Pfarrgemeinderat »Christen am Rhein«

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Die Standpunkte des Pfarrgemeinderats von „St. Hubertus und Mariä Geburt“ zur Weltsynode

Posted by Florian Seiffert - 14. März 2022

Die Standpunkte des Pfarrgemeinderats von „St. Hubertus und Mariä Geburt“ zur Weltsynode (Synode=gemeinsam gehen)

(Bruder-Klaus-Siedlung über Stammheim bis Flittard)

Thema 1: Zusammen gehen

Unsere katholische Kirche benötigt eine neue Grundhaltung.

Bisher sind die Unterscheidungen zwischen Klerikern und dem restlichen ‚Kirchenvolk‘ strukturell entscheidend. Denn diejenigen, die schalten und walten sind Kleriker, die in einem hierarchischen, zölibateren Männer-System leben. Sie bestimmen und entscheiden darüber, welche Kriterien, Ansichten und Lehrmeinungen gelten dürfen, wie die Finanzen verteilt werden und wer, was und wo zu bestimmen und zu entscheiden hat. Das übrige ‚Kirchenvolk‘ kann nur laut werden, damit es gehört wird oder einfach anders handeln oder die Kirchensteuer durch Austritt verweigern. Unserer Erfahrung nach, werden wir oft überhört oder uns wird Unwissenheit / fehlende Erkenntnis / fehlender Glaube unterstellt.

Doch das ist nicht wahr!

Deshalb ist es wichtig, die Grundhaltung zu ändern und die Gemeinschaft der Glaubenden endlich ernst zu nehmen.

Thema 2: Einander zuhören

Wir wünschen uns ein aufmerksames und vorbehaltloses Zuhören von den Klerikern der Kirche bis hin zum Papst.

Bisher erleben wir das Zuhören als Einbahnstraße: wir Gläubigen sollen zuhören und vertrauen und umsetzen – nicht umgekehrt.

Ein Beispiel ist die Situation im Erzbistum Köln. Der Vertrauensverlust der meisten Katholiken ist massiv. Die Kirchenaustrittszahlen unterstreichen dies. Doch der Kardinal wird für 5 Monate ins Exil geschickt und kommt dann zurück, anstatt die Mehrheit der Katholiken ernst zu nehmen.

Warum?

Wir erleben in den Themenfeldern, die der synodale Weg in Deutschland anspricht, das erste Mal, das offen und ehrlich fundierte Argumente ausgetauscht werden. Und es zeigt sich ein tiefer Spalt zwischen vielen Klerikern und den anderen Gläubigen (Theologen, Fachleuten und Laien). Es ist oft so als würden viele Kleriker in einer ‚eigenen Blase‘ leben, die von der Lebenswirklichkeit anderer Menschen wie abgekoppelt scheint. Und das nicht etwa, weil der Glaube fehlen würde. Das Fundament ist gleich.

Wir glauben, dass ein aufmerksames und vorbehaltloses Zuhören nur gelingen kann, wenn das klerikale Amtsverständnis verändert wird. Bisher ist es überwiegend so, dass der Kleriker davon ausgeht, dass er derjenige ist, der mehr weiß, mehr entscheiden darf und mehr Einfluss haben muss, WEIL er die Weihen hat. Die gleiche Theologie haben auch andere (Männer und Frauen) studiert, aber die haben ja keine Weihen….

Wir wünschen uns, dass die Gaben aller Glaubenden anerkannt und wertgeschätzt werden und damit gleichberechtigt werden.

Wir wünschen uns die Bereitschaft, Überholtes und Antiquiertes über Bord zu werfen (z.B. kirchliches Arbeitsrecht, Homophobie u.a.), sowie die eigene Macht abzugeben (Demokratisierung bis zum Papst) und endlich wissenschaftliche Forschungen und Erkenntnisse anzuerkennen, die neue biblische Erkenntnisse (z.B. Ausschluss der Frauen von Weiheämtern) und ein verändertes Menschenbild (z.B. Liebes- und Sexualmoral) möglich machen.

Thema 3: Frei und offen sprechen

Solange Gläubige in der katholischen Kirche Angst vor Repressalien oder dem Verlust der Arbeitsstelle haben müssen, können sie nicht angstfrei leben und nicht frei und offen sprechen.

Die Initiative OutInChurch hat durch viele Beispiele belegt, welche Einschränkungen ihre mutigen Mitstreiter hinnehmen müssen, die allein aus dem antiquierten Menschenbild der Kirche resultieren und damit anerkannte Grundrechte mit Füßen treten.

Ohne eine Angleichung des kirchlichen Arbeitsrechts an die Standards in Deutschland können einige nicht frei leben und offen sprechen.

In Deutschland ist es den Gläubigen nicht mehr vermittelbar, warum das, was sie in ihrer Demokratie alltäglich wertschätzen: Würde, Gleichberechtigung, Freiheit, Einflussnahme und Gewaltenteilung in ihrer Kirche nicht umgesetzt wird.

Damit bietet das politische System Deutschlands mehr Ähnlichkeiten mit den Grundhaltungen des Evangeliums als das System der katholischen Kirche.

