Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

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Geistlicher Impuls zum 13. Sonntag im Jahreskreis

Posted by michaelcziba - 27. Juni 2018

Liebe Gemeindemitglieder. Da hat dieser Jesus eindeutig die falschen Prioritäten gesetzt! Anstatt zu tun, was er versprochen hat, nämlich die kranke Tochter des Synagogenvorstehers zu heilen, kümmert er sich um eine blutende Frau, die in dieser Menschenmenge nach jüdischer Regel überhaupt nichts zu suchen hatte. Denn kranke Menschen mit einem so unklaren Symptom hatten Abstand zu halten. Nun hatte sich die Frau aber trotzdem herangewagt, sie war nur durch die Berührung mit dem Gewand geheilt worden – so wie sie es fest geglaubt hat – und damit hätte Jesus es ja auch gut sein lassen können. Aber nein: Er sucht die Frau, will ihr ins Gesicht blicken, will keine magische Aktion hinter seinem Rücken. Und während er sich also mit der Frau beschäftigt, sich um sie kümmert, stirbt diejenige, zu der er eigentlich gerufen wurde und zu der er eigentlich unterwegs war. Ich bewundere in diesem Evangelium immer wieder den Synagogenvorsteher Jairus. Er müsste doch drängeln, schreien: „Ich war zuerst dran! Halte dich nicht mit dieser Frau auf! Hilf meiner Tochter!“ Er müsste meckern, dass seine Not größer ist. Wir alle wissen doch: Wenn man sein Recht nicht einfordert, dann kommt man doch zu nichts. Jairus lässt aber Jesus die Prioritäten setzen. Jairus riskiert, dass er zu kurz kommt, aber er bleibt dran, bleibt an der Seite von Jesus, wie um ihn zu erinnern: Herr, du hast mit doch was versprochen … Er schimpft nicht, droht nicht, jammert nicht und verliert den Glauben an Gottes Zusage in keiner Sekunde. Und am Ende wird dieses Vertrauen belohnt , holt Jesus seine Tochter ins Leben zurück. Diese Gelassenheit des Jairus, dieses Vertrauen auf Gottes Hilfe, die feste Hoffnung: Gott wird es zum guten führen, dass Ales fehlt uns heute viel zu oft. Ich wünsche Ihnen und auch mir mehr von dieser Haltung.

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Bitte lese mich – Teil 01

Posted by michaelcziba - 27. Juni 2018

Liebe Gemeindemitglieder.
Es hat sich ja bestimmt schon herumgesprochen, dass die finanzielle Situation der Kirchengemeinde sehr bedenklich ist. In der letzten Ausgabe von Kreuz und Quer gab es ja schon einen Bericht zur Lage, der aber noch einige Fragen aufgeworfen hat, so dass ich mich über den Wochenpropheten und damit auch über das Netz an Sie wende, um einige Fragen, die vielleicht viele von Ihnen haben, zu beantworten. Die Beantwortung erfolgt dabei in zwei Schritten, da der Platz sonst nicht ausreicht und hoffe dabei auf Ihr Verständnis. Die Einnahmen unserer Gemeinde ruhen auf vier Säulen: Die Einnahmen aus den Erbpachtgeldern, die Kirchensteuerzuweisung durch das Erzbistum, die Zinserträge aus den Substanzkapitalien und die Kollektengelder. Während sich in den letzten Jahren bei den Erbpachtgeldern durch die vorgeschriebenen Anpassungen an die Entwicklung der Grundstückspreise ein kleines Mehr ergeben hat, haben die anderen drei Säulen deutliche Einbußen erlebt. Aufgrund der Entwicklung der Anzahl der Katholiken bekommen wir deutlich weniger Kirchensteuermittel zugewiesen, als noch im Jahre 2008. Die Zinserträge (wie wir ja alle selbst wissen) sind nicht mehr der Rede wert. Übrigens 70% der Einnahmen aus Erbpacht und Zinserträgen muss die Pfarrgemeinde an das Bistum abführen zur Unterstützung des allgemeinen Haushaltes. Die Kollektengelder, die für die Pfarrgemeinde bestimmt sind werden immer weniger, während zeitgleich alle Kollekten, die für Projekte außerhalb der Gemeinde bestimmt sind und abgeführt werden müssen, immer mehr steigen. Als dies zusammen führt dazu, dass wir weniger Geld zur Verfügung haben.
Als unser Erzbistum sein letztes großes Sparkonzept aufgelegt hat („Zukunft heute“ im Jahre 2008) wurde den Gemeinden vorgerechnet, wieviel Pfarrheime und Büroflächen sie noch haben dürfen. Da zu diesem Zeitpunkt die Einnahmen aus Erbpacht und Zinsen weit über den prognostizierten Kirchensteuermittel lagen, hatten die Kirchenvorstände damals entschieden, wir lassen alles so wie es ist. Wir können es uns ja leisten. Rückblickend gesehen ein wenig blauäugig, aber wer konnte damals schon wissen wie sich die Finanzmärkte entwickeln. Dazu kam dann noch das Problem der Finanzkontrolle.
Mit Beginn des Jahres 2009 führte das Erzbistum ein neues Buchungssystem ein, das leider dazu führte, das wir seitdem im „Blindflug“ unterwegs waren. Erst Ende 2017 wurden wir endlich einmal über die Finanzentwicklung unserer Gemeinde informiert. Zu diesem Zeitpunkt lagen dem Kirchenvorstand erstmals die Jahresabschlüsse der Jahre 2009 bis 2015 vor und damit auch eine verlässliche Entwicklungsprognose für die Zukunft. Es stellte sich heraus, dass wir seit Jahren über unsere Verhältnisse leben und angesparte Gelder ausgeben, die eigentlich für den Notfall gedacht sind. Wenn wir da nicht schnell gegensteuern werden wir in zwei bis drei Jahren wirklich kein Geld mehr haben. Seit zwei Jahren sind wir ja schon zusammen mit dem Erzbistum im Gespräch zur längerfristigen Entwicklung der Gemeinde und der damit einhergehenden Gebäudestruktur. Man kann sagen, wir haben rechtzeitig mit diesen Gesprächen angefangen, da wir momentan noch Spielraum für die Zukunft haben, aber es wird knapp. Daher müssen wir einige Maßnahmen durchführen, die Geld einsparen und uns damit ein wenig mehr Zeit verschaffen. Alle Ausgaben werden ab jetzt auf den Prüfstand gestellt, ob sie notwendig und unverzichtbar sind. Außerdem müssen wir einen weiteren schmerzhafte Einschnitt durchführen: Die Schließung von St. Johann Evangelist, aber darüber mehr in der nächsten Woche.

Ihr Pfarrer Michael Cziba

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