfingstsonntag!
Lingen, 14. März 2019
Für das Erzbistum Köln + Rainer Maria Card. Woelki, Erzbischof von Köln

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Der Pfarrgemeinderat berichtet: Konzept 2035 – ‚Wir denken in Jahrhunderten!‘

Posted by Florian Seiffert - 23. Mai 2019

 

Am 22.05.2019 tagte der ‚Lenkungskreis 2035‘ in St.Hubertus.

Anwesend sind:
Drei Mitglieder des Kirchenvorstands (KV), zwei Mitglieder des Pfarrgemeinderates (PGR), zwei Mitarbeiter des Generalvikariats (eGV), unser Verwaltungsleiter und unser Architekt Thomas Duda.
Pfarrer Cziba ist im verdienten Urlaub.
Wir sprechen von 16:30h – 18:50h.

Nachdem ich mich zwei Monate im eGV um einen Termin bemüht hatte, um uns mit den Fachabteilungen Bau, Recht und Pastoral zusammen setzen zu können, klärte mich eine Mail vor zwei Tagen auf, dass mit den beiden heutigen Vertretern des eGV alles Notwendige besprochen sei und sie unsere Fragen werden beantworten können.

Zwei meiner Fragen waren:

  • St.Johannes Ev. ist für die Profanierung vorgesehen. Dürfen wir das Grundstück verkaufen? Muss es verpachtet werden? Dürften wir einen Verkaufserlös zu 100% z.B. in eine Erweiterung eines Kindergartens investieren?
  • Die Kirche St.Pius X. wollen wir abgeben (wenn möglich). Wie sähe ein Pacht- oder Nutzungsvertrag aus? Was ist möglich? Dürfen wir Kirche und Grundstück verkaufen? Was dürfen wir mit dem Erlös machen? Dürfte man den Erlös benutzen, um andere Gebäude zu sanieren oder ein neues Pfarrzentrum zu bauen? Was ist, wenn wir St.Pius X. nicht abgeben können (weil sich niemand findet, der St.Pius X. übernehmen möchte). Düfen wir das Ensemble aus Pfarrheim und St.Pius X. so umbauen, dass z.B. (Sozial-)Wohnungen entstehen, die dann den Kirchenbau St.Pius X. finanzieren?
  • Neu hinzugekommen ist seit dem 05.05.2019 die Frage: Ist es genehmigungsfähig das Pfarrheim St.Bruder Klaus für einen Euro an einen Trägerverein abzugeben?

St.Johannes eV. Unser Besitz in St.Johannes ist ein Grundstück (das war vorher nicht so klar, es hätten auch mehrere Parzellen sein können). Den Teil des Grundstücks, auf dem die Kirche St.Johannes eV. steht, dürfen wir nicht verkaufen! Das eGV genehmigt heutzutage keine Grundstücksverkäufe mehr. Nirgendwo!
Ein Verkauf brächte einen Erlös, der in ein paar Jahren aufgebraucht wäre – Pacht hingegen fließt Jahr für Jahr. “Wir denken in Jahrhunderten“ sagt das eGV.

Das Grundstück auf dem die Kirche St.Johannes eV. steht, kann also nur in Erbpacht vergeben werden. Möglich ist also: Ein Investor pachtet das Grundstück, reißt die Kirche ab und baut z.B. Wohnungen.

Der Kindergarten in St.Johannes, der auch auf dem einen Grundstück steht, bekommt eine Gruppe aus Mariä Geburt (die dem Pfarrzentrum weicht) dazu und wird entweder aufgestockt oder neu gebaut oder es findet sich eine Lösung in Zusammenhang mit der Wohnbebauung auf dem Gelände der Kirche St.Johannes eV. Was es da für Möglichkeiten und Optionen gibt, wird der KV mit Hilfe von Architekt Duda konkretisieren. Gleichzeitig beginnen nun Gespräche mit Investoren, die an der Pacht und Bebauung des Grundstücks St.Johannes eV. Interesse haben. Wir freuen uns auf Vorschläge.

Wie hoch ist Pacht? Pacht berechnet sich nach dem Bodenrichtwert (den man im Internet für jede Gegend nachschauen kann). Das eGV sagt: 5% des Bodenrichtwertes beträgt die Pacht (pro Jahr und Quadartmeter). 70% der Pachteinnahmen gehen an das Erzbistum, 30% fließen in die Gemeinde. Eine Senkung der Pacht ist unter bestimmten Umständen möglich, muss aber genehmigt werden.

St.Pius X. Hier gibt es wenig Handlungsmöglichkeiten. Eine Änderung des Ensembles St.Pius X. zu Wohnraum z.B. für ältere Menschen ist nach Einschätzung des eGV und des Architekten Duda wegen des Denkmalschutzes nicht möglich, dazu kommt noch das Urheberrecht des Architekten Schürmann – d.h. eine Lösung geht nur zusammen mit Familie Schürmann und dem Denkmalschutz. Die beste Lösung ist nach wie vor die Abgabe an eine andere Religionsgemeinschaft. Die Tür für die syrisch-orthodoxe Gemeinde ist weiter offen, sie haben sich aber leider nicht mehr gemeldet.

Ein bisschen strittig sind die Betriebskosten für St.Pius X. Die letzten Zahlen der Revison von 1999 (was anderes haben wir nicht) schätzten die Betriebskosten jedes ‚Kirchturms‘ bei uns auf ca. 100.000,-€ pro Jahr. Das eGV bezweifelt das. Es müsse deutlich weniger sein. Leider liegen Zahlen der Rendantur dazu nicht vor!

Aus der Höhe der Kosten folgt die Dringlichkeit mit der wir eine Abgabe betreiben müssen.

St.Hubertus Für heute gibt es keinen Besprechungsbedarf.

St.Bruder Klaus Spannend ist der nun von St.Bruder Klaus in den ‚Ring geworfene Hut‘. Das Grundstück mit Pfarrheim kann nicht verkauft werden. Genauer: Das eGV genehmigt einen Verkauf nicht. Es geht also nur Erbpacht. Wahrscheinlich müsste mit dem Pfarrheim auch die angrenzende ‚Küsterwohnung‘ (?) mit vom Trägerverein übernommen werden, da Grundstück und Gebäude eine Einheit bilden, sagt das eGV. Ein Trägerverein müsste also Wohnung plus Pfarrheim in Erbpacht übernehmen und wäre dann für Betrieb und Erhalt alleine und selbst verantwortlich. Die Gemeinde wäre finanziell ganz raus.

