Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

Köln: Flittard – Stammheim – Bruder Klaus

Posts Tagged ‘Brief’

Stellungnahme zur Situation in unserer katholischen Kirche

Posted by Florian Seiffert - 7. April 2021

Als katholische Laien-Vertreter*innen der ehemaligen Heimatpfarrei von Kardinal Woelki verfolgen wir das Geschehen im Erzbistum Köln mit besonderer Aufmerksamkeit. Seit langem regt sich in uns Widerstand gegen Auffassungen, Haltungen und konkrete Umsetzungen. Denn wir stehen für anderes ein!

Wir erleben in unserer Gemeinde, dass Menschen massiv an der katholischen Kirche zweifeln und verzweifeln. Die Menschen fühlen sich von ihrer Kirche verlassen und verraten, denn sie gibt ihnen kaum Antworten auf ihre Fragen und Bedürfnisse. Viele sind enttäuscht und ziehen sich zurück.

Und auch viele engagierte Katholik*innen fragen sich vermehrt, ob sie für diese Kirche noch geradestehen und sich einbringen wollen. Viele sehen im Umgang der Kirchenleitungen mit den Gemeinden, Kritikern und anders Denkenden eine eklatante Missachtung des von Gott gegebenen Auftrags. Dieser Umgang hat mit unserem Verständnis von Menschlichkeit und Liebe nichts zu tun. Auch die angestrebten Lösungen anstehender Probleme und Fragen im sogenannten Pastoralen Zukunftsweg gehen an den erlebten Realitäten vorbei.

Der Umgang mit Missbrauchsopfern in der Vergangenheit wird als große Schuld, bisher ohne deutliche Reue und Konsequenzen angesehen. Daran ändern auch die bisherigen personellen Konsequenzen wenig. Wir sehen darin keine umfassende Übernahme von moralischer Verantwortung gegenüber den Missbrauchsopfern.

In der katholischen Kirche gilt ein hierarchisches und feudal anmutendes System. Wir sind im Geiste des deutschen Grundgesetzes mit den dazugehörigen demokratischen Prinzipien aufgewachsen und in unsere Positionen demokratisch gewählt. Wir haben durch die Taufe Anteil am „gemeinsamen Priestertum der Gläubigen“. Dazu passen viele Umgangsweisen und Haltungen des Erzbistums nicht: die strikte Trennung zwischen Laien und Klerikern, zwischen Gemeinde und erzbischöflichem Generalvikariat (eGV), zwischen Gehorsamsgelöbnis und freier Gewissensentscheidung. Wir wünschen uns von der katholischen Kirche eine Neuentdeckung dieses „gemeinsamen Priestertums“ und erwarten Folgendes:

  1. Wir erwarten den Umgang miteinander auf Augenhöhe

Der „Pastorale Zukunftsweg“ gaukelt Beteiligung vor, ohne uns Laien die Möglichkeit zu geben, wirklich Einfluss nehmen zu können. „Wir fordern, dass der Pastorale Zukunftsweg ein Prozess mit echter Partizipation wird. Die Gemeinschaft aller getauften Menschen muss entscheidenden Einfluss auf die Zukunft unserer Kirche haben. Dafür braucht es zuallererst ein Zuhören und Wahrnehmen der Bedürfnisse, Gedanken und Vorschläge der gläubigen Menschen.“ (Gregor Stiels, Januar 2021) Das ist auch unsere Position.

Wir sind im höchsten Maße entrüstet, wie mit den Verantwortlichen der katholischen Hochschulgemeinde und ihrer Homepage umgegangen wird, wie Priester, die sich kritisch äußern, einbestellt und gemaßregelt werden. Die Liste ließe sich noch lange fortführen.

Wir stehen fassungslos vor der unmöglichen Aufgabe unseres Kirchenvorstands, auf der einen Seite Geld einsparen zu sollen, und auf der anderen Seite keine Entscheidungen ohne die Genehmigung des eGV treffen zu können. Und wir verstehen nicht, dass Entscheidungen vom eGV verweigert werden, weil angeblich kein pastorales Zukunftskonzept vorläge, dieses jedoch bereits seit Jahren Grundlage verschiedenster Verhandlungen ist (Stichwort: Kirchengebäude St. Johannes Evangelist in Stammheim). Das Vorgehen ist derart absurd, dass das vermutete Ziel des eGVs nur sein kann, den Kirchenvorstand so mürbe zu machen, dass niemand mehr diese ehrenamtliche Arbeit machen möchte, damit das eGV übernehmen und alleine schalten und walten kann.

Genauso unverständlich ist es, dass wir zur Teilnahme an der Zentralrendantur gezwungen wurden, um die Gemeinden zu entlasten. Diese ist jedoch nicht in der Lage, klare Zahlen zu benennen, wenn es z.B. um die Kosten eines Gebäudes, wie dem Pfarrsaal in Bruder Klaus, geht.

