Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Archive for the ‘Wallfahrt’ Category

Wallfahrtswoche zur Freudenreichen Mutter

Posted by michaelcziba - 22. August 2019

Liebe Gemeindemitglieder.
Vom 1. September bis zum 8. September feiern wir wieder unsere Wallfahrtswoche zur Freudenreichen Mutter von Stammheim.
Herzliche Einladung an den zahlreichen Gottesdiensten und unserem traditionellen Orgelkonzert (am Mittwoch unserer Wallfahrtswoche) teilzunehmen. Die einzelnen Termine entnehmen Sie bitte den aushängenden Plakaten.
Besonders laden wir Sie ein, am 1. September um 19.30 Uhr an der Eröffnungsmesse und der anschließenden Lichterprozession mit unserer Mutter teilzunehmen, und natürlich am 8. September um 10.00 an der Abschlussmesse, die gleichzeitig ja auch unsere Pfarrfestmesse in Stammheim ist, teilzunehmen.
Wir freuen uns darauf, Sie in dieser Woche begrüßen zu dürfen.

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Danke-Schön-Abend

Posted by michaelcziba - 22. August 2019

Liebe Ehrenamtler in Stammheim.
Wie immer wollen wir in unserer Wallfahrtswoche die Gelegenheit nutzen all unseren Ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die sich das ganze Jahr über für unsere Gemeinde einsetzen einmal zu danken. Egal ob zum Beispiel bei den Sternsingern zu Beginn des Jahres oder beim Kirchchor, ob beim Stadtteilbüro oder bei den Messdiener, und, und, und…
Wir haben so viele Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler, das man nicht wirklich alle aufzählen kann. Dank Ihnen allen lebt unsere Gemeinde und setzt ein lebendiges Zeichen. Sie ALLE laden wir daher zu einem kleinen Danke-Schön ein. Dieser Danke-Schön-Abend findet am 6. September um 19.00 Uhr in unserem Pfarrheim Salvatorstraße statt. Bitte kommen Sie alle.
Herzliche Einladung auch, schon vorher zur Marienvesper um 18.00 Uhr in St. Mariä Geburt zu kommen.
Ihr Michael Cziba

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Pfarrwallfahrt nach Kevelaer

Posted by michaelcziba - 20. Juni 2019

Liebe Gemeindemitglieder.
Unsere Pfarrgemeinde lädt herzlich zur jährlichen Pfarrwallfahrt ein. Wir fahren am 25. September 2019 nach Kevelaer. Die Fahrkosten betragen 20,00 Euro. Sie können sich am sofort im Pfarrbüro anmelden. (Abfahrtzeiten: Haltestelle Friedhof Stammheim um 7.00 Uhr; Kirche St. Hubertus ca. 7.10 Uhr und Johanniter-Stift um ca. 7.15 Uhr).

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Impuls zur Israelwallfahrt am 12. April – Impuls 13

Posted by michaelcziba - 12. April 2019

Liebe Israelpilger, liebe Gemeindemitglieder.
Wir stehen nun am Eingang der Karwoche. Nachdem wir in den letzten Tagen schon vorausgeschaut haben auf diese Woche und gestern das bevorstehende Osterfest beleuchteten, kommen wir heute nochmal an den Anfang der Karwoche zurück und gleichzeitig auch an ihr Ende, das den Auftrag der Nachfolge an uns richtet. Wir stehen damit Gedanklich, wie in jedem Jahr, mit Jesus und seinen Aposteln in Jerusalem. Jesus weiß – und auch die Jünger können es wissen: Jetzt geht es ums Ganze, ums Letzte.
Als Gemeinde und als Wallfahrer sind wieder vereint in unserer Gemeinde. Die Entfernung haben wir überwunden und feiern gemeinsam diese wichtigste Woche unseres Glaubens mit Jesus, den Jüngern und allen Christen auf der weiten Welt. Lesen wir heute zu Beginn LK 14,25-33.
Wir Menschen sind ja so beschaffen, dass wir gerne nur das Angenehme hören, das Unangenehme aber überhören. Jesus mutet uns Unangenehmes zu. Und es stellt sich leicht die Frage: Ist denn nun das Christentum eine Freudenbotschaft oder eine Leidensbotschaft. Dieses Stück scheint doch klar zu sagen: Wer Jesus nachfolgt, geht ins Leiden, und er soll sich gut überlegen, ob er das wirklich will. Nun sind wir aber tatsächlich von Gott so geschaffen, dass wir immer das Glück, die Freude, das Schöne suchen. Diese Suche haben wir nicht frei gewählt, sie gehört zu unserer Grundanlage. Wer das Gegenteil sucht, ist