Ich weise auf das Beispiel unter https://pfarrheim-hk.mauniewei.de/ hin (mit Dank an HS). Das Aktenzeichen K 080-44-410 teile ich dem eGV noch per EMail mit.

Das Risiko der Gemeinde bestünde darin, dass ein Trägerverein auch Pleite gehen könnte und die Gemeinde bekäme dann keine (symbolische) Pacht und hätte eine ‚Ruine‘ auf dem Grundstück. Ja, aber das Risiko besteht bei jedem Pachtvertrag.

Das eGV weist uns darauf hin, dass wir auf ca. 18.000,-€ Pacht pro Jahr verzichten, die wir einnehmen könnten, wenn das Grundstück plus Wohnung plus Pfarrheim in Erbpacht an einen Investor ginge …

Das eGV kann sich vorstellen einen erniedrigten Erbpachtzins zu genehmigen. Ob ein Erbpachtzins von einem Euro möglich ist, bleibt offen. Bisher wurden nur Kirchengebäude für ‚umsonst‘ mit dem Grundstück auf dem sie stehen in Erbpacht abgegeben, keine Pfarrheime plus Wohnung. Aber unmöglich scheint eine Abgabe für eine symbolische Summe für das eGV nicht zu sein.

In jedem Fall muss ein Konstrukt: Gemeinde gibt Wohung plus Pfarrheim in Erbpacht zu einem symbolischen Preis ab, durch unseren PGR+KV und dann durch den Vermögensrat des erbischöflichen Generalvikariats. Der muss zustimmen. Dazu sind Unterlagen erforderlich, die deutlich machen, dass ein eingetragener Verein (Trägerverein) die finanzielle Kraft hat, das ganze (auf Dauer) zu stemmen.

Die Rendantur hat mittlerweile Zahlen zu den Betriebskosten der Pfarrheime vorgelegt. Diese müssen noch auf Plausibilität geprüft werden. Über Weitergabe und/oder Veröffentlichung entscheidet der Kirchenvorstand.

Die nächste Sitzung des Lenkungskreises 2035 (Nr #10) ist am 04.09.2019 um 17:00h, anschließend ist um 20:00h Kirchenvorstandssitzung.

Richten Sie (höfliche) Fragen und Kommentare gerne an mich.

Florian Seiffert, Pfarrgemeinderat

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Aufruf der Deutschen Bischöfe zur Misereorfastenaktion 2019

Posted by michaelcziba - 27. März 2019

Liebe Schwestern und Brüder, junge Menschen wünschen sich eine Welt voller Möglichkeiten. Sie haben Ideen, Hoffnungen und Pläne und sind offen für die Zukunft. Daher lautet das Leitwort der diesjährigen Fastenaktion von Misereor: „Mach was draus: sei Zukunft!“ Die Fastenaktion wird gemeinsam mit der Kirche in El Salvador durchgeführt. Sie will vor allem Jugendliche ermutigen, im Vertrauen auf Gottes Liebe und die von ihm geschenkten eigenen Begabungen zu leben. Im Mittelamerikanischen El Salvador ist es nicht leicht, an eine gute Zukunft zu glauben. Es herrschen Armut und Gewalt. Gerade junge Menschen finden keine Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Trotzdem fassen viele Jugendliche in den von Misereor geförderten Projekten Vertrauen in die Zukunft. Sie werden so zu Botschaftern einer besseren, friedlichen Welt.
Lassen Sie sich von der Zuversicht dieser Jugendlichen anstecken! „Mach was draus: sei Zukunft!“ Dieses Leitwort zur Fastenaktion gilt uns allen, egal welchen Alters. Gestalten auch Sie am kommenden 5. Fastensonntag Zukunft – durch Ihr Gebet, Ihre Aktion in der Gemeinde, durch Ihre Gabe bei der Misereor-Kollekte. Ihre Spende trägt dazu bei, dass junge Menschen in El Salvador und weltweit hoffnungsvoll Zukunft mitgestalten können.
Fulda, den 27. September 2018
Für das Erzbistum Köln + Rainer Maria Card. Woelki, Erzbischof von Köln.

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Fastenhirtenbrief 2019

Posted by michaelcziba - 9. März 2019

WENN IHR ALS GEMEINDE ZUSAMMENKOMMT 1 Kor 11, 18

Liebe Schwestern, liebe Brüder,
seit den ersten Schritten auf unserem Pastoralen Zukunftsweg werde ich danach gefragt, warum die sonntägliche Feier der Heiligen Eucharistie für uns katholische Christen so wesentlich sei. Kaum ein Besuch in einer Gemeinde, kaum eine Konferenz vergeht, wo diese Frage nicht ausgesprochen oder unausgesprochen im Raume steht. Deshalb möchte ich ihr in meinem diesjährigen Brief an Sie zu Beginn der österlichen Bußzeit ein wenig nachgehen.
Von den Zeiten der Urkirche an feierten die Christen den Sonntag als „Tag des Herrn“ (vgl. Offb 1, 10). Damals schrieb der Statthalter Plinius der Jüngere in einem Brief an den römischen Kaiser Trajan, der verdächtige Irrglaube der Christen bestehe darin, „dass sie sich an einem bestimmten Tag vor Sonnenaufgang zu versammeln pflegten, um Christus wie einem Gott Lieder zu singen“ . Sie tun dies, weil die Kirche von Anfang an am ersten Tag der Woche die Auferstehung des Herrn feiert. Sonntag für
Sonntag kommen die Gläubigen zusammen. In ihren Versammlungen halten sie fest an der Lehre der Apostel und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten (vgl. Apg 2, 42). Später berichtet Bischof Ignatius von Antiochien in einem Brief, dass seine Gläubigen aus der Beobachtung des Sonntags leben.

