Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

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Geistliches Wort zum Sonntag 16. Juli

Posted by michaelcziba - 12. Juli 2017

Alles hat seine Zeit im Laufe eines Jahres: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Im Sommer wächst, was in der Regel im Frühjahr oder Spätwinter gesät wurde und im Spätsommer und Herbst wird es dann geerntet. Damit die Saat aber auch reifen kann, kommt es immer auf das richtige Verhältnis von Sonne und Regen an. Ist der Sommer zu heiß und zu trocken oder gibt es gar zu viel Regen? Fragen die nicht nur die Landwirte beherrschen. Viele Landstriche leiden unter verheerenden Dürre, andere leiden unter Überschwemmungen. In den Sommerevangelien geht es in diesem Jahr auch immer um die Frage: Wie sieht es um die Saat des Glaubens aus? Hat diese Saat überhaupt die Chancen aufzugehen, oder säen wir Christen gleichsam auf Beton? In einem kleinen Büchlein mit dem Titel „Gott aussäen“ aus dem letzten Jahrtausend berichtet die Französin Madeleine Delbrel schildert sie ihre Erlebnisse im damals von Kommunisten regierten Arbeitervorort Ivey von Paris. Dort, in diesem eigentlich entchristlichen Arbeitermillieu, hat sie ihr Christsein als Sozialarbeiterin, Poetin und auch Mystikerin der Straße gelebt, in all den vielen sozialen Problemen und mit all dem politischen und religiösen Streit. In den Betonwüsten unserer Städte und Seelen, in den heutigen oft verhärteten Strukturen, Meinungen, Situationen und Beziehungen scheinen wir nur auf Beton zu säen. Jesu sagt uns: Lasst Weizen und Unkraut bis zur Ernte wachsen und entscheidet dann, was Unkraut ist und was zur Frucht gehört. Welche Saat geht auf? Die Saat des Hasses, des Bösen, des Geizes oder die Saat der Liebe und des Respektes voreinander, die Saat des Guten, die Saat des Geistes Jesu. Es gibt Situationen, in denen der Glaube keine Wurzeln fassen kann und auch nicht reifen kann. Es gibt die Härte des Lebens, das Chaos im Herzen der Menschen. Aber es gibt auch das, dass die Saat des Glaubens aufgeht im Herzen von Menschen, trotz aller Hindernisse und Probleme. Menschen erahnen etwas vom befreienden und Mut machenden Geist Gottes. DAs Gleichnis vom Sämann macht Christen Mut, soll Christen Mut machen, mit vollen Händen auszusäen, voller Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein. Aber die Ernte muss offen bleiben – vielleicht werden wir gar nicht erleben, welche Ernte eingebracht wird. Vertrauen wir auf Gottes guten Geist und denken wir daran: Alles hat seine Zeit. Es gibt eine Zeit der Ernte und eine Zeit des Wachsens und Reifens und schließlich irgendwann eine Zeit der Ernte.

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