Ein Umgang miteinander auf Augenhöhe erfordert Teilhabe und Transparenz. Wir erwarten, dass die demokratisch gewählten Systeme in der Gemeinde erhalten bleiben und noch stärker als bisher in die Entscheidungen des Erzbistums einbezogen werden.

  1. Wir erwarten die Aufrechterhaltung pfarrlicher Strukturen im gewachsenen Rahmen

Die Pfarrgemeinde St. Hubertus und Mariä Geburt entstand am 01.01.2011 durch die Fusion von drei Pfarreien mit damals fünf Kirchorten. Wir haben vieles versucht, um als eine Gemeinde zusammenzuwachsen. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass viele Gläubige, um sich angesprochen und wohlzufühlen, kleinere Bezüge um „ihren“ Kirchturm herum brauchen. An ein Team von Hauptamtlichen, die sich abwechseln, können sie sich gewöhnen, an einen anderen Kirchort kaum oder gar nicht.

Das bedeutet, dass neue Strukturen gefunden werden müssen, die auch von den sogenannten Laien (Pastoralreferentinnen, Gemeindereferentinnen, Sozialpädagog*innen etc.), die angestellt beschäftigt werden müssen, ausgefüllt werden.

„Das Konzept eines von einem zentralen Pastoralteam aus der Ferne qualifizierten und begleiteten Teams von Verantwortlichen überzeugt uns nicht. (…) Das Kriterium, dass eine Gemeinde sich ohne solche ortsbezogene feste Begleitung selbstständig durch ein Team von Verantwortlichen trägt oder eben vergeht, erscheint uns nicht sachgerecht, ja lieblos. Es entspricht nicht der Realität heutiger Ehrenamtlichkeit und auch nicht unbedingt dem, was wir als unser Charisma ansehen. Hier wird die Verantwortlichkeit überdehnt, die wir in Teams von Ehrenamtlichen ehrenamtlich tragen können und wollen.“ (Pfarrgemeinderat Flingern/ Düsseltal Stellungnahme 2020 zur „Pfarrei der Zukunft“ im Rahmen des Pastoralen Zukunftsweges) Das ist auch unsere Haltung.

  1. Wir erwarten Gleichberechtigung und eine offenere Sexualmoral

Wir erwarten die Gleichberechtigung von Frauen bis hin zu allen Weiheämtern und eine Aufhebung des Pflichtzölibats. Wir sehnen uns nach einer offeneren Sexualmoral, die sich am jesuanischen Vorbild orientiert, Geschiedene gleich behandelt und Homosexualität nicht ablehnt. Wir begrüßen in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Entscheidung der Bischöfe vieler Bistümer in Deutschland, homosexuelle Paare auch weiterhin zu segnen. Wir wünschen uns eine Kirche, die Orientierung bietet und keine Ausgrenzung vollzieht.

  1. Wir erwarten die Übernahme der Verantwortung und die Ahndung aller Vorfälle von Machtmissbrauch bis hin zu sexuellem Missbrauch

Zu diesem Thema ist unseres Erachtens die katholische Kirche mit ihren veralteten und hierarchischen Strukturen und Haltungen in ganz entschiedenem Maße gefordert, Veränderungen einzuleiten. Dazu gehört nicht allein die offene Aufklärung der Missbrauchsfälle der Vergangenheit, sondern auch die Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden und die vorurteilsfreie Suche nach strukturellen Veränderungen. Aus gutem Grund trennt der Staat legislative, exekutive und judikative Gewalt. Es ist dringend geboten, dass die Kirche diesen Schritt auch vollzieht.

„Wir wünschen uns eine Kirche, die offen zu Fehlern und Verbrechen steht, deren klare Haltung zu sichtbarem und konsequentem Handeln führt, die sich gegenüber den Opfern angemessen und demütig verhält und einen glaubwürdigen Neuanfang wagt.“ (Katholikenausschuss der Stadt Köln, März 2021)

  1. Wir erwarten einen angstfreien Umgang miteinander

Wir stellen fest, dass Gemeindemitglieder, Laien und Kleriker, bei ihren Meinungsäußerungen immer wieder große Vorsicht walten lassen. Menschen haben Angst und befürchten Nachteile, wenn sie ihre Meinung frei äußern. Wie sehen z.B., dass Maria 2.0 die Möglichkeit entzogen wird, ihre Meinung in kirchlichen Foren frei zu äußern. Wir wünschen uns eine Kirche, in der man angstfrei über Meinungsverschiedenheiten streiten kann.

  1. Wir erwarten, dass Bischöfe von ihrem Kirchenvolk gewählt werden

Wir wünschen uns, dass Bischöfe von ihrem Kirchenvolk gewählt werden. Wir sind sicher, dass der Heilige Geist auch in einer Wahl wirkt, nicht nur in einem Vorschlag des Domkapitels und einer Ernennung aus Rom.