Bewusstsein für die Bedeutung
Ja, die Feier der sonntäglichen Eucharistie ist für die Identität der ersten Christen so wichtig, dass sie sogar das Verbot des Kaisers Diokletian im Jahre 304 missachten, mit dem er ihnen die Todesstrafe androht, wenn sie eine Heilige Schrift besitzen, am Sonntag zur Feier der Eucharistie zusammenkommen oder Räume für ihre Versammlungen errichten. Dennoch treffen sich in Abitene, einem kleinen Dorf im heutigen Tunesien, eines Sonntags 49 Christen im Haus eines der Ihren, um die Eucharistie zu feiern. Sie werden festgenommen, nach Karthago gebracht und dort vernommen. Auf die Frage, warum sie dem strengen Befehl des Kaisers zuwidergehandelt hätten, antworten sie: „Sine dominico non possumus“ – Ohne uns am Sonntag zur Feier der Eucharistie zu versammeln, können wir nicht leben. Es würden uns die Kräfte fehlen, uns den täglichen Schwierigkeiten zu stellen und nicht zu unterliegen. Nach grausamer Folter werden alle 49 für ihre Teilnahme an der sonntäglichen Eucharistie getötet. Sie werden zu Märtyrern der Eucharistie am Sonntag. Würden das heute so noch selbst überzeugte Christen wie die Märtyrer damals für sich sagen können: Ohne die Feier der Eucharistie am Sonntag kann ich nicht leben?
Das Bewusstsein für die Bedeutung der sonntäglichen Feier der Eucharistie muss sich bei uns dringend erneuern. Denn Jesus selbst hat sie uns – das heißt der Kirche – als ein kostbares Vermächtnis hinterlassen. „Nehmet und esset alle davon: Das ist mein Leib … Nehmt und trinket alle daraus: Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für Euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden“. In der Gestalt des Brotes reicht Jesus uns seinen Leib als Speise. Indem wir ihn essen, werden wir ein Leib mit ihm, wie der Apostel sagt (vgl. 1 Kor 12, 27). Das ist nicht nur ein schönes Bild oder ein Wunschdenken, sondern Wirklichkeit, die allerdings nur von Gott her möglich ist.
Im Eucharistischen Brot reicht uns Jesus nicht nur ein Zeichen seines Leibes, sondern seinen Leib, das heißt sich selbst leibhaft. Und im Kelch reicht er uns in der Gestalt des Weines nicht nur ein Zeichen seines Blutes, sondern er schenkt uns wahrhaft Anteil daran. Wir erinnern nicht nur an ein vergangenes Geschehen, sondern dürfen uns ganz sicher sein: In den eucharistischen Gaben ist der Herr wirklich gegenwärtig! So lässt er uns teilhaben am Heil, das er durch seinen Kreuzestod für uns erworben hat. Sein Blut ist das Blut des Bundes, in dem Gott uns mit sich auf ewig verbunden hat. Daran erkennen wir, worum es bei der Feier der Eucharistie geht: Wir dürfen dem Herrn begegnen und mit ihm eins werden. Jesus selbst ist der Herr dieses Mahles. Deshalb nennen wir es auch „Herrenmahl“.

Quelle und Höhepunkt
Wenn nun etwa der Apostel Paulus vom Herrenmahl spricht, dann beginnt er zumeist mit den Worten: „Wenn ihr als Gemeinde zusammenkommt …“ (1 Kor 11, 18). Eucharistie feiern ist wesentlich ein Zusammenkommen. Schon das griechische Wort für Kirche, Ecclesía, weist auf die Eucharistie hin und bezeichnet die zur Eucharistie zusammengerufene Versammlung des Volkes Gottes. Kirche ist deshalb in ihrem wesentlichen Kern eucharistische Versammlung. Sie ist dort am dichtesten gegenwärtig,
wo die Eucharistie gefeiert wird. Dies gilt so sehr, dass der kirchliche Leib – also die Gläubigen – und der eucharistische Leib Christi nicht voneinander zu trennen sind.
Die Eucharistie ist nicht einfach eines der sieben Sakramente, sondern das „Sakrament der Sakramente“ und damit Quelle, Mitte und Höhepunkt des Lebens der Kirche . Die Kirche feiert deshalb nicht einfach die Eucharistie, sondern die Kirche entsteht aus der Eucharistie. So ist die Eucharistie, in der Christus uns seinen Leib schenkt und uns zugleich in seinen Leib verwandelt, der immerwährende Entstehungsort der Kirche. Wenn nun aber Kirche und Eucharistie unlösbar zusammengehören, dann betrifft das auch unsere gegenwärtige pastorale Situation. Denn die Teilnahme am gemeindlichen Sonntagsgottes- dienst ist immer noch ein sensibler Gradmesser für die sonstige Teilnahme am kirchlichen Leben – auch wenn dies heute nicht gerne gehört wird.
Dass dies so ist, bringt schon das eucharistische Hochgebet zum Ausdruck, wo es heißt: „Darum kommen wir vor dein Angesicht und feiern in Gemeinschaft mit der ganzen Kirche den ersten Tag der Woche als den Tag, an dem Christus von den Toten erstanden ist“. Die Eucharistie ist die sakramentale Vergegenwärtigung von Tod und Auferstehung Jesu Christi und deshalb der Gottesdienst der christlichen Gemeinde am Sonntag. Diese Grundüberzeugung unseres Glaubens gilt bis heute. Sie bringt zum Ausdruck, dass die Feier der Eucharistie am Sonntag letztlich durch nichts ersetzbar und austauschbar ist. Daraus ergibt sich für die Kirche sicher die große Herausforderung, dafür zu sorgen, dass genügend Priester zur Verfügung stehen, die der Feier der Eucharistie vorstehen können. Umgekehrt gehört dazu aber auch das Gebet um Priesterberufungen, das wir wieder erlernen müssen und in allen unseren Gemeinden pflegen und praktizieren sollten.

