Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Posts Tagged ‘09.09.2020-15.09.2020’

Aufruf der deutschen Bischöfe zum Caritas-Sonntag 2020

Posted by michaelcziba - 9. September 2020

Liebe Schwestern und Brüder!
„Sei gut, Mensch!“ – unter diesem Motto rückt der diesjährige Caritas-Sonntag bewusst Menschen in den Fokus, die Gutes tun und sich für andere einsetzen. Die Debatten der letzten Jahre haben gezeigt, dass Anerkennung für Engagement alles andere als selbstverständlich ist.
Immer wieder mussten Menschen erleben, wie sie und das, was ihnen wichtig ist, abgewertet und schlecht gemacht wurden. Die Bezeichnung „Gutmensch“ ist dabei zu einem Begriff geworden, der Menschen diffamieren soll. Gerade das Engagement für Geflüchtete wurde in politischen Debatten immer wieder als weltfremd und naiv bewertet. Doch es ist nichts falsch daran, ein „guter Mensch“ sein zu wollen.
Die Caritas will mit ihrer Kampagne „Sei gut, Mensch!“ Stellung beziehen und auf die Bedeutung gesellschaftlichen Engagements aufmerksam machen. Wir brauchen gute Menschen, die Gutes tun! Tag für Tag ist in unzähligen Einrichtungen und Projekten der Kirche und ihrer Caritas erlebbar, wie Haupt- und ehrenamtlich Engagierte Probleme anpacken und anderen zur Seite stehen.
Dieses Engagement zeigt sich auf vielfältige Weise: In der Behindertenarbeit oder Altenpflege, in der politischen Arbeit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt oder im Einsatz für eine gelingende Integration. „Gut sein“ darf dabei nicht an Grenzen Halt machen, denn in anderen Ländern gibt es oft noch größeren Bedarf an Hilfe und Unterstützung. Das von der Corona-Pandemie geprägte Jahr 2020 macht besonders deutlich, was Menschen zusammenhält, nämlich Empathie, Solidarität mit den Schwachen und Benachteiligung und die Bereitschaft, zu helfen und Gutes zu tun. Dies gilt für die Unterstützung für Geflüchtete genauso wie für vielfältige Nachbarschaftsangebote in unserem Erzbistum. Innenhofkonzerte für isolierte Bewohnerinnen und Bewohner von Altenhilfeeinrichtungen, Wochenendausflüge für alleinerziehende Frauen und deren Kinder, Computerkurse für Geflüchtete – vieles ist möglich, wenn wir Menschlichkeit leben.
Die Kollekte des Caritas-Sonntags ist für die vielfältigen Anliegen der Caritas in unseren Pfarrgemeinden und der Diözese bestimmt. Bitte unterstützen Sie durch Ihre Gabe die Arbeit dr Caritas. Dafür danken wir Ihnen sehr herzlich.
Berlin, den 23. Juni 2020
Für das Erzbistum Köln
+ Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

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Geistlicher Impuls zum 24. Sonntag im Lesejahr A

Posted by michaelcziba - 9. September 2020

Liebe Schwestern und Bruder!
Muss Vergebung nicht auch ihre Grenzen haben? Nicht bei 100 Denaren oder einer anderen Geldsumme, natürlich nicht. Doch gibt es nicht eine Schuld, die nicht zu vergeben ist? Eine Frage angesichts sechs Millionen ermordeter Juden. Eine Frage angesichts enthaupteter Christen im Irak und Syrien. Eine Frage angesichts Tausender misshandelter Kinder. Auch die Frage des Petrus. Nein, ist die unmissverständliche Antwort Jesu. Und er macht einen drastischen Vergleich. Ein Talent entsprach etwa 6.000 Denaren. Wenn also der König seinem Diener 10.000 Talente erließ, entsprach das einer Summe von 60 Millionen Denaren – im Vergleich zu den 100 Denaren, die der Diener seinem Kollegen nicht erlassen wollte.
77-mal vergeben heißt also, immer zu vergeben. Denn mir ist längst vergeben. Gottes Vergebung steht immer am Anfang. Und weil seine Vergebung maßlos ist, darf ich meine Vergebung nicht messen; steht es nicht in meinem Ermessen, ob ich vergebe oder nicht. Weil Gottes Vergebung grenzenlos ist, kann auch ich Grenzen überwinden. Grenzen des Zorns und der Wut. Grenzen meiner Verletzung und meines Schmerzens. Grenzen menschlicher Gerechtigkeitsvorstellungen. Und wenn ich bei meinem Bemühen um Vergebung scheitere, darf ich dennoch auf Gottes Vergebung hoffen.

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