  1. Wir erwarten die Mahlgemeinschaft mit unseren evangelischen Schwestern und Brüdern

Was wird beschädigt, wenn evangelische Christ*innen in der katholischen Kirche zur Kommunion gehen? Was wird beschädigt, wenn Katholikinnen am Abendmahl der evangelischen Kirche(n) teilnehmen? Kann Jesus Christus in Gestalt von Brot und Wein jemanden beschädigen? Ist es nicht viel wichtiger, dass wir im Sinne und Geist von Jesus Christus handeln, als dass wir kleinlich darauf beharren Recht zu haben bei der Frage, wie nun Jesus in unser Herz gekommen ist – durch Transsubstantiation oder Konsubstantiation? Lasst uns geschwisterlich gemeinsam zusammen feiern. Gerne in Vielfalt – aber zusammen!

Wir wissen, dass viele unserer Forderungen und Wünsche nicht in Köln zu regeln sind. Wir wünschen uns aber, dass Kardinal Woelki sich in Rom für die entsprechenden Änderungen im Kirchenrecht stark macht.

Fazit:

Wir könnten angesichts der beschriebenen Situation den Kopf in den Sand stecken, unser Engagement niederlegen oder aus der Kirche austreten. Jedoch wollen wir mit diesem Schreiben deutlich machen, dass VERÄNDERUNG geboten ist. Wir wollen in unserer Kirche bleiben, uns weiterhin ehrenamtlich engagieren und für unser Verständnis unseres Glaubens eintreten.

Denn wir möchten zu einer Kirche gehören, in der das Gebot „Liebe den Nächsten wie dich selbst“ nicht nur gepredigt, sondern in allen Strukturen der Kirche präsent ist und von allen Gläubigen, Laien und Klerikern gemeinsam, gelebt wird.

Köln, April 2021
GvO St. Bruder Klaus, PGR St. Hubertus und Mariä Geburt

Hans-Josef Bauer, Anna Böhm, Christian Böhm, Michael Cziba, Elisabeth Frank, Christine Girod, Norbert Gröger, Sabine Grunthal, Armin Heilmann, Jürgen Kempf, Thomas Kosch, Maria Löhrer, Sigrid Metzinger, Veronika Nestler, Elke Niederehe, Alexandra Raue, Andreas Schmeichel, Bruno Schmidt-Girod, Florian Seiffert, Werner Spiller, Sandra Wirz.

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Erschreckt es nicht zu Tode?

Posted by Florian Seiffert - 29. November 2020

»Warum sagen mir Menschen, dass sie sich um mich sorgen, dass ich Konsequenzen fürchten müsste, wenn ich solche Fragen stelle? Warum haben sie den Eindruck, dass unsere Kirche in Bezug auf den Klerus ein System von Befehl und Gehorsam sei, von unbedingter Loyalität und totaler Identifikation, Macht und Abhängigkeit, das keine Nestbeschmutzer dulde? Erschreckt es nicht zu Tode, dass wir mit solchen Kategorien in Verbindung gebracht werden?«

Lesen Sie den Brief des Landpfarrers Meik Schirpenbach der Katholischen Kirche in Grevenbroich und Rommerskirchen:

https://gemeinden.erzbistum-koeln.de/export/sites/gemeinden/pfarreien_grevenbroich_vollrather_hoehe/_galerien/PDF/Fragen-an-meine-Kirche.pdf

oder

https://www.domradio.de/themen/erzbistum-koeln/2020-11-27/sorgen-eines-landpfarrers-pfarrer-aus-dem-rheinland-veroeffentlicht-brief

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Ein Besuch im Stadtteilbüro Stammheim – 2016

Posted by Florian Seiffert - 15. Januar 2016

Herr Juras, Herr Heilmann

Herr Juras, Herr Heilmann

Armin Heilmann und ich hatten gestern einen Termin im Stadtteilbüro in Stammheim. Wir machten mit Herrn Juras ein Interview und ein paar Bilder. Beides ist für die erste Ausgabe des neuen Pfarrbriefes ‚Kreuz und Quer‘ geplant.
Bei der Gelegenheit gab uns Herr Juras folgenden Brief der Flüchtlinge, den er über die kölner Ansprechpartnerin für die Stammheimer Flüchtlinge bekommen hatte. Ich fragte, ob wir den Brief veröffentlichen dürfen. Klar!
Er folgt hier:

Wir, Männer aus Syrien, verurteilen die Übergriffe gegenüber Frauen und die Angriffe auf Menschen wie auch die Raubdelikte in der Silvesternacht auf das Schärfste.

Wir bedauern, dass Frauen in ihrer Ehre und körperlich verletzt wurden.

Wir hoffen, dass sie sich von diesen Attacken bald und gut erholen werden.

Wir hoffen, dass die Verursacher dieser kriminellen Aktionen gefunden und bestraft werden. Wir hoffen, dass in Zukunft viel mehr Menschen Frauen in solchen Situationen zur Hilfe kommen.

Unsere kulturellen Werte wurden durch diese kriminellen Aktionen mit Füßen getreten. Zu unseren Werten gehört selbstverständlich der Respekt vor Frauen und Männern, der Respekt vor der körperlichen Unversehrtheit, und der Respekt vor dem persönlichen Eigentum.