Eucharistie als Sammlung der ganzen Gemeinde
Vielleicht ist es in diesem Zusammenhang angebracht, an den altchristlichen Brauch zu erinnern, der bei uns bis ins 19. Jahrhundert hinein in Geltung war und der in der Ostkirche bis heute in Kraft ist, dass nämlich in jeder Gemeinde am Sonntag nur eine Eucharistie als Versammlung der ganzen Gemeinschaft gefeiert wurde. Dahinter steht die Glaubensüberzeugung, dass die Feier der Eucharistie am Sonntag der Sammlung der Gemeinde und nicht ihrer Zerstreuung – gleichsam ihrer „Diaspora“ – dienen soll.
Uns auf diese alte Tradition zurückzubesinnen und sie situationsgerecht und pastoral verantwortet zu erneuern, könnte eine Herausforderung der pastoralen Situation sein, in der wir heute stehen. Denn sie würde es ermöglichen, dass in mehr Gemeinden am Sonntag Eucharistie gefeiert werden kann und dass die eucharistische Solidarität unter den einzelnen Gemeinden gefördert wird. Die Eucharistie ist und bleibt das Herz der Kirche. Hier nämlich hat Gott uns mit seinem Sohn sein Herz geschenkt. Er hat es sich in ihm öffnen lassen, sodass uns in jeder Eucharistie Gottes Herz in besonderer Weise offensteht. Das Herz des Herrn ist zwar durchstoßen, aber nicht tot. Es schlägt und lebt. An Jesu Herz können wir Gottes Herz schlagen hören. Und was schlägt es? Es schlägt Liebe für uns, versöhnende, heilende, erlösende, rettende Liebe.
Glauben heißt: darauf Antwort geben, mit sich, nicht nur mit dem Mund, sondern mit seinem eigenen Leben. Die Eucharistiefeier endet ja nicht mit dem Schlusslied der hl. Messe. Auch nicht mit dem Auszug des Priesters. Eucharistie bedeutet, sich in die Welt senden zu lassen und zu einem Zeugen Jesu Christi zu werden. Die Eucharistie zu empfangen bedeutet, anderen Menschen davon erzählen zu wollen: Es gibt Gott, und er ist gut. Gott will mit uns Menschen das Leben und den Alltag teilen. Christus hat seinen Platz nicht nur am Sonntag in der Kirche, sondern in allen Bereichen unseres Lebens. In Familie und Beruf, in Arbeit und Erholung hat er seinen Platz. Ihm gehört nicht nur eine Stunde am Sonntag, ihm gehört jede Stunde, rund um die Uhr.
Wenn wir also die hl. Eucharistie wirklich feiern wollen, dann müssen wir uns mit Christus liebend dem Vater übergeben. Das ist der Sinn der Eucharistie. Wer sich aber mit Christus Gott übergibt, braucht keine Angst zu haben. Er verliert nicht sein Leben! Er verliert auch nicht sich selbst! Er gibt sich auch nicht auf und geht auch nicht leer aus! Vielmehr erhält er alles – wie Christus. Wer die Gemeinschaft mit dem ewigen Gott sucht, der wird von ihm auch nicht fallengelassen. Der wird – wie Jesus am Kreuz – erfüllt mit österlicher Herrlichkeit, mit österlichem, göttlichem Leben. Genau das geschieht auch mit uns. Indem wir ihn in der hl. Kommunion empfangen, werden wir beschenkt mit Gottes ewigem Leben, dem Unterpfand der kommenden Herrlichkeit, dem Angeld des ewigen Lebens.
Deshalb können Christen am Sonntag von Anfang an nicht ohne die Feier der hl. Eucharistie sein. Sie lässt sich durch keine andere gottesdienstliche Feier ersetzen. Die hl. Eucharistie, die wir am Sonntag feiern, will mit in die ganze Woche hineingenommen werden. Eucharistisch leben heißt, unser ganzes Leben zu einem Ausdruck unserer Hingabe an Gott und die Mitmenschen werden zu lassen. So findet die Feier der Eucharistie letztlich ihre Fortsetzung und Bewährung in der eucharistischen Sendung im Alltag.

Eucharistie und Sendung
Die Emmaus-Jünger etwa brachen „noch in derselben Stunde“ auf, nachdem sie beim Brechen des Brotes den Herrn erkannt hatten (Lk 24, 33), um von dem Erfahrenen, dem Gehörten und Gesehenen zu erzählen. Wer etwas so Kostbares empfängt, will davon berichten. Wem etwas Gutes widerfährt, will anderen zum Zeichen werden und wiederum Gutes tun. So erweckt auch heute die Begegnung mit Christus in der Eucharistie in der Kirche und in jedem Christen den Drang zum Zeugnisgeben und zur Evangelisierung. Deshalb dürfen wir auch nicht unsere gottgegebenen Talente vergraben (Mt 25, 14- 30), wie der Herr mahnt. Vielmehr ist jede und je- der dazu aufgerufen, als Glied des Leibes Christi Verantwortung zu übernehmen, sich zu engagieren und seine Stärken und Gnadengaben unter „Leitung des Hauptes“ (Christus) seinen Mitmenschen zugutekommen zu lassen. Möglichkeiten dazu gibt es in Hülle und Fülle.
Weil „vor allem [durch] die heilige Eucharistie … jene Liebe mitgeteilt und genährt [wird], die sozusagen die Seele des gesamten Apostolates ist“ , bleibt es durch alle Zeiten hindurch notwendig, dass wir uns als katholische Christen immer und immer wieder zur Eucharistie am Sonntag versammeln. Dort werden wir als seine Kirche, als Leib Christi, aufgebaut. Als Kirche, als Gemeinde leben wir vom Altar, d.h. von Christus, her. Und nur wo dies geschieht, werden Glaube und Kirche in Zukunft wachsen, werden wir eine einladende, diakonische Kirche sein können, die für die Menschen unserer Tage lebensrelevant ist. Warum? Weil wir dann nicht mehr uns selber bringen, sondern IHN, in dem alles Heil und Leben beschlossen liegt. Deshalb: Herr, zeige uns Deinen Weg und lass ihn uns mit Dir gehen!

Dazu segne und behüte Sie der Dreieinige Gott, + der Vater und + der Sohn und + der Heilige Geist. Amen.

Ihr
+ Rainer Maria Card. Woelki Erzbischof von Köln

Dieser Hirtenbrief ist am ersten Fastensonntag (10. März 2019) in allen Hl. Messen einschließlich der Vorabendmesse zu verlesen.