krank, psychisch krank. Der Gesunde sucht nicht Schmerz, sondern das Schöne, Gute, sogar das Angenehme. Worum geht es also Jesus? Jesus setzt voraus, dass die Welt aus dem Lot ist, nicht in Ordnung ist, dass die Sünde vorherrscht. Daher wird derjenige, der das Gute sucht, auf Widerstand stoßen. Jesus erfährt es an der eigenen Person: er möchte nichts Anderes als das Gute für den Menschen, er möchte dem Menschen den Vater im Himmel zurückbringen, aber das bringt ihm den Tod. Wer mit Jesus kämpft für Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Wahrheit, für den Willen Gottes, bekommt ein Kreuz aufgeladen.
Jesus sagt aber noch mehr: Wer ihm nachfolgen will, muss Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwester gering achten. Jesu Einsatz für das Gute, für Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, für das Reich Gottes ist so anspruchsvoll, dass diejenigen, die bei ihm mitmachen wollen, sich darüber im Klaren sein müssen: Das geht nur, wenn die dazu Entschiedenen sogar die nächsten Verwandten in die zweite Reihe stellen. Sie müssen im Zweifelsfall auf der Seite Jesu und gegen die Liebsten zu Hause stehen. Das ist sehr anspruchsvoll.
In gewissem Sinne muss man Jesus ja dankbar sein, dass er nicht um den heißen Brei herumredet, sondern Klartext. Da kann man nicht viel herumdeuteln. Ja, die Menschen, die sich ganz auf seine Seite stellen wollen, müssen sogar ihr eigenes Leben gering achten, hintenanstellen, notfalls ihr Leben lassen. Jesus sagt ja an anderer Stelle: Wer Vater und Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert. Man kann nur sein Jünger sein, wenn man mit Jesus das Kreuz trägt.
Und es geht nicht nur um mich, um meine Person, es geht um die Welt. Wir können mittragen an dem Kreuz der Welt. Gott hat die Menschheit so geschaffen, dass alle mit allen auf geheimnisvolle Weise zusammenhängen. Jeder gute Gedanke ist nicht nur positiv für mich, sondern ist ein Beitrag für die Qualität der Welt. Jeder negative Gedanke, vor allem jedes negative Gefühl, schädigt die Menschheit. Wir sind ein geheimnisvoller, mystischer Leib. Wenn wir Christus folgen, ziehen wir andere mit hinein in den Weg Christi – ob wir es wissen oder nicht, ob wir davon sprechen oder nicht. Daher sind alle Menschen wichtig, die Gesunden und die Kranken, die Jungen und die Alten. Jede gute Tat erhebt die Menschheit, jede böse Tat erniedrigt die Menschheit.
Jesus hat durch sein Leiden und seine Auferstehung gleichsam das erste Steinchen an einem großen Mosaik an die richtige Stelle gelegt und umgedreht. Nun kommt es darauf an, dass wir unsere Steinchen am Welt-Mosaik an die richtige Stelle legen und umdrehen, sodass aus dem Ganzen das große Bild Jesu Christi entsteht. Bei meinem Tun geht es also nicht nur um mich, um mein Heil, meine Erlösung. Bei meinem Tun geht es um das Heil und die Erlösung der ganzen Welt. Missionar ist jeder, Missionare sind wir alle, wenn wir Jesus folgen, unser Kreuz tragen und auf die Auferstehung hoffen. Gerade auch der Hoffnungsschimmer, den wir in die Welt hineinstrahlen, ist wichtig, damit die Welt Hoffnung haben kann. Es ist also höchst wichtig, wie die Christen die nächsten Tage begehen, die Kartage. Auch wenn wir uns als verschwindend wenige fühlen sollten, so ist unsere innere Einstellung wichtig. Es kommt nie auf die Zahl an, auf die Vielen. Es kommt auf die innere Qualität von jedem von uns an. Unsere innere Nähe zum Herrn auf dem Kreuzweg ist ein Beitrag für das Licht der Welt. Wenn Jesus, das Kreuz tragend, uns in seiner Nähe sieht, ist das Stärke, Kraft, Freude. Wir können sein Kreuz tragen und leichter machen.
Bitten wir Jesus, dass er uns die Gnade schenke, ihm nahe sein zu können in den nächsten Tagen. Bitten wir ihn um die Kraft der Nachfolge und feiern wir Ostern als Kraftquelle unseres Glaubens.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen heute noch einmal ein gesegnetes Osterfest und eine gesegnete Osterzeit.

