Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Posts Tagged ‘31.10.2018-06.11.2018’

Geistlicher Impuls zum Allerheiligen-Fest am 1. November

Posted by michaelcziba - 1. November 2018

Liebe Schwestern und Brüder – oder wie Paulus sagen würde: Liebe Heilige in Christus Jesus.
Haben sie überhaupt noch einen Überblick, wer schon alles offiziell „heilig“ ist? Sankt Martin – na klar! Sankt Franziskus – selbstredend. Aber wer ist Maria Alfonsina Danis Ghattas, heiliggesprochen im Mai 2015? Oder Amato Ronconi, ein Franziskaner aus dem 13. Jahrhundert, schon seit 250 Jahren seliggesprochen und nun auch heilig? Diese Leute kennt bei uns kein Mensch. Macht aber auch nichts. Wer kann sich schon die über 35.000 Heiligen und Seligen weltweit alle merken, die zu Ehren der Altäre erhoben worden sind. Also als Vorbilder anerkannt offiziell sind.
Das Evangelium des Festes Allerheiligen zeigt uns ganz klar: Den Überblick über all die Heiligen kann man gar nicht haben. So viele sind „ganz nahe bei Gott“, weil sie sich für den Frieden einsetzen, weil sie den Traum von einer Gerechtigkeit für alle nicht aufgeben, weil sie noch weinen können über das Elend in der Welt. Das sind Menschen – und nicht alle sind Christen -, die nie zur Ehre der Altäre erhoben werden, die vielleicht nur bei ihren Nachbarn bekannt sind. Doch ohne ihr Zeugnis von der Menschenfreundlichkeit Gottes wären wir arm dran.
„Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht dieser Welt verändern.“ Diesen afrikanischen Spruch könnte man auch kurz zusammenfassen: Allerheiligen.

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Geistlicher Impuls für den 31. Sonntag im Jahreskreis B

Posted by michaelcziba - 31. Oktober 2018

Liebe Gemeindemitglieder!
Im heutigen Sonntagsevangelium (Mk 12,28b-34) wird die Frage nach dem Reich Gottes beantwortet. Ein Schriftgelehrter will von Jesus das „Erste“ von allen Geboten wissen. Vielleicht ist er der vielen kleinen Gebote und Vorschriften überdrüssig und braucht einen eindeutigeren Halt. Vielleicht hat der jüdische Schriftgelehrte auch beim jüdischen Jesus gemerkt, dass dieser etwas Besonderes ist; sich nicht nur gut auskennt, sondern auch von aufrichtiger Frömmigkeit ist. Auf jeden Fall bekommt er die Antwort, auf die er wohl gehofft hatte: Gott ehren und den Nächsten lieben, das ist das Reich Gottes. Also das Reich, wie der in eine jüdische Familie geborene, deutsche Philosoph Ernst Bloch (1885–1977) schrieb, das „als eine andere Welt in dieser Welt ebenso verhindert ist wie umgeht“. Das Reich Gottes ist nicht von dieser Welt, aber in dieser Welt. Es ist überall da, wo Menschen über die Welt und ihre Regeln hinausgehen, sozusagen nach den Sternen greifen: in der Anbetung Gottes – nicht ihrer selbst; und in der Liebe zu anderen – nicht nur zu sich selbst. Wer sich also selber überschreitet, gelangt in den Bereich Gottes. In ihm gelten weniger Gesetze oder Vorschriften, dafür aber eine besondere Achtsamkeit: andere haben den gleichen Wert. Sie sind nicht schlechter oder besser, sondern nur anders. Und wo Menschen wertvoll sind, ist Gottes Reich nicht fern. Ich glaube gerade in unserer heutigen Gesellschaft, wo Rücksichtslosigkeit, Lieblosigkeit und Ich-Bezogenheit stärker als je zuvor sind, sollten wir als Christinnen und Christen deutlicher das Reich Gottes sichtbar werden lassen. Durch unser Tun. Durch unser Reden. Durch unsere Einstellung zum Leben, auch der anderen Menschen.

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