Wir Syrer sind als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen, weil wir hier in einer demokratischen Gesellschaft in Frieden leben wollen. Wir wollen Demokratie leben, gestalten, umsetzen.

Wir bedauern, dass die Aktionen der Silvesternacht unsere Gruppe, die Gruppe der Syrer, die Gruppe der Flüchtlinge, wie auch viele andere arabische und nordafrikanische Menschen und Kulturen in Verruf gebracht haben.

Wir sind vor einem unmenschlichen Krieg geflohen, um unser Leben zu erhalten und menschlich bleiben zu können. Frieden, Sicherheit für uns und unsere Familien, die Möglichkeit, durch Arbeit unseren Lebensunterhalt zu verdienen, sind unsere Ziele.

Wir bedanken uns bei allen Menschen in Deutschland, bei Frauen und Männern für all die Hilfe, die sie uns bislang erwiesen haben!

Wir werden uns Ihres Engagements und Ihrer Hilfe würdig erweisen. Sie und wir werden feststellen, dass Ihre Werte auch unsere sind.

Deutschland hat für uns mehr getan als irgendein anderes europäisches oder arabisches Land!

V.i.S.d.P. Syrische Männer für Fairness c/o Shady, Bergisch Gladbacher Str. 465, 51067 Köln

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Paulus – Schreib mal wieder – Julia, Annemari, Viola, Ursula, Anika schreiben

Posted by Florian Seiffert - 25. September 2014

Das Redaktionsteam der Pfarrkontakte erreichte ein „Paulinischer-Brief“ von den Messdienerinnen Julia, Annemari, Viola, Ursula und Anika aus unserer Gemeinde. Gerne reichen wir ihn an Euch weiter:

Brief von der MessdienerInnenfahrt

Brief von der MessdienerInnenfahrt

Liebe Julia, Annemari, Viola, Ursula, Anika,
habt herzlichen Dank für Euer Schreiben!
Beste Grüße
Florian Seiffert

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Brief – Sorge um die “Gemeinde vor Ort”

Posted by Florian Seiffert - 16. März 2014

Bei der Jahreshauptversammlung in der Flachbahn in Flittard, sprach mich Christoph Schmitz an und fragte nach dem „Brief“ und ob er im Pfarrgemeinderat schon vorgelesen worden sei. Ich sagte, dass ich nichts von einem Brief wisse und dass ich bei der letzten Vollversammlung auf Teneriffa war. Um was für einen Brief es sich handle. Er habe einen Brief geschrieben, den er über das Pfarrbüro an Sabine Grunthal habe weiterleiten lassen. Ich bat ihn, mir diesen Brief per EMail zu schicken. Heute Nachmittag bekam ich den Scan des Briefes mit 82 Unterschriften. Der besseren Lesbarkeit wegen, habe ich ihn abgeschrieben.

Köln-Flittard im Januar 2014

Sorge um die “Gemeinde vor Ort”

Mit großer Sorge und Enttäuschung erleben wir derzeit den Einbruch der “Gemeinde vor Ort” in Hubertus. Immer mehr Menschen fühlen sich in der Gemeinde nicht mehr zu Hause und nicht gleichberechtigt behandelt. Am 05.01.2014 feierte die Flittarder KG ihre traditionelle “Meß op Kölsch”, immer wieder ein sehr schönes Ereignis, das gewiss weiterhin zu unterstützen und zu pflegen ist. Man darf die Frage stellen, warum die KG mit den vielen Gästen und Plaggen-Trägern ausgerechnet in der kleinsten Kirche der Gemeinde feiern möchte. Die Kirche war jedenfalls so voll, wie die Christmette um 18:00 Uhr zu den besten Zeiten nicht. Die Erklärung ist ganz einfach: die KG fühlt sich in Hubertus zuhause, und das ist ihr gutes Recht.

Warum aber wird der Kerngemeinde vor Ort beispielsweise eine Christmette zur Kernzeit (18:00 Uhr) mit der Begründung verweigert, die Kirche sei zu klein für solche Messen. Was ist denn die Größe eines Gebäudes gegen die Menschen, die sich dort heimisch und geborgen fühlen? Gemeinde kann nur funktionieren, wenn sie vor Ort gelebt wird. Spätestens seit der Kandidatensuche im Rahmen der Wahlen zu PGR und GVO (Gemeindevertretung vor Ort) im November 2013 muss jedem klar geworden sein, was Kritiker der Fusion von 2011 vorausgesagt haben. “Die Fusion zu einer Großgemeinde führt dazu, dass wesentlich weniger Personen in der Gemeinde engagiert sein werden.” In Hubertus hat sich der größte Teil der ehemaligen GVO-Mitglieder mit der Begründung nicht mehr zur Wahl gestellt, dass sie sich im Gesamtsystem nicht akzeptiert und fair behandelt, sondern wie das fünfte Rad am Wagen fühlten. Hier muss dringend gegengesteuert werden!