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Impuls zur Israelwallfahrt am 11. April – Impuls 12

Posted by michaelcziba - 11. April 2019

Liebe Israelpilger, liebe Gemeindemitglieder.
Am heutigen Tag werden unsere Pilgerinnen und Pilger die Heimfahrt antreten und wenn alles gut läuft, diesen Tag mit einer Heiligen Messe in der Grabeskirche beginnen. Allerdings ist der Name, den unsere orthodoxen Schwestern und Brüder benutzen, aus meiner Sicht wesentlich passender: Auferstehungskirche. Wir erinnern uns in der Osternacht an dieses tiefste Glaubensgeheimnis. Wir erinnern uns an die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus. Es ist der krönende und emotionalste Moment einer jeden Pilgerreise ins Heilige Land.
Fragen wir uns einmal: Wie sähe die Welt aus, wenn wir nicht an eine Auferstehung Jesu glauben könnten? Wie sähe die Welt für uns aus, wenn wir registrieren müssten: Jesus ist gestorben und so wie alle anderen Menschen im Grab geblieben? Jesus wäre durch die Menschen definitiv vernichtet, ausgeschaltet worden? Die Sache Jesu wäre vorbei. Sein moralisches Leben und sein Ruf nach dem Reich Gottes wären eine unter vielen moralischen Aufbrüchen im Lauf der Geschichte, aber nicht mehr. Moralische Appelle hat es viele gegeben, und auch viele Aufbrüche. Aber wirkliche Durchbrüche hat es nicht gegeben, die Welt ist immer gleich geblieben. Nur Naivlinge meinen, dass es eines Tages besser wird, dass eines Tages Gerechtigkeit ausbrechen wird. Realisten sind der Überzeugung, dass alle Menschen, die wie Jesus leben, umgebracht, beseitigt werden, vielleicht nicht gleich gekreuzigt, aber doch wenigstens eliminiert, weil sie nicht ins System passen.
Und was glauben wir Christen, wenn wir die Auferstehung Jesu bekennen?
Wir glauben, dass das Scheitern Jesu am Kreuz letztlich kein Scheitern ist, sondern ein Sieg, ein Sieg über den Tod und das Böse und über den Egoismus. Wir glauben, dass ihn der Vater von den Toten auferweckt hat, dass sein Leben und Tun also von Gott-Vater bestätigt wurde, dass Jesus nicht nur Recht hatte, sondern gesiegt hat und am Ende der Zeit sogar siegen wird. Er wird siegen nicht nur, weil er Recht hatte, sondern weil er bis in den Tod hinein geliebt hat, weil er noch im Sterben seine Feinde geliebt hat, weil er noch im Sterben nicht auf sie geflucht, sondern ihnen verziehen hat. Die Liebe trägt den Sieg davon. Das zeigt uns die Auferstehung Jesu.
Auf diesem Hintergrund ist es nun wirklich interessant, was in der Liturgie der Osternacht alles geschieht.
Erstens die Weihe des Feuers. Wir sind im Dunkel der Nacht. Das Feuer erinnert an die Wärme, die von der Liebe des Herrn ausgeht, an das Licht, das von ihm ausgeht. Jesus hatte gesagt: ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen, ich bin das Licht der Welt. Denken wir an diese Worte, wenn wir das Feuer sehen. Und vom Feuer geht das Licht der Osterkerze aus, mit der wir in die Kirche einziehen. Und das Licht verbreitet sich unter den Gläubigen, aber alles österliche Licht in den Herzen und auf den Gesichtern geht von der Kerze aus, die Christus symbolisiert. Und dann singt der Priester oder ein Vorsänger den Hymnus an die Kerze, an Christus. Und er singt auch von der „seligen Schuld“, von der „felix culpa“. Die Schuld der Menschen ist selig, weil sie einen solchen Freund gefunden haben, der die Schuld von ihren Schultern nimmt und die Schuld auf die eigenen Schultern nimmt. Und er hat den Schuldschein ans Kreuz geheftet.
Und dann folgen die vielen Lesungen. Sie erinnern uns daran, dass Leben und Sterben Jesu eine lange Vorgeschichte haben. Gott hat nicht nur in Jesus an uns gehandelt, sondern jahrhundertelang an seinem Volk. Er hat eine sehr lange Geschichte mit seinem Volk. Er hat Abraham berufen. Ein einzelner, einsamer Mann in der Wüste. Das kann uns sagen: Niemand darf verzweifeln, weil er ja allein gegen eine Welt steht, denn auch mit Einzelnen kann Gott eine große Geschichte beginnen. Und dann hat Gott sein Volk nicht nur in die Sklaverei Ägyptens gehen lassen, sondern auch herausgeführt. Auch das Leben in Sklaverei ist kein Leben ohne Gott. Denn er ist bei den Sklaven, er beruft Moses, bildet ihn heran, und Gott befreit sie durch ihn und gibt ihnen sein Gesetz. Und dann schickt er immer wieder Propheten, die an ihn erinnern, die sein Volk mahnen, zurechtweisen, auch trösten. Gott ist bei seinem Volk. Und dann singen die von Jesus Befreiten das Alleluja. Vierzig Tage haben sie auf das Alleluja verzichtet. Es scheint wichtig, dass das Leben Perioden hat. Nur so wird es kein Einerlei. Wehe, wenn wir die 40 Tage der Fastenzeit, des Weges nach Jerusalem vergessen, wenn wir unser Ramadan vergessen. Wir fasten nicht nur wegen unserer Schönheit und Gesundheit, wir fasten, weil wir einen Herrn haben, der uns liebend in seine Arme schließen will. Und dann ist das Alleluja-Fasten zu Ende und wir dürfen wieder das Auferstehungs-Alleluja singen. Und wir sollen es kräftig singen. Und dann kommt die Feier der Taufe. Es ist schön, wenn in der Osternacht auch Kinder oder Erwachsene getauft werden. Wenn nicht, dann ist es umso nötiger, dass alle Getauften ihre Taufe erneuern. Taufe ist sicher Eingliederung in das Volk Gottes, aber wir dürfen nicht vergessen, dass es auch und vor allem Abstieg in den Tod Christi ist, um mit ihm aufzuerstehen. Das Untertauchen ist das Eintreten in die Todesgemeinschaft mit ihm und das Auftauchen ist das Auferstehen. Wenn wir es schon als kleine Kinder nicht selbst vollziehen konnten, so sollten wir doch wenigstens jetzt in der Osternacht geistig in Jesu Tod hinein sterben, um mit ihm aufzuerstehen. Und dann feiern wir die Eucharistie. Auf sie hatten wir am Karfreitag verzichtet. Wir feiern sie also in gewisser Weise neu. Wir feiern in ihr Jesu Sterben und Auferstehen, wir feiern und erleben sein Angebot: „Nehmt und esst mich. Ich sterbe, damit ihr lebt. Ich will in euch leben, ich will immer in euch sein. Ich schenke mich euch.“
Und dann feiern wir das Osterfest. Christus ist von den Toten erstanden. Er stirbt nicht mehr. Er lebt, um immer für uns einzutreten. Wir dürfen leben mit dem Wissen: Er tritt für mich ein. Er setzt sich in Leben und Tod für mich ein. Der Auferstandene ist an meiner Seite. Heute und alle Tage meines Lebens gilt: Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.
Und in diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Osterfest und eine gesegnete Osterzeit.