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Der Pfarrgemeinderat berichtet: Zukunft von St.Pius X. – Update

Posted by Florian Seiffert - 5. Februar 2019

Nach dem Treffen vom 23.10.2018 hatten wir eigentlich vor, eine Vereinbarung mit den Architekten Schürmann über eine Machbarkeitsstudie zu schließen. Die Machbarkeitsstudie sollte dazu Stellung nehmen, ob die gestellten baulich-räumlichen Anforderungen innerhalb der urheberrechtlichen Belange und der Belange des Denkmalschutzes umgesetzt werden können. Hierfür wollte die Kirchengemeinde nicht wenig Geld in die Hand nehmen. Zeithorizont zur Unterzeichnung der Machbarkeitsstudie war Weihnachten 2018. Bis dahin sollte die Machbarkeitsstudie a) mit dem Ehepaar Schürmann abgestimmt, b) vom Kirchenvorstand beschlossen und c) vom Erzbischöflichen Generalvikariat (eGV) genehmigt sein.

Es entzieht sich meiner Kenntnis, warum c) nicht geklappt hat.

Heute kommt die Nachricht, dass jetzt Anfang Februar das eGV der syrisch-orthodoxen Gemeinde eine weitere Kirche angeboten hat, und zwar wohl im Innenstadtbereich von Köln. Dies entspricht von Lage und Bau wohl eher den Vorstellungen der syrisch-orthodoxen Gemeinde, als St. Pius X.

Ich gehe davon aus, dass damit der Plan erst mal gescheitert ist, St. Pius X. an die syrisch-orthodoxe Gemeinde abzugeben.

Florian Seiffert, Pfarrgemeinderat

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Ein neues Kirchenjahr und diesmal auch ein neues Lektionar (Lesungsbuch)

Posted by michaelcziba - 28. November 2018

Liebe Gemeindemitglieder.
Am Ersten Adventssonntag 2018 wird im deutschen Sprachgebiet ein neues Lektionar eingeführt. Das bedeutet: Mit dem Beginn des neuen Lesejahres C sind alle biblischen Texte, die zum Vorlesen in den Gottesdiensten an Sonn- und Festtagen vorgesehen sind, im Wortlaut der sogenannten revidierten Einheitsübersetzung aus dem Jahr 2016 zu hören. Es handelt sich um eine Überarbeitung der aus dem Jahr 1979 stammenden Einheitsübersetzung, mit der erstmals ein einheitlicher, verbindlicher deutscher Text für die Verkündigung und Liturgie der katholischen Kirche im gesamten deutschen Sprachgebiet geschaffen wurde. Änderungen in den Sprachgewohnheiten wie auch neuere Erkenntnisse der Bibelforschung machten eine Bearbeitung dieser ersten Fassung notwendig, die 2016 schließlich von Rom genehmigt wurde. Nun also werden die Texte der neuen Einheitsübersetzung auch im Gottesdienst vorgetragen.
In gewisser Weise wird damit der „Tisch des Wortes“, wie es das II. Vatikanische Konzil formulierte, neu gedeckt. Denn Änderungen in der Übersetzung bieten die Chance, in bekannten Texten Neues zu entdecken, sich persönlich neu ansprechen oder vielleicht auch irritieren zu lassen. Gleich die Lesungen des Ersten Advents bieten einige Beispiele: In der Ersten Lesung „sorgt“ Gott nicht für Recht und Gerechtigkeit, sondern er „wirkt“ sie. Es ist genau diese nie endende Wirkkraft des Herrn, die im Hintergrund steht, wenn am Ende einer jeden Lesung „Wort des lebendigen, d. h. wirksamen Gottes“ gesagt wird, worauf die Gemeinde Gott dankend antwortet.
Als weiteres Beispiel sei auf die Zweite Lesung verwiesen. Zwar galt bislang schon die Maßgabe der Deutschen Bischofskonferenz, dass am Beginn der Lesung aus einem Brief „Schwestern und Brüder“ zu lesen ist, doch der gedruckte Text schrieb nur „Brüder“. Im neuen Lektionar steht die Anrede „Schwestern und Brüder“ über jeder Brieflesung. So wird deutlich, dass innerhalb des Gottesdienstes der eigentliche Adressat des Wortes Gottes die versammelte Gemeinde und nicht mehr die Hörerschaft aus der Anfangszeit des Neuen Testaments ist. Zugleich ist die Rede von den „Brüdern und Schwestern“ in der neuen Einheitsübersetzung auch in den Schrifttext selbst gelangt, und zwar immer dort, wo tatsächlich beide Geschlechter gemeint sind. Denn Paulus konnte gemäß dem Sprachgebrauch seiner Zeit gemischte Gruppen als „Brüder“ ansprechen. Das ist heutzutage nicht mehr möglich. Diesem Wandel wurde in der Übersetzung entsprochen. Die weltkirchlich verbindliche Leseordnung, also die konkrete Auswahl der Textabschnitte für die einzelnen Sonn- und Festtagen wurde nicht geändert. Im Laufe der nächsten Jahre werden dann alle 7 Lektionare für den Gottesdienstgebrauch erneuert.

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Der Pfarrgemeinderat berichtet: Profanierung Sankt Johannes Evangelist

Posted by Florian Seiffert - 20. November 2018

Nach der Priesterratssitzung vom 07.11.2018 bekamen wir am 16.11.2018 eine Mail aus dem Erzbischöflichen Generalvikariat:

… der Priesterrat hat in seiner Sitzung das Profanierungsvorhaben St. Johannes Evangelist mit einem zustimmenden Votum bedacht; daraufhin hat unser Erzbischof der Profanierung zugestimmt.

Zum weiteren Vorgehen benötigen wir nun einen Zeitpunkt, wann eine Nachnutzung stattfinden wird. Daraufhin wird dann zu diesem Zeitpunkt – oder sehr zeitnah – profaniert.

Damit geht die Profanierung von St. Johannes Ev. den geplanten Weg. Den „Zeitpunkt der Nachnutzung“ müssen wir mir Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat noch festlegen. Ich denke, gemeint ist, dass die Profanierung möglichst spät erfolgen soll, also knapp vor einem Abriss zum Beispiel.

Ich halte Sie auf dem Laufenden.