Festzulegen, dass die Kirche in Hubertus zu klein für einen Gottesdienst, oder dass die Erstkommunionfeier immer in BKS stattfinden soll, sind hier kontraproduktiv.

Mit bewährten Traditionen ist schnell gebrochen. Die einzige Sakramentsprozession in Flittard an Christi Himmelfahrt wurde gestrichen, jetzt folgt die Begleitung der Erstkommunionkinder seitens der Schützen. Für viele Menschen wächst die Distanz zur Gemeinde stetig, da immer mehr Berührungspunkte wegfallen.

Da gibt es auch noch die Geburtstagsmesse der Großgemeinde, die, warum auch immer, ebenfalls nur in BKS gefeiert wird. Wir sind mit dem Zentralisierungsgedanken nicht einverstanden, wie auch die geringe Anzahl an Gottesdienstbesuchern aus Flittard und Stammheim am Neujahrstag belegen. Zur Stärkung der Gemeinde vor Ort wünschen wir auch hier ein Rotationsprinzip, nachdem der Geburtstag abwechselnd in jeder Kirche der Gemeinde gefeiert wird. Selbstverständlich sollte auch die Feier der Osternacht dem Rotationsprinzip unterworfen werden.

An dieser Stelle sollte nicht unerwähnt bleiben, dass durch den Neubau bzw. die Renovierungsarbeiten der katholischen Kindergärten in Flittard gerade die Gemeinde St.Hubertus das größte Opfer bringt. Selbstverständlich stehen die Gemeindemitglieder hinter diesem Projekt und die meisten nehmen für die gute Sache auch gerne die Einschränkungen in Kauf, die diese Arbeiten für das Gemeindeleben mit sich bringen. Die Benachteiligung bei der Verteilung der wichtigsten Messen des Jahreskreises auf die einzelnen Kirchen wird daher in Hubertus als umso ungerechter empfunden.

Glücklicherweise gibt es in Hubertus außerhalb der gewählten Gremien noch eine Reihe ehrenamtlich tätiger Gemeindemitglieder und ein Potential in einigen Gruppierungen, dass seitens des PGR scheinbar leider unerkannt oder unberücksichtigt bleibt. So besitzt Flittard beispielsweise den größten Kirchenchor weit und breit, dem aber keine Möglichkeit geboten wird, in Flittard eine festliche Christmette musikalisch zu gestalten. Auch das der Kirche nahe stehende Musikcorps ist gern bereit, eine Christmette feierlich mitzugestalten wodurch noch nicht einmal ein Organist benötigt würde. Leider besteht auch hier keine Moglichkeit. Orientierungen in Richtung anderer Gemeinden ist die logische Folge. “Ja, das muss aber doch der Pfarrgemeinderat regeln!” So lautete das Zitat von Weihbischof Manfred Melzer, als er während der Visitation im vergangenen Jahr von unserem “Luxusproblem” hörte.

Die Christmette in der Heimatkirche zu feiern, ist für viele Menschen ein dringendes Bedürfnis und eine Stärkung des persönlichen Erlebens von Gemeinde. Dass dies nicht jedes Mal gehen kann, können wir nachvollziehen. Wir wollen einfach nur gleichberechtigt behandelt werden. Die Größe des Kirchenraums darf niemals das Maß aller Dinge sein, sondern die Menschen, die vor Ort leben.

Mit großen Hoffnungen aber freundlichen Grüßen
(s. Unterschriftenliste)

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Vatikanischer Fragebogen zur Bischofssynode 2014

Posted by Florian Seiffert - 29. November 2013

Es kommt Post vom Katholikenausschuss:

Vatikanischer Fragebogen zur Vorbereitung der außerordentlichen Bischofssynode im Oktober 2014

Sehr geehrte Damen und Herren,

zur Beantwortung der komplexen Fragestellungen dieser Umfrage im Erzbistum Köln steht offiziell nur eine sehr knappe Zeitspanne (bis 2.12.13) zur Verfügung. Generalvikar Dr. Heße hat daher darum gebeten, dass die Fragen durch die jeweiligen Kreis- und Stadtdekanatsräte beantwortet werden. (Auf der Homepage des Erzbistums sind sowohl das Original-Vorbereitungsdokument eingestellt als auch interaktive Dokumente, deren etwas modifizierte Frageformen die Beantwortung erleichtern.)
Im Auftrag des Generalvikars hat Stadtdechant Kleine kurzfristig einen kleinen Kreis von Organisationen/Institutionen, die mit dem Thema Familie auch professionell befasst sind und den Vorstand des KA eingeladen, einige wenige ausgewählte Fragen exemplarisch zu besprechen und zu beantworten.
Seitens des KA-Vorstandes musste das zwangsläufig unbefriedigend bleiben, weil es den anwesenden drei Vorstandsmitgliedern nicht möglich war, in der Kürze der Zeit umfassende Antworten auf solch fundamental wichtige Fragen zur Zukunft unserer Kirche zu geben.