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Impuls zur Israelwallfahrt am 10. April – Impuls 11

Posted by michaelcziba - 10. April 2019

Liebe Israelpilger, liebe Gemeindemitglieder.
Am Gründonnerstag feiert die Kirche die Einsetzung des Heiligen Abendmahls durch Jesus Christus. Jesus hat dabei der ganzen Kirche das Sakrament der Eucharistie geschenkt. Die Eucharistie ist nach katholischer Auffassung Quelle und Höhepunkt des christlichen Lebens. Tatsächlich ist die Sonntagsmesse für die allermeisten Katholiken der zentrale Punkt ihres Glaubenslebens, wie es ja auch unsere Kardinal in seinem Fastenhirtenbrief am Ersten Fastensonntag dieses Jahres betont und ausgeführt hat. Umso wichtiger ist es, dass wir möglichst genau verstehen, was wir dabei feiern. Es wird immer viel über die Messe diskutiert und vielleicht gestritten worden. Es geht um die tridentinische und die nachkonziliare Messliturgie. Das hat wahrscheinlich der guten Feier selbst nichts genützt. Deswegen ist es sinnvoll, sich Grundlegendes über die Eucharistie in Erinnerung zu rufen. Natürlich ist die Messe eine Erinnerung an Jesus, vor allem an sein Leiden und Sterben am Kreuz. Jesus hat ja selbst den Aposteln gesagt: „Tut dies zu meinem Gedächtnis.“ Wir tun es also, um uns seiner zu erinnern. Und wehe, wenn die Welt, wenn die Christen einmal sein Leiden und Sterben vergessen würden! Wir tun es tatsächlich, um der Welt in Erinnerung zu halten, dass er für uns gestorben ist. Wer immer sonntags oder auch werktags die Messe mitfeiert, darf sich sagen: Ich trage dazu bei, dass Jesu Sterben und auch seine Auferstehung in der Weltgeschichte nicht vergessen wird. Wie gut, dass wir so eine Aufgabe haben. Wir alle!
Aber die Eucharistiefeier ist natürlich nicht nur eine Erinnerung. In ihr wird das Lebensopfer Jesu gegenwärtig, präsent. Wohlgemerkt: Es wird nicht wiederholt. Aber das Sterben, der Tod und die Auferstehung werden geheimnisvoll mitten unter uns gegenwärtig. Früher hat man gesagt: Das damalige blutige Opfer wird heute unblutig gegenwärtig. Wir dürfen uns das noch ein wenig besser verdeutlichen: Jesus tritt gleichsam unter uns und sagt uns: Ich setze hier und heute wieder mein Leben für euch ein, ich sterbe für euch, um euch so meine Liebe zu zeigen und Leben zu schenken. Er wird unter uns gegenwärtig, er ist mitten unter uns gegenwärtig, anwesend. Und das gilt auch, wenn wir die Kommunion nicht empfangen. Auch wenn wir aus irgendeinem Grund die Kommunion nicht empfangen, dürfen wir doch glauben, dass Jesus mitten unter den Feiernden steht und ihnen sagt: Hier bin ich, ich schenke mich euch, ich gebe mich euch. Nehmt mich, ich will in euch leben, ich will in euch lebendig sein. Das gilt auch für diejenigen, die die Kommunion nicht empfangen wollen oder können.
Wir glauben also, dass Jesus wirklich und nicht nur symbolisch gegenwärtig ist, wenn die Eucharistie gefeiert wird. Wir sollten den alten Streit, ob Jesus wirklich oder nur im Symbol gegenwärtig ist, begraben. Denn Jesus schenkt sich in den heiligen Gestalten bei jeder Messfeier wirklich. Und wenn wir dann die Kommunion empfangen, dürfen wir glauben: Er geht mit seiner Kraft in mich ein. Er will in mir lebendig sein. Er will in mir leben. Weil wir die heilige Gestalt auch körperlich berühren, weil wir die heilige Hostie in den Mund bekommen, können wir Jesus gleichsam greifen. Aber auch wenn wir das Sakrament nicht empfangen können, können wir uns dennoch ganz liebend mit ihm verbinden. Ja, vielleicht ist sogar manchmal die liebende Verbindung mit Jesus wesentlicher als der physische Kommunionempfang. Man kann manchmal den Eindruck haben, die Menschen empfingen zwar die Hostie, aber dass sie sich dabei liebend mit Jesus verbinden, davon ist nach außen mitunter wenig zu spüren. Also, seien wir versichert: Die innige, liebende Verbindung mit Jesus hängt nicht allein davon ab, ob wir die Kommunion empfangen oder nicht. Die tiefe Verbindung geht über das Herz, sein und unser liebendes Herz.
Das bisher Gesagte ist aber noch keineswegs alles, aber es ist wichtig. Wir feiern die Eucharistie nicht allein, sondern in Gemeinschaft. Viele Getaufte verbinden sich in der Eucharistie mit ihrem Herrn. Sie wachsen dadurch zusammen. Sie sind zwar schon durch die Taufe in den Leib Christi eingefügt, aber sie werden es noch intensiver durch die Eucharistie, weil sie an einem gemeinsamen Tisch feiern. Aber nicht nur die Christen, die gemeinsam Eucharistie feiern, wachsen intensiver zu einem Leib zusammen Sie wachsen auch mit denen geheimnisvoll, mystisch zusammen, die rund um den Globus die Eucharistie feiern. Eucharistie feiernde Gemeinden bilden ein Netz rund um unseren Globus. Man kann nicht gültig Eucharistie feiern, ohne in den ganzen Leib Christi rund um den Erdball eingefügt zu werden. Jede feiernde Gemeinde muss offen sein, bereit dazu, mit anderen Gemeinden ein Netz zu bilden. Keine Gemeinde ist allein, sie ist Glied in einer langen Kette von Feiernden. So wächst der Leib Christi durch Raum und Zeit. Am Ende der Tage werden wir staunend erkennen, dass wir ja zusammen gehörten und zusammen waren – nicht nur mit denen, mit denen wir gefeiert haben, sondern auch mit allen Brüdern und Schwestern, die sich an Jesus Christus fest gemacht haben vor uns und nach uns und weit weg am anderen Ende des Globus.
Die Eucharistiefeier ist also ein geheimnisvoller, ein mystischer Vorgang. Es ist nichts, was Menschen machen, was man menschlich organisieren kann. Wir haben das Eigentliche nicht in der Hand. Das Eigentliche wird uns geschenkt, und wir können es nur im Glauben annehmen. Und daher haben die Menschen Recht, die die Liturgiegestaltung in Grenzen weisen. Was wir gestalten können, ist nur der Rahmen, das Eigentliche können wir nicht gestalten. Aber den Rahmen müssen und dürfen wir gestalten. Aber er darf nicht das Zentrale werden. Wenn wir nur noch auf den Rahmen schauen, dann verlieren wir alles. Der Rahmen ohne das Bild ist nichts wert.
Ich glaube, wir stehen kirchengeschichtlich an einem Zeitpunkt, wo wir das Mysterium der Eucharistie neu entdecken müssen und können. Wir haben die Liturgie reformiert. Und nun nach einigen Jahrzehnten hat sich gezeigt, was man reformieren kann und muss und was unantastbar bleiben muss. Wir müssen das Geheimnisvolle, das Mysterium in der neuen Liturgie unterstreichen und leben. Das ist möglich. Wir dürfen – wie gesagt – den Rahmen gestalten, aber heute ist es an der Zeit, in der Form der Messfeier deutlich werden zu lassen, dass das Zentrale ein Mysterium ist, das wir letztlich nicht verstehen können, das wir nicht gestalten, in das wir hineingenommen werden, in das wir uns hineinnehmen lassen müssen. Lesen wir heute Mt 26,20-29.

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Impuls zur Israelwallfahrt am 9. April – Impuls 10