Florian Seiffert
Pfarrgemeinderat

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Der Pfarrgemeinderat berichtet: Zukunft von St.Pius X. – Update

Posted by Florian Seiffert - 24. Oktober 2018

Dreiecksgespräch

Dreiecksgespräch


Am 23.10.2018 trafen sich in St.Pius X. Vertreterinnen von Kirchenvorstand, Pfarrgemeinderat, zwei Vertreterinnen vom Generalvikariat, die drei Vorstandsmitglieder der syrisch-orthodoxen Gemeinde in Köln und Frau und Herr Prof. Schürmann – Schwiegertochter und Sohn des Erbauers von St.Pius X., Prof. Joachim Schürmann.

Es geht um ein Kennenlernen und um die Klärung, können wir einen weiteren Schritt tun, hin zur Übernahme von St.Pius X. durch die syrisch-orthodoxen Christen.

Die syrisch-orthodoxe Gemeinde sucht eine neue Heimat. Das klappt mit St.Pius X. nur, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Da sind Pfarrsaalgröße (ca. 220 Plätze), Altarumbau, evtl. Taufsteinumbau, Beleuchtung in der Kirche, … . Dazu soll die neue Heimat nicht nur für 10 Jahre Heimat sein, sondern am besten bis zum jüngsten Gericht (es folgt eine kleine Debatte, wann das denn wohl sein könnte :-). Die Sicherung der Investition ist wichtig – man möchte nicht einen (vielleicht) fünf- oder sechsstelligen Betrag in die Gebäude investieren und nach ein paar Jahren wieder auf der Straße stehen und erneut suchen müssen.

Prof. Schürmann und Frau sind gerne bereit, St.Pius X. baulich weiterzuentwickeln und sich dazu mit uns allen auf den Weg zu machen. Es könnte ein Musterbeispiel des gegenseitigen Helfens zweier Glaubensgemeinschaften in der heutiger Zeit werden und ein Weitertragen alter Ideen aus den 60er-Jaren in die Zukunft auf hohem Niveau.

Das Generalvikariat (GV) macht deutlich, dass ein Verkauf von Kirche und Grundstück von St.Pius X. nicht genehmigungsfähig ist. Es geht aber eine langfristiger Vertrag über die Nutzung bzw. ein Erbpachtvertrag z.B. über 99 Jahre. Festgeschrieben werden müsste so etwas wie: Die Kirche mit Grundstück fiele bei Auflösung an unsere Gemeinde zurück, kein Bau z.B. eines Supermarkes oder Kinos etc. … Übernahme der Verantwortung für Dach und Fach durch die syrisch-orthodoxe Gemeinde.

Kirchenvorstand (KV) und Pfarrgemeinderat (PGR) machen deutlich, dass sie den Erhalt von St.Pius X. als Gottesdienstraum und als Kirchengebäude im Ort sehr gerne sehen. Eine (gelegentliche?) Mitnutzung der Kirche für katholische Messen würde uns freuen. Eine Mitnutzung des Pfarrsaals in der Woche wäre super. Wir werden alles tun, damit das Dreieck aus Architekten Schürmann, syrisch-orthodoxer Gemeinde und der Kirche von Köln (GV, KV, PGR) zu einer gute Lösung findet.

Prof. Schürmann und Frau werden die syrisch-orthodoxe Gemeinde ‚Am Kloster zum guten Hirten‘ besuchen und sich ein Bild machen von Kirchenraum, Altaraufbau, Beleuchtung etc. und beide Seiten möchten das heutige Kennenlernen vertiefen.
Die syrisch-orthodoxe Gemeinde wird zeitnah eine Liste der Bedarfe an Prof. Schürmann und Frau schicken. Welche Raumgrößen werden gebraucht, wie muss ein Altar aussehen, …
Der KV überlegt, ob eine Planungsgenehmigung beim GV beantragt werden kann, um Prof. Schürmann zu beauftragen, eine Planungsskizze aus den Bedarfen der syrisch-orthodoxe Gemeinde zu entwickeln, der die syrisch-orthodoxe Gemeinde (bzw. deren Priester oder Bischof) zustimmen und die bei der Denkmalschutzbehörde in Köln vorgelegt werden kann.

Dann können vielleicht die Rädchen so ineinander greifen, dass am Ende St.Pius X. umgebaut im Eigentum der syrisch-orthodoxen Gemeinde ist, das GV und der Denkmalschutz zugestimmt haben und auch Familie Schürmann als Urheber weiter Freude an diesem Kirchenbau und Denkmal hat.

Ich hatte nach dem ersten Besuch der Glaubensgeschwister der syrisch-orthodoxen Gemeinde am 13.5.2018 schon ein gutes Gefühl. Für das Gespräch heute war ich ein bisschen in Sorge.
Ich wusste einfach nicht, ob und wie sich syrisch-orthodoxe Gemeinde und die Architekten Schürmann aufeinander zu oder von einander weg bewegen würden.
Meine Sorgen wurden zerstreut, das Gespräch war geprägt von Freundlichkeit und dem Wunsch eine Lösung hinzubekommen. Klar wurde, dass es keine festen Rezepte geben kann. Wunschlisten können nicht vorgelegt und abgehakt werden. Wenn hier etwas „gekocht“ wird, muss das Rezept zusammen entwickelt werden. Ich denke aber, dass sich beide Seiten hier kompromissfähig und respektvoll gezeigt haben. Ich bin zuversichtlich, das ein Miteinander gelingen kann. Ich finde es großartig, wenn wir als katholischen Christen unseren aramäischen Geschwistern helfen können und dabei noch dadurch profitieren, dass die Kirche St.Pius X. ein Gotteshaus und für uns mitbenutzbar bleibt. Besser geht es doch garnicht!

Ein Fragezeichen bleibt der Denkmalschutz. Der war bisher noch nicht beteiligt. Es wäre wohl Auftrag des Architekten, die nötigen Schritte zur Klärung mit dem Denkmalschutz einzuleiten. Ich lerne, dass Denkmalschutz nicht nur das sichtbare Äußere betrifft, sondern auch die innere Logik des Gebäudes. Man will mit dem Denkmal auch zeigen, wie waren die Lebensumstände 1960 und wie baute man damals. Eine Fortentwicklung muss dem Rechnung tragen.

