Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Posts Tagged ‘04.07.2018-10.07.2018’

Bitte lies mich – Teil 02

Posted by michaelcziba - 4. Juli 2018

Liebe Gemeindemitglieder. In der letzten Woche habe ich wenig über die Finanzierung und die Schwierigkeiten der Pfarrgemeinde geschrieben und endete mit dem Hinweis auf die Schließung von St. Johann Evangelist. Dazu nun mehr. Um diesen schmerzlichen Einschnitt der Schließung von St. Johann Evangelist zu Beginn der Sommerferien kommen wir nicht herum. Schon vor Jahren haben wir in den Gremien entschieden, aufgrund des Sanierungsbedarfs von St. Johann Evangelist und der fehlenden Bereitschaft des Erzbistums hierfür Gelder bereitzustellen, diese Kirche solange es geht als „Sommerkirche“ zu betreiben, und wenn es nicht mehr geht zu schließen. Auch wenn wir sie nach Ostern nochmal aufgemacht haben und dort in diesem Jahr auch unsere Erstkommunionfeiern stattfanden, werden wir sie nun doch schließen. Leider werden wir nicht bis Oktober warten können, da einige Verträge mit Versorgungsunternehmen nur endgültig gekündigt werden können, wenn wir die Kirche außer Dienst stellen. Im Gesamten wird uns diese Maßnahme gut 20.000 Euro bis 30.000 Euro einsparen. Aufgrund der Absprachen mit dem Erzbistum und den zur Zeit vorhandenen Denkmodellen würde St. Johannes abgerissen. Aber die Erfahrung der letzten Monate hat mich auch gelehrt, dass monatlich neue Informationen einlaufen und Pläne und Denkmodelle wieder neu angepasst und verändert werden müssen. Daher kann ich nicht, wenn ich ganz ehrlich bin, wirklich davon sprechen, dass es auch so kommt. Daher feiern wir die vorläufig letzte Messe am 14. Juli um 16.00 Uhr. Aufgrund dieser vielen Unwägbarkeiten haben wir auch immer noch keine wirklichen Modelle im Rahmen des Konzeptes 2035 (obwohl aufgrund der finanziellen Entwicklung wir eigentlich sagen müssten „Konzept 2020), die wir gemeinsam mit Ihnen diskutieren könnten, da bisher jede Idee wieder einkassiert und verändert werden musste. Es gibt viele mögliche Denkmodelle, aber bevor wir mit Ihnen darüber ins Gespräch kommen können, welche davon wirklich denkbar wären und welche wir mit Ihnen umsetzen können, müssen noch viele Fragen geklärt werden. Dabei stellte sich bisher immer wieder heraus: So geht es nicht. Daher auch meine Bitte: Nehmen Sie nicht jedes Gerücht als gegeben hin. Wenn es etwas greifbares gibt, werden wir dies bekanntgeben und mit Ihnen diskutieren. Es wird keine einsamen Entscheidungen des Pfarrers oder einiger weniger geben, ohne mit Ihnen darüber gesprochen zu haben.

Die Schließung von St. Johann Evangelist haben wir ja schon lange besprochen und vor ca. 6 Jahren das erste Mal auf den Neujahrsempfängen angedeutet und seitdem immer wieder besprochen und darauf hingewiesen, dass eine Schließung droht und zur Diskussion eingeladen (wenn auch die Beteiligung der Gemeinde gering war).
Jetzt ist es halt so weit. Aber davon wird die Welt und auch die Gemeinde nicht untergehen. Sie können alle davon ausgehen, dass der Kirchenvorstand und auch der Pfarrgemeinderat nicht einfach alles dicht machen, sondern nach Lösungen suchen, die sowohl die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde als auch die Erfahrbarkeit von Kirche vor Ort gewährleisten. Aber es wird nicht ohne Veränderung gehen. Das in den letzten Wochen immer wieder gehörte Argument: „Wenn nicht alles so bleibt, wie es ist – wird keiner mehr kommen und alle werden austreten.“; spielt nur den Totengräbern der Gemeinde in die Hände und schafft keine Zukunft. Kirche lebte in allen Zeiten immer wieder von Veränderung, und wird auch nur so überleben. Und es geht nicht ohne die Gläubigen, die bereit sind den Glauben in veränderten Zeiten zu leben und sich bewegen. Falls wir Christen dies nicht seit 2000 Jahren so machen würden, wären wir wahrscheinlich über die ersten 50 Jahre nicht hinausgekommen und schon lange nur noch eine Fußnote der Geschichte.
Leben wir also trotz allem oder vielleicht gerade trotz der schwierigen Bedingungen unseren Glauben in Freude und Überzeugung.

Ihr Pfarrer
Michael Cziba

Advertisements

Posted in Artikel, Konzept 2035, Wochenzettel | Verschlagwortet mit: | Leave a Comment »

Geistlicher Impuls zum 14. Sonntag im Jahreskreis

Posted by michaelcziba - 4. Juli 2018

Liebe Gemeindemitglieder. Ist es Ihnen auch schon mal so ergangen, dass Sie kluge und gute Worte hörten, aber tief in Ihren Inneren dachten: „Den Redner kenne ich doch, samt seiner ganzen Familie. Was redet der denn da? Was spielt er sich denn da so auf?“ Jesus – so hören wir an diesem Sonntag – konnte in seiner Heimat keine Wunder vollbringen, weil die Menschen ihn dort viel zu gut kannten und in ihrem Denkmuster hängen blieben. „Was willst du denn? Ich weiß doch wie du denkst! Immer das Gleiche mit dir! Aus dir wird nie etwas! Du willst dich nur auf unsere Kosten bereichern!“ Damals wie heute sperren Menschen andere Menschen gerne in Schubladen. Wir haben klare vorgefertigte Meinungen über den anderen. Wir haben ein klares Bild von dem, den wir meinen zu kennen. Und da kann nichts wirklich Neues, nichts anderes und somit auch kein Wunder geschehen. Dabei ist jeder Tag ein Wunder des Lebens. Dabei steckt in jedem Menschen so viel Wunderbares. Dabei könnte jeder einzelne Mensch uns so viel Neues und Wunderbares schenken. Jeder könnte und kann uns, wenn wir die Augen offen halten, Tag für Tag überraschen. Wenn wir uns nur trauen würden, unvoreingenommen dem anderen zu begegnen und ihn zu sehen. Wenn wir von unseren festgefahrenen Mustern absehen würden. Ich hoffe für uns alle, das uns das gelingt, das wir die Menschen um uns herum so sehen wie sie sind und nicht wie wir sie haben wollen. Dann werden wir nämlich überrascht und können so wunderbares erleben.

Posted in Wochenzettel | Verschlagwortet mit: | Leave a Comment »