Posted by michaelcziba - 9. April 2019

Liebe Israelpilger, liebe Gemeindemitglieder.
Unsere Pilgerinnen und Pilger stehen vor den Toren der Davidsstadt. Sie besuchen die wichtigsten Stätte dieser Heiligen Stadt und beginnen auf dem Ölberg, über den Jesus ebenfalls als Pilger aus Galiläa gekommen ist und betreten diese Stadt, die so vielen Menschen wichtig ist.
An Palmsonntag gedenken wir in der Liturgie des Einzugs Jesu in Jerusalem. Es ist der Anfang der Heiligen Woche, der Karwoche. Lesen wir dazu Mt 21,1-23.
Der Evangelist Matthäus erklärt, warum so ausführlich von dem Esel die Rede ist, der geholt wird und auf den sich Jesus setzt: Der Esel soll zeigen, dass Jesus – wie es beim Propheten Jesaja heißt – der friedfertige König ist. Er kommt nicht hoch zu Ross, er kommt nicht mit Lärm. Jesus will denen den Frieden bringen, die ihn aufnehmen. Freilich hat er früher betont, dass es durch seine Botschaft auch Auseinandersetzungen bis in die Familie hinein gibt. Er hatte sogar gesagt, er sei gekommen, das Schwert zu bringen. Vielleicht müssen wir das so verstehen: Bei den Menschen, die sich nicht scheuen, wegen Jesus den Konflikt zu wagen, zieht nach dem Konflikt und durch den Konflikt der Frieden ins Herz ein. Wer den Konflikt um Jesu Botschaft nicht scheut, der wird tief im eigenen Herzen erfahren, dass es gut und Frieden bringend ist, sich Jesus anzuschließen. Er bringt den Frieden denjenigen, die mutig den Kampf für ihn aufgenommen haben.
Diese Überlegungen weisen schon auf „Hosanna und Crucifixe“, auf Kreuz und Auferstehung hin, auf Krieg und Frieden. Und dann: die einfachen Leute freuen sich über die Ankunft Jesu, sie reißen Zweige von den Bäumen und legen ihre Kleider auf den Weg vor Jesus. Die Verantwortlichen schimpfen. Jesus sagt – nach dem Lukas-Evangelium: „Wenn diese Leute nicht jubeln, dann werden die Steine schreien.“
Freilich müssen wir daran erinnern, dass die Jubler vermutlich in der Mehrzahl eben einen politischen Messias erwarten, der die Römer aus dem Land treibt, der einen Gottes-Staat aufbaut. Viele von ihnen erwarten und erhoffen sich vielleicht auch nur einen Wunderheiler, der alle Kranken gesund macht, der die bösen Geister, vor denen alle Angst haben, vertreibt. Viele erwarten vielleicht auch nur einen, der Brot vermehrt, der Mirakel macht. Viele denken gar nicht daran, sich zum Reich Gottes zu bekehren, sondern wollen nur ein leichteres Leben. Gott spielt für sie vielleicht gar keine Rolle. Vermutlich sind einige unter ihnen, die fünf Tage später schon brüllen: „Kreuzige ihn, kreuzige ihn.“
Und Jesus weiß das. Erinnern wir uns: Er hat dreimal von seinem bevorstehenden Leiden gesprochen. Dreimal hat er den Jüngern gesagt, dass er von den Verantwortlichen verworfen werde, dass er geschunden und umgebracht werde. Dass er aber auch von den Toten auferstehen werde. Es ist schon sehr bemerkenswert, dass alle drei Synoptiker von den dreimaligen Leidensankündigungen sprechen. Und wir dürfen uns schon ein wenig vorstellen, dass dieser Gedanke an das Leiden Tag und Nacht in Jesus gegenwärtig war. Er war ja in diesem Sinne Mensch wie wir. Es muss ihm immer vor Augen gestanden haben, dass die Verantwortlichen seines heiligen Volkes ihre Stunde nicht erkennen werden und ihn verwerfen, dass sie ihn zu Tode schinden lassen, dass sie ihn kreuzigen lassen. Ob dieser schreckliche Gedanke jemals von ihm gegangen ist? Er musste immer mit ihm leben – bei Tag und bei Nacht. Und er musste leben mit dem Gedanken, dass keiner seiner Jünger zu ihm stehen werde, dass sie alle davonlaufen würden. Und nun sah er beim Anblick der heiligen Stadt Davids, dass die Menschen ihm zujubelten. Und in seinem Inneren wusste er, dass der Jubel bei fast allen nur Oberfläche war, dass er bei den meisten nicht aus dem Herzen und auch nicht aus dem Geist kam.
Das Ringen Gottes um den Menschen, so wie Jesus bis zum letzten Atemzug selbst gelebt und gezeigt hat, geht bis in unsere Tage. Und es geht auch durch mein eigenes Herz. Auch in meinem Herzen spielt sich ein Kampf ab zwischen Ich und Du, zwischen meinem Egoismus und der Offenheit für den Nächsten. Denken wir an Paulus, der schreibt: „Ich tue, was ich nicht will, und was ich will, das tue ich nicht. Ich armseliger Mensch.“ Das ist Gottes Kampf um die Welt. So sind wir hineingenommen in den Kampf, den Jesus austragen musste.
Für den Palmsonntag und den Montag danach schlage ich Ihnen vor: Fragen Sie sich, wann Sie sich den anderen, der Mehrheit angepasst haben, obwohl Sie wussten, dass das falsch ist? Fragen Sie sich, wann und wo Sie mit den Wölfen geheult haben und wo Sie in Gefahr sind, das zu tun. Fragen Sie sich, wo Sie Zivilcourage einüben können, wo Sie aus Menschenfurcht schweigen oder bei etwas mitmachen, was Sie im eigenen Herzen für falsch halten. Und bitten Sie den Vater im Himmel um Mut, um Zivilcourage. Und schauen Sie eine Weile auf Jesus, wie er auf dem Ölberg steht und nach Jerusalem hinüberschaut und wie er dann auf dem Esel in die Heilige Stadt hineinreitet. Für alle in der Kirche.

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Impuls zur Israelwallfahrt am 8. April – Impuls 09