Ist damit St.Pius X. verkauft? Haben wir bald nur noch drei Kirchen in der Gemeinde?
NEIN! Es ist weiterhin alles Planung und Wunsch, noch ist nichts unter Dach und Fach. Es ist nichts unterschrieben und fest. Es kann auch noch anders kommen.
Auf dem Weg zur Abgabe von St.Pius X. sind wir EINEN SCHRITT weiter, aber der Weg ist noch lang und viele Schritte müssen folgen. Ich hoffe, wir gehen den Weg gemeinsam und geschwisterlich zu Ende, aber wir stehen immer noch am Anfang!

Wenn Sie den Weg mit begleiten möchten und Ideen haben, die allen Gemeindemitgliedern gefallen könnten (nicht nur einem Kirchort), dann überlegen Sie doch zur Kirchenvorstandswahl zu kandidieren! Frage nicht, was die Gemeinde für Dich tun kann, frage, was Du für die Gemeinde tun kannst! um mal Kennedy zu zitieren.

Florian Seiffert
Pfarrgemeinderat

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Der Pfarrgemeinderat berichtet: Konzept 2035

Posted by Florian Seiffert - 11. März 2018

Konzept 2035Sonntag, 11.03.2018.

Heute ist nach der Messe um 09:30h ein Treffen von Pfarrgemeinderat (PGR) und Kirchenvorstand (KV). Wir wollen uns nach der PGR-Wahl 2017 gegenseitig kennenlernen und die neuen Fakten in unsere Strategie für die Gespräche mit dem Erzbischöflichen Generalvikariat (EGV) für Projekt 2035 einbauen.

Neue Fakten?
Ja! Bisher war es mehr oder weniger Vermutung, seit letzter Woche ist es Gewissheit. Die Gemeinde St.Hubertus und Mariä Geburt macht Miese. Etwa 100 bis 200 Tausend Euro pro Jahr. Durch diese Verluste schmelzen wir unsere Reserven, das Geld auf der Hohen Kante ab. Wenn wir nichts ändern, sind wir in drei bis vier Jahren im Minus, also pleite. Sehr wahrscheinlich – nein, mit Gewissheit!, wird dann das EGV unseren Haushalt „In Ordnung“ bringen. D.h. es wird dafür sorgen, dass wir nicht mehr ausgeben, als wir einnehmen.
Woher kommt es, dass wir mehr ausgeben, als wir einnehmen? Die Kirche von Köln bezuschusst unsere Gemeinde aus Kirchensteuermitteln mit einem (mir unbekannten) Betrag für jede Katholikin und jeden Katholik, die oder der in unserer Gemeinde wohnt. Dazu kommen Einnahmen aus Pacht und Zinsen, von denen wir einen Teil behalten dürfen. Während diese Einnahmen über die Jahre eher konstant sind oder leicht abnehmen, sind die Kosten für Personal und Reparaturen ständig angestiegen. Da wir die Jahresabschlüsse unseres Haushalts von 2009 bis 2015 erst in der letzten Woche vom EGV bekommen haben, ist auch jetzt erst klar, wie hoch der Zwang zum Sparen ganz genau ist. Wie gesagt, bisher war es Vermutung, jetzt wissen wir es schwarz auf weiß.

Wie können wir sparen? Und zwar nicht nur ein bisschen! Wie spart man 200.000,- Euro im Jahr?
Es müssen die Pfarrheime und Kirchen geschlossen oder abgegeben werden, die hohe Unterhalts- und Reparaturkosten verursachen. Das ist schmerzhaft, denn an keiner Kirche wollen Menschen auf ihr Gotteshaus oder auf Versammlungsflächen verzichten.

Nach Diskussion mit KV und PGR ist heute folgendes Konsens:

  • St.Johannes Evangelist wird so schnell es möglich ist, d.h. so schnell es das EGV möglich macht, geschlossen oder abgegeben.
  • An jeder Kirche der Gemeinde soll es weiter einen oder zwei Räume geben, wo man sich nach der Messe treffen und Kaffee trinken kann, wo sich Jugendgruppen treffen können oder wo eine Agape möglich ist.

Heiß diskutiert wird die Notwendigkeit ein zentrales Zentrum zu bauen. Dort wäre das Pfarrbüro angesiedelt, evtl. Priesterwohnung(en), vielleicht auch mit Versammlungsräumen. Diskutiert wird auch eine Zusammenarbeit mit den evangelischen Schwestern und Brüdern. Kann man Kirchenräume oder Versammlungsflächen gemeinsam finanzieren und betreiben? Ist es nicht schlauer, ein Zentrum an einer der Kirchen zu betreiben und zu erhalten? Warum müssen wir auf „die Wiese“ gehen, wenn man „bei den Menschen“ bleiben kann? Kann man nicht einen Teil einer Kirche als Café und Versammlungsraum nutzen? Bespiele dafür gibt es – es geht also.
Ich persönlich finde ein zentrales Zentrum, ein modulares Gebäude mit flexiblen Möglichkeiten und Provisorien eine gute Idee. Man muss halt schauen, was die zukünftigen Christinnen und Christen annehmen, was sie brauchen und was sie mit Ideen und Leben füllen.

Eine Option haben wir – für die ich aber sicher nicht bin. Wir könnten abwarten und nichts tun. Wir warten einfach, bis wir pleite sind und das EGV uns das Heft des Handelns aus der Hand nimmt. Das hat den Vorteil, dass wir in den Gremien „nichts schuld“ sind. Niemand kann beim Aldi oder beim Edeka auf uns PGR- oder KV-Mitglieder zukommen und uns beschimpfen: Was habt ihr denn da für einen Bockmist gebaut? Warum wird St.Dingens geschlossen und abgerissen? Und wir könnten sagen: Wir waren auch dagegen, aber das (böse) EGV hat das so beschlossen!
Mehr Rückgrat braucht man, wenn man sich das Heft des Handelns nicht aus der Hand nehmen lässt, das Tun und die Ziele des Handelns selbst bestimmt und, wie ich finde, seine Pflicht und Verpflichtung erfüllt und jetzt schon überlegt, wie wir einen ausgeglichenen Haushalt erreichen bei gleichzeitig einem weiter (möglichst) blühendem Gemeindeleben.