Daher legen wir Ihnen ans Herz, die Möglichkeit der interaktiven Teilnahme an der Umfrage zu nutzen und auf diese Möglichkeit auch in Ihrer Gemeinde hinzuweisen.  Aus etlichen Gemeinden wissen wir, dass das schon geschehen ist.
Sowohl der Katholische Familienbund Köln als auch der bayrische katholische Familienbund haben ein interaktives Dokument veröffentlicht, ebenso der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (Beteiligung bis 6.12.13 möglich).
Da wir im KA-Vorstand die Beantwortung der Fragen für außerordentlich wichtig halten, möchten wir Sie ermutigen, sich auch nach Ablauf der jeweiligen Fristen mit dem Papier zu beschäftigen und die Ergebnisse Ihres Nachdenkens an das Erzbistum weiterzuleiten.
Wenn Sie den Fragebogen in Papier Menschen zur Verfügung stellen wollen, die nicht im Internet antworten wollen/können, dann kann der ausgefüllte Fragebogen ebenfalls weitergeleitet werden.

Freundliche Grüße – für den KA-Vorstand

Hannelore Bartscherer
Monika Kleine
Ingrid Rasch

Leider überlässt es der Katholikenausschuss dem geneigten Leser selbst rauszufinden, wo er denn nun was ausfüllen kann…

Für die ‚Christen am Rhein‘ haben wir das aber schon vorgestern gemacht und verweisen auf:
Fragebogen des Vatikan zum Thema »Familie«

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Fragebogen des Vatikan zum Thema »Familie«

Posted by Florian Seiffert - 27. November 2013

Aktualisierung (UpDate) 29.11.2013:


Fragebogen des Vatikan zum Thema »Familie«
oder:
DIE PASTORALEN HERAUSFORDERUNGEN DER FAMILIE IM KONTEXT DER EVANGELISIERUNG

Es gibt einen Fragebogen des Vatikan, der der Vorbereitung der außerordentlichen Bischofsynode zum Thema »Familie« vom 5.-19. Oktober 2014 dient.
Es lohnt sich, wie immer, den Vorbereitungstext und den Fragebogen im Original anzuschauen. Die offizielle Übersetzung gibt es wie immer im gut sortierten Webauftritt des Vatikan:

Es ist aber nicht so klar, was man machen muss, wenn man den Fagebogen ausfüllen möchte. Wohin soll man den dann schicken? In welcher Form?

Das Erzbistum Köln bietet eine etwas veränderte und aufbereitete Variante beim Familienbund Köln. Den Fragebogen sollen nach einer Erklärung des Vatikans auch und insbesondere die Laien in den Pfarreien beantworten, sagt der Familienbund. Man kann ein interaktives PDF-Dokument ausfüllen und mit etwas Glück per EMail verschicken. Das PDF ließ sich unter Linux weder öffnen noch bearbeiten – verschicken schon garnicht. Unter Windows ging es, es funktioniert aber nicht alles einwandfrei – auch sind die vorgegebenen Antworten vielleicht nicht das, was man auswählen möchte. Möglicherweise ist das Original des Vatikans doch hilfreicher?

Auf den Seiten des Erzbistums Köln muss man etwas suchen, findet dann aber eine Seite, die aber auf den Familienbund Bayern verweist. Allerdings ist der Link tot und mit etwas Mühe kommt man dann in Bayern auf ein interaktives PDF, was aber unter Linux nicht zu gebrauchen ist.

Der Spiegel berichtet kurz (eher verkürzt), kennt aber den Fragebogen nicht:

Katholisch.de behauptet, der Fragebogen sei nicht für die Laien, sondern richte sich an die Bischöfe:

Der BDKJ hat aus dem Fragebogen des Vatikan eine Fassung für die Jugend erstellt, die kann man gleich im Web online ausfüllen.

In den übrigen Bistümern finden sich weitere Informationen und Varianten. Google und Co helfen weiter.

Eine insgesamt etwas verworrene Situation, aber, wo ein Wille ist, ist ein Weg und wer mitmachen möchte, sollte sich nicht abhalten lassen. Und wer die Fragen und vorgegebenen Antworten „seltsam“ finden, tja, der sollte glaube ich erst recht antworten und mitmachen. Man darf gespannt sein, was die Bistümer auswerten und veröffentlichen.
Einsendeschluss ist hier und da mit dem 15.12.2013 angegeben, da die Ergebnisse im Januar vorliegen sollen.