Posted by michaelcziba - 8. April 2019

Liebe Israelpilger, liebe Gemeindemitglieder.
Heute geht es um die Gottesmutter Maria. Traditionell ist der erste Tag in Jerusalem immer dem besonderen Gedenken Mariens gewidmet. Zum einen besuchen unsere Pilgerinnen und Pilger die Stadt Ein Karem, den Ort wo Maria Elisabeth aufsuchte, und sie gehen auf den Spuren Jesu den Kreuzweg, den Maria mit ihrem Sohn gegangen ist. Wir wollen versuchen, Maria ein wenig näher kennen zu lernen. Einerseits geht aus der Heiligen Schrift wirklich nicht sehr viel über sie hervor. Andererseits aber hat sie im Lauf der Geschichte der Theologie und der Frömmigkeit eine sehr große Rolle gespielt.
Wir hören in der Bibel, dass ein Bote Gottes, ein Engel zu ihr kam, um ihr anzukündigen, dass sie durch den Heiligen Geist einen Sohn empfangen werde, der groß sein und Sohn des Allerhöchsten heißen werde. Gott werde ihm den Thron seines Vaters David geben, er werde über das Haus Jakobs in Ewigkeit herrschen, und seiner Herrschaft werde kein Ende sein. Es kann wohl kaum anders gewesen sein, als dass sie viele Fragen dazu hatte und mit diesen Fragen leben musste. Und das ist sehr schwer. Wir dürfen uns nichts vormachen: Nach allem, was man sich vorstellen kann, war das für sie höchst beunruhigend. Sie stand vor einem Berg von Fragen: Wie wird das sein, was wird ihr Verlobter sagen, was ihre Familie. Sollte sie ein ruhiges, unaufregendes Leben gesucht haben, so war es damit vorbei. Da braucht man schon viel Gottvertrauen, wenn man mit einem solchen Geheimnis leben soll. Sie wird wohl täglich gebetet haben: Ich vertraue, dass es schon irgendwie gehen wird. Gerade, wenn sie schon als junges Mädchen wirklich tief und echt Gott gesucht hat, dann hat sie wohl gewusst, dass Leben mit Gott eher aufregend ist. Also, alles andere als Idylle vom ersten Moment an. Das zeigt sich dann auch in der Geburt im fernen Betlehem in irgendeinem Unterstand, in den seltsamen Besuchen beim Neugeborenen. Wenn schon ihr Bräutigam Josef von Anfang an solche Zweifel hatte, was er machen sollte, dass sie ihn im Schlaf verfolgten, so dürfen wir ruhig annehmen, dass Maria ähnliche Zweifel und Unsicherheiten plagten. Was sie mehr als andere Menschen brauchte, war der Glaube, dass Gott doch eben alles in der Hand hat. Die Aufregung in ihrem Leben mit Jesus zeigt sich dann auch besonders in der Szene, wo Jesus als 12-jähriger im Tempel zurückbleibt. Sie weiß schon: Mit ihm wird es aufregend und unruhig bleiben. Es wird kein gemütliches Leben. Sicher war es für Maria schön und erhebend, neben einem Menschen zu leben, der offenbar Gott, dem Vater im Himmel, so nahe war. Aber es blieb nicht einfach, die Mutter des Mannes zu sein, der selbst die Autoritäten in Jerusalem beunruhigte. Ja – es wurde immer mehr ein Kreuz, seine Mutter zu sein. Sie zog wahrscheinlich auch mit ihm durchs Land, in Städte und Dörfer. Immer in der Gruppe, die hinter ihm her ging. Da er schon bald anfing, von seinem Konflikt in Jerusalem zu sprechen, und dass man ihn sogar beseitigen werde, da wurde es für seine Mutter immer schlimmer. Sie stand völlig hinter ihm, aber wie konnte sie zusehen, wie er in sein Verderben rennt. Vater, dein Wille geschehe, auch wenn ich ihn nicht verstehe. Das mag ihre ununterbrochene Bitte gewesen sein. Und sie sah, wie er nur den Willen des Vaters suchte und tat. Wie konnte sie ihn daran zu hindern versuchen?! Ihr Kreuzweg dauerte wenigstens drei Jahre. Nun waren sie alle in Jerusalem, Jesus exponierte sich durch sein Reden und die Tempelreinigung, er sprach vom Ende der Zeit, von „seiner“ Stunde. Ich bin sicher, dass sie seinen Kreuzweg mitging, immer so nah wie möglich bei ihm. Er sollte sehen, dass seine Mutter da war. Und dann sah er sie vom Kreuz herunter. Sie war da, die Berufenen nicht – außer einem.
Und dann erschien er auch ihr als der Auferstandene. Auch für sie wird das ebenso schön wie unglaublich gewesen sein. Doch sie hatte gelernt zu glauben, zu glauben, dass bei Gott kein Ding unmöglich ist. Sicher war sie voll der Gnade. Diese Gnade brauchte sie auch, denn ihr ganzes Leben war ein Kreuzweg. Sie musste mit ansehen, wie ihr Sohn durch sein Tun den Zorn der Welt auf sich zog und wie seine Freunde ihn verraten und verlassen haben. Sie musste zusehen, wie er gescheitert ist. Noch konnte sie nicht erleben, dass der Same, den er ausgesät hatte, viel später erstaunliche Frucht brachte. Noch konnte sie nicht erleben, dass er selbst als Samenkorn sterben musste, damit unendliche Frucht wachse.
Das war ein rascher sehr persönlicher Gang durch das Leben der Gottesmutter. In der Bibel steht sie ganz im Schatten. Aus diesem Schatten aber tritt sie im Lauf der Geschichte der Theologie und Frömmigkeit heraus. Bis zum Jahr 380 streiten sich Bischöfe und Theologen darüber, wie man die Mutter Jesu nennen darf. Dann einigen sie sich: sie ist Gottes-Mutter, Theotokos, Gottesgebärerin. Sie ist die Frau, die Gott geboren hat, denn ihr Sohn war Mensch und Gott. Damit beginnt eine Art Siegeszug. Sowohl die Denker wie auch die Beter erkennen immer tiefer ihre Bedeutung für Glaube und Kirche. Sie wird in immer goldeneren Farben dargestellt. Sie steht an der Seite ihres Sohnes. Und es entstehen immer mehr Heiligtümer, wohin die Gläubigen pilgern, damit sie sie dort um ihre Vermittlung zu Gott bitten. Manche meinen fälschlicherweise, sie werde gar angebetet. Das aber ist völlig falsch. Sie wird um Hilfe bei Gott angerufen. Die Gläubigen wissen, Gott ist Geheimnis, Mysterium. Man kann sich ihn letztlich nicht vorstellen. Bei Maria ist das anders: Sie ist und bleibt ein Mensch, man kann sie sich vorstellen, darf es auch tun. Daher wenden sich viele Gläubige an sie, vertrauen auf sie. Man geht gern zur Mutter. Sie versteht, sie ist nahe.
Und in den letzten Jahrzehnten haben immer mehr Menschen gesagt, dass ihnen die Gottesmutter Maria erschienen sei. Manche dieser Erscheinungen wurden von der Kirche anerkannt, andere nicht. Entscheidend ist, dass die Gläubigen zu Christus geführt werden, dass ihr Leben durch die Begegnung mit der Gottesmutter reich und froh und schön wird. Die Gottesmutter darf den Blick auf Christus und den Vater im Himmel nicht verstellen, sondern muss ihn öffnen. Auf jeden Fall ist es hilfreich, sich in das Leben der Gottesmutter glaubend zu vertiefen. Daher schlage ich vor den Text des Magnificats zu betrachten Lk 1,46-55. Und dann könnten wir uns fragen: Wie ist mein Verhältnis zu Maria, bin ich damit zufrieden, kann und soll ich es vertiefen, wie kann das geschehen? Wie kann Maria mir persönlich Hilfe zu Christus sein?