Der nächste Schritt wird sein, St.Johannes Ev. zu schließen oder abzugeben, vielleicht abzureißen und das Grundstück zu verkaufen. Oder dort evtl. ein Gemeindezentrum zu errichten? Wenn das gestemmt ist, wird die nächste Frage sein, was mit St.Pius X. ist. Das Ensemble ist von dem Architekten Schürmann gebaut und darf ohne sein Zustimmung nicht verändert werden. Damit ist nur eine Nutzung als Gottesdienstraum oder Abriss möglich. Es stehen aber teure Erhaltungsarbeiten an, die wir vielleicht gezwungen sind einzusparen. Auf uns zu kommt auch recht bald: Was machen wir mit den Pfarrheimen in St.Mariä Geburt, was mit dem in St.Hubertus? Alternativen sind: Abreißen und durch Gebäude ersetzen, wo behindertengerechte Versammlungsmöglichkeiten mit Küche und Toiletten bestehen und wo Mietwohnungen das Gebäude finanzieren.

Noch ist nicht alles fest und beschlossen. Aber es ist auch nicht mit (Finanzierungs)Wundern zu rechnen. Schließungen werden kommen. Die Mitglieder von PGR und KV versuchen das Beste für eine bunte und lebendige Gemeinde hinzubekommen. Es wäre schön, wenn Sie uns mit Zuspruch und Verständnis unterstützen. Oder mit Ideen, die auch die Gemeindemitglieder an den anderen Kirchorten der Gemeinde unterstützen können, die umsetzbar sind, die das EGV genehmigen kann und die Ausgaben einsparen helfen.
Wenn Sie in dem spannenden Prozess mit Ideen, Tat und Rat helfen wollen: Im November sind Kirchenvorstandswahlen. Lassen Sie sich wählen und Sie sind in der ersten Reihe mit dabei!

Florian Seiffert, PGR

Siehe auch:

Aktualisierung 12.03.2018.
Bruno schreibt mir: … Alle Kirchen in unserer Gemeinde bis auf St. Johannes Ev. stehen auf der offiziellen Dankmalschutzliste – also auch St. Pius X. (seit 2001). Das bedeutet nicht nur, dass ein Abriss nicht in Frage kommt, sondern auch, dass man verpflichtet ist, es instand zu halten. Für Änderungen ist nicht nur die Erlaubnis des Architekten bzw. seiner Nachfahren erforderlich, sondern auch die Zustimmung der Denkmalschutzbehörde. …

Ich schaue gleich mal nach, was für Überraschungen die Liste sonst noch so birgt:
Suche in der Denkmalliste …

Toll. Und jetzt?
Ich glaube das kommt auf die Frageliste für Kardinal Woelki. Er kommt uns ja im Januar 2019 besuchen.

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Der Pfarrgemeinderat berichtet: Konzept 2035 – KREUZundQUER

Posted by Florian Seiffert - 20. Oktober 2017

Ulrich Koemm und ich schreiben für das Pfarrmagazin KREUZundQUER:

Zum Stand von Projekt 2035.

Im Mai 2017 haben sich Kirchenvorstand (KV) und Pfarrgemeinderat (PGR) mit dem erzbischöflichen Generalvikariat (eGV) getroffen. Das eGV unterstützt das Vorgehen der Gemeinde, sich pastoral und gebäudetechnisch neu aufzustellen. Verabredet wurde, Klarheit bezüglich des als neuem Pfarrzentrum vorgeschlagenen Grundstücks an der S-Bahn in Stammheim zu gewinnen. Kann man dieses Grundstück bekommen, wenn ja, wie? Gib es noch Alternativen?

Dazu braucht es zunächst eine Faktensammlung zu den jetzigen Kirch-Standorten. Eine Begehung der Gebäude mit KV und GV fand am 11. Juli statt. Ein Architekt wurde beauftragt, um Substanz und Nutzungsmöglichkeiten der gemeindlichen Gebäude festzustellen. Weiter soll es einen Kooperationsrat 2035 zusammen mit dem eGV geben, um Kontinuität in das Projekt zu bringen.

Eine Änderung des Flächennutzungsplans, der nötig ist, um das vorgeschlagene Grundstück zu erwerben dauert bis zu 3 Jahren. Diese Änderung muss von Kölner Gremien (Rat, Ausschüsse, …) genehmigt werden. Da ein Ergebnis nicht vorausgesagt werden kann, muss evtl. ein anderes Grundstück gesucht werden. Das eGV sagt aber auch: ‚Es ist spannend Steine ins Wasser werfen!’KV und PGR gehen mit einem guten Gefühl aus den Gesprächen. Das eGV hat unseren Plan nicht einfach verworfen. Wir können an dem Konzept 2035 weiter arbeiten.

Im August 2017 hat es ein erstes Gespräch mit der Stadt Köln gegeben. Das von uns vorgeschlagene Gelände an der S-Bahn in Stammheim ist im Bebauungsplan der Stadt als Gewerbegebiet ausgewiesen. In einem Gewerbegebiet ist das Betreiben eines Pfarrzentrums ausgeschlossen. Wir müssen also eine Nutzungsänderung für das Grundstück beantragen. Eine Nutzungsänderung kann genehmigt werden, wenn wir darlegen können, alle möglichen Alternativen geprüft und mit nachvollziehbaren Begründungen verworfen zu haben.Eine Lage neben einem Gewerbegebiet kann beispielsweise für Jugendarbeit eher vorteilhaft sein. Das Ganze ist ein politischer Prozess, den wir natürlich beeinflussen können, aber dessen Ausgang ist nicht 100\% sicher vorhersagbar.

Das von uns beauftragte Architektenbüro Duda wird alle vorgeschlagenen Optionen zu Standorten und den Fakten dazu aufnehmen und diese aus planerischer Sicht bewerten und uns wieder vorlegen. Eine nächste Runde mit eGV, KV und PGR wird es am 14.11.2017 um 14 Uhr im Pfarrbüro St.Hubertus geben.

Ulrich Koemm, Florian Seiffert – Oktober 2017

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