Florian Seiffert

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Geschützt: Zur Pfarrerinitiative

Posted by Florian Seiffert - 13. Juli 2012

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Brief von Pater Oskar Wermter SJ

Posted by Florian Seiffert - 3. Juli 2012

Frau Wermter übermittelt einen Brief an uns:

P.Oskar Wermter SJ, St. Peter’s Mbare, P.O.Box194, Southerton, Harare,
owermter@zol.co.zw, 26. Juni 2012. –EIN TAG WIE VIELE ANDERE –

LIEBE FREUNDE! Am vergangenen Freitag hatte ich gerade das Morgengebet der Kirche beendet, als zwei Männer aus der Gemeinde anklopften: ein Kanalrohr sei verstopft, die “Brühe” liefe über. Instandhaltung von zwei Kirchen, zwei Gemeindezentren und zwei Schulen halten uns auf Trab. Handwerker aus der Gemeinde sind dafür verantwortlich. – Nach dem Frühstück schaue ich mir die Bauarbeiten an: das alte Häuschen unserer Verwalterin wird versetzt, es wird als Werkstatt noch nützlich sein. Die Linien für das neue Haus sind schon vorgezeichnet. – Eine Frau berichtet über Kranke in ihrer Nachbarschaftsgruppe. Ich verspreche, unsere freiwilligen Gesundheitspfleger zu ihnen zu schicken. Wir haben keine Klinik mehr, aber unsere Feiwilligen gehen in die Häuser, wo Not herrscht: alte und chronisch Kranke bleiben ohne jede Hilfe, wenn die Nachbarschaft nicht eingreift. – Im Pfarrbüro wartet die Sekretärin mit Finanzproblemen. Ich spreche mit der Leiterin der Vinzenzkonferenz, die fragt, “Haben wir noch Mittel, um Schulgeld für elternlose Kinder zu bezahlen?” – “Wann bringt der Jesuitendienst für die Bedürftigen die nächste Ladung Maismehl?” – “Wer braucht noch Decken für die kühlen Tage?” (Unser Winter ist von Mai bis August). – Szenenwechsel: um 9 Uhr treffe ich Kollegen aus den Medien. Der Freie Presserat, zu dessen Leitungsteam ich gehöre, spricht über Medienethik und die Rolle von Journalisten in Zimbabwe. Es gibt auch einen staatlich gelenkten Presserat. Aber wir glauben an Selbstverantwortung und Eigenkontrolle der Presse. Ein Vertreter der Kirche ist willkommen, zumal ich immer wieder einmal publizistisch tätig bin, wenn die Zeit für das Schreiben reicht. Eine Woche zuvor erschien ein Artikel von mir über die Jugend: es ist nicht leicht, in Zimbabwe aufzuwachsen. Wer AIDS überlebt, verliert aber doch vielleicht früh seine Eltern. Wer zu einem guten Schulabschluss kommt (nur die Minderheit!), muss um Ausbildungs- und Arbeitsplätze kämpfen. Jugendarbeitslosigkeit ist vielleicht das größte soziale Problem im Lande. Was kann schlimmer sein, als Jugendliche überhaupt nicht zur Welt der Arbeit zuzulassen? Und wer heiraten will, wird vom verarmten Schwiegervater erst einmal zur Kasse gebeten. Das traditionelle Brautgeschenk an ihre Eltern ist zu einem Faktor in unserer rücksichtslosen Marktwirtschaft geworden. Die Braut wird verkauft. Wer sie sich ohne “Brautpreis” nimmt, übernimmt keine Verantwortung für die Kinder. In einer Krise macht er sich aus dem Staub. Weswegen die Hälfte der jungen Frauen alleinerziehend ist. – Mangel an Wohnraum ist eine andere Bedrohung der jungen Familien. Am vergangen Sonntag trafen sich die Mitglieder unserer Wohnungsbaugenossenschaft mit Vertretern der Stadt, um über Bauland zu verhandeln. Hoffentlich ohne politische Erpressung.
Nach der Sitzung des Presserates fahre ich zum Büro von “Jesuit Comunications”: die neue Ausgabe unserer Zeitschrift “Mukai-Vukani” wird gerade für den Versandt fertig gemacht. Diese Ausgabe fragt: “Wie verhält sich die Kirche zum Hexenglauben?”, hier noch ein rasantes Problem. Das war auch das Thema eines Vortrags in der Fastenzeit in unserem Arrupe-Kolleg. Pater Dominic Tomuseni SJ sprach dazu und hat auch dieses Heft redigiert, an meiner Stelle. Ich hoffe auf einen gleitenden Übergang meiner publizistischen Arbeit an die junge Jesuitengeneration. Mein Beitrag stellte P. Friedrich von Spee SJ (1591 – 1635) vor: Hexenglaube ist nichts Neues. Außenseiter mit allem Bösen zu belasten und als Hexen (oder “Terroristen”)zu verjagen ist immer noch aktuell, selbst in einer säkularen Gesellschaft.
Zum Mittagessen bin ich wieder in Mbare und treffe die Mitbrüder und Mitarbeiterinnen. Zwei junge Mitbrüder verbringen ihre Semesterferien bei uns und helfen in der Schule. Heute Nachmittag besuchen sie Familien in den Wohnblocks, um ihre Verhältnisse kennen zu lernen und unsere Gemeindekartei auf Vordermann zu bringen. Seit vielen Jahren ist hier nichts mehr repariert worden. Das Abwasser läuft die Treppen herunter. Die Stadt will neue Wohnblocks bauen, aber junge Politrabauken verhindern das durch Terrortaktiken. Ihre Chefs lassen nichts zu, was ihren Gegnern Ansehen bei der Bevölkerung einbringen könnte.