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Impuls zur Israelwallfahrt am 7. April – Impuls 08

Posted by michaelcziba - 7. April 2019

Liebe Israelpilger, liebe Gemeindemitglieder.
Heute führt die Pilgerfahrt vom Süden Israels – aus Eilat nach Bethlehem – in das Bergland Judäa und damit Richtung Jerusalem. Der Aufenthalt Jesu in Galiläa, im Norden des Heiligen Landes, wird oft als „galiläischer Frühling“ bezeichnet. Denn dort hatte Jesus – wenn man so sagen kann – Erfolg. Es gab eine erstaunliche Jesus-Bewegung. Die Massen lauschten ihm, sie folgten ihm, um ihn zu hören, denn er sprach – wie es heißt – mit Autorität. Ganz anders als die Schriftgelehrten und die Lehrer in den Synagogen, die sich oft mit Kleinigkeiten in der Auslegung des Mosaischen Gesetzes herumschlugen. Jesus sprach mit Autorität. Und er heilte. Viele kamen zu ihm, baten um Heilung von verschiedenen Krankheiten, und er heilte – wie es heißt – alle. Jesu Mission schien erfolgreich. Und noch eines müssen wir beachten: Jesus spricht nicht nur mit Autorität, er beanspruchte auch Autorität. Er sagte Worte, die man als arrogant, ja sogar bösartig bezeichnen könnte, wenn man in ihm nicht eine göttliche Autorität annehmen konnte. Ein solches rein menschlich gesehen arrogantes Wort war z. B.: „Wer Vater und Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert.“ Dann seine wiederholte Formulierung in der Bergpredigt: „Ihr habt von Mose gehört … Ich aber sage euch.“ Er stellte sich über Moses. Es gibt noch mehrere Stellen, wo Jesus so spricht, wie man eigentlich nur als göttliche Autorität sprechen kann. Jesus sagte nie direkt: Ich bin Gottes Sohn oder Offenbarer des Vaters, aber er verhielt sich so, wie man es nur tun kann, wenn man göttliche Autorität beansprucht und hat. Sein Reden, sein Wunderwirken und sein Auftreten brachten ihm in Galiläa viel Erfolg. Daher spricht man vom galiläischen Frühling.
Jesu eigentlichstes Anliegen ist es, sein ganzes Volk – und das heißt die Hauptstadt Jerusalem – zu gewinnen, das Herz des jüdischen Glaubens, also das Herz des Volkes zu erobern. Das ist das Thema der heutigen Betrachtung. Man kann nämlich dem Evangelium entnehmen, dass es Jesus nicht genügte, viele Menschen in Galiläa gewonnen zu haben. Er musste auch um Jerusalem ringen und kämpfen, um das Herz des jüdischen Volkes, um die Seele des Volkes, das Gott sich in Liebe erkoren hatte: Jerusalem. Denn Jesus wusste sich gesandt, das ganze Volk Israel zu gewinnen, die Liebe der Braut, die Gott als Bräutigam sich erkoren hatte. Und das Herz, die Seele der Braut war Jerusalem. Und in Jerusalem waren es die Priesterschaft und die Schriftgelehrten, die das Volk repräsentierten. Deswegen richtete Jesus – wie es besonders im Lukas-Evangelium heißt – seine Augen nach Jerusalem. Und nachdem er seine Augen dorthin gerichtet hatte, ging er nach Jerusalem – und dies, obwohl er wusste, dass er dort gekreuzigt werden würde. Man muss wirklich beachten, dass Matthäus, Markus und Lukas jeweils dreimal davon sprechen, dass Jesus sein Leiden voraussagt. Jesus geht also nach Jerusalem, weil er um die Heilige Stadt ringen muss, weil er sein ganzes Volk gewinnen will und muss. Es reicht nicht, nur in Galiläa Früchte gesammelt zu haben. Zur Ernte gehört die Heilige Stadt und damit das ganze Volk.
Auf diesem Hintergrund müssen wir die Streitreden Jesu gegen Pharisäer und Schriftgelehrte, aber auch gegen die Sadduzäer und Hohenpriester lesen. Beginnen wir mit der Szene, wo Jesus auf dem Ölberg sitzt und über das Tal hinüberschaut auf die Stadt Jerusalem und weint über die Heilige Stadt. Schauen wir mit Jesus hinüber und erinnern wir uns: Der große König David hat die Stadt angelegt, König Salomon hat den Tempel gebaut, später wurde das Heilige Volk vertrieben, verschleppt nach Babylon, aber es konnte zurückkehren, den Tempel wieder aufbauen. Im Tempel wurde der heilige Dienst verrichtet. Hierher war Jesus mit seinen Eltern jährlich gekommen. Diese Stadt als Symbol für sein Volk sollte und wollte er mit Liebe und Kraft erobern. Doch er wusste schon, dass all sein Liebesmühen umsonst sein würde. Er weinte – heißt es bei Lukas (19,41) und sagte: „Wenn doch auch du an diesem Tage erkannt hättest, was dir Frieden bringt. Jetzt aber bleibt es vor deinen Augen verborgen.“ Und dann geht er in die Stadt hinein. Über seinen feierlichen Einzug werden wir am Palmsonntag sprechen und uns daran erinnern. Jesus wirft den Führern vor, das Gesetz nur äußerlich zu erfüllen, „Ihr siebt Mücken aus und verschluckt Kamele.“ Das heißt: ihr kümmert euch um äußerliche Kleinigkeiten, aber nicht um das, was das Gesetz wirklich will, um Liebe und Barmherzigkeit. Ihr reinigt Gefäße, innen aber sind sie voll Knochen, Schmutz und Verwesung. So erscheint auch ihr von außen den Menschen gerecht, innen aber seid ihr voll Heuchelei und Ungehorsam gegen Gottes Gesetz. Und weiter heißt es bei Matthäus: „Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst die Boten, die zu dir gesandt sind. Wie oft wollte ich deine Kinder um mich sammeln, so wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel nimmt. Aber ihr habt nicht gewollt. Darum wird euer Haus von Gott verlassen.“ (Mt 23, 37ff) Jesus ringt um seine Stadt, um die Führer des Volkes. Daher auch reinigt er den Tempel. Er war zu einer Markthalle verkommen. Der Gottesdienst und die Opfer, die Jesus nicht ablehnte, spielten nur mehr eine Nebenrolle. Und so weiß Jesus voraus, dass sie ihn packen, verhaften, den Römern ausliefern und umbringen werden. Er weiß voraus, dass sein Volk, seine Stadt nur durch seinen Tod und seine Auferstehung Heil finden werden. Und vergessen wir in diesem Zusammenhang nicht, dass alle ersten Christen Mitglieder seines Volkes waren, dass die ersten Märtyrer Juden waren. Nicht die Juden haben Jesus abgelehnt und ermordet, sondern nur einige von ihnen, die Verantwortlichen. Es ist ein verzweifeltes Ringen Jesu um seine Stadt, um sein Volk, um den Bund, den der Vater mit seinem Volk geschlossen hat. Aber was betrifft das uns Menschen von heute?
Auch heute geht es Gott nicht nur um den einzelnen Menschen. Es geht ihm um alle Menschen. Daher wird die Kirche Sakrament zum Heil der Welt genannt. Die Kirche ist der lebendige Leib Christi, der durch alle Zeiten allen Menschen nahe sein soll. Durch die Kirche ringt Gott um die Menschen auf dem ganzen Globus. Ältere Christen sind erzogen worden in dem Gedanken, dass wir unsere Seele retten sollen, damit wir in den Himmel kommen und nicht in die Hölle. Diese Sicht war nicht falsch, aber ein bisschen verengt. Denn es geht nicht nur um mich und um Einzelne, sondern es geht um die ganze Menschheit. Sie soll durch das Leben und Tun der Christen lernen, was es heißt, den Nächsten zu lieben. Sie soll auch lernen, was es heißt: Gott liebt den Menschen und alle Menschen. Wie Jesus um seine Stadt, um sein Volk gerungen hat, so ringt Gott heute und zu allen Zeiten um die ganze Menschheit, und wir in der Kirche sollen Instrument, Sakrament der Liebe Gottes sein. Das sollten wir uns immer wieder in Erinnerung rufen und bei all unserem Tun und reden versuchen zu beachten. Lesen wir heute dazu Lk 19,41-48 und Mt 23,37-39. Und beten wir vielleicht in der Passionswoche und der Karwoche täglich wie schon der Heilige Bruder Klaus gebetet hat:
Mein Herr und mein Gott,
nimm alles von mir,
was mich hindert zu dir.
Mein Herr und mein Gott,
gib alles mir, was mich fördert zu dir.
Mein Herr und mein Gott,
nimm mich mir und
gib mich ganz zu eigen dir.

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Impuls zur Israelwallfahrt am 6. April – Impuls 07

Posted by michaelcziba - 6. April 2019

Liebe Israelpilger, liebe Gemeindemitglieder.
Es ist schon merkwürdig: Jesus wirkt sein erstes Wunder bei einer Hochzeitsfeier! Darauf weist das Johannesevangelium ausdrücklich hin. Nicht weil es hier wie bei anderen Wundern und Zeichen um Leben und Tod eines Menschen geht, sondern weil bei der Feier etwas schief zu gehen droht. Er rettet die Feier. Aber vielleicht müssen wir uns wie immer, wenn man die Bibel wirklich verstehen will, die Sache noch ein wenig von einer anderen Seite her betrachten, nämlich vom Schreiber des Johannes-Evangeliums aus. Es war entweder der Apostel Johannes selbst oder ein Schüler, der im Sinne und Auftrag seines Meisters schrieb. Im Johannes-Evangelium dreht es sich nie nur um Fakten, um Historie, sondern um tiefe theologische Aussagen, die in lebendige Bilder gekleidet werden. Was will der Evangelist mit der Erzählung von der Verwandlung von Wasser in Wein dem Gläubigen sagen? Was will er uns sagen? Lesen wir diesen Bibeltext Joh 2,1-12.
Ich gehe bei meinen Gedanken von dem Satz aus, dass Jesus bei der Hochzeit in Kana sein erstes Zeichen gewirkt hat, dass er so seine Herrlichkeit gezeigt habe, und dass seine Jünger an ihn glaubten. Erstes Zeichen! Herrlichkeit, griechisch Doxa, Glauben der Jünger. Mit dem Zeichen will Jesus etwas zeigen. Er will wohl zeigen, dass er Macht hat, dass er Alltägliches in Großes verwandeln kann, dass hinter Alltäglichem Großes steckt, sich verbirgt, dass auch Gott sich im Alltäglichen verbirgt. Jesus zeigt seine Herrlichkeit, dass mit ihm Göttliches in die Welt gekommen ist, dass Gott in ihm am Werk ist, dass das, was nur menschlich und irdisch scheint, einen göttlichen Kern hat. Das ist seine Herrlichkeit. Es geschieht etwas Ähnliches wie bei der Verklärung auf dem Berg. Da werden das tiefste Innere und die wahre Größe Jesu den Augen der Jünger offenbart, sichtbar. Und nur dieser Blick der Jünger durch das Äußere, Oberflächliche hindurch auf das Tiefste, Innere macht Glauben möglich. Glaube ist der Blick in die Tiefe, ins Innere, über die Oberfläche hinaus. Dem Evangelisten geht es hier nicht um Geschichte, sondern um das Große, das Hintergründige, das Heilige Jesu. Und Jesus wirkt sein erstes Zeichen gerade bei einer Hochzeit. Der Blick vom Oberflächlichen auf das Tiefe geschieht meist nicht so sehr im Alltag, sondern in großer Stunde, besonders aber bei Fest und Feier, ja er geschieht gerade in der großen Stunde des Menschen, wenn zwei Liebende sich das Ja-Wort geben. Und noch ein Wichtiges: die Mutter Jesu. Sie wird nicht nur als erste Eingeladene genannt, sie wird auch eingeführt als diejenige, die als erste merkt: es fehlt etwas Wichtiges. Sie ist aufmerksam, einfühlsam. Seltsam dann das Wort Jesu an sie: „Frau, was geht das mich an? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“ Er distanziert sich von ihr, weil sie offenbar einen Punkt angesprochen hat, der menschlichem Zugriff entzogen ist: seine Stunde. Diese wird gekommen sein, wenn Jesus mit seinen Jüngern den Abendmahlssaal verlässt. Dann ist seine Stunde des Gehorsams, des Leidens und der Auferstehung gekommen. Aber Maria reagiert mit den Worten: „Tut, was er euch sagt.“ Und der Wein, den Jesus dann schenken lässt, ist nicht irgendein Wein. Es ist sehr guter, der beste Wein. Vermutlich will der Evangelist damit sagen: Hier ist Göttliches in die Welt eingebrochen, hier gibt es nicht nur rein menschlichen Wein, sondern hier gibt es eine Gabe Gottes und diese Göttliche Gabe ist das wichtigste und beste was man spüren, erfahren oder schmecken kann. Ich wünsche uns, dass wir zu Hause und auf der Pilgerfahrt zurück über den Jordan solche Erfahrungen machen.

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