Diese Veränderungen sind sicherlich nicht auf der ganzen Erde in gleichem Maße umsetzbar, da gesellschaftliche Entwicklungen und politische Gegebenheiten unterschiedlich sind. Hier wünschen wir uns die Möglichkeit einer deutlich größeren Flexibilität in der Anpassung an die jeweilige Ausgangslage.

Thema 5: Den Auftrag Jesu annehmen und verantworten

Da Glauben und Glaubensvermittlung allein durch und mit Beziehung gelingt, ist es wichtig überschaubare Gemeinden zu bilden.

Speziell für die Kirche in Deutschland bedeutet das: die Gemeindebildung darf nicht von der Anzahl der Priester abhängig gemacht werden.

Andere Professionen sind einzubeziehen. Die Leitungsverantwortung kann auch von anderen theologischen Mitarbeitern und qualifizierten Laien übernommen werden.

Die Gemeinden sollen Gemeinschaft stärken und Wohlfühlorte schaffen.

Die starren Vorgaben für Versammlungsflächen im Bistum Köln müssen wieder gelockert und an die Bedürfnisse vor Ort angepasst werden.

Weiterhin ist es wichtig, dass sowohl die Gemeinden als auch die Kirche weltweit Klimaziele und Umweltschutz im Blick haben, umsetzen und dazu auffordern.

Darüber hinaus sollte sich die katholische Kirche weltweit für die Umsetzung der Menschenrechte und für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen und diese Standards einfordern.

Thema 7: In der Ökumene wachsen

Wir verstehen nicht , warum von theologischer, klerikaler Seite das Zugehen auf die anderen christlichen Kirchen so schwer ist.

Wir wünschen uns gegenseitige Wertschätzung und Zusammenarbeit zum Wohle der Menschen. Mehr Gemeinsamkeiten und Ähnlichkeiten benennen, statt der Unterschiede halten wir für wichtig.

Der nächste konkrete Schritt ist für uns die Aufhebung des Verbots der Interkommunion zwischen katholischen und evangelischen Christen.

Thema 9: Geistlich entscheiden

Wenn wir davon ausgehen, dass der Heilige Geist das gesamte Volk Gottes lenkt, können Gläubige und Kleriker gemeinsam Entscheidungen treffen ohne dass die Kirche einen Schaden nehmen kann.

Die bisherige Zentrierung der Entscheidungs- und Machtbefugnisse auf geweihte, zölibatere Männer ist eine starke Engführung. Zudem zeugt sie mehr von Überheblichkeit als von Vertrauen in die Gläubigen und ihre Gaben und Befähigungen durch den Heiligen Geist.

Thema 10: lernende Kirche sein

Wir wünschen uns ein schnelles Lernen beim ganzen Volk Gottes hin zu:

Angstfreiheit! Toleranz! Ergebnisoffene Gesprächskultur!

Eröffnung demokratischer Einflussnahme! Umsetzung der Menschenrechte (Würde, Gleichberechtigung, Freiheit) in der katholischen Kirche! Gewaltenteilung wie in Demokratien!

Wir alle sind Kirche – Befähigung, statt Priesterzentrierung!

Zulassen wissenschaftliche Erkenntnisse!

Die Unterschiede der gesellschaftlichen Lebensformen auf der Erde anerkennen, d.h. Unterschiede zulassen in der Weltkirche (Deutschland ist anders als Polen, als Brasilien, als Syrien)!

Im Auftrag des Pfarrgemeinderates

Marie Löhrer, Elke Niederehe, Katharina Schorn und Florian Seiffert

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Einladung: Arbeitsgruppe Weltsynode

Posted by Florian Seiffert - 27. Februar 2022

In der letzten PGR-Sitzung vergangenen Mittwoch haben wir über die Möglichkeit gesprochen, auf der Beteiligungsplattform zur Weltsynode im Erzbistum Köln noch bis zum 18.03.2022 jeder für sich oder auch im Gremium zu Themen, die uns wichtig sind, unsere Meinung mitzuteilen. Wir sind alle eingeladen, darüber nachzudenken, wie die Kirche gestaltet sein muss, um zukunftsfähig zu sein und ihrer Sendung gerecht zu werden, allen Menschen das Evangelium zu verkünden.

Hierzu richtet der PGR eine Arbeitsgruppe ein. Alle sind herzlich eingeladen, sich der Arbeitsgruppe anzuschließen und in der Gruppe zu erarbeiten, was uns wichtig ist für uns, unsere Gemeinde und für die Kirche im allgemeinen. Der PGR erhofft sich aus der Meinungsbildung zu den verschiedenen Themenfelder auch einen Synergie-Effekt für die Belebung unseres Gemeindelebens.

Wer Interesse an dieser Arbeitsgruppe hat, möge sich bitte bis kommenden Mittwoch, 02.03.2022 melden (via Mail an die Redaktion http://www.christen-am-rhein.com/Informationen/Impressum.html)

Über zahlreichen Rückmeldungen freuen sich
Elke Niederehe und Florian Seiffert
Bis dahin herzliche Grüße und einen sonnig-schönen Sonntag

Zur weiteren Information: https://www.weltsynode.koeln/

Auf der Beteiligungsplattform werden folgende 10 Themenfelder vorgeschlagen:

1. Zusammen gehen – In der Kirche und in der Gesellschaft gehen wir Seite an Seite denselben Weg.

2. Einander zuhören – Das Zuhören ist der erste Schritt. Es erfordert aber ohne Vorurteile, offenen Geistes und Herzens zu sein.