Um drei Uhr besuche ich das nahe Krankenhaus für ansteckende Krankheiten. Die Typhusepidemie ist vorbei, dafür kommen die TB-Kranken wieder (meist auch HIV positiv). Sr Beatrice, eine Schwester der „Mutter Theresa“, aus Tanzania stammend, und eine Frau aus der Gemeinde begleiten mich. Wir sprechen und beten mit allen, nicht nur den Katholiken. Thekla Nengare stirbt an diesem Nachmittag im viel größeren Zentralkrankenhaus. Aber das höre ich erst am Abend. Sie war lange geistig verwirrt. Ich habe oft gedacht: was in ihrem Leben hat sie vom Kontakt mit Familie und Freunden abgeschnitten? – Als Tuberkulose wieder anstieg vor 25 Jahren, war das ein Zeichen für HIV/AIDS. Aber das erfuhren wir erst später. Viel ist seitdem geschehen. Die Chancen sind besser. Doch die meisten, die wir heute sehen, werden nächste Woche nicht mehr da sein. Nur ein paar werden nach Hause gegangen sein.
Auf dem Heimweg noch ein Hausbesuch bei einer chronisch Kranken, dann eine Pause vor der Abendmesse um 18 Uhr. Es ist schon dunkel. Und der Strom ist uns abgeschaltet worden. Also feiern wir bei Kerzenschein. Heute ist das Fest der Heiligen John Fisher und Thomas More. Zeugen des Gewissens. “Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen” (Ap. 5: 29). Das ist bei uns sehr akut, und ich spreche darüber: Redet nicht den Machthabern nach dem Mund! Diese Eucharistie ist Begegnung mit Christus, mit seiner Freiheit. Lasst Euch davon anstecken! Wir beten für Thekla Nengare, um den Frieden, den sie in ihrem Leben nicht gefunden hat. Nach der Messe, immer noch bei Kerzenschein, habe ich noch Sprechstunde im Pfarrbüro. Heiratstermine, Familienzwiste, finanzielle Probleme. Ich komme zu spät zum Abendessen, das die beiden jungen Mitbrüder gekocht haben.
Übrigens soll das mit dem Kerzenschein, so romantisch es ist, bald ein Ende haben. Wir sind dabei eine Solaranlage zu installieren. Dann haben wir am Abend Licht und am Morgen Lautsprecher und Ventilatoren am Laufen (sehr wichtig bei der Hauptmesse am Sonntag mit 1 200 Menschen). Wenn sich das bewährt und die Mittel sich finden, werden wir auch Gemeindehaus und Priesterwohnung “solarisieren”. An Sonnenlicht fehlt es uns ja nun wirklich nicht!
Schwester Diana Kanyere, eine Sozialarbeiterin und “Leihgabe” an uns für einige Monate, arbeitet mit den verschiedenen Kooperativen. Da war ein Student, der wollte ein Darlehen von US $ 1 700, um seine Schulden bei der Uni zu bezahlen. Unmöglich soviel Geld zu riskieren nur für Einen. Er ist jetzt in einer Kooperative, die jenseits der Grenzen einkauft und in Zimbabwe verkauft. Jugendliche machen und verkaufen Kerzen. Frauen nähen und kochen Seife. Andere halten Hühner und verkaufen sehr begehrtes Hühnerfleisch. – Manche Frauen sind sehr geschickt dabei, sich selber Arbeit und Verdienst zu verschaffen, während die Männer in den Mond gucken. Dann werden die eifersüchtig auf die erfolgreiche Ehefrau, und es gibt Krach. Ich habe ein Ehepaar gebeten, darüber bei unserem kommenden Pfarrfest zu sprechen und Zusammenarbeit von Mann und Frau anzuregen. Es gibt ein paar gute Beispiele in der Gemeinde.
So, das war mein “Tag wie viele andere”. Euch allen ganz, ganz herzlichen Dank für alles Interesse und alle Unterstützung. Wir arbeiten hart daran, die Leute auf die eigenen Beine zu stellen, aber so ganz ohne Hilfestellung von Euch geht es noch nicht.

Es grüsst herzlich Euer Oskar Wermter SJ.

PS: Konto “Jesuitenmission” Nr. 5115582 Ligabank BLZ 75090300
Stichwort: X41720 Oskar Wermter

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Katholikenausschuss: Jetzt erst recht!

Posted by Florian Seiffert - 25. Mai 2010

Mich erreicht eine EMail des Katholikenausschusses, die ich gerne weitergebe:

Sehr geehrte Damen und Herren

Beigefügt übersenden wir Ihnen den Text unserer Zeitungsanzeige vom vergangenen Wochenende sowie einen Brief, in dem wir Sie um Ihre Unterstützung bitten.

Mit freundlichen Grüßen
Hannelore Bartscherer
– Vorsitzende –

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Siehe auch:

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