Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Posts Tagged ‘25.09.2019-01.10.2019’

Geistlicher Impuls zum 26. Sonntag im Lesejahr C

Posted by michaelcziba - 25. September 2019

Liebe Gemeindemitglieder.
Es ist, glaube ich, im heutigen Evangelium keine Böswilligkeit, die den reichen Mann im Gleichnis von ihm und dem armen Lazarus so handeln lässt, wie er handelt. Wäre er böswillig gewesen, hätte er sich später keine Sorgen um seine fünf Brüder gemacht. Ich glaube, dass es vielmehr Gleichgültigkeit und Gedankenlosigkeit sind. Gedankenlosigkeit, die ihn den armen Lazarus gar nicht sehen lässt. Gleichgültigkeit, die nicht in Betracht ziehen kann, dass es anderen Menschen schlecht geht, wenn es einem selbst gut geht. Eine erschreckende Ignoranz. Erschreckend, aber – wenn wir ehrlich sind – gar nicht so selten. Der reiche Mann ist kein Monster, kein Böser, wie es ihn nur alle Hundert Jahre mal gibt. Nein, der reiche Mann kann auch heute nebenan wohnen, respektiert, geachtet, vielleicht sogar geliebt. Oder ist es gar möglich, dass der reiche Mann mit mir unter einem Dach lebt, weil ich es selber bin? Eines zumindest ist klar: Lazarus liegt auch vor meiner Haustür. Wahrscheinlich nicht wortwörtlich, aber vom Sinn her schon. Und was macht das mit mir? Wie steht es um meine Gedankenlosigkeit oder meine Gleichgültigkeit? Weil ich nicht allen helfen kann, helfe ich keinem? Weil es einen Sozialstaat gibt und dort, wo er nicht hinreicht, Hilfswerke, auch kirchliche, die ich mit meiner Kirchensteuer und mit Spenden unterstütze, bin ich fein aus dem Schneider? Ich befürchte, dass es ganz so einfach nicht geht. Die Herausforderung Lazarus bleibt – täglich.

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