3. Frei und offen sprechen – Als Einzelne und als Gemeinschaft brauchen wir das Vertrauen, frei aussprechen zu können, was uns am Herzen liegt.

4. Gemeinsam den Glauben feiern – Unsere Liebe zu Gott findet ihren Ausdruck darin, seine Nähe zu suchen, seine Gegenwart zu feiern und seinen Willen zu tun.

5. Den Auftrag Jesu annehmen und verantworten – Jesus sendet die Jünger in die Welt und gibt ihnen gemeinsam den Auftrag, das Evangelium zu verkünden und den Menschen die Liebe und Güte Gottes erfahrbar zu machen. Dieser gemeinsame Auftrag gilt für alle Christinnen und Christen, auch für uns heute.

6. Im Dialog sein – Im Dialog mit den Mitmenschen in der Gesellschaft können wir von ihren Erfahrungen lernen.

7. In der Ökumene wachsen – Die Taufe vereint die Christinnen und Christen auf der ganzen Welt. Dem Dialog unter Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen kommt bei der Weltsynode eine besondere Bedeutung zu.

8. Einfluss haben und nehmen – Papst Franziskus wünscht sich eine synodale Kirche, in der das gemeinschaftliche Treffen von Entscheidungen zum Grundprinzip des Miteinanders wird.

9. Geistlich entscheiden – Geistlich entscheiden erfordert eine Offenheit für das Wirken des Heiligen Geistes und fragt danach, was nach dem Vorbild Jesu sinnvoll und gut wäre (und was nicht).

10. Lernende Kirche sein – Die Weltsynode beschäftigt sich gerade deshalb mit der Frage der Synodalität (des gemeinsamen Gehens), weil diese allzu oft vermisst wird.

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Fragebogen des Vatikan zum Thema »Familie«

Posted by Florian Seiffert - 27. November 2013

Aktualisierung (UpDate) 29.11.2013:


Fragebogen des Vatikan zum Thema »Familie«
oder:
DIE PASTORALEN HERAUSFORDERUNGEN DER FAMILIE IM KONTEXT DER EVANGELISIERUNG

Es gibt einen Fragebogen des Vatikan, der der Vorbereitung der außerordentlichen Bischofsynode zum Thema »Familie« vom 5.-19. Oktober 2014 dient.
Es lohnt sich, wie immer, den Vorbereitungstext und den Fragebogen im Original anzuschauen. Die offizielle Übersetzung gibt es wie immer im gut sortierten Webauftritt des Vatikan:

Es ist aber nicht so klar, was man machen muss, wenn man den Fagebogen ausfüllen möchte. Wohin soll man den dann schicken? In welcher Form?

Das Erzbistum Köln bietet eine etwas veränderte und aufbereitete Variante beim Familienbund Köln. Den Fragebogen sollen nach einer Erklärung des Vatikans auch und insbesondere die Laien in den Pfarreien beantworten, sagt der Familienbund. Man kann ein interaktives PDF-Dokument ausfüllen und mit etwas Glück per EMail verschicken. Das PDF ließ sich unter Linux weder öffnen noch bearbeiten – verschicken schon garnicht. Unter Windows ging es, es funktioniert aber nicht alles einwandfrei – auch sind die vorgegebenen Antworten vielleicht nicht das, was man auswählen möchte. Möglicherweise ist das Original des Vatikans doch hilfreicher?

Auf den Seiten des Erzbistums Köln muss man etwas suchen, findet dann aber eine Seite, die aber auf den Familienbund Bayern verweist. Allerdings ist der Link tot und mit etwas Mühe kommt man dann in Bayern auf ein interaktives PDF, was aber unter Linux nicht zu gebrauchen ist.

Der Spiegel berichtet kurz (eher verkürzt), kennt aber den Fragebogen nicht:

Katholisch.de behauptet, der Fragebogen sei nicht für die Laien, sondern richte sich an die Bischöfe:

Der BDKJ hat aus dem Fragebogen des Vatikan eine Fassung für die Jugend erstellt, die kann man gleich im Web online ausfüllen.

In den übrigen Bistümern finden sich weitere Informationen und Varianten. Google und Co helfen weiter.

Eine insgesamt etwas verworrene Situation, aber, wo ein Wille ist, ist ein Weg und wer mitmachen möchte, sollte sich nicht abhalten lassen. Und wer die Fragen und vorgegebenen Antworten „seltsam“ finden, tja, der sollte glaube ich erst recht antworten und mitmachen. Man darf gespannt sein, was die Bistümer auswerten und veröffentlichen.
Einsendeschluss ist hier und da mit dem 15.12.2013 angegeben, da die Ergebnisse im Januar vorliegen sollen.

Florian Seiffert

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