Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

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Geistlicher Impuls zum 25. Sonntag im Lesejahr A

Posted by michaelcziba - 16. September 2020

Liebe Schwestern und Brüder!
Wieder einmal ist es ein Gleichnis, in dem Jesus alle bekannten Verhaltensmuster kräftig gegen den Strich bürstet. Auch persönlich habe ich Mühe damit. Ich bin ein Mensch, der Dinge gerne geregelt und kalkulierbar hat: der weiß, wo es langgeht; der sich auskennt, was vom Gegenüber zu erwarten ist; der gerne Leistung nach Art und Dauer gerecht abgegolten weiß. Für mich und für andere. Aber Gott ist anscheinend anders, und damit ist es doch endlich einmal begreife, braucht es dieses Gegen-den-Strich-bürsten. Gott ist auch der Andere, der Fremde, der Irritierende. Gott entzieht sich, und er ist nicht berechenbar oder kalkulierbar. Doch, in gewisser Weise schon, und zwar in einem Punkt: Wenn es um Großherzigkeit und Barmherzigkeit geht. Jesus lässt in seinem Gleichnis den Gutsherrn fragen: „Bist du neidisch, weil ich zu anderen gütig bin?“ – Wenn er mich das fragen würde, ich müsste sagen: „Ja, manchmal schon. Manchmal kann ich es gar nicht haben, wenn es andere scheinbar leichter haben und mit dem weitermachen, was ich eingebracht habe. Oder wenn ich mich um etwas vergeblich abgemüht und endlos gewartet habe.“ Wenn ich mir das zugestehen kann, dann merke ich, dass ich „beide Seelen in meiner Brust“ habe. Die Seele dessen, der sich ausgenutzt fühlt, weil er mehr investiert hat. Aber auch die Seele dessen, der vergebliches Warten kennt und dann spät, aber doch zum Zug kommt. Gott ist großzügig und barmherzig – mit dem einen und mit